Lohnt sich eine Wärmepumpe im Altbau: Vorteile, Effizienz und Fördermöglichkeiten
Eine Studie des Fraunhofer ISE zeigt: Wärmepumpen sind auch in unsanierten Altbauten effizient und klimafreundlich. Entscheidend sind der energetische Standard und die Anlagentechnik, nicht das Baujahr. Seit 2024 fördert der Staat bis zu 70 % der Kosten, was die Installation attraktiver macht. Mit niedrigem Stromverbrauch nutzen Wärmepumpen erneuerbare Energiequellen und senken CO₂-Emissionen. Bereits 2022 waren sie in 57 % der Neubauten die Hauptheizquelle. Doch wie wirtschaftlich und ökologisch sinnvoll sind sie im Altbau – und unter welchen Bedingungen?

Bestätigung der Wirtschaftlichkeit von Wärmepumpen im Bestand
Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE untersucht seit Ende 2019 im Rahmen des Projekts „WP-QS im Bestand“ genau diese Fragestellung. In einem Feldtest werden die Effizienz von Luft- und Erdwärmepumpen in Einfamilienhäusern aus den Baujahren 1826 bis 2001 messtechnisch erfasst. Die 75 untersuchten Bestandsgebäude, die bundesweit verteilt sind, weisen unterschiedliche Sanierungsniveaus auf. Obwohl der Wärmepumpen-Feldtest noch bis Ende 2024 läuft, zeigen aussagekräftige Zwischenergebnisse aus der Messperiode von September 2022 bis August 2023 bereits: Auch in Bestandsgebäuden können Wärmepumpen für eine effiziente, klimafreundliche Raumheizung und Trinkwassererwärmung sorgen. Dies gilt selbst für Häuser, die nicht oder nur geringfügig saniert wurden, da das Funktionsprinzip der Wärmepumpe es ermöglicht, mit der eingesetzten elektrischen Energie ein Vielfaches an Wärme zu erzeugen.
Jahresarbeitszahl (JAZ) als Effizienzmaßstab
Die entscheidende Messgröße für die Effizienz einer Wärmepumpe ist die sogenannte Jahresarbeitszahl (JAZ). Diese Kennzahl gibt das Verhältnis von zugeführter elektrischer Energie zu erzeugter Wärme an. Je höher die JAZ, desto niedriger fallen die Stromkosten und die CO₂-Emissionen aus. Eine JAZ von 3 bedeutet beispielsweise, dass mit einer Kilowattstunde Strom drei Kilowattstunden Wärme erzeugt werden können. Anders als andere Kennzahlen wird die JAZ unter realen Bedingungen über ein ganzes Jahr hinweg gemessen, wobei das gesamte Heizsystem sowie individuelle Einflussfaktoren wie Dämmstandard und Nutzungsverhalten berücksichtigt werden.
Effizienz von Wärmepumpen in älteren Bestandsgebäuden
Die Untersuchung des Fraunhofer-Instituts zeigt, dass Wärmepumpen - wider dem was festsitzende Mythen sagen- auch in älteren, wenig sanierten Bestandsgebäuden zuverlässig, wirtschaftlich und ökologisch vorteilhaft arbeiten können:
- Außenluft-Wärmepumpen erzielten eine mittlere JAZ von 3,3, mit Werten zwischen 2,4 und 4.
- Erdwärmepumpen waren mit einer JAZ von 3,6 bis 5,2 sogar noch effizienter.
Checkliste: Lohnt sich eine Wärmepumpe im Altbau?
Die Wärmepumpe stellt in vielen Fällen auch im Altbau eine effiziente und umweltschonende Alternative zur Heizung mit fossilen Brennstoffen dar. Entscheidend ist dabei – wie die Fraunhofer-Daten belegen – nicht das Alter der Immobilie, sondern der energetische Standard und die übrige Anlagentechnik.
1. Heizenergiebedarf
Der Heizenergiebedarf gibt an, wie viel Energie pro Quadratmeter zum Heizen benötigt wird. Dieser Wert hängt maßgeblich von der Bauweise, der Stärke der Außenwände und dem Dämmstandard ab. Je geringer der Heizenergiebedarf, desto effizienter kann eine Wärmepumpe arbeiten. Laut dem Fraunhofer-Institut arbeitet eine Wärmepumpe bis zu einem Heizenergiebedarf von 150 kWh pro Quadratmeter effizient. Der Wert kann dem Energieausweis unter „Endenergiebedarf des Gebäudes“ entnommen werden. Als Faustregel gilt: Häuser, die nach der dritten Wärmeschutzverordnung von 1995 gebaut wurden, verfügen in der Regel über einen ausreichenden Wärmeschutzstandard für den wirtschaftlichen Einsatz einer Wärmepumpe. Liegt der Heizwärmebedarf über 150 kWh/m², kann eine energetische Sanierung – etwa durch den Austausch von Fenstern und Türen oder eine nachträgliche Fassadendämmung – sinnvoll sein.
2. Heizflächen
Die Vorlauftemperatur spielt eine zentrale Rolle für die Effizienz einer Wärmepumpe. Je niedriger die Vorlauftemperatur, desto effizienter arbeitet das System. Besonders großflächige Heizsysteme wie Fußboden-, Wand- oder Deckenheizungen sind ideal, da sie in der Regel Temperaturen unter 35 Grad Celsius benötigen. Als kostengünstigere Alternative im Bestandsbau eignen sich Niedertemperatur-Heizkörper, die trotz einer Vorlauftemperatur von 35 bis 45 Grad die gleiche Heizleistung wie klassische Radiatoren erzielen. Moderne Wärmepumpen mit Propan als Kältemittel können sogar Vorlauftemperaturen von bis zu 75 Grad Celsius effizient erzeugen, was häufig den Weiterbetrieb klassischer Heizkörper ohne Austausch ermöglicht.
3. Aufstellort
Der Standort der Wärmepumpe beeinflusst ebenfalls deren Effizienz. In Altbauten sollte geprüft werden, ob ausreichend Platz für die Installation vorhanden ist. Hier die Hauptmöglichkeiten zur Aufstellung:
- Luft-Wasser-Wärmepumpe (außen): ca. 1–2 m²
- Luft-Wasser-Wärmepumpe (innen): ca. 2–3 m²
- Erdwärmepumpen-Kollektoren: ca. 300 m²
Eine sorgfältige Standortwahl kann die Effizienz der Anlage erheblich steigern.
4. Geeignete Wärmepumpentypen für Altbauten
Wärmepumpen beziehen ihre Energie aus drei Quellen: Luft, Erde oder Wasser. Die Auswahl des geeigneten Systems für ein Altbau-Projekt hängt von den individuellen Gegebenheiten des Gebäudes, den persönlichen Präferenzen und der Investitionsbereitschaft ab.
5. Fördermöglichkeiten für Wärmepumpen im Altbau
Seit dem 1. Januar 2024 fördert der Staat den Heizungstausch mit bis zu 70 % der förderfähigen Kosten. Wärmepumpen erhalten die höchste Förderung, da sie den CO₂-Ausstoß signifikant reduzieren. Wichtig ist, dass die Wärmepumpe eine Jahresarbeitszahl (JAZ) von mindestens 3 erreicht, um förderfähig zu sein. Neben der Wärmepumpe werden auch weitere energetische Sanierungsmaßnahmen wie Fassadendämmung, der Austausch von Fenstern oder eine umfassende Fachplanung gefördert. Eigentümer haben zudem die Möglichkeit, über die KfW einen zinsgünstigen Ergänzungskredit für den Heizungstausch und weitere Maßnahmen zu beantragen. Ein individueller Sanierungsfahrplan (iSFP) kann die Förderhöhe um weitere 5 % erhöhen und die förderfähigen Kosten von 30.000 € auf 60.000 € verdoppeln. Dabei werden die förderfähigen Kosten für den Heizungstausch und die energetischen Maßnahmen im Jahr 2024 getrennt angerechnet.
Kosten und Amortisation
Die Kosten für die Installation einer Wärmepumpe im Altbau können aufgrund notwendiger Anpassungen an der Gebäudehülle oder den Heizkörpern höher ausfallen als bei herkömmlichen Heizsystemen. Die Effizienz einer Wärmepumpe hängt stark von der Isolierung des Gebäudes ab – je schlechter diese, desto höher der Energieverbrauch. Dank staatlicher Förderprogramme und steigender Energiepreise wird die Investition jedoch langfristig attraktiv. In der Regel liegt die Amortisationszeit zwischen 10 und 15 Jahren, abhängig von den individuellen Gegebenheiten des Hauses und den Energiepreisen. Eine umfassende Beratung und präzise Berechnung sind daher entscheidend, um das volle Potenzial der Wärmepumpe auszuschöpfen.
Fazit
Die Wärmepumpe erweist sich auch im Altbau als effiziente, wirtschaftliche und umweltfreundliche Heizalternative. Der Erfolg hängt weniger vom Baujahr der Immobilie als vielmehr vom energetischen Standard und der vorhandenen Anlagentechnik ab. Unabhängige Energieeffizienz-Experten von 42watt bieten eine kostenlose und unverbindliche Berechnung, ob eine Wärmepumpe für Ihr Bestandsgebäude wirtschaftlich sinnvoll ist, welche Technologie am besten passt und wie Sie staatliche Fördermittel optimal nutzen können.
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