Wärmepumpe im Mehrfamilienhaus: Kosten, Systeme, Abrechnung 2026
Eine Wärmepumpe im Mehrfamilienhaus kostet je nach Zahl der Wohneinheiten und Heizlast rund 18.000 bis 151.000 Euro inklusive Einbau. Die KfW fördert seit dem 21.07.2026 mindestens 30 Prozent der förderfähigen Kosten, gestaffelt nach Wohneinheiten. Dieser Ratgeber zeigt Kosten für 2 bis 10 Wohnungen, zentrale und dezentrale Systeme, WEG-Beschluss, Heizkostenabrechnung und Modernisierungsumlage.
Das Wichtigste in Kürze
- Kosten Luft-Wasser inkl. Einbau: 18.000–41.000 € bei 2 WE, 64.000–151.000 € bei 10 WE (Annahme 70 m²/WE)
- Praxis- und Musterwerte: 33.700 € (4 WE, 9 kW), 50.000 € (10 WE, 22 kW), 75.000 € (Mustergebäude, 30 kW)
- Förderfähige Kosten KfW 458 seit 21.07.2026: 28.000 € 1. WE, je 15.000 € 2.–6. WE, je 8.000 € ab 7. WE
- Grundförderung: 30 % für alle; Klimageschwindigkeits- und Einkommensbonus nur für selbstgenutzte Wohneinheiten
- WEG-Beschluss: einfache Mehrheit (§ 20, § 25 WEG); alle zahlen bei mehr als 2/3 der Stimmen und der Hälfte der Anteile
- Heizkostenabrechnung: 50–70 % nach Verbrauch, WP-Strom zählt zu den Heizkosten (§ 7 HeizkostenV)
- Modernisierungsumlage: 10 % jährlich, max. 0,50 €/m² in 6 Jahren; volle Umlage nur mit JAZ ≥ 2,5 (§ 559f BGB)
- Fernablesbare Zähler: Altgeräte bis 31.12.2026 nachrüsten oder ersetzen
Was kostet eine Wärmepumpe im Mehrfamilienhaus?
Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kostet im Mehrfamilienhaus inklusive Einbau rund 18.000 bis 41.000 Euro bei 2 Wohneinheiten und 64.000 bis 151.000 Euro bei 10 Wohneinheiten. Den größten Einfluss hat die Heizlast. Die Heizlast ist die Heizleistung, die das Gebäude am kältesten Auslegungstag braucht. Die Tabelle gilt für Bestandsgebäude, Anträge bis zum 31.01.2027 und Preise ohne Förderabzug.
| Wohneinheiten (Fläche) | Heizlast | Kosten Luft-Wasser inkl. Einbau | Förderfähig max. (KfW 458) | 30 % Grundförderung bei Kostenmitte |
|---|---|---|---|---|
| 2 WE (140 m²) | 6–11 kW | 18.000–41.000 € | 43.000 € | 9.000 € |
| 3 WE (210 m²) | 8–17 kW | 25.000–59.000 € | 58.000 € | 12.600 € |
| 4 WE (280 m²) | 11–22 kW | 30.000–74.000 € | 73.000 € | 15.600 € |
| 6 WE (420 m²) | 17–34 kW | 40.000–101.000 € | 103.000 € | 21.300 € |
| 8 WE (560 m²) | 22–45 kW | 52.000–121.000 € | 119.000 € | 25.800 € |
| 10 WE (700 m²) | 28–56 kW | 64.000–151.000 € | 135.000 € | 32.400 € |
Die Tabelle zeigt: Pro Wohnung sinken die Kosten mit der Gebäudegröße deutlich. Bei 2 Wohneinheiten fallen rechnerisch bis zu 20.500 Euro je Wohnung an, bei 10 Wohneinheiten bis zu 15.100 Euro.
Die Spannen beruhen auf 3 offenen Annahmen. Erstens: 70 m² je Wohneinheit. Zweitens: 40 bis 80 Watt Heizlast je m², typisch für teil- bis gut sanierte Bestandsgebäude. Drittens: 2.300 bis 3.700 Euro je Kilowatt, abgeleitet aus 2 dokumentierten Bestandsprojekten und einem Mustergebäude der Verbraucherzentrale. Kleine Anlagen liegen am oberen Ende dieser Preisspanne, große am unteren. Nicht enthalten sind neue Heizkörper, Dämmung oder ein verstärkter Netzanschluss.
Eine Erdwärmepumpe (Sole-Wasser-Wärmepumpe) kostet mit Erdsonden in einem Beispiel etwa das 2,1-Fache. Der Sanierungssteckbrief der Verbraucherzentrale Sachsen nennt für ein Muster-Mehrfamilienhaus mit rund 30 kW Heizleistung 160.000 Euro für Erdwärme und 75.000 Euro für Luft-Wasser (Preisstand BKI 03/2024). Kosten für Einfamilienhäuser vergleicht der Ratgeber Was kostet eine Wärmepumpe mit Einbau?.
Was kosteten Wärmepumpen in realen Mehrfamilienhäusern?
2 dokumentierte Bestandsprojekte und ein Mustergebäude der Verbraucherzentrale zeigen Kosten von 33.700 bis 75.000 Euro für Luft-Wasser-Wärmepumpen mit 9 bis 30 kW. Quellen sind Praxisbeispiele des Umweltbundesamts (UBA) und ein Mustersteckbrief der Verbraucherzentrale.
| Projekt | Gebäude | Leistung | Kosten inkl. Einbau | Euro je kW |
|---|---|---|---|---|
| UBA: Kaiserslautern, Inbetriebnahme 2024 | 4 WE, Baujahr 1970, 207 m² | 9 kW | 33.700 € | 3.744 € |
| UBA: Berlin-Kreuzberg, Inbetriebnahme 2023 | 10 WE, Baujahr 1873, 910 m² | 22 kW | 50.000 € | 2.273 € |
| Verbraucherzentrale Sachsen: Mustergebäude, Preisstand 03/2024 | 6 bzw. 8 WE (Angabe uneinheitlich), 500 m² | ca. 30 kW | 75.000 € | 2.500 € |
Das Haus in Berlin-Kreuzberg erhielt 17.500 Euro Förderung. Die Vorlauftemperatur sank dort von bis zu 55 auf 45 bis 50 °C. Das Haus in Kaiserslautern läuft mit 55 °C Vorlauf statt vorher bis zu 60 °C. Beide Gebäude zeigen: Auch Altbauten mit Heizkörpern lassen sich mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe heizen. In Kaiserslautern wurden dafür die Heizkörper getauscht, in Berlin bleibt vorerst ein Gaskessel für Spitzenlast und Warmwasser in Betrieb.
Ist eine Wärmepumpe für ein Mehrfamilienhaus im Altbau geeignet?
Ja, laut Techem-Atlas 2026 eignen sich rund 40 Prozent der Heizungsanlagen in Mehrfamilienhäusern ohne Heizkörpertausch für Niedertemperatur-Heizsysteme wie Wärmepumpen, mit Heizkörpertausch rund 80 Prozent. Techem ist ein Messdienstleister für Heizkostenabrechnungen. Die Auswertung umfasst rund 94.000 Mehrfamilienhäuser mit etwa 1,1 Millionen Wohnungen. Mit zusätzlichen Niedertemperatur-Heizkörpern steigt der Anteil auf rund 90 Prozent.
Entscheidend ist die Vorlauftemperatur. Das ist die Temperatur des Heizwassers, das zu den Heizkörpern fließt. Die Verbraucherzentrale Hamburg empfiehlt für einen wirtschaftlichen Betrieb weniger als 55 °C. Größere Heizflächen erlauben niedrigere Temperaturen. Welche Modelle sich eignen, zeigt der Ratgeber Heizkörper für Wärmepumpen.
Der Dämmstandard bestimmt die Heizlast und damit Größe und Preis der Anlage. Unsanierte Häuser brauchen oft zuerst Maßnahmen an Dach, Fenstern oder Heizflächen. Den Ablauf im Bestand beschreibt der Ratgeber Wärmepumpe im Altbau.
Zentrale oder dezentrale Wärmepumpe: Welches System passt zum Mehrfamilienhaus?
Eine zentrale Wärmepumpe versorgt das ganze Gebäude über ein gemeinsames Heiznetz, eine dezentrale Lösung beheizt jede Wohnung mit einem eigenen Gerät. Beide Konzepte unterscheiden sich bei Kosten, Abrechnung und Platzbedarf.
| Merkmal | Zentrale Wärmepumpe | Dezentrale Wärmepumpe |
|---|---|---|
| Geräteanzahl | 1 Anlage oder Kaskade für das Gebäude | 1 Gerät je Wohnung |
| Kosten je kW | Niedriger durch Skaleneffekt | Höher, viele kleine Geräte |
| Warmwasser | Zentral oder über Wohnungsstationen | Je Wohnung separat |
| Abrechnung | Wärmemengenzähler nach HeizkostenV | Eigener Stromzähler der Wohnung |
| Abstimmung | WEG-Beschluss für das Gemeinschaftseigentum | Je Wohnung, Außengeräte meist trotzdem WEG-Thema |
Zentrale Anlagen sparen Investitionskosten je Kilowatt. Dezentrale Geräte vereinfachen die Abrechnung, weil jede Wohnung ihren Strom selbst bezahlt.
Wann lohnt sich eine zentrale Wärmepumpe?
Eine zentrale Wärmepumpe lohnt sich, wenn das Haus bereits eine Zentralheizung mit Heizkörpern in allen Wohnungen hat. Das vorhandene Rohrnetz bleibt dann weitgehend erhalten. Die Anlage braucht einen Technikraum für Pufferspeicher und Warmwasserbereitung. Ein Pufferspeicher ist ein Wassertank, der Wärme zwischenspeichert und die Laufzeiten der Wärmepumpe verlängert.
Wann lohnt sich eine dezentrale Lösung?
Eine dezentrale Lösung lohnt sich, wenn jede Wohnung bisher eine eigene Gasetagenheizung hat. Ein zentrales Rohrnetz fehlt in diesem Fall. Jede Wohnung erhält dann eine eigene kleine Wärmepumpe mit Außen- oder Innengerät. Die Bewohnerinnen und Bewohner zahlen den Strom direkt über ihren Wohnungszähler. Der Nachteil ist der Platzbedarf: Viele Außengeräte brauchen Stellflächen an Fassade, Balkon oder Dach.
Welche Wärmepumpen-Arten kommen im Mehrfamilienhaus infrage?
Im Mehrfamilienhaus kommen 3 Wärmepumpen-Arten infrage: Luft-Wasser-, Sole-Wasser- und Wasser-Wasser-Wärmepumpen. Für größere Leistungen kombinieren Fachbetriebe mehrere Geräte zu einer Kaskade.
| Wärmepumpen-Art | Wärmequelle | Feldtest-JAZ (Fraunhofer ISE) | Aufwand im Bestand |
|---|---|---|---|
| Luft-Wasser | Außenluft | Ø 3,4 | Gering, Außengerät nötig |
| Sole-Wasser (Erdwärme) | Erdreich über Sonden | Ø 4,3 | Hoch, Bohrung nötig |
| Wasser-Wasser | Grundwasser | Keine Feldtest-Werte | Hoch, wasserrechtliche Erlaubnis |
Die Jahresarbeitszahl (JAZ) beschreibt das Verhältnis von erzeugter Wärme zu verbrauchtem Strom über ein Jahr. Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) veröffentlichte die Werte 2025 aus einem mehrjährigen Feldtest in Bestandsgebäuden, überwiegend Einfamilienhäusern. Im UBA-Projekt Willich mit 12 Wohneinheiten erreichte eine Hybrid-Wärmepumpe 2023 eine JAZ von 2,76.
Eine Kaskade verbindet 2 oder mehr Wärmepumpen zu einer Anlage. Bei geringem Bedarf läuft nur 1 Gerät, bei Frost arbeiten alle. Fällt ein Gerät aus, heizen die übrigen weiter. Details zur Regelung erklärt der Ratgeber Wärmepumpen-Kaskadenschaltung.
Wie groß muss eine Wärmepumpe im Mehrfamilienhaus sein?
Die Heizlast liegt bei 70 m² je Wohnung typischerweise bei rund 3 bis 6 kW je Wohneinheit, hinzu kommt ein Zuschlag für Warmwasser. Diese Spanne entspricht 40 bis 80 Watt je m². Gut gedämmte Häuser liegen darunter. Das 2004 gedämmte UBA-Haus in Berlin kommt mit rund 24 Watt Wärmepumpenleistung je m² aus, nutzt aber vorerst noch einen Gaskessel für Spitzenlast und Warmwasser. Verlässlich ist nur eine raumweise Berechnung nach DIN EN 12831. Wie sie abläuft, erklärt der Ratgeber zur Heizlastberechnung.
Warmwasser stellt im Mehrfamilienhaus höhere Anforderungen als im Einfamilienhaus. Große Anlagen müssen vor Legionellen geschützt sein. Legionellen sind Bakterien, die sich in lauwarmem Trinkwasser vermehren. Das Umweltbundesamt schreibt: „Das Umweltbundesamt empfiehlt ein Temperaturniveau von durchgängig über 55 °C.“ Für Großanlagen verlangt das DVGW-Arbeitsblatt W 551 mindestens 60 °C am Speicheraustritt.
Als Großanlage gilt ein Trinkwasserspeicher ab 400 Litern. Dasselbe gilt für mehr als 3 Liter Leitungsinhalt bis zur Zapfstelle. Hohe Warmwassertemperaturen kosten Effizienz. In einem vom UBA zitierten Beispiel für ein Einfamilienhaus sinkt die JAZ für Warmwasser von 3,22 bei 48 °C auf 2,19 bei 60 °C mit Zirkulation.
Frischwasserstationen lösen diesen Zielkonflikt. Sie erwärmen Trinkwasser erst bei Bedarf über einen Wärmetauscher. Im UBA-Projekt Kaiserslautern gehört eine Frischwasserstation zu den Maßnahmen. Wohnungsstationen erlauben laut UBA oft die Einstufung als Kleinanlage und damit niedrigere Temperaturen.
Reicht eine Wärmepumpe für ein Zweifamilienhaus mit 2 Wohnungen?
Ja, eine einzige Wärmepumpe kann 2 Wohnungen mit Heizwärme und Warmwasser versorgen. Bei 140 m² Wohnfläche reicht meist eine Leistung von 6 bis 11 kW. Die Kosten liegen bei rund 18.000 bis 41.000 Euro inklusive Einbau.
Die KfW berücksichtigt im Zweifamilienhaus bis zu 43.000 Euro förderfähige Kosten. Davon entfallen 28.000 Euro auf die 1. und 15.000 Euro auf die 2. Wohneinheit. Ein Rechenbeispiel mit 38.000 Euro Kosten: Die KfW verteilt die Kosten gleichmäßig, also 19.000 Euro je Wohnung. Die vermietete Wohnung erhält 30 Prozent Grundförderung, also 5.700 Euro. Die selbstgenutzte Wohnung erhält mit Klimageschwindigkeitsbonus 46 Prozent, also 8.740 Euro. Der Zuschuss beträgt zusammen 14.440 Euro.
Für die Abrechnung gilt eine Sonderregel. Die Heizkostenverordnung (HeizkostenV) gilt nach § 2 nicht zwingend „bei Gebäuden mit nicht mehr als zwei Wohnungen, von denen eine der Vermieter selbst bewohnt“. Vermietende und Mietende können dann vertraglich eine eigene Regel vereinbaren.
Braucht die Eigentümergemeinschaft für den Einbau Einstimmigkeit?
Nein, seit Inkrafttreten der WEG-Reform am 01.12.2020 reicht die einfache Mehrheit der abgegebenen Stimmen. Eine Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) ist die Gemeinschaft aller Eigentümerinnen und Eigentümer eines aufgeteilten Hauses. Der Einbau einer Wärmepumpe ist eine bauliche Veränderung nach § 20 Abs. 1 Wohnungseigentumsgesetz (WEG). Über sie entscheidet nach § 25 Abs. 1 WEG die Mehrheit der abgegebenen Stimmen.
Eine Wärmepumpe gehört nicht zu den privilegierten Maßnahmen nach § 20 Abs. 2 WEG. Dort stehen 5 Fälle: barrierefreier Umbau, Laden von Elektrofahrzeugen, Einbruchsschutz, schneller Internetanschluss und Steckersolargeräte. Ein einzelner Eigentümer kann eine Wärmepumpe deshalb nicht allein durchsetzen.
Wer trägt die Kosten, wenn nicht alle zustimmen?
Alle Eigentümer zahlen anteilig, wenn mehr als zwei Drittel der abgegebenen Stimmen und mehr als die Hälfte aller Miteigentumsanteile zustimmen. § 21 Abs. 2 WEG nennt die Ausnahme: Alle zahlen nicht, wenn die Maßnahme „mit unverhältnismäßigen Kosten verbunden“ ist. Amortisieren sich die Kosten innerhalb eines angemessenen Zeitraums, zahlen ebenfalls alle. Ohne diese Schwellen zahlen nach § 21 Abs. 3 WEG nur die Zustimmenden. Nur ihnen gehören dann auch die Nutzungen.
Wie wird eine Wärmepumpe im Mehrfamilienhaus abgerechnet?
Eine zentrale Wärmepumpe wird nach der Heizkostenverordnung abgerechnet: 50 bis 70 Prozent der Kosten nach erfasstem Verbrauch, der Rest nach Wohnfläche. § 7 Abs. 2 HeizkostenV zählt die Kosten „des zur Wärmeerzeugung verbrauchten Stroms“ ausdrücklich zu den Heizkosten.
Seit dem 01.10.2024 gilt die verbrauchsabhängige Abrechnung auch für Häuser mit Wärmepumpe. Die frühere Ausnahme ist entfallen. Bestehende Anlagen mussten bis zum 30.09.2025 mit Verbrauchserfassung ausgestattet sein. Rechnet der Vermieter nicht verbrauchsabhängig ab, darf die Mieterin oder der Mieter ihren Anteil um 15 Prozent kürzen.
Die Wärmepumpe braucht einen eigenen Stromzähler. Den Warmwasser-Anteil erfasst ein Wärmemengenzähler, die Aufteilung regelt § 9 HeizkostenV. Für die Abrechnung zählen nur geeichte Zähler. Werte aus dem Display der Wärmepumpe reichen laut Messdienstleister ista nicht aus.
Direkte oder indirekte Verbrauchsmessung: Was ist der Unterschied?
Die direkte Messung erfasst den Wärmeverbrauch jeder Wohnung mit einem eigenen Wärmemengenzähler, die indirekte Messung schätzt ihn über Heizkostenverteiler an den Heizkörpern. Wärmemengenzähler kosten mehr, liefern aber genauere Werte. Heizkostenverteiler sind kleine Geräte am Heizkörper, die Wärmeabgabe relativ erfassen.
Seit dem 01.12.2021 müssen neu eingebaute Zähler fernablesbar sein. Ältere Geräte müssen bis zum 31.12.2026 nachgerüstet oder ersetzt werden.
Wie sieht ein Muster für die Heizkostenabrechnung mit Wärmepumpe aus?
Im Muster zahlt eine 90-m²-Wohnung in einem Haus mit 6 Wohnungen 1.356 Euro Heiz- und Warmwasserkosten pro Jahr, also 113 Euro im Monat. Das Haus hat 450 m² Wohnfläche und braucht 51.000 kWh Wärme. Die Wärmepumpe erreicht eine angenommene JAZ von 3,0 und verbraucht 17.000 kWh Strom. Bei 37,3 Cent je kWh kostet das 6.341 Euro. Wartung und Messdienst kosten im Beispiel 900 Euro. Die Gesamtkosten betragen 7.241 Euro.
Der Wärmemengenzähler weist 11,8 Prozent der Wärme dem Warmwasser zu. Das sind 852 Euro, auf die Heizung entfallen 6.389 Euro. Beide Blöcke werden 60 zu 40 nach Verbrauch und Fläche verteilt. Die Musterwohnung hat 20 Prozent der Fläche. Sie verbraucht 18 Prozent der Heizwärme und 17 Prozent des Warmwassers.
| Kostenanteil | Berechnung | Betrag |
|---|---|---|
| Heizung nach Verbrauch | 18 % von 3.833 € | 690 € |
| Heizung nach Fläche | 20 % von 2.556 € | 511 € |
| Warmwasser nach Verbrauch | 17 % von 511 € | 87 € |
| Warmwasser nach Fläche | 20 % von 341 € | 68 € |
| Summe Musterwohnung | Jahreskosten | 1.356 € |
Der verbrauchsabhängige Heizanteil ist mit 690 Euro der größte Posten.
Wie viel Förderung gibt es für Wärmepumpen im Mehrfamilienhaus?
Die KfW fördert Wärmepumpen im Mehrfamilienhaus seit dem 21.07.2026 mit mindestens 30 Prozent der förderfähigen Kosten, gestaffelt nach Wohneinheiten. Förderfähig sind bis zu 28.000 Euro für die 1., je 15.000 Euro für die 2. bis 6. und je 8.000 Euro ab der 7. Wohneinheit. Das Programm heißt KfW 458 „Heizungsförderung für Privatpersonen – Wohngebäude“. Die KfW ist die Förderbank des Bundes. Für die 1. Wohneinheit sinkt der Höchstbetrag ab dem 01.02.2027 auf 27.250 Euro.
| Förderbaustein | Höhe seit 21.07.2026 | Wer erhält ihn? |
|---|---|---|
| Grundförderung | 30 % | Alle Antragstellenden, auch Vermietende |
| Klimageschwindigkeitsbonus | 16 %, ab 01.02.2027 12 % | Nur selbstgenutzte Wohneinheit, Ersatz einer Öl-, Kohle-, Gasetagen- oder Nachtspeicherheizung oder einer mindestens 20 Jahre alten Gasheizung |
| Einkommensbonus | 40 / 30 / 10 % | Nur selbstgenutzte Wohneinheit, zvE bis 30.000 / 40.000 / 50.000 € |
| Obergrenze | 70 % | Alle |
| Obergrenze erhöht | 80 % | Nur selbstgenutzte Wohneinheit, zvE bis 30.000 €, mit kindergeldberechtigtem Kind unter 18 bis 40.000 € |
Die Tabelle zeigt: Vermietete Wohnungen erhalten nur die Grundförderung. Die Boni gelten ausschließlich für die selbstgenutzte Wohneinheit. Das zvE ist das zu versteuernde Einkommen des Haushalts, gemittelt über das 2. und 3. Jahr vor der Antragstellung. Mit mindestens einem kindergeldberechtigten Kind unter 18 Jahren steigen die Einkommensgrenzen um 10.000 Euro.
Ein Rechenbeispiel für einen Mischfall: Ein Haus hat 6 Wohneinheiten, die Eigentümerin wohnt in einer davon. Die Wärmepumpe kostet 90.000 Euro und ersetzt eine 25 Jahre alte Gasheizung. Die KfW verteilt die Kosten gleichmäßig, also 15.000 Euro je Wohnung.
| Fall (Einkommen der Eigentümerin) | Satz eigene Wohnung | Zuschuss eigene Wohnung | Zuschuss gesamt |
|---|---|---|---|
| Kein Einkommensbonus | 46 % | 6.900 € | 29.400 € |
| zvE bis 40.000 € (76 % → Deckel 70 %) | 70 % | 10.500 € | 33.000 € |
| zvE bis 30.000 € (86 % → Deckel 80 %) | 80 % | 12.000 € | 34.500 € |
Die 5 vermieteten Wohnungen bringen in jedem Fall 22.500 Euro Grundförderung. Die Boni der eigenen Wohnung erhöhen den Zuschuss um höchstens 7.500 Euro. Die Förderquote steigt damit von 30 auf maximal 38,3 Prozent.
In einer WEG stellt die Verwaltung den Basisantrag für die Grundförderung. Selbstnutzende Eigentümer stellen für ihre Boni einen Zusatzantrag. Er muss spätestens 6 Monate nach der Zusage zum Basisantrag eingehen. Wohnungsunternehmen in Form einer GmbH nutzen statt 458 das KfW-Programm 459. Ihren möglichen Zuschuss können Sie mit dem KfW-Förderrechner für Wärmepumpen prüfen. Alle Bedingungen und den Antrag erklärt der Ratgeber zur KfW-Förderung für Wärmepumpen.
Können Vermieter die Kosten der Wärmepumpe auf die Miete umlegen?
Ja, Vermietende dürfen nach § 559e BGB jährlich 10 Prozent der Kosten umlegen, die Miete steigt aber höchstens um 0,50 Euro je m² innerhalb von 6 Jahren. Voraussetzung ist, dass sie Fördermittel in Anspruch nehmen. Diese Drittmittel ziehen sie vorher von den Kosten ab. Ohne Förderung gilt § 559 BGB mit 8 Prozent. Auch dann begrenzt § 559 Abs. 3a BGB die Erhöhung beim Heizungseinbau auf 0,50 Euro je m².
Seit dem 29.07.2026 gilt zusätzlich § 559f BGB. Vermietende dürfen die Kosten nur voll ansetzen, wenn ein Fachbetrieb eine JAZ von mindestens 2,5 nachweist. Grundlage ist die Berechnung nach VDI 4650 Blatt 1 vor der Inbetriebnahme. Fehlt der Nachweis, zählt nur die Hälfte der Kosten. Ausgenommen sind unter anderem Häuser, die mit höchstens 55 °C Vorlauftemperatur auskommen.
Ein Rechenbeispiel: 6 gleich große Wohnungen à 75 m², Kosten 90.000 Euro, Förderung 27.000 Euro. § 559e Abs. 2 BGB zieht pauschal 15 Prozent als Erhaltungsanteil ab, hier 13.500 Euro. Umlagefähig bleiben 49.500 Euro, also 8.250 Euro je Wohnung. 10 Prozent davon ergeben 825 Euro im Jahr oder 68,75 Euro im Monat. Die Kappung erlaubt aber nur 37,50 Euro im Monat. In diesem Beispiel begrenzt also die Kappung die Mieterhöhung, nicht der Prozentsatz. Das Rechenbeispiel setzt den JAZ-Nachweis nach § 559f BGB voraus. Weitere Pflichten beschreibt der Ratgeber Energetische Sanierung als Vermieter.
Welche baulichen Herausforderungen gibt es bei der Installation?
Die 3 größten Herausforderungen sind der Aufstellort, der Schallschutz und der Netzanschluss.
Der Aufstellort betrifft vor allem Luft-Wasser-Wärmepumpen mit Außengerät. Infrage kommen Garten, Innenhof oder Flachdach. Das Außengerät braucht Abstand zu Fenstern von Schlafräumen.
Für den Schallschutz gilt die Technische Anleitung zum Schutz gegen Lärm (TA Lärm). Im allgemeinen Wohngebiet liegt der Richtwert bei 55 dB(A) tagsüber und 40 dB(A) nachts. Im reinen Wohngebiet gelten 50 und 35 dB(A). Die Nachtzeit dauert von 22 bis 6 Uhr. Mehrere Außengeräte addieren sich am Messpunkt zu einem höheren Gesamtpegel.
Der Netzanschluss folgt § 14a Energiewirtschaftsgesetz (EnWG). Neu angeschlossene Wärmepumpen über 4,2 kW gelten seit dem 01.01.2024 als steuerbare Verbrauchseinrichtungen. Der Netzbetreiber darf ihren Anschluss nicht wegen möglicher Netzüberlastung ablehnen. Er darf die Leistung bei Netzengpässen vorübergehend dimmen, grundsätzlich auf eine Mindestleistung von 4,2 kW. Die Bundesnetzagentur betont: „Diese Mindestleistung muss immer zur Verfügung stehen“. Für Kaskaden über 11 kW gilt ein höherer Mindestwert, aktuell das 0,4-Fache der Anschlussleistung.
Ein hydraulischer Abgleich ist Pflicht für die KfW-Förderung. Er verteilt das Heizwasser gleichmäßig auf alle Heizkörper und Steigstränge.
Wie hoch ist der Stromverbrauch einer Wärmepumpe im Mehrfamilienhaus?
Ein Haus mit 6 Wohnungen und 450 m² verbraucht bei 51.000 kWh Wärmebedarf rund 15.000 bis 18.200 kWh Strom im Jahr. Der Wärmebedarf setzt sich im Beispiel aus 45.000 kWh Heizwärme und 6.000 kWh Warmwasser zusammen. Der durchschnittliche Haushaltsstrompreis beträgt laut BDEW-Strompreisanalyse vom Oktober 2026 37,3 Cent je kWh.
| JAZ | Stromverbrauch pro Jahr | Stromkosten pro Jahr | Je Wohnung |
|---|---|---|---|
| 2,8 | 18.214 kWh | 6.794 € | 1.132 € |
| 3,0 | 17.000 kWh | 6.341 € | 1.057 € |
| 3,4 | 15.000 kWh | 5.595 € | 933 € |
Eine höhere JAZ spart im Beispiel bis zu 1.199 Euro Stromkosten im Jahr. Den Verbrauch für Ihr Gebäude können Sie mit dem Stromverbrauchs-Rechner für Wärmepumpen abschätzen.
Im Vergleich der Energieträger schneidet die Wärmepumpe günstig ab. Laut Techem-Atlas 2026 kostete Raumwärme in Mehrfamilienhäusern 2025 mit Wärmepumpe rund 8,80 Euro je m². Mit Erdgas waren es 13,92 Euro je m², mit Fernwärme 16,02 Euro je m².
Häufige Fragen zur Wärmepumpe im Mehrfamilienhaus
Gibt es Wärmepumpen für Mehrfamilienhäuser?
Ja, Hersteller bieten Luft-Wasser- und Sole-Wasser-Wärmepumpen mit Leistungen für ganze Mehrfamilienhäuser an. Für höhere Leistungen koppeln Fachbetriebe mehrere Geräte zu einer Kaskade. Das UBA dokumentiert Beispiele mit 4 bis 12 Wohneinheiten.
Wie viele Wärmepumpen braucht ein Mehrfamilienhaus?
Ein Mehrfamilienhaus braucht bei zentraler Versorgung 1 Wärmepumpe oder eine Kaskade aus mehreren Geräten, bei dezentraler Versorgung 1 Gerät je Wohnung. Die Anzahl hängt von Heizlast und Platz ab.
Was ändert sich für Mietende mit einer Wärmepumpe?
Mietende zahlen den Strom der Wärmepumpe über die Heizkostenabrechnung, verbrauchsabhängig nach HeizkostenV. Die Modernisierungsumlage ist auf 0,50 Euro je m² in 6 Jahren begrenzt. Fehlt die verbrauchsabhängige Abrechnung, dürfen Mietende ihren Anteil um 15 Prozent kürzen.
Muss eine alte Heizung im Mehrfamilienhaus jetzt ersetzt werden?
Nein, seit Inkrafttreten des Gebäudemodernisierungsgesetzes (GModG) am 29.07.2026 gibt es keine 65-Prozent-Pflicht für neue Heizungen mehr. Wer neu eine Gas- oder Ölheizung einbaut, muss ab 2029 steigende Bioanteile nach § 43 GModG nutzen. Für Wärmepumpen gilt diese Biotreppe nicht.
Lohnt sich Erdwärme im Mehrfamilienhaus?
Erdwärme arbeitet effizienter, kostet mit Erdsonden im Beispiel der Verbraucherzentrale aber etwa doppelt so viel wie Luft-Wasser. Fraunhofer ISE maß eine JAZ von 4,3 für Sole-Wasser gegenüber 3,4 für Luft-Wasser.
KfW – Heizungsförderung für Privatpersonen Wohngebäude (458), Infografik Anpassungen Juli 2026; Wohnungseigentumsgesetz (WEG) §§ 20, 21, 25; Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) §§ 559, 559e, 559f; Heizkostenverordnung (HeizkostenV) §§ 2, 7, 9, 12; Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG); Umweltbundesamt – Praxisbeispiele Wärmepumpe im Mehrfamilienhaus (Berlin-Kreuzberg, Kaiserslautern, Willich); Umweltbundesamt – Factsheet Trinkwarmwasserkonzepte (11/2023); DVGW-Arbeitsblatt W 551; Verbraucherzentrale – Sanierungssteckbrief Mehrfamilienhaus; Verbraucherzentrale Hamburg – Mehrfamilienhäuser klimafreundlich heizen (2025); Techem – Atlas für Energie, Wärme und Wasser 2026; Fraunhofer ISE – Wärmepumpen im Bestand (2025); Bundesnetzagentur – Integration steuerbarer Verbrauchseinrichtungen (§ 14a EnWG); TA Lärm; BDEW – Strompreisanalyse Oktober 2026; ista – Heizkostenabrechnung Wärmepumpe.


