Wechselrichter für Photovoltaik: Funktion, Arten und Auswahlkriterien
Wechselrichter sind essenzielle Komponenten jeder Photovoltaikanlage. Sie wandeln den erzeugten Gleichstrom der Solarmodule in nutzbaren Wechselstrom um und erfüllen weitere wichtige Aufgaben für den effizienten und sicheren Betrieb der Anlage. In diesem Artikel erfahren Sie alles Wissenswerte über Funktion, Arten und Auswahlkriterien von Wechselrichtern für Photovoltaikanlagen.

Was ist ein Wechselrichter und wie funktioniert er?
Der Wechselrichter, auch als Inverter bezeichnet, ist das "Herzstück" einer Photovoltaikanlage. Seine Hauptaufgabe besteht darin, den von den Solarmodulen erzeugten Gleichstrom (DC) in den im Haushalt und öffentlichen Netz verwendeten Wechselstrom (AC) umzuwandeln.
Warum ist diese Umwandlung notwendig?
Photovoltaikmodule erzeugen naturgemäß Gleichstrom, bei dem die elektrischen Ladungsträger stets in eine Richtung fließen. In unserem Stromnetz und für die meisten Elektrogeräte wird jedoch Wechselstrom benötigt, bei dem die Stromrichtung regelmäßig wechselt (in Europa mit einer Frequenz von 50 Hertz). Wechselstrom bietet entscheidende Vorteile:
- Er lässt sich verlustärmer über lange Strecken transportieren
- Die Spannung kann leicht mittels Transformatoren angepasst werden
- Er ist kompatibel mit den meisten Elektrogeräten
Funktionsweise eines Wechselrichters
Die Umwandlung von Gleich- in Wechselstrom erfolgt durch "Zerhacken" der Gleichspannung und anschließende periodische Umpolung. Moderne Wechselrichter nutzen dafür leistungselektronische Bauelemente wie Transistoren und spezielle Schaltungen mit Pulsweitenmodulation. So wird eine sinusförmige Wechselspannung erzeugt, die für elektronische Geräte optimal ist.
Weitere Aufgaben moderner Wechselrichter
Moderne Wechselrichter übernehmen weit mehr Aufgaben als nur die Stromumwandlung:
1. Leistungsoptimierung (MPP-Tracking)
Jede Photovoltaikanlage hat einen Arbeitspunkt, an dem sie maximale Leistung liefert - den sogenannten Maximum Power Point (MPP). Dieser Punkt verändert sich kontinuierlich durch wechselnde Einstrahlungs- und Temperaturverhältnisse. Der Wechselrichter passt durch regelmäßige Anpassung des Innenwiderstands diese Werte optimal an und sorgt so für maximale Energieausbeute.
2. Netzüberwachung und -sicherheit
Ein Wechselrichter überwacht ständig die Qualität und Stabilität des Stromnetzes:
- Er überprüft die Netzfrequenz (50 Hz) und Spannung
- Bei Abweichungen reduziert er die Leistung oder trennt die Anlage vom Netz
- Bei Stromausfall verhindert er eine gefährliche Einspeisung (Inselbetriebserkennung)
3. Monitoring und Datenerfassung
Moderne Wechselrichter sammeln kontinuierlich Daten über:
- Aktuelle Leistung und Ertrag der Anlage
- Störungen und Fehler im System
- Umgebungstemperatur und Betriebsparameter
Diese Daten können über Kommunikationsschnittstellen (LAN, WLAN, Bluetooth) an Monitoring-Systeme übertragen werden, sodass der Anlagenbesitzer stets den Überblick über den Betrieb seiner PV-Anlage hat.
4. Schutz- und Sicherheitsfunktionen
Zur Sicherheit der Anlage und ihres Umfelds übernimmt der Wechselrichter folgende Schutzfunktionen:
- Überwachung von Isolationswiderständen
- Selbstkühlung zur Vermeidung von Überhitzung
- DC-Trennvorrichtung zur sicheren Wartung
Wechselrichter-Typen im Überblick
Je nach Größe, Aufbau und Zweck der Photovoltaikanlage kommen unterschiedliche Wechselrichtertypen zum Einsatz:
Auswahlkriterien für den richtigen Wechselrichter
Die Wahl des passenden Wechselrichters ist entscheidend für die Effizienz und Wirtschaftlichkeit der gesamten Photovoltaikanlage. Folgende Kriterien sollten Sie bei der Auswahl beachten:
1. Passende Leistungsdimensionierung
Die richtige Dimensionierung des Wechselrichters hängt von der Leistung der PV-Module ab:
- Verhältnis von Wechselrichterleistung zu Modulleistung: Typischerweise liegt das optimale Verhältnis zwischen 0,8 und 1,1 (Wechselrichterleistung : Modulleistung)
- Leichte Unterdimensionierung kann sinnvoll sein, da die volle Modulleistung in der Praxis selten erreicht wird
- Überdimensionierung kann sinnvoll sein, wenn eine spätere Erweiterung der Anlage geplant ist
Ein Beispiel: Für eine 10 kWp-Anlage wäre ein Wechselrichter mit 8-10 kW Nennleistung passend.
2. Wirkungsgrad
Der Wirkungsgrad gibt an, wie effizient der Wechselrichter den Gleichstrom in Wechselstrom umwandelt:
- Europäischer Wirkungsgrad (η-EU): Wichtiger als der maximale Wirkungsgrad, da er die Effizienz im Teillastbetrieb berücksichtigt
- Moderne Wechselrichter: Erreichen Wirkungsgrade von bis zu 98%
- Selbst geringe Unterschiede können über die Lebensdauer erhebliche Auswirkungen auf den Ertrag haben
3. Anzahl der MPP-Tracker
Je nach Dachform und Modulanordnung ist eine unterschiedliche Anzahl von MPP-Trackern erforderlich:
- Ein MPP-Tracker: Ausreichend für Anlagen mit einheitlicher Ausrichtung/Neigung und ohne Verschattung
- Mehrere MPP-Tracker: Notwendig bei unterschiedlichen Dachflächen oder teilweiser Verschattung
- Faustregel: Pro unterschiedlich ausgerichteter Modulfläche ein eigener MPP-Tracker
4. Qualität und Garantie
Da der Wechselrichter in der Regel das zuerst verschleißende Bauteil einer PV-Anlage ist, spielen Qualität und Garantie eine wichtige Rolle:
- Typische Lebensdauer: 10-15 Jahre (gegenüber 25-30 Jahren bei den Modulen)
- Garantielaufzeit: Standardgarantien liegen bei 5-10 Jahren, Premiumhersteller bieten bis zu 20 Jahre
- Garantiebedingungen prüfen: Auf Einschränkungen und Ausschlüsse achten
5. Montage und Standort
Der Installationsort hat erheblichen Einfluss auf die Lebensdauer und Leistung des Wechselrichters:
- Temperatur: Kühle Umgebung bevorzugen, übermäßige Hitze verkürzt die Lebensdauer
- Zugänglichkeit: Für Wartung und Überwachung gut erreichbar sein
- Schutz vor Witterung: Bei Außenmontage auf entsprechende IP-Schutzklasse achten
- Lüftung: Ausreichenden Abstand zu Wänden und anderen Objekten einhalten
6. Zusatzfunktionen und Schnittstellen
Moderne Wechselrichter bieten zahlreiche zusätzliche Funktionen:
- Kommunikationsschnittstellen: WLAN, LAN, RS485 für Monitoring
- Smartphone-Apps: Zur Überwachung und Steuerung
- Smart-Home-Integration: Zur intelligenten Steuerung von Verbrauchern
- Notstromfähigkeit: Für Stromversorgung bei Netzausfall
Führende Hersteller und Preise
Installation und Wartung von Wechselrichtern
Anforderungen an die Installation
Die Installation eines Wechselrichters sollte immer von einem qualifizierten Fachbetrieb durchgeführt werden:
- Die Verkabelung muss fachgerecht und nach den geltenden Vorschriften erfolgen
- Ausreichende Kabelquerschnitte sind für die sichere Stromübertragung essenziell
- Die Herstellervorgaben zu Mindestabständen müssen eingehalten werden
- Eine korrekte Erdung und Potentialausgleich sind sicherheitsrelevant
Optimaler Aufstellungsort
Für eine lange Lebensdauer und optimale Leistung sollte der Wechselrichter:
- Vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt sein
- In einem gut belüfteten Raum stehen
- Nicht zu hohen Temperaturen ausgesetzt sein
- Vor Feuchtigkeit geschützt sein
- Möglichst nahe am Einspeisezähler montiert werden
Wartung und Überprüfung
Obwohl Wechselrichter relativ wartungsarm sind, empfehlen sich regelmäßige Überprüfungen:
- Kontrolle der Kabelanschlüsse auf festen Sitz
- Überprüfung der Lüftungsschlitze auf Verschmutzung
- Regelmäßige Software-Updates installieren
- Überwachung der Leistungsdaten auf Unregelmäßigkeiten
Fazit: Der richtige Wechselrichter für Ihre PV-Anlage
Der Wechselrichter ist eine Schlüsselkomponente jeder Photovoltaikanlage, die maßgeblich über Effizienz, Ertrag und Lebensdauer der Gesamtanlage entscheidet. Bei der Auswahl sollten Sie nicht nur auf den Preis achten, sondern auch auf Qualität, Wirkungsgrad und passende Dimensionierung.
Für Einfamilienhäuser mit üblichen Dachformen sind Stringwechselrichter in der Regel die beste Wahl. Bei komplexeren Dachanlagen oder dem Wunsch nach Stromspeicherung bieten sich Multistring- oder Hybridwechselrichter an.
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