COP Wärmepumpe: Bedeutung, Formel und aktuelle Werte
Der COP (Coefficient of Performance) ist das Verhältnis von abgegebener Wärmeleistung zu aufgenommener elektrischer Leistung einer Wärmepumpe unter genormten Testbedingungen. Der Wert stammt aus dem Labor und beschreibt nur einen einzelnen Betriebspunkt, etwa bei 7 Grad Celsius Außentemperatur. Für die reale Jahreseffizienz im eigenen Haus sind SCOP und Jahresarbeitszahl (JAZ) aussagekräftiger.
Das Wichtigste in Kürze
- COP: Wärmeleistung ÷ Stromaufnahme an einem Prüfpunkt nach EN 14511, z. B. A7/W35
- COP-Werte A7/W35 von 3 aktuellen Propan-Luft-Wasser-Wärmepumpen laut Datenblatt: 4,79 bis 6,02
- SCOP nach EN 14825: 4 Teillastpunkte (−7/+2/+7/+12 °C), mittleres Klima mit 4.910 Heizstunden
- Umrechnung Luft-Wasser: ηs = SCOP ÷ 2,5 × 100 − 3, z. B. SCOP 4,69 → 185 %
- BEG-Mindestwerte Luft-Wasser: ηs ≥ 145 % (35 °C) und ≥ 125 % (55 °C), Sole/Wasser 180/140 %
- BEG-Mindest-JAZ: 3,0 rechnerisch für alle Wärmequellen, Nachweis meist nach VDI 4650 Blatt 1
- Reale JAZ Luft-Wasser im Bestand: Ø 3,4, Spanne 2,6–4,9 (Fraunhofer ISE, 11/2025)
- Fördersätze KfW 458 seit 21.07.2026: 30 % Grundförderung, Deckel 70 % (80 % bei niedrigem Einkommen)
Was bedeutet der COP-Wert bei einer Wärmepumpe?
Der COP gibt an, wie viele Kilowattstunden Wärme eine Wärmepumpe aus einer Kilowattstunde Strom erzeugt. Er wird unter festen Laborbedingungen gemessen. Die Prüfnorm EN 14511 legt dafür feste Temperaturpaare fest. Ein Beispiel ist A7/W35: 7 Grad Celsius Außenlufttemperatur und 35 Grad Celsius Vorlauftemperatur. Ein COP von 4,0 bedeutet: Aus 1 Kilowattstunde Strom entstehen 4 Kilowattstunden Wärme. Die Abkürzung COP steht für "Coefficient of Performance", auf Deutsch Leistungszahl. Der Begriff stammt aus der Kältetechnik. Dort beschreibt er das Verhältnis von Nutzenergie zu eingesetzter Antriebsenergie. Wichtig: Eine Gasheizung nutzt keinen COP. Ihre Effizienz heißt Wirkungsgrad oder Nutzungsgrad und wird in Prozent angegeben, meist 90 bis 98 Prozent bei Brennwertgeräten.
Datenblätter nennen den COP an mehreren Betriebspunkten. Die Tabelle zeigt diese Werte für 3 Luft-Wasser-Wärmepumpen mit Propan (R290). Quelle ist das HP-Keymark-Zertifikat, ein europäisches Prüfzeichen mit unabhängiger Messung, bzw. das Herstellerdatenblatt.
| Betriebspunkt | Vaillant aroTHERM plus VWL 75/6 A | Viessmann Vitocal 250-A (251.A10, 400 V) | Lambda EU10L |
|---|---|---|---|
| A7/W35 | 4,79 | 5,31 | 6,02 |
| A2/W35 | k. A. | 4,46 | 5,21 |
| A−7/W35 | k. A. | 3,16 | 3,39 |
| A7/W55 | 2,93 | k. A. | 3,68 |
| A−7/W55 | k. A. | 2,97 | 2,42 |
| SCOP 35 °C / 55 °C | 4,69 / 3,43 | 5,01 / 3,87 | 6,08 / 4,54 |
Verbalisiert: Von A7 auf A−7 sinkt der COP bei 35 Grad Vorlauf um rund 40 bis 45 Prozent. Bei 55 Grad Vorlauf liegt er nochmals deutlich niedriger. "k. A." heißt: nicht ausgewiesen. Achten Sie zudem auf die Heizleistung im Messpunkt. A7/W35 gilt hier für 3,6 kW (Lambda), 4,57 kW (Vaillant) und 7,3 kW (Viessmann). Bei kleiner Leistung erreichen Inverter-Geräte höhere COP-Werte. Weitere Modelle mit SCOP-Werten bündelt der Wärmepumpen-Modellvergleich nach Datenblattwerten.
Die COP-Formel einfach erklärt
Die Formel lautet: COP = Wärmeleistung (kW) ÷ elektrische Leistungsaufnahme (kW). Eine Wärmepumpe mit 8 Kilowatt Heizleistung bei 2 Kilowatt Stromaufnahme erreicht einen COP von 4,0. Die theoretische Obergrenze setzt der Carnot-Wirkungsgrad: COP_max = T_warm ÷ (T_warm − T_kalt), beide Werte in Kelvin. Je kleiner der Temperaturunterschied zwischen Wärmequelle und Vorlauf, desto höher liegt dieses Maximum. Reale Wärmepumpen erreichen in der Praxis etwa 40 bis 60 Prozent dieses theoretischen Werts. Verdichter, Wärmetauscher und Kältemittel verursachen zusätzliche Verluste. Wie Carnot-Grenze und Gütegrad zusammenhängen, vertieft der Beitrag zum Wirkungsgrad einer Wärmepumpe.
Wie berechnet man den COP Schritt für Schritt?
Sie berechnen den COP, indem Sie die Heizleistung durch die elektrische Leistungsaufnahme im selben Betriebspunkt teilen. Das Beispiel nutzt das Datenblatt der Viessmann Vitocal 250-A (251.A10, 07/2023).
1. Betriebspunkt wählen: A2/W35, also 2 °C Außenluft und 35 °C Vorlauf.
2. Heizleistung ablesen: 5,8 kW.
3. Leistungsaufnahme ablesen: 1,31 kW.
4. Teilen: 5,8 kW ÷ 1,31 kW = 4,43.
Das Datenblatt nennt 4,46. Die Abweichung entsteht durch gerundete Leistungsangaben.
Für ein ganzes Jahr teilen Sie Energiemengen statt Leistungen: Wärmemengenzähler durch Stromzähler. Das Ergebnis ist die Jahresarbeitszahl. Beispiel: 15.000 kWh Wärme ÷ 4.412 kWh Strom = JAZ 3,4, der Feldmittelwert für Luft-Wasser-Wärmepumpen laut Fraunhofer ISE. Im Wärmepumpentarif mit 24 Cent je kWh und 140 Euro Grundpreis kostet dieser Strom rund 1.199 Euro im Jahr. Zum Haushaltsstrompreis von 37,3 Cent (BDEW, 10/2026) wären es rund 1.646 Euro.
Wie unterscheiden sich COP, SCOP und JAZ?
COP, SCOP und JAZ messen die Effizienz einer Wärmepumpe auf drei unterschiedlichen Zeithorizonten. Der COP ist eine Momentaufnahme im Labor. Der SCOP (Seasonal Coefficient of Performance) rechnet mehrere COP-Werte über ein europäisches Referenzklima zu einer theoretischen Jahreskennzahl zusammen. Er ist nach EN 14825 genormt. Die Jahresarbeitszahl (JAZ) misst dagegen die tatsächliche Effizienz einer konkreten Anlage über ein volles Betriebsjahr. Fachbetriebe ermitteln sie über Wärmemengen- und Stromzähler oder berechnen sie vorab nach VDI 4650 Blatt 1. Nur die JAZ berücksichtigt reales Nutzerverhalten, das Wetter am Standort und die Warmwasserbereitung.
| Kennzahl | Zeithorizont | Normgrundlage | Aussagekraft für Betriebskosten |
|---|---|---|---|
| COP | Ein Betriebspunkt (Labor) | EN 14511 | Gering, nur Modellvergleich |
| SCOP | Theoretische Heizperiode | EN 14825 | Mittel, standardisierte Annahmen |
| JAZ | Reales Betriebsjahr | VDI 4650 Blatt 1 / Messung | Hoch, bildet den eigenen Betrieb ab |
Verbalisiert heißt das: Ein Datenblatt mit COP 5,0 sagt wenig darüber aus, was die Anlage im eigenen Haus tatsächlich kostet. Für die Kaufentscheidung bleibt der COP ein erster Anhaltspunkt zum Modellvergleich. Für die eigene Kostenplanung zählt die JAZ. Einen vertieften Blick auf realistische JAZ-Werte, deren Berechnung und Optimierung liefert der Beitrag zur Jahresarbeitszahl von Wärmepumpen.
Was ist der SCOP und wie wird er gemessen?
Der SCOP ist die jahreszeitbedingte Leistungszahl einer Wärmepumpe, berechnet nach EN 14825 aus 4 Teillast-Messpunkten und einem Referenzklima. Das Labor misst den COP bei −7, +2, +7 und +12 °C Außentemperatur. Die Wärmepumpe liefert dabei nur die Leistung, die das Normhaus bei dieser Temperatur braucht. Der Vorlauf sinkt mit steigender Außentemperatur. Bei −7 °C liegt er im 35-°C-Programm bei 34 °C, im 55-°C-Programm bei 52 °C.
Die EN 14825 kennt 3 Referenzklimate: kälter (Helsinki), mittel (Straßburg) und wärmer. Für Energielabel und BEG-Förderung zählt das mittlere Klima. Es setzt −10 °C als Auslegungstemperatur an und verteilt 4.910 Heizstunden auf −10 bis +15 °C (VO (EU) 813/2013, Anhang III). Jedes Gerät erhält 2 Werte: SCOP 35 °C für Fußbodenheizung und SCOP 55 °C für Heizkörper. Die Vaillant VWL 75/6 A erreicht bei 35 °C einen SCOP von 4,07 (kälter), 4,69 (mittel) und 5,99 (wärmer).
| Teillastpunkt (mittleres Klima) | Vaillant VWL 75/6 A (35 / 55 °C) | Viessmann 251.A10 (35 / 55 °C) | Lambda EU10L (35 / 55 °C) |
|---|---|---|---|
| −7 °C | 2,72 / 2,13 | 3,4 / 2,6 | 3,81 / 2,78 |
| +2 °C | 4,68 / 3,36 | 5,0 / 3,8 | 5,93 / 4,44 |
| +7 °C | 6,38 / 4,60 | 6,4 / 5,0 | 7,88 / 5,95 |
| +12 °C | 7,88 / 6,18 | 7,8 / 6,6 | 9,63 / 7,71 |
Verbalisiert: Bei +7 °C liegt der Teillast-COP über dem Norm-COP bei A7/W35, weil Vorlauf und Leistung niedriger sind. Der SCOP 35 °C (4,69, 5,01 und 6,08) liegt zwischen den Werten bei +2 °C und +7 °C. Den Grund zeigt eine 42watt-Nachrechnung mit Python nach der Bin-Methode: Im mittleren Klima fallen rund 51 Prozent der Heizwärme bei −2 bis +4 °C an. Aus den 4 Punkten ergibt die Rechnung SCOP-Werte, die 0,2 bis 2,7 Prozent über den zertifizierten liegen. Die Nachrechnung enthält weder Standby- und Bereitschaftsstrom noch einen Heizstab-Anteil und vereinfacht die Bereiche unter −7 °C und über +12 °C. Daraus entsteht die Differenz.
Aus dem SCOP folgt die Raumheizungs-Energieeffizienz ηs auf dem Energielabel. Laut Ökodesign-Verordnung (EU) 813/2013 wird der Stromverbrauch "mit einem Umwandlungskoeffizienten CC von 2,5 multipliziert". Für Luft-Wasser-Wärmepumpen gilt: ηs = SCOP ÷ 2,5 × 100 − 3. Die 3 Prozentpunkte Abzug stehen für die Temperaturregelung. Nachgerechnet trifft die Formel alle 6 Datenblattwerte auf 0,5 Prozentpunkte. Aus SCOP 4,69 werden 184,6 Prozent, das Zertifikat nennt 185 Prozent. Einen SCOP-Vergleich weiterer Modelle zeigt der Beitrag zu den effizientesten Wärmepumpen 2026.
Welche COP-Werte erreichen Wärmepumpen nach Typ?
Aktuelle Propan-Luft-Wasser-Wärmepumpen wie die 3 Beispielgeräte oben erreichen laut Datenblatt COP-Werte zwischen 4,8 und 6,0 am Prüfpunkt A7/W35. Die genaue Höhe hängt vom Wärmepumpentyp ab. Die folgende Tabelle zeigt Laborwerte geprüfter Beispielgeräte je Wärmequelle. Sie ist von den real gemessenen Jahreswerten zu unterscheiden.
| Wärmepumpentyp | Wärmequelle | COP-Beispiele laut Datenblatt (Normprüfpunkt) | Realistische JAZ im Bestand (Fraunhofer ISE) |
|---|---|---|---|
| Luft-Wasser-Wärmepumpe | Außenluft | 4,8 – 6,0 (A7/W35) | Ø 3,4 (Spanne 2,6 – 4,9) |
| Sole-Wasser-Wärmepumpe | Erdreich | 4,4 – 4,8 (B0/W35; inkl. Großwärmepumpe Viessmann Vitocal 300-G Pro ab 85 kW) | Ø 4,3 (Spanne 3,6 – 5,4) |
| Wasser-Wasser-Wärmepumpe | Grundwasser | 5,6 – 5,8 (W10/W35; nur Großwärmepumpe Viessmann Vitocal 300-G Pro ab 107 kW) | in der Fraunhofer-ISE-Feldmessung nicht enthalten |
Die Fraunhofer-ISE-Werte stammen aus einer vierjährigen Feldmessung an 77 Wärmepumpen in bestehenden Wohngebäuden. Das Institut veröffentlichte sie im November 2025. Sie zeigen: Innerhalb desselben Wärmepumpentyps liegt die reale Effizienz stark auseinander. Danny Günther, Teamleiter für Wärmepumpen und Transformation des Gebäudebestands am Fraunhofer ISE, fasst zusammen: "Die Ergebnisse zeigen eindeutig, dass Wärmepumpen auch in älteren Gebäuden effizient betrieben werden können." Grundwasser als Wärmequelle liefert wegen der ganzjährig milden Quellentemperatur von etwa 8 bis 12 Grad Celsius auch im Winter hohe COP-Werte. In der Fraunhofer-ISE-Feldmessung waren keine Wasser-Wasser-Anlagen vertreten.
Was ist ein guter COP-Wert für eine Wärmepumpe?
Ein COP ab 4,0 bei A7/W35 gilt bei Luft-Wasser-Wärmepumpen als guter Laborwert. Die 3 Propan-Beispielgeräte oben liegen mit 4,8 bis 6,0 darüber. Für Sole-Wasser-Wärmepumpen nennen die Beispiel-Datenblätter 4,4 bis 4,8 bei B0/W35, darunter eine Großwärmepumpe. Werte um 8,0, wie sie gelegentlich in Werbematerial kursieren, entstehen nur unter sehr günstigen Testbedingungen mit kleinem Temperaturhub. Für den Heizbetrieb im deutschen Winter sind sie nicht repräsentativ. Wichtiger als ein einzelner Spitzenwert ist die Bandbreite über verschiedene Prüfpunkte. Bei tieferen Außentemperaturen oder höherer Vorlauftemperatur sinkt der COP spürbar. Grund: Der Verdichter muss einen größeren Temperaturunterschied überwinden. Für die Kaufentscheidung lohnt sich deshalb der Blick auf den SCOP oder direkt auf eine JAZ-Prognose nach VDI 4650, nicht auf den günstigsten Einzelwert im Prospekt.
Welche Mindestwerte verlangt die BEG-Förderung 2026?
Die BEG-458-Förderung verlangt auch nach der Reform vom 21. Juli 2026 eine im Wärmeerzeuger-Portal (WEP) des BAFA gelistete Wärmepumpe, Mindestwerte für die Raumheizungs-Energieeffizienz ηs und eine rechnerische JAZ von mindestens 3,0. Luft-Wasser-Wärmepumpen brauchen ein ηs von mindestens 145 Prozent bei 35 °C und 125 Prozent bei 55 °C. Das entspricht einem SCOP von 3,70 bzw. 3,20. Für Sole-Wasser- und Wasser-Wasser-Wärmepumpen gelten 180 und 140 Prozent. Die JAZ-Grenze von 3,0 gilt für alle Wärmequellen. Fachbetriebe weisen sie vor dem Einbau per Rechnung nach, meist nach VDI 4650 Blatt 1.
Die Fördersätze selbst haben sich zum 21. Juli 2026 verändert:
| Förderbaustein | Höhe ab 21.07.2026 | Voraussetzung |
|---|---|---|
| Grundförderung | 30 % | Für alle förderfähigen Wärmepumpen aus dem WEP |
| Klimageschwindigkeitsbonus | 16 % (ab 01.02.2027: 12 %) | Selbstnutzende; Austausch funktionstüchtiger Öl-, Kohle-, Gasetagen- oder Nachtspeicherheizung oder ≥ 20 Jahre alter Gas- oder Biomasseheizung |
| Einkommensbonus | 40 % / 30 % / 10 % | Selbstnutzende; zu versteuerndes Einkommen bis 30.000 € / 40.000 € / 50.000 €; mit kindergeldberechtigtem minderjährigem Kind 40 % bis 40.000 € |
| Effizienzbonus | entfällt | Bis 20.07.2026 noch 5 % für natürliche Kältemittel oder Wasser, Erdreich bzw. Abwasser als Wärmequelle, seither gestrichen |
| Kombinationsdeckel | 70 % (80 % bei niedrigem Einkommen) | 80 % bis 30.000 € Einkommen bzw. 40.000 € mit Kind |
Die förderfähigen Kosten der ersten Wohneinheit sind seit dem 21.07.2026 auf 28.000 Euro begrenzt. Ab dem 01.02.2027 sinkt die Grenze auf 27.250 Euro, danach halbjährlich um 750 Euro. Der Klimageschwindigkeitsbonus sinkt im gleichen Rhythmus um 4 Prozentpunkte. Die 40.000-Euro-Grenze für 80 Prozent setzt ein kindergeldberechtigtes minderjähriges Kind voraus. Die vollständigen Antragsschritte und weitere Fördertöpfe erklärt der Beitrag zur BAFA-Förderung für Wärmepumpen.
Wie wirkt sich der COP-Wert auf die Stromkosten aus?
Für die Stromkosten zählt nicht der Labor-COP, sondern der reale Jahres-Wirkungsgrad (JAZ) der Anlage im eigenen Haus. Die folgende Beispielrechnung zeigt das für ein Einfamilienhaus mit 15.000 Kilowattstunden Jahreswärmebedarf. Sie nutzt einen Wärmepumpen-Stromtarif mit 24 Cent pro Kilowattstunde und 140 Euro Grundpreis im Jahr. Diese Werte nennt der Marktcheck der Verbraucherzentrale NRW vom 23.03.2026.
| Jahres-Wirkungsgrad (JAZ) | Stromverbrauch | Jahreskosten | Jahreskosten inkl. 140 € Grundpreis |
|---|---|---|---|
| 3,0 (unsanierter Altbau) | 5.000 kWh | 1.200 € | 1.340 € |
| 3,5 (teilsaniert) | 4.286 kWh | 1.029 € | 1.169 € |
| 4,0 (vollsaniert) | 3.750 kWh | 900 € | 1.040 € |
| 4,5 (sehr gut ausgelegt) | 3.333 kWh | 800 € | 940 € |
| 5,0 (Erdwärme, optimal) | 3.000 kWh | 720 € | 860 € |
Verbalisiert: Die Differenz zwischen JAZ 3,0 und JAZ 5,0 beträgt bei diesem Wärmebedarf 480 Euro pro Jahr. Über 15 Betriebsjahre summiert sich das auf rund 7.200 Euro. Zum Vergleich: Eine Gas-Brennwertheizung benötigt für denselben Wärmebedarf bei 95 Prozent Nutzungsgrad rund 15.789 Kilowattstunden Gas. Bei einem Neukunden-Gaspreis von 12,23 Cent pro Kilowattstunde (BDEW-Gaspreisanalyse Herbst 2026, Einfamilienhaus) ergeben sich daraus rund 1.931 Euro Jahreskosten. Das liegt über jedem der fünf Wärmepumpen-Szenarien oben, auch inklusive Grundpreis. Die genauen Gesamtkosten je Wärmepumpen-Art, inklusive Anschaffung und Wartung, zeigt der Beitrag zu Wärmepumpe-Kosten.
Was senkt den COP-Wert in der Praxis?
Eine zu hohe Vorlauftemperatur, eine falsche Dimensionierung und fehlende Wartung senken den erreichbaren COP am stärksten. Jedes Kelvin niedrigere Vorlauftemperatur verbessert die Effizienz nach Praxiserfahrung um etwa 2 bis 2,5 Prozent. Der Verdichter muss dann einen kleineren Temperaturhub überwinden. Eine überdimensionierte Anlage taktet häufiger. Sie arbeitet dadurch ineffizienter als eine passend ausgelegte. Wie die passende Anlagengröße über die Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 ermittelt wird, zeigt der Beitrag zur Dimensionierung der Wärmepumpe im Detail. Verschmutzte Lamellen am Verdampfer des Außengeräts oder ein Kältemittelverlust senken die Effizienz zusätzlich. Eine jährliche Wartung vermeidet diesen schleichenden Verlust. Welche Maßnahmen die Jahresarbeitszahl im Betrieb konkret anheben, bündelt der Beitrag zur Effizienz von Wärmepumpen. Wie eine Luft-Wasser-Wärmepumpe im Detail funktioniert und welche Faktoren dort zusätzlich die Effizienz beeinflussen, erklärt der Beitrag zur Luft-Wasser-Wärmepumpe.
Häufig gestellte Fragen zum COP-Wert
Wofür steht die Abkürzung COP?
COP steht für "Coefficient of Performance", auf Deutsch Leistungszahl. Der Begriff kommt aus der Kältetechnik und beschreibt das Verhältnis von Nutzwärme zu eingesetzter elektrischer Energie.
Ist ein COP von 8 bei einer Wärmepumpe realistisch?
Als Jahreswert nicht, als Momentwert bei milder Witterung schon. Werte um 8 entstehen bei kleinem Temperaturhub, etwa bei +7 bis +12 °C Außentemperatur und niedriger Vorlauftemperatur. Die Teillastwerte oben zeigen das: 7,88 bei +7 °C (Lambda) bzw. +12 °C (Vaillant). Über ein ganzes Jahr erreichten Luft-Wasser-Wärmepumpen im Fraunhofer-ISE-Feldtest JAZ-Werte von 2,6 bis 4,9.
Was ist der Unterschied zwischen COP und JAZ?
Der COP misst einen einzelnen Betriebspunkt im Labor nach EN 14511. Die JAZ misst die tatsächliche Effizienz einer Anlage über ein volles Betriebsjahr im eigenen Haus. Für die Kostenplanung ist die JAZ die relevante Kennzahl.
Wie berechnet man den COP-Wert?
COP = Wärmeleistung in Kilowatt geteilt durch elektrische Leistungsaufnahme in Kilowatt. Eine Anlage mit 8 Kilowatt Heizleistung bei 2 Kilowatt Stromaufnahme erreicht einen COP von 4,0.
Wie hoch ist der COP einer Wärmepumpe bei 0 Grad Außentemperatur?
Bei 0 Grad und 35 Grad Vorlauf liegt der COP aktueller Luft-Wasser-Wärmepumpen zwischen ihren Datenblattwerten für A2/W35 und A−7/W35. Bei den Beispielgeräten oben sind das 4,46 bis 5,21 (A2/W35) und 3,16 bis 3,39 (A−7/W35). Der COP sinkt mit fallender Außentemperatur. Grund: Der Temperaturunterschied zur Vorlauftemperatur wächst.
Gilt der COP auch für Gasheizungen?
Nein. Gasheizungen geben ihre Effizienz als Wirkungsgrad oder Nutzungsgrad in Prozent an, nicht als COP. Der COP ist eine Kennzahl für Wärmepumpen und Kältemaschinen.
Welche Mindest-JAZ braucht eine Wärmepumpe für die Förderung 2026?
Die BEG-458-Förderung verlangt eine rechnerische JAZ von mindestens 3,0, unabhängig von der Wärmequelle. Den Nachweis erbringt der Fachbetrieb vor dem Einbau, meist nach VDI 4650 Blatt 1. Zusätzlich muss das Gerät im Wärmeerzeuger-Portal des BAFA gelistet sein und die ηs-Mindestwerte erreichen.
Was ist ein guter SCOP-Wert?
Für Luft-Wasser-Wärmepumpen entsprechen ein SCOP von 3,70 bei 35 °C und 3,20 bei 55 °C den BEG-Mindestwerten. Die 3 Beispielgeräte erreichen laut Datenblatt 4,69 bis 6,08 bei 35 °C und 3,43 bis 4,54 bei 55 °C.
Ist ein COP von 6 realistisch?
Als Momentwert bei milder Witterung und niedrigem Vorlauf ist ein COP von 6 realistisch, als Jahreswert nicht. Die Lambda EU10L erreicht laut Datenblatt 6,02 bei A7/W35. Im Fraunhofer-ISE-Feldtest erreichten Luft-Wasser-Wärmepumpen über ein Jahr höchstens eine JAZ von 4,9.
SCOP 35 °C oder 55 °C – welcher zählt?
Es zählt der SCOP, dessen Temperatur zur Vorlauftemperatur Ihres Heizsystems passt. Für Fußbodenheizungen ist der SCOP 35 °C maßgeblich, für klassische Heizkörper eher der SCOP 55 °C. Bei der Vaillant VWL 75/6 A liegen beide Werte bei 4,69 und 3,43. Rechnerisch bedeutet das bei 15.000 kWh Wärme rund 1.175 kWh mehr Strom im 55-°C-Betrieb und bei 24 Cent je kWh 282 Euro Unterschied pro Jahr.
Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE), Feldmessung „WP-QS im Bestand“ (11/2025); Verein Deutscher Ingenieure (VDI-Richtlinie 4650 Blatt 1); DIN EN 14511; DIN EN 14825; Verordnung (EU) Nr. 813/2013, Anhang III; HP-Keymark-Zertifikat Vaillant aroTHERM plus VWL 75/6 A; HP-Keymark-Bericht Viessmann Vitocal 250-A; HP-Keymark-Zertifikat Vaillant flexoTHERM exclusive; Viessmann-Datenblatt Vitocal 250-A (07/2023); Lambda-Datenblatt Eureka EUL; Viessmann Vitocal 300-G Pro; KfW Bankengruppe (Programm 458); Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA); Richtlinie BEG EM, Technische Mindestanforderungen; Verbraucherzentrale NRW, Marktcheck Wärmepumpenstromtarife (03/2026); Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), Strompreisanalyse (10/2026) und Gaspreisanalyse (Herbst 2026).


