Max Nestler
October 19, 2026
Lesezeit
15
Minuten
Energetische Sanierung
Förderung & Service

Energieeffizienzklassen für Häuser 2026: A+ bis H mit Tabelle

Die Energieeffizienzklasse ordnet ein Wohnhaus nach seinem Endenergiebedarf oder -verbrauch in eine Skala von A+ bis H ein. Grundlage sind feste Grenzwerte in Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr aus Anlage 10 des Gebäudemodernisierungsgesetzes (GModG). Dieser Ratgeber zeigt alle 9 Klassen mit Einordnung und Energiekosten, erklärt die Klassen D bis H einzeln und rechnet vor, wie viele Klassen eine Sanierung bringt.

Inhaltsverzeichnis
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Das Wichtigste in Kürze

  • 9 Klassen nach Anlage 10 GModG: A+ bis 30 kWh/(m²·a), D bis 130, F bis 200, H über 250.
  • Maßgeblich ist allein die Endenergie pro m² Gebäudenutzfläche, Umweltwärme der Wärmepumpe zählt nicht.
  • Der Durchschnitt der Wohngebäude liegt bei rund 150 kWh/(m²·a), also Klasse E (Verbraucherzentrale, 11.08.2026).
  • Angebotspreise gegenüber Klasse D laut immowelt (03/2026): F −7 %, G −10 %, H −17 %, A+ +15 %.
  • 42watt-Rechenbeispiel: Dämmung F → D, Wärmepumpe F → B, beides F → A – die Wärmepumpe bringt 2 Klassen mehr, spart im Betrieb aber nur rund 320 € mehr pro Jahr.
  • Bedarfs- und Verbrauchsausweis liegen bei Altbauten oft 1 bis 2 Klassen auseinander (Prebound-Effekt).
  • Keine Sanierungspflicht wegen der Klasse; das Betriebsverbot für 30 Jahre alte Kessel ist seit 29.07.2026 gestrichen.
  • EU-Skala A–G gilt ab 01.01.2027 nur für Nichtwohngebäude, Wohnhäuser behalten vorerst A+ bis H.

Welche Energieeffizienzklassen gibt es für Häuser?

Für Wohngebäude gibt es 9 Energieeffizienzklassen: von A+ mit höchstens 30 kWh/(m²·a) bis H mit mehr als 250 kWh/(m²·a). Die Grenzwerte stehen in Anlage 10 zu § 86 GModG. So heißt das Gebäudeenergiegesetz (GEG) seit dem 29.07.2026. Die Grenzwerte selbst sind unverändert. Maßgeblich ist die Endenergie pro Quadratmeter Gebäudenutzfläche und Jahr. Die Gebäudenutzfläche ist eine Rechenfläche, die meist größer ist als die Wohnfläche.

KlasseEndenergie in kWh/(m²·a)EinordnungTypischer Zustand im BestandGaskosten pro Jahr bei 150 m²*
A+bis 30sehr gutselten, nur nach Vollsanierung mit Wärmepumpebis 600 €
Aüber 30 bis 50sehr gutgedämmte Hülle plus Wärmepumpe600 bis 990 €
Büber 50 bis 75gutAltbau mit Wärmepumpe, auch ohne Volldämmung990 bis 1.490 €
Cüber 75 bis 100gutumfassend gedämmt, Gas- oder Ölkessel1.490 bis 1.990 €
Düber 100 bis 130leicht besser als der SchnittDach und Fassade gedämmt, Gaskessel1.990 bis 2.580 €
Eüber 130 bis 160Durchschnittteilmodernisierter Altbau2.580 bis 3.180 €
Füber 160 bis 200unterdurchschnittlichwenig modernisiert, fossile Heizung3.180 bis 3.970 €
Güber 200 bis 250schlechtunsaniertes Einfamilienhaus3.970 bis 4.970 €
Hüber 250sehr schlechtunsaniert, hohe Wärmeverlusteüber 4.970 €

*42watt-Rechenbeispiel: 150 m² Gebäudenutzfläche, Erdgas zu 11,93 ct/kWh (BDEW-Durchschnitt Einfamilienhaus, Stand 08/2026). Gas wird nach Brennwert abgerechnet, der Energieausweis rechnet mit dem Heizwert: Jede kWh im Ausweis entspricht rund 1,11 kWh auf der Gasrechnung.

Kurz eingeordnet: Der Durchschnitt der Wohngebäude in Deutschland liegt laut Verbraucherzentrale bei rund 150 kWh/(m²·a) und damit in Klasse E (Stand 11.08.2026). Der dena-Gebäudereport 2026 nennt 149 kWh pro m² Wohnfläche im Jahr 2024, klimabereinigt. Weil die Klassen auf die größere Gebäudenutzfläche bezogen sind, lässt sich dieser Wert nicht direkt auf die Skala übertragen. Die Spalte „Typischer Zustand“ ist eine Einordnung aus diesen Daten und dem Rechenbeispiel weiter unten, keine amtliche Zuordnung. Die Kostenspalte gilt nur für Gas. Mit Wärmepumpe sinkt die Endenergie stark, jede Kilowattstunde Strom kostet aber rund doppelt so viel.

Welche Energieeffizienzklasse ist gut, welche schlecht?

Alles ab Klasse D aufwärts ist besser als der Durchschnitt, ab Klasse F liegt ein Haus darunter. Die Verbraucherzentrale formuliert die Faustregel so: „Je höher der Kennwert ausfällt, desto schlechter ist der energetische Zustand des Gebäudes.“ Eine gesetzliche Mindestklasse für bestehende Häuser gibt es nicht. Für Bestandshäuser sind die Klassen B oder C ein realistisches Ziel. Das gelingt zum Beispiel mit einer Wärmepumpe, allein oder kombiniert mit Dämmung. Mit dem EU-Energielabel für Kühlschränke und andere Haushaltsgeräte hat die Gebäudeskala nichts zu tun.

Was bedeuten die Energieeffizienzklassen D, E, F, G und H?

Die Klassen D bis H decken den Großteil der älteren Einfamilienhäuser ab. Laut einer immowelt-Auswertung der Inserate aus 2023 lagen 50,4 % der angebotenen Einfamilienhäuser in den Klassen F, G oder H, 20 % allein in H. Die Preiseffekte unten stammen aus einer bereinigten immowelt-Analyse vom 19.03.2026. Sie vergleicht Häuser gleichen Baujahrs mit einem Referenzhaus der Klasse D.

Was bedeutet Energieeffizienzklasse D?

Klasse D bedeutet einen Endenergiebedarf über 100 bis 130 kWh/(m²·a) und liegt leicht besser als der Durchschnitt. Typisch ist ein Altbau mit gedämmtem Dach und gedämmter Fassade, der weiter mit Gas heizt. Bei 150 m² kostet das Gas im Jahr 1.990 bis 2.580 €. In der immowelt-Analyse ist D die Referenzklasse. Mit einer Wärmepumpe springt ein solches Haus im Rechenbeispiel bis in Klasse A.

Was bedeutet Energieeffizienzklasse E?

Klasse E bedeutet über 130 bis 160 kWh/(m²·a) und entspricht dem Durchschnitt der deutschen Wohngebäude. Laut Verbraucherzentrale liegen Mehrparteienhäuser im Schnitt in Klasse E. Einfamilienhäuser mit durchschnittlichem Verbrauch liegen in E oder F. Die Gaskosten betragen bei 150 m² rund 2.580 bis 3.180 € im Jahr. Häuser der Klasse E werden laut immowelt im Schnitt 4 % günstiger angeboten als Häuser der Klasse D.

Was bedeutet Energieeffizienzklasse F?

Klasse F bedeutet über 160 bis 200 kWh/(m²·a) und liegt damit unter dem Durchschnitt, ist aber kein Sanierungsfall per Gesetz. Ein typischer Fall ist das Haus aus dem Rechenbeispiel: Baujahr um 1968, wenig modernisiert, Gasheizung. Die Gaskosten liegen bei 150 m² bei 3.180 bis 3.970 € im Jahr. immowelt beziffert den Angebotspreis-Abschlag auf 7 % gegenüber Klasse D. Laut ImmoScout24 lagen im 2. Quartal 2024 11 % aller Inserate in Klasse F.

Klasse F hat 2 praktische Folgen. Erstens fördert die KfW den Kauf solcher Häuser durch Familien mit dem Programm Jung kauft Alt (KfW 308). Voraussetzung ist laut Merkblatt (Stand 08/2026) Klasse F, G oder H. Das Haus muss innerhalb von 54 Monaten ab Zusage mindestens auf Effizienzhaus 85 EE saniert werden, alternativ sind die im Merkblatt genannten Einzelmaßnahmen Pflicht. Zweitens ist der Sprung nach oben groß: Im Rechenbeispiel wird aus F mit einer Wärmepumpe Klasse B.

Was bedeutet Energieeffizienzklasse G?

Klasse G bedeutet über 200 bis 250 kWh/(m²·a) und gilt als schlechter energetischer Zustand. Laut Verbraucherzentrale liegen unsanierte Einfamilienhäuser über 200 kWh/(m²·a), also in G oder H. Bei 150 m² kostet das Gas 3.970 bis 4.970 € im Jahr. Der Angebotspreis liegt laut immowelt rund 10 % unter Klasse D. ImmoScout24 zählte im 2. Quartal 2024 7 % der Inserate in Klasse G. Für Vermietende hat G eine rechtliche Bedeutung: Bei der Kostenteilung für neue Gas- und Ölheizungen ab 2028 zählt Klasse G oder H zu den Kriterien für eine Härtefall-Ausnahme.

Was bedeutet Energieeffizienzklasse H?

Klasse H bedeutet mehr als 250 kWh/(m²·a) und ist die unterste Klasse der Skala. Die Gaskosten liegen bei 150 m² über 4.970 € im Jahr. Häuser der Klasse H werden laut immowelt im Schnitt 17 % günstiger angeboten als Häuser der Klasse D. ImmoScout24 zählte im 2. Quartal 2024 9 % der Inserate in H, 2 Jahre zuvor waren es 6 %. Für die Förderung ist H ein Vorteil. Ein Bedarfsausweis der Klasse H macht ein Haus zum Worst Performing Building. So nennt die Förderung Gebäude mit sehr hohem Energiebedarf. Beim Effizienzhaus-Kredit KfW 261 gibt es dafür ab der Stufe Effizienzhaus 70 EE 10 Prozentpunkte mehr Tilgungszuschuss.

Was bedeuten die Klassen A+ bis C?

Die Klassen A+ bis C stehen für einen niedrigen Endenergiebedarf bis 100 kWh/(m²·a). Altbauten erreichen sie meist nur mit Wärmepumpe oder umfassender Dämmung. Der Preisaufschlag gegenüber Klasse D beträgt laut immowelt 1 % für C, 4 % für B, 7 % für A und 15 % für A+.

Wie wird die Energieeffizienzklasse eines Hauses berechnet?

Die Energieeffizienzklasse ergibt sich direkt aus der Endenergie pro Quadratmeter Gebäudenutzfläche und Jahr. § 86 Abs. 2 GModG formuliert es so: Die Klassen „ergeben sich unmittelbar aus dem Endenergieverbrauch oder Endenergiebedarf.“ Endenergie ist die Energie, die am Haus ankommt und bezahlt wird: Gas, Heizöl, Holz, Fernwärme oder Strom. Erfasst werden Heizung und Warmwasser, im Bedarfsausweis auch Hilfsenergie, etwa für Pumpen.

GrößeZählt für die Klasse?Wo sie im Ausweis steht
Endenergie (Gas, Öl, Strom, Holz)ja, allein maßgeblichBandtacho mit Klasse
Umweltwärme aus Luft und Erdeneinnicht erfasst
Primärenergieneineigener Kennwert
Zustand von Dach, Fassade, Fensternnur indirekt über den BedarfModernisierungsempfehlungen

Kurz eingeordnet: Die Klasse bewertet nicht, wie gut ein Haus gedämmt ist. Sie bewertet, wie viel eingekaufte Energie es pro Quadratmeter braucht. Ein schlecht gedämmtes Haus mit Wärmepumpe kann deshalb besser abschneiden als ein gut gedämmtes Haus mit Ölkessel. Den Grund liefert die Umweltwärme. Die Verbraucherzentrale schreibt: „Energiequellen wie Sonnenwärme am Gebäude oder Umweltwärme aus Luft und Erde bleiben dabei unberücksichtigt.“ Bei einer Wärmepumpe zählt also nur der Strom.

Die Primärenergie steht als eigener Wert im Energieausweis. Sie gewichtet die Endenergie mit einem Faktor für Förderung, Umwandlung und Transport. Für Netzstrom gilt bis Ende 2026 der Faktor 1,8, ab dem 01.01.2027 der Faktor 1,5. Auf die Klasse eines Wohnhauses wirkt sich das nicht aus. Rechenweg und Faktoren erklärt der Beitrag Primärenergiebedarf.

Wie finden Sie heraus, welche Klasse Ihr Haus hat?

Die Klasse Ihres Hauses steht im Energieausweis, einen Näherungswert können Sie aus Ihrer Heizkostenabrechnung berechnen. Teilen Sie den Jahresverbrauch für Heizung und Warmwasser durch die Gebäudenutzfläche. Ist diese unbekannt, setzt das Gesetz beim Verbrauchsausweis das 1,2-Fache der Wohnfläche an. Bei Häusern mit bis zu 2 Wohnungen und beheiztem Keller ist es das 1,35-Fache (§ 82 GModG).

Ein Beispiel: Ein Haus mit 125 m² Wohnfläche verbraucht laut Gasrechnung 20.000 kWh im Jahr. Gas wird nach Brennwert abgerechnet, der Ausweis rechnet mit dem Heizwert: 20.000 kWh geteilt durch 1,11 ergeben rund 18.000 kWh. Die Gebäudenutzfläche beträgt rund 150 m² (125 × 1,2). Daraus ergeben sich rund 120 kWh/(m²·a), also Klasse D. Der Schnellcheck ersetzt keinen Energieausweis.

Warum zeigen Bedarfsausweis und Verbrauchsausweis unterschiedliche Klassen?

Der Bedarfsausweis rechnet mit einer Normnutzung, während Bewohnende älterer Häuser meist weniger heizen als angenommen. Er unterstellt eine vollständig beheizte Fläche und feste Raumtemperaturen. Der Verbrauchsausweis nutzt bis Ende 2026 die Abrechnungen aus mindestens 36 zusammenhängenden Monaten, der Heizanteil wird witterungsbereinigt. Fachleute nennen die Lücke Prebound-Effekt: Altbauten verbrauchen weniger als berechnet, weil Räume teilweise kalt bleiben.

Ein Papier des Umweltbundesamts (Guidehouse, 08.07.2022) fasst die Studienlage zusammen. Danach verbrauchen Wohngebäude im Mittel rund 30 % weniger als berechnet. Bei 300 kWh Bedarf liegt der Verbrauch 35 bis 40 % darunter, bei 150 kWh nur 10 bis 17 %. Unterhalb von etwa 50 bis 70 kWh dreht sich der Effekt um.

BedarfsausweisKlasse BedarfErwarteter VerbrauchKlasse Verbrauch
185 kWh/(m²·a)Fca. 139 kWh/(m²·a)E
210 kWh/(m²·a)Gca. 150 kWh/(m²·a)E
250 kWh/(m²·a)Gca. 167 kWh/(m²·a)F
300 kWh/(m²·a)Hca. 184 kWh/(m²·a)F

Kurz eingeordnet: Die Werte folgen der Mittelwert-Formel von Sunikka-Blank und Galvin, die das UBA-Papier zitiert. In den Klassen F bis H liegen beide Ausweise für dasselbe Haus rechnerisch 1 bis 2 Klassen auseinander. Für Kauf und Sanierung ist der Bedarfsausweis aussagekräftiger, weil er unabhängig vom Verhalten der Vorbesitzenden ist. Bis Ende 2026 ist er Pflicht für Häuser mit weniger als 5 Wohnungen und Bauantrag vor dem 01.11.1977, sofern sie das Niveau der Wärmeschutzverordnung 1977 nicht erreichen. Nach Angaben des Verwalterverbands VDIV entfällt diese Pflicht ab 2027. Aufbau und Arten des Ausweises erklärt der Beitrag Energieausweis als Gebäude-Steckbrief.

Wie viele Klassen bringt welche Sanierung?

Im 42watt-Rechenbeispiel verbessert eine Dämmung von Dach und Fassade ein Haus der Klasse F um 2 Klassen, eine Wärmepumpe allein um 4 Klassen und beides zusammen um 5 Klassen. Annahmen: freistehendes Einfamilienhaus, Baujahr um 1968, 150 m² Gebäudenutzfläche (rund 125 m² Wohnfläche). Der Bedarfsausweis zeigt 185 kWh Endenergie mit Gasheizung, also Klasse F. Davon sind 3 kWh Hilfsstrom, der Kessel arbeitet mit 90 % Nutzungsgrad, 15 kWh Wärme entfallen auf Warmwasser.

Die Dämmung von Dach und Fassade senkt die Heizwärme um angenommene 35 %. Das ist der Mittelwert aus Angaben des Umweltbundesamts: Wände verursachen 20 bis 35 % der Wärmeverluste, Dächer 20 bis 30 %. Für die Luft-Wärmepumpe gilt eine Jahresarbeitszahl (JAZ) von 3,0 im ungedämmten und 3,4 im gedämmten Haus, für Warmwasser 2,5. Die JAZ gibt an, wie viel Wärme pro kWh Strom entsteht. Der Wert 3,4 entspricht dem Mittel im Bestands-Feldtest des Fraunhofer ISE (2025). Preise: Gas 11,93 ct/kWh laut Abrechnung (je kWh Endenergie im Ausweis rund 1,11 kWh Gas auf der Rechnung), Wärmepumpentarif 24 ct/kWh plus 140 € Grundpreis, Hilfsstrom 37 ct/kWh.

VarianteEndenergieKlasseEnergiekosten pro Jahr
Ist-Zustand (Gas)185 kWh/(m²·a)Frund 3.780 €
Dach + Fassade, Gas bleibt127 kWh/(m²·a)Drund 2.630 €
Nur Wärmepumpe59 kWh/(m²·a)Brund 2.310 €
Dämmung + Wärmepumpe37 kWh/(m²·a)Arund 1.550 €

Kurz eingeordnet: Die Wärmepumpe bringt mehr Klassen als die Dämmung, weil die Umweltwärme nicht zählt. Bei den Kosten ist der Abstand kleiner als bei den Klassen. Das Haus mit Wärmepumpe steht 2 Klassen besser da und spart rund 320 € mehr im Jahr. Der Grund: Strom kostet pro kWh rund doppelt so viel wie Gas. Erst die Kombination senkt die Kosten um mehr als die Hälfte. Die Rechnung vereinfacht das Normverfahren nach DIN V 18599, ein Bedarfsausweis kann abweichen.

Welche Reihenfolge der Maßnahmen für Ihr Haus wirtschaftlich ist, zeigt ein individueller Sanierungsfahrplan (iSFP). Er rechnet Ist- und Zielzustand durch, seine Erstellung wird gefördert. Ein Verbrauchsausweis bildet eine Sanierung erst ab, wenn wieder genug Abrechnungen vorliegen. Nach einer Sanierung zeigt deshalb ein neuer Bedarfsausweis die bessere Klasse sofort.

Wie hängen Effizienzklasse und Effizienzhaus-Stufe zusammen?

Die Effizienzklasse misst den absoluten Endenergiebedarf, die Effizienzhaus-Stufe dagegen den relativen Abstand zu einem Referenzgebäude. Ein Effizienzhaus 85 benötigt höchstens 85 % des Primärenergiebedarfs seines Referenzgebäudes, ein Effizienzhaus 55 höchstens 55 %. Je kleiner die Zahl, desto besser der Standard. Eine feste Umrechnung in eine Klasse gibt es nicht. Zwei Häuser derselben Stufe können in verschiedenen Klassen landen. Stufen und Förderung erklärt der Beitrag Was ist ein Effizienzhaus?.

Welche Pflichten hängen an der Energieeffizienzklasse?

Die Klasse muss in Immobilienanzeigen stehen, eine Sanierungspflicht folgt aus ihr aber nicht. Liegt bei Aufgabe der Anzeige ein Energieausweis vor, verlangt § 87 GModG in kommerziellen Anzeigen für Verkauf und Vermietung von Wohngebäuden 5 Angaben: Ausweisart, Endenergiekennwert, wesentlicher Energieträger, Baujahr und Effizienzklasse. Wer diese Angaben vorsätzlich oder leichtfertig weglässt, riskiert ein Bußgeld bis 10.000 € (§ 108 GModG).

Nachrüstpflichten knüpfen am Bauteil an, nicht am Buchstaben im Ausweis. Die oberste Geschossdecke muss gedämmt sein, wenn sie den Mindestwärmeschutz nicht erfüllt (§ 35 GModG, früher § 47 GEG). Bei Häusern mit bis zu 2 Wohnungen, von denen eine schon am 01.02.2002 von den Eigentümern selbst bewohnt wurde, gilt das erst nach einem Eigentümerwechsel, mit 2 Jahren Frist. Das frühere Betriebsverbot für über 30 Jahre alte Heizkessel (§ 72 GEG) ist seit dem 29.07.2026 weggefallen. Ältere Ratgeber nennen es teils noch als Pflicht.

Beim Verkauf wirkt die Klasse über den Preis. Zwischen A+ und H liegen laut immowelt rund 32 Prozentpunkte Angebotspreis. „Die Energieeffizienz ist längst zu einem zentralen Werttreiber auf dem Immobilienmarkt geworden“, sagt immowelt-Geschäftsführer Theo Mseka. Das Institut für Weltwirtschaft (IfW) Kiel misst vorsichtiger: In 19 Städten fand es für F bis H keinen signifikanten Abschlag gegenüber D und E (11/2024).

Was ändert die EU-Gebäuderichtlinie an der Skala A+ bis H?

Die EU-Gebäuderichtlinie (EPBD 2024/1275) verlangt eine Skala von A bis G, Deutschland führt sie ab dem 01.01.2027 aber nur für Nichtwohngebäude ein. Nach Art. 19 der Richtlinie steht Klasse A für Nullemissionsgebäude, Klasse G für das untere Ende des nationalen Gebäudebestands. Die Umsetzungsfrist endete am 29.05.2026.

Deutschland setzt Teile der Richtlinie mit Artikel 2 des Änderungsgesetzes vom 23.07.2026 um (BGBl. 2026 I Nr. 226). Laut Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) erhalten Nichtwohngebäude ab 2027 die Klassen A bis G (Anlage 10a). Wohngebäude behalten nach übereinstimmenden Fachquellen die Skala A+ bis H mit unveränderten Grenzwerten. Neu ist die Bezugsfläche nach DIN/TS 18599:2025-10. Ein Datum für eine spätere Umstellung der Wohngebäude-Skala ist nicht bekannt.

Neue Energieausweise enthalten ab 2027 laut VDIV mehr Pflichtangaben, etwa den absoluten End- und Primärenergieverbrauch in MWh pro Jahr. Bestehende Ausweise gelten bis zum Ende ihrer 10-jährigen Gültigkeit weiter. Eine Sanierungspflicht für einzelne Wohnhäuser folgt aus der EU-Richtlinie nicht. Sie verlangt einen nationalen Absenkpfad für den Primärenergieverbrauch: Mindestens 55 % der Senkung sollen aus der Sanierung der 43 % Wohngebäude mit der schlechtesten Gesamtenergieeffizienz kommen. Details stehen im Beitrag EU-Sanierungspflicht.

Häufige Fragen zu Energieeffizienzklassen

Welche Energieeffizienzklasse sollte ein Haus haben?

Eine gesetzliche Mindestklasse für bestehende Häuser gibt es nicht, als gut gelten die Klassen A+ bis C. Für Altbauten sind B oder C ein realistisches Ziel. Im 42watt-Rechenbeispiel erreicht ein Haus der Klasse F mit Wärmepumpe Klasse B, mit zusätzlicher Dämmung Klasse A.

Verbessert eine Wärmepumpe allein die Effizienzklasse?

Ja, eine Wärmepumpe kann die Klasse um mehrere Stufen verbessern, weil nur ihr Strom als Endenergie zählt. Im Rechenbeispiel springt ein Haus von F nach B. Den Heizwärmebedarf senkt sie nicht, dafür braucht es Dämmung.

Gilt die Energieeffizienzklasse auch für Wohnungen?

Ja, für Wohnungen gilt dieselbe Skala A+ bis H, die Klasse beschreibt aber das ganze Gebäude. Der Energieausweis wird für das Gebäude ausgestellt, nicht für die einzelne Wohnung. Mehrparteienhäuser liegen laut Verbraucherzentrale im Schnitt in Klasse E.

Brauchen Sie für eine Sanierung den Energieausweis oder einen Sanierungsfahrplan?

Für die Planung einer Sanierung eignet sich ein individueller Sanierungsfahrplan besser als der Energieausweis. Der iSFP zeigt die Reihenfolge der Maßnahmen und den Zielzustand. Den Vergleich zeigt der Beitrag iSFP vs. Energieausweis.

Quellen & Belege

Gebäudemodernisierungsgesetz §§ 35, 80, 82, 86, 87, 108 und Anlage 10 (Stand 23.07.2026, § 72 weggefallen seit 29.07.2026); BBSR GModG-Infoportal (Neuregelungen ab 01.01.2027); Richtlinie (EU) 2024/1275, Art. 9 und 19; Verbraucherzentrale (Energieausweis für Wohngebäude, Stand 11.08.2026); dena-Gebäudereport 2026; immowelt (Pressemitteilung 19.03.2026; Auswertung Kaufinserate 2023 via VDIV, 06.02.2024); ImmoScout24 (Medieninformation 01.08.2024); IfW Kiel (Kiel Policy Brief 180, 11/2024); VDIV (Energieausweise ab 2027, 18.08.2026); Umweltbundesamt/Guidehouse (Realitätsnahe Berechnung des Energiebedarfs, 08.07.2022); Umweltbundesamt (Gebäudedämmung, 30.08.2024); Fraunhofer ISE (Wärmepumpen im Bestand, 03.11.2025); BDEW-Gaspreisanalyse und Strompreisanalyse (08/2026); Verbraucherzentrale NRW (Wärmepumpentarife, 23.03.2026); KfW (Merkblatt 308, Stand 08/2026; Merkblatt 261, gültig ab 24.09.2026); BBSR GModG-Infoportal (Mieterschutz, CO2KostAufG); Bekanntmachung „Regeln für Energieverbrauchswerte im Wohngebäudebestand“ (BAnz AT 16.04.2021 B1).