Max Nestler
March 13, 2026
Lesezeit
10
Minuten
Wärmepumpe
Arten & Systemleistung

Warmwasser-Wärmepumpe: Modelle, Wirtschaftlichkeit und Förderung 2026

Eine Warmwasser-Wärmepumpe erwärmt Trinkwasser mit einem SCOP (Seasonal Coefficient of Performance, Jahresarbeitszahl) von 3,5 bis 4,3 und senkt den Stromverbrauch gegenüber einem Elektroboiler um bis zu 74 Prozent. Die Anschaffung kostet inklusive Einbau 1.900 bis 4.600 Euro und amortisiert sich je nach Modell und Nutzung in 2 bis 4 Jahren. Aktueller Testsieger im 300-Liter-Segment ist laut Stiftung Warentest (Ausgabe 7/26) die Stiebel Eltron WWK-I 300 Plus.

Inhaltsverzeichnis
Finden Sie die richtige Wärmepumpe

unabhängig mit 42watt

Das Wichtigste in Kürze

  • SCOP 3,5 bis 4,3 je nach Modell und Betriebsart
  • Testsieger 300-Liter-Klasse: Stiebel Eltron WWK-I 300 Plus, Note 1,5 (Stiftung Warentest 7/26)
  • Investition inklusive Einbau 1.900 bis 4.600 Euro
  • Amortisation typischerweise 2 bis 4 Jahre gegenüber dem Elektroboiler
  • BEG-Förderung nur zusammen mit einem förderfähigen Heizungstausch, nicht als alleinstehendes Zusatzgerät

Welche Warmwasser-Wärmepumpe ist aktuell Testsieger?

Die Stiebel Eltron WWK-I 300 Plus erreicht im aktuellen Stiftung-Warentest-Vergleich das Qualitätsurteil „sehr gut" (Note 1,5) und liegt damit deutlich vor den Mitbewerbern. Die Prüferinnen und Prüfer testeten fünf Brauchwasser-Wärmepumpen mit 260 bis 300 Litern Speicher: Stiebel Eltron WWK-I 300 Plus, Austria-Email Explorer EVO 3, Dimplex DHW 301P, Vaillant aroSTOR plus VWL B 260/6 und Viessmann Vitocal 262-A T2E. Alle fünf Geräte nutzen das klimafreundliche Kältemittel R290 (Propan) und kosten zwischen 2.400 und 3.400 Euro zuzüglich Einbau (Stiftung Warentest, Juni 2026). Die Tester ermittelten die Effizienz in Anlehnung an DIN EN 16147 anhand eines simulierten Tagesbedarfs von 11,66 Kilowattstunden für einen 3- bis 5-Personen-Haushalt.

Für kleinere 200-Liter-Speicher, die für 3 bis 4 Personen ausreichen, zeigt der Markt drei etablierte Modelle mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis.

Hersteller & ModellSpeicherCOP (Herstellerangabe)KältemittelGerätepreis
Stiebel Eltron WWK-I 200 Plus200 L4,27k. A.2.399 €
Viessmann Vitocal 060-A200 L4,02R2902.035 €
Buderus Logatherm WPT200.4200 Lüber 4,0k. A.1.869 €
Austria Email Explorer Evo 2200 / 270 Lk. A.k. A.2.149 €
Elix GM300300 L4,0R2903.200 €

Die Buderus Logatherm WPT200.4 ist mit 1.869 Euro das günstigste Gerät der Vergleichstabelle. Die Stiebel Eltron WWK-I 200 Plus erreicht mit COP 4,27 den höchsten Herstellerwert im 200-Liter-Segment und kommt ohne elektrischen Heizstab auf 65 Grad Celsius Wassertemperatur. Die Viessmann Vitocal 060-A bietet mit R290-Kältemittel und SG-Ready-Schnittstelle (Smart-Grid-Ready, Standard für die Steuerung durch Photovoltaik-Überschuss) eine solide Mitte aus Preis und Ausstattung. Beachten Sie: Herstellerangaben zum COP stammen aus Datenblattmessungen unter Norm-Bedingungen und sind nicht direkt mit den unabhängigen Labormessungen der Stiftung Warentest vergleichbar.

Wie funktioniert eine Warmwasser-Wärmepumpe?

Eine Warmwasser-Wärmepumpe entzieht Raum- oder Außenluft Wärme und überträgt diese auf das Trinkwasser im integrierten Speicher. Ein Verdampfer kühlt die angesaugte Luft ab und verdampft dabei ein Kältemittel bei niedrigem Druck. Ein Verdichter komprimiert das Kältemittel anschließend und erhöht dessen Temperatur auf 70 bis 95 Grad Celsius. Ein Verflüssiger im Speicher gibt diese Wärme an das Wasser ab.

Der COP (Coefficient of Performance, Leistungszahl) beschreibt das Verhältnis von Wärmeleistung zu eingesetztem Strom unter einer festen Prüfbedingung. Der SCOP berücksichtigt dagegen saisonale Schwankungen und Teillastbetrieb und liefert damit den realistischeren Jahreswert. Bei Betrieb mit Raumluft aus beheizten Kellerräumen erreichen aktuelle Modelle einen SCOP von 3,5 bis 4,0. Im reinen Außenluftbetrieb sinkt der Wert auf 3,3 bis 3,7, weil die Quelltemperatur im Winter niedriger liegt.

Welche Speichergröße passt zu meinem Haushalt – 150, 200 oder 300 Liter?

Ein 4-Personen-Haushalt benötigt in der Regel einen Warmwasserspeicher für die Wärmepumpe mit 200 bis 300 Litern Volumen. Als Faustregel gilt: Speicherkapazität gleich täglicher Warmwasserverbrauch multipliziert mit dem Faktor 1,3 bis 1,5. Ein 150-Liter-Speicher deckt den Bedarf von 2 bis 3 Personen. Ein 200-Liter-Speicher versorgt 3 bis 4 Personen zuverlässig. Ein 300-Liter-Speicher eignet sich für 5 bis 6 Personen oder Haushalte mit hohem Duschaufkommen.

Kleine Speicher unter 180 Litern takten häufiger: 4 bis 6 Aufheizzyklen täglich sind üblich. Größere Speicher mit 250 bis 300 Litern kommen mit 2 bis 3 Zyklen aus und schonen den Verdichter. Der Aufstellraum sollte mindestens 20 Kubikmeter umfassen, damit ausreichend Luft zirkuliert und die Abkühlung nicht zu stark ausfällt.

Was kostet eine Warmwasser-Wärmepumpe mit Einbau?

Die Gesamtinvestition liegt zwischen 2.000 und 5.500 Euro. Sie setzt sich zusammen aus dem Gerätepreis von 1.869 bis 3.400 Euro und den Installationskosten für den Einbau einer Wärmepumpe, die je nach Aufwand 300 bis 1.000 Euro betragen. Ein Gerät mit reiner Raumluftnutzung im Keller benötigt nur einen Stromanschluss sowie Kalt- und Warmwasserleitungen. Das reduziert die Installationskosten auf 300 bis 700 Euro. Ein Anschluss an Außenluft über Kanäle mit 150 bis 200 Millimetern Durchmesser erhöht die Kosten auf 800 bis 1.700 Euro, spart im Gegenzug aber die Auskühlung des Kellers.

Regionale Handwerkerpreise beeinflussen die Installationskosten spürbar. In München, Hamburg oder Stuttgart liegen die Stundensätze bei 80 bis 110 Euro, in ländlichen Regionen bei 55 bis 75 Euro.

Wie schnell amortisiert sich die Investition? Ein Rechenbeispiel

Die folgende Amortisationsrechnung für Wärmepumpen zeigt das Prinzip an einem konkreten Beispiel.

Für einen 3- bis 5-Personen-Haushalt legt die Stiftung Warentest einen Wärmebedarf von 11,66 Kilowattstunden pro Tag zugrunde, also rund 4.256 Kilowattstunden thermisch im Jahr. Bei einem SCOP von 3,8 benötigt eine Warmwasser-Wärmepumpe dafür etwa 1.120 Kilowattstunden Strom jährlich. Der Haushaltsstrompreis lag im August 2026 im Bundesdurchschnitt bei 37,0 Cent pro Kilowattstunde (BDEW-Strompreisanalyse, August 2026). Die Betriebskosten der Wärmepumpe betragen damit rund 414 Euro im Jahr.

Ein Elektroboiler mit direkter Widerstandsheizung benötigt für dieselbe Wassermenge die vollen 4.256 Kilowattstunden Strom und kostet rund 1.575 Euro jährlich. Die Einsparung beträgt somit etwa 1.160 Euro pro Jahr oder 74 Prozent. Bei einer Beispielinvestition von 2.700 Euro für ein Mittelklassegerät inklusive Einbau amortisiert sich die Anschaffung nach rund 2,3 Jahren. Danach spart der Haushalt bei gleichbleibendem Strompreis mehrere Hundert Euro jährlich weiter ein, bis die typische Lebensdauer von 12 bis 15 Jahren erreicht ist.

Eine Gas-Brennwerttherme für die reine Warmwasserbereitung liegt bei den laufenden Kosten meist nahe an der Wärmepumpe, verursacht aber zusätzlich eine CO₂-Abgabe von aktuell 55 bis 65 Euro pro Tonne im nationalen Emissionshandel (BEHG-Pfad 2026). Die Warmwasser-Wärmepumpe vermeidet diese Abgabe vollständig und arbeitet bei Bezug von Ökostrom emissionsfrei.

Lohnt sich eine Warmwasser-Wärmepumpe mit Photovoltaik-Anlage?

Eine Warmwasser-Wärmepumpe steigert den Eigenverbrauch einer bestehenden Photovoltaik-Anlage deutlich, weil sie überschüssigen Solarstrom in Warmwasser zwischenspeichert. Der Speicher wirkt dabei wie eine kostenfreie thermische Batterie. Eine Wärmepumpe mit Photovoltaik-Anlage und Speicher nutzt dafür die SG-Ready-Schnittstelle: Zwei potentialfreie Kontakte zwischen Wechselrichter und Wärmepumpe signalisieren PV-Überschuss und aktivieren die Aufheizung auch bei teilweise geladenem Speicher.

Ein 4-Personen-Haushalt mit einer 5-Kilowatt-PV-Anlage erreicht ohne Steuerung eine Eigenverbrauchsquote von 30 bis 35 Prozent. Mit smarter Ansteuerung der Warmwasser-Wärmepumpe steigt dieser Wert auf 50 bis 65 Prozent, weil sich 60 bis 80 Prozent des Warmwasserbetriebs in die sonnenreichen Stunden zwischen 10 und 16 Uhr verschieben lassen. Der ökonomische Vorteil ergibt sich aus der Differenz zwischen vermiedenem Netzbezug und entgangener Einspeisevergütung und liegt bei 18 bis 22 Cent pro Kilowattstunde verschobenem Strom. Auch ohne eigene PV-Anlage lohnt sich eine Warmwasser-Wärmepumpe: Die Einsparung gegenüber dem Elektroboiler entsteht allein durch die höhere Effizienz des Wärmepumpenprozesses, unabhängig von der Stromquelle.

Wird eine Warmwasser-Wärmepumpe 2026 staatlich gefördert?

Eine alleinstehende Warmwasser-Wärmepumpe ohne gleichzeitigen Heizungstausch ist über die BEG-Förderung für Wärmepumpen nicht förderfähig. Die BEG-Einzelmaßnahmenförderung (Zuschuss Nr. 458) fördert den Einbau eines vollständigen, effizienten Wärmeerzeugers für das gesamte Gebäude, verbunden mit einer Optimierung des Heizungsverteilungssystems (KfW-Merkblatt Zuschuss 458, Stand Juli 2026). Ein reines Zusatzgerät für die Warmwasserbereitung erfüllt diese Voraussetzung allein nicht. Wird die Warmwasser-Wärmepumpe dagegen zusammen mit einer förderfähigen Heizungswärmepumpe oder einer anderen förderfähigen Heiztechnik eingebaut, zählt sie als Teil der Gesamtmaßnahme und ist über denselben Antrag mitförderfähig.

Für die Gesamtmaßnahme gilt seit dem 21. Juli 2026 folgende Förderstruktur: eine Grundförderung von 30 Prozent, ein Klimageschwindigkeitsbonus von 16 Prozent beim Austausch einer alten Öl-, Kohle- oder Gasheizung sowie ein gestaffelter Einkommensbonus von 40, 30 oder 10 Prozent je nach Haushaltseinkommen (KfW-Merkblatt Zuschuss 458). Der frühere Effizienzbonus für natürliche Kältemittel wie R290 ist entfallen. In Summe sind maximal 70 Prozent der förderfähigen Kosten möglich, bei niedrigem Einkommen bis zu 80 Prozent. Der Förderhöchstbetrag für die erste Wohneinheit liegt bei 28.000 Euro und sinkt planmäßig ab Februar 2027 halbjährlich. Die maximale Zuschusshöhe beträgt damit aktuell 19.600 Euro bei 70 Prozent beziehungsweise 22.400 Euro bei 80 Prozent.

Bei den Landesprogrammen hat sich einiges verändert. Das bayerische 10.000-Häuser-Programm existiert seit April 2022 nicht mehr, auch wenn ältere Ratgeberseiten es weiterhin nennen. Nordrhein-Westfalen hat sein Landesprogramm progres.nrw 2026 neu ausgerichtet: Für Wärmepumpen in Ein- und Zweifamilienhäusern gibt es keinen eigenen Landeszuschuss mehr, gefördert werden nur noch Erdwärmesonden- und Abwärmeprojekte. Baden-Württemberg unterstützt den Umstieg auf eine klimafreundliche Heizung dagegen weiterhin über die Klimaprämie BW mit 2.500 Euro für Eigentümerinnen und Eigentümer, zusätzlich zur Bundesförderung.

Wo lässt sich eine Warmwasser-Wärmepumpe installieren?

Die Kelleraufstellung mit Raumluftnutzung ist die verbreitetste Variante. Die Wärmepumpe kühlt dabei die Raumluft um 8 bis 15 Kelvin ab und entfeuchtet sie gleichzeitig, was Schimmelbildung vorbeugt. Kompakte Modelle wie die Viessmann Vitocal 262-A mit 1,85 Metern Höhe passen auch in niedrige Kellerräume unter 2 Metern Deckenhöhe. Voraussetzung ist ein Aufstellraum von mindestens 20 Kubikmetern, damit die Abkühlung nicht zu stark ausfällt und angrenzende Räume nicht überproportional auskühlen.

Der Außenluftbetrieb über Zuluft- und Abluftkanäle vermeidet die Kellerauskühlung, senkt aber den SCOP durch niedrigere Quelltemperaturen im Winter. Diese Variante eignet sich für kleine oder ständig genutzte Kellerräume, in denen eine dauerhafte Abkühlung unerwünscht ist.

Häufig gestellte Fragen

Welche Warmwasser-Wärmepumpe ist aktuell Testsieger?

Die Stiebel Eltron WWK-I 300 Plus ist laut Stiftung Warentest (Ausgabe 7/26, Juni 2026) mit dem Qualitätsurteil „sehr gut" (Note 1,5) Testsieger im 300-Liter-Segment. Sie liegt deutlich vor Austria-Email Explorer EVO 3, Dimplex DHW 301P, Vaillant aroSTOR plus VWL B 260/6 und Viessmann Vitocal 262-A T2E.

Was kostet eine Brauchwasserwärmepumpe mit Einbau?

Eine Brauchwasserwärmepumpe mit Einbau kostet 2.000 bis 5.500 Euro. Der Gerätepreis liegt bei 1.869 bis 3.400 Euro, die Installation bei 300 bis 1.700 Euro je nach Aufstellungsart. Eine reine Kelleraufstellung mit Raumluftnutzung ist am günstigsten.

Welche Speichergröße passt zu meinem Haushalt – 150, 200 oder 300 Liter?

Ein 150-Liter-Speicher reicht für 2 bis 3 Personen, ein 200-Liter-Speicher für 3 bis 4 Personen und ein 300-Liter-Speicher für 5 bis 6 Personen oder hohen Warmwasserverbrauch. Als Faustregel gilt: täglicher Verbrauch multipliziert mit dem Faktor 1,3 bis 1,5.

Lohnt sich eine Warmwasser-Wärmepumpe ohne Photovoltaik-Anlage?

Ja. Eine Warmwasser-Wärmepumpe spart gegenüber einem Elektroboiler unabhängig von der Stromquelle rund 74 Prozent Stromverbrauch, weil sie Umgebungswärme statt reiner Widerstandsheizung nutzt. Eine Photovoltaik-Anlage erhöht die Ersparnis zusätzlich, ist aber keine Voraussetzung für die Wirtschaftlichkeit.

Wird eine Warmwasser-Wärmepumpe 2026 staatlich gefördert?

Als alleinstehendes Gerät ohne Heizungstausch ist eine Warmwasser-Wärmepumpe über die BEG nicht förderfähig. In Kombination mit einer förderfähigen Heizungswärmepumpe oder einer anderen förderfähigen Heiztechnik ist sie Teil der Gesamtmaßnahme und über die BEG-Einzelmaßnahmenförderung mit bis zu 80 Prozent der Kosten förderfähig.

Passt eine Warmwasser-Wärmepumpe in einen niedrigen Kellerraum?

Kompakte Modelle wie die Viessmann Vitocal 262-A mit 1,85 Metern Höhe passen in Kellerräume mit unter 2 Metern Deckenhöhe. Wichtiger als die Bauhöhe ist ein Raumvolumen von mindestens 20 Kubikmetern für ausreichende Luftzirkulation.

Quellen & Belege

KfW; Stiftung Warentest; BDEW; co2online; Bundesverband Wärmepumpe (BWP); L-Bank.