Max Nestler
August 5, 2026
Lesezeit
11
Minuten
Energetische Sanierung
Grundlagen

Innendämmung 2026: Kosten, Förderung & Schimmelschutz

Innendämmung bringt eine Wärmedämmschicht auf die Innenseite einer Außenwand auf. Sie kostet 55 bis 130 Euro pro Quadratmeter eingebaut und ist oft die einzige Lösung bei Denkmalschutz, Fachwerk oder Grenzbebauung. Für die häufig gesuchte "Schimmelsanierung" existiert keine eigene staatliche Förderung – sie läuft über dieselbe Dämmförderung oder über den Steuerbonus für Handwerkerleistungen.

Inhaltsverzeichnis
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Das Wichtigste in Kürze

  • Kosten: Innendämmung kostet 55 bis 130 Euro pro Quadratmeter eingebaut, je nach Dämmstoff
  • Förderung: BAFA-Grundzuschuss beträgt 15 % der Kosten, bis 30.000 € förderfähig je Wohneinheit
  • iSFP-Bonus: seit 21.07.2026 nur 5 Prozentpunkte auf den Kostenanteil über 30.000 €
  • Schimmelsanierung: keine eigene Förderung – läuft über BEG-EM oder § 35a EStG (20 % Lohnkosten, max. 1.200 €/Jahr)
  • U-Wert-Pflicht: Außenwand muss auf 0,20 W/(m²K) sinken, Denkmal 0,45, Sichtfachwerk 0,65 W/(m²K)
  • Mineralschaum Multipor: λ = 0,042 W/(m·K), Diffusionswiderstand µ = 2
  • Kalziumsilikat: λ = 0,055–0,065 W/(m·K), stark kapillaraktiv, pH über 10
  • 5 cm Dämmung: senkt den U-Wert einer Altbauwand je nach Material um 56 bis 68 %

Was ist eine Innendämmung und wann ist sie sinnvoll?

Innendämmung ist eine Wärmedämmschicht an der Raumseite einer Außenwand, montiert aus Dämmplatten, Kleber und Deckschicht. Sie senkt den Wärmeverlust nach außen, ohne die Fassade zu verändern. Damit ist sie die richtige Wahl, wenn eine Außendämmung nicht erlaubt oder nicht möglich ist.

Fünf Situationen machen Innendämmung sinnvoll oder alternativlos: denkmalgeschützte Fassaden, Fachwerkhäuser mit sichtbarem Holzgefüge, Grenzbebauung ohne Nachbar-Zustimmung, einzelne kalte Mietwohnungen sowie Kirchen und Gewerbebauten mit seltener Nutzung. Ohne einen dieser Gründe bleibt Außendämmung bauphysikalisch die bessere Lösung. Sie schließt Wärmebrücken vollständiger und kostet keine Wohnfläche.

KriteriumInnendämmungAußendämmung
TaupunktlageKritisch im WandquerschnittUnkritisch in der Dämmschicht
Kosten je m²55–130 €100–250 €
Wohnraumverlust3–5 % pro AußenwandraumKeiner
WärmebrückenKaum vermeidbarWeitgehend vermeidbar
DenkmalschutzMeist genehmigtMeist unzulässig

Diese Tabelle zeigt: Außendämmung gewinnt bei freier Wahl fast immer. Innendämmung rechtfertigt sich erst, wenn Denkmalschutz, Fachwerk oder Nachbarrecht die Außendämmung blockieren. Eine Außenwanddämmung bleibt deshalb bei jedem Neubau oder freistehenden Altbau die erste Prüfoption.

Schützt Innendämmung vor Schimmel oder verursacht sie ihn?

Fachgerecht ausgeführte Innendämmung senkt das Schimmelrisiko, statt es zu erhöhen. Sie erwärmt die Wandoberfläche im Raum, sodass Luftfeuchtigkeit dort seltener kondensiert. Schimmel entsteht fast ausschließlich durch Planungs- oder Ausführungsfehler, nicht durch die Dämmung selbst.

Reinhard Schneeweiß, Architekt und Energieberater der Verbraucherzentrale, bringt es auf den Punkt: „Durch nachträgliche Wärmedämmung werden die meisten baulichen Mängel, die zu Schimmel führen können, beseitigt" (Verbraucherzentrale Saarland, Pressemitteilung 2026). Ein zweiter Grund für die Sorge ist unbegründet, sagt Schneeweiß. Diffusionsoffene Baustoffe wie Ziegel transportieren nur rund 6,2 Gramm Feuchte pro Quadratmeter und Tag nach außen. Ein Mensch produziert dagegen 3.000 Gramm Feuchte pro Tag. Lüften bleibt deshalb entscheidend, unabhängig vom Dämmstoff.

Drei Ursachen erklären fast jeden Schimmelfall nach einer Dämmmaßnahme: Hohlräume zwischen Dämmung und Wand, eine undichte Dampfbremse an Steckdosen oder Anschlüssen sowie fehlendes Lüften nach dem Fenstertausch. Kapillaraktive Systeme wie Kalziumsilikat oder Mineralschaum senken dieses Risiko zusätzlich, weil sie Feuchte selbstständig zur Raumluft zurückleiten.

Gibt es eine eigene Förderung für Schimmelsanierung?

Nein, eine eigenständige "Schimmelsanierungsförderung" gibt es 2026 nicht. Die Suchanfrage ist der größte einzelne Suchtreiber zu diesem Thema, führt aber zu keinem eigenen Förderprogramm. Zwei reale Wege existieren stattdessen, je nach Ursache des Schimmels.

Liegt die Ursache in einer Wärmebrücke oder fehlender Dämmung, zählt die Sanierung als energetische Maßnahme. Dann greift dieselbe BEG-EM-Förderung wie bei jeder Innendämmung: 15 Prozent Grundzuschuss über das BAFA, plus iSFP-Bonus unter Bedingungen. Betrifft die Sanierung nur bereits vorhandenen Schimmel, ohne energetische Verbesserung, bleibt nur der Steuerbonus nach § 35a EStG. Er deckt 20 Prozent der reinen Lohnkosten, gedeckelt auf 1.200 Euro pro Jahr. Materialkosten zählen dabei nicht.

Ergänzend übernimmt die geförderte Energieberatung (iSFP) einen Teil der Ursachenanalyse: Das BAFA bezuschusst die Beratung mit 50 Prozent, maximal 650 Euro bei Ein- und Zweifamilienhäusern. Diese Beratung deckt auf, ob eine Wärmebrücke die Ursache ist – und ob damit der Weg über die BEG-EM-Förderung offensteht. Eine Krankenkassen- oder Wohngeld-Förderung für reine Schimmelsanierung existiert nach Recherche nicht.

Was kostet eine Innendämmung pro Quadratmeter?

Innendämmung kostet zwischen 55 und 130 Euro pro Quadratmeter, vollständig eingebaut mit Dämmstoff, Kleber, Armierung und Deckschicht. Handwerkerleistungen sind darin bereits enthalten, üblich sind 90 bis 130 Euro pro Stunde.

Der Preis hängt fast ausschließlich vom gewählten System ab. Mineralwolle mit Dampfbremse liegt am unteren Ende bei 55 bis 90 Euro. Mineralschaum-Systeme wie Multipor kosten 60 bis 100 Euro. Holzfaserplatten liegen bei 80 bis 130 Euro, weil sie aufwendiger verarbeitet werden. Aerogel-Dämmplatten erreichen 250 bis 400 Euro und bleiben deshalb Sonderfällen mit extremer Platznot vorbehalten.

Für ein Einfamilienhaus mit 100 Quadratmetern Außenwandfläche ergibt sich damit eine Bandbreite von 5.500 bis 13.000 Euro Bruttoinvestition, je nach Systemwahl. Nach der BAFA-Förderung sinkt dieser Betrag um 15 bis 20 Prozent.

Welche Förderung gibt es 2026 für Innendämmung?

Die BEG-Einzelmaßnahmenförderung (BEG EM) deckt 2026 mindestens 15 Prozent der Kosten, über das BAFA beantragt. Ein zweiter, unabhängiger Förderweg läuft über den Steuerbonus § 35c EStG. Beide Wege stellen dieselben technischen Mindestanforderungen und lassen sich nicht kombinieren.

Die BAFA-Grundförderung beträgt 15 Prozent der förderfähigen Kosten, ab einem Mindestinvestitionsvolumen von 300 Euro brutto. Die Obergrenze der förderfähigen Kosten liegt bei 30.000 Euro für die erste Wohneinheit. Ein wichtiger Punkt, den viele Rechner noch falsch abbilden: Seit dem 21. Juli 2026 gilt für den iSFP-Bonus eine neue Teilbetragslogik. Die zusätzlichen 5 Prozentpunkte gelten nur noch für den Kostenanteil oberhalb von 30.000 Euro, nicht mehr für die gesamte Investition. Erst dadurch steigt die Obergrenze der förderfähigen Kosten auf 60.000 Euro je Wohneinheit.

Ein Rechenbeispiel verdeutlicht die neue Logik. Bei 42.500 Euro förderfähigen Kosten zahlt das BAFA 15 Prozent auf die vollen 42.500 Euro, also 6.375 Euro. Dazu kommen 5 Prozentpunkte auf die übersteigenden 12.500 Euro, also 625 Euro. Der Gesamtzuschuss liegt bei 7.000 Euro. Die frühere Pauschalrechnung mit 20 Prozent hätte 8.500 Euro ergeben.

FörderwegSatzVoraussetzung
BAFA-Grundförderung15 %U-Wert-Nachweis, Energieeffizienz-Experte
iSFP-Bonus (seit 21.07.2026)+5 % nur auf Anteil > 30.000 €Gültiger individueller Sanierungsfahrplan
§ 35c EStG Steuerbonus20 % über 3 Jahre, max. 40.000 €Selbstnutzung, Gebäude ≥ 10 Jahre alt

Der Antrag muss vor Auftragsvergabe gestellt werden, sonst entfällt die Förderung vollständig. Ein weiterer Baustein ist bereits angekündigt: Ein WPB-Bonus für besonders ineffiziente Gebäude soll voraussichtlich ab dem ersten Quartal 2027 hinzukommen, ist aber noch nicht final beschlossen.

Für die BAFA-Förderung muss die Außenwand nach der Maßnahme einen U-Wert von höchstens 0,20 W/(m²K) erreichen. Bei Baudenkmälern und besonders erhaltenswerter Bausubstanz genügt 0,45 W/(m²K), bei Sichtfachwerk 0,65 W/(m²K). Weil Standardgebäude diesen strengen 0,20-Wert mit Innendämmung kaum erreichen, greift die Förderung in der Praxis vor allem bei Denkmal- und Fachwerkobjekten.

Welcher Dämmstoff eignet sich für die Innendämmung?

Kapillaraktive Systeme wie Mineralschaum und Kalziumsilikat gelten als sicherste Wahl für Innendämmung. Sie transportieren eingedrungene Feuchte selbstständig zurück zur Raumluft. Klassische Mineralwolle benötigt dagegen zwingend eine Dampfbremse, um denselben Schutz zu erreichen.

Die folgende Tabelle vergleicht die vier wichtigsten Systeme nach Wärmeleitfähigkeit, Diffusionswiderstand, Preis und Feuchteverhalten:

Dämmstoffλ W/(m·K)Diffusionswiderstand µPreis eingebaut €/m²Diffusionsoffen
Mineralschaum (Multipor)0,042260–100 €Ja, kapillaraktiv
Kalziumsilikat0,055–0,0653–670–120 €Ja, stark kapillaraktiv
Holzfaser (Steico internal)0,038580–130 €Ja, kapillaraktiv
Mineralwolle + Dampfbremse0,032–0,040Folie sd ≥ 2 m55–90 €Nein, benötigt Dampfbremse

Mineralschaum Multipor erreicht laut technischem Datenblatt von Xella (2026) eine Wärmeleitfähigkeit von 0,042 W/(m·K) bei einem Diffusionswiderstand von nur µ = 2. Das macht ihn zum Allrounder für Denkmal- und Fachwerkobjekte. Kalziumsilikat nimmt durch seine hohe Alkalität mit pH-Werten über 10 Feuchte auf und hemmt gleichzeitig Schimmelsporen – deshalb ist es die erste Wahl bei aktiver Schimmelsanierung. Steico internal erreicht als Holzfaserplatte laut Herstellerdatenblatt (2026) 0,038 W/(m·K) und eignet sich besonders für Fachwerk, weil das Material stark diffusionsoffen bleibt. Ein weiteres Dämmstoff-Überblick-Kapitel vergleicht alle Materialien auch für Dach und Fassade.

Lehmbauplatten bilden eine ökologische Nische: Sie sind stark kapillaraktiv und regulieren die Raumluftfeuchte spürbar, erreichen mit λ 0,090–0,120 W/(m·K) aber eine deutlich schwächere Dämmwirkung. Sie eignen sich vor allem für dünne Innenschalen mit geringem Dämmanspruch, etwa in Kombination mit Holzfaser.

Was bringen 5 Zentimeter Innendämmung beim U-Wert?

5 Zentimeter Innendämmung senken den U-Wert einer ungedämmten Altbauwand um 56 bis 68 Prozent, je nach gewähltem Material. Diese Rechnung beantwortet eine der meistgestellten Fragen zur Innendämmung konkret.

Ausgangspunkt ist eine typische Vollziegelwand: 36 Zentimeter stark, U-Wert 1,5 W/(m²K). Die Formel 1/U(neu) = 1/U(alt) + Dämmdicke/λ ergibt dann folgendes Bild:

Dämmstoff (5 cm)U-Wert nachherVerbesserung
Mineralwolle (λ 0,035)0,48 W/(m²K)−68 %
Holzfaser (λ 0,038)0,50 W/(m²K)−66 %
Mineralschaum Multipor (λ 0,042)0,54 W/(m²K)−64 %
Kalziumsilikat (λ 0,060)0,67 W/(m²K)−56 %

Die Tabelle zeigt einen oft übersehenen Zusammenhang: Der beste Dämmwert (niedrigstes λ) erreicht nicht automatisch die höchste Feuchtesicherheit. Mineralwolle dämmt bei 5 Zentimetern am stärksten, benötigt aber zwingend eine intakte Dampfbremse. Kalziumsilikat dämmt schwächer, bleibt aber auch bei Verarbeitungsfehlern feuchtetechnisch fehlerverzeihend. Für die BAFA-Förderung reichen 5 Zentimeter bei keinem Material aus – der geforderte U-Wert von 0,20 W/(m²K) verlangt deutlich dickere Aufbauten oder einen Sonderstatus wie Denkmalschutz.

Innendämmung im Fachwerkhaus: Was ist zu beachten?

Fachwerkhäuser mit sichtbarem Holzgefüge benötigen zwingend diffusionsoffene Innendämmung ohne Dampfbremse. Das WTA-Merkblatt 8-5 (Fachwerkinstandsetzung, Teil V) schreibt diese Bauweise als verbindlichen Standard vor. Grund ist die Feuchtigkeit, die Fachwerk-Gefache kapillar nach außen abgeben müssen.

Eine Dampfbremse wäre bei Fachwerk kontraproduktiv: Sie schließt Feuchte im Holzständerwerk ein und begünstigt Holzfäule. Bewährt haben sich deshalb drei Systeme: Holzfaserplatten wie Steico internal, Zellulose-Einblasdämmung in die Gefache sowie Mineralschaum Multipor. Übliche Dämmstärken liegen bei 6 bis 8 Zentimetern. Darüber steigt das Risiko für die Holzsubstanz überproportional.

Bei Fachwerk ist ein numerischer Feuchteschutznachweis nach DIN EN 15026 (Fraunhofer-WUFI-Verfahren) Pflicht. Das vereinfachte Glaser-Verfahren nach DIN 4108-3 gilt für diese Konstruktion als unzulässig, weil es kapillare Feuchtetransporte nicht abbildet. Kosten für die Fachwerk-Innendämmung liegen häufig etwas über dem Standardbereich, weil die handwerkliche Ausführung an Gefachen aufwendiger ist.

Innendämmung und Denkmalschutz: Welche Regeln gelten?

Denkmalgeschützte Gebäude dürfen fast immer nur von innen gedämmt werden, weil die Fassade ihren historischen Zustand behalten muss. Die Innendämmung wird damit zur einzigen zulässigen energetischen Maßnahme an der Außenwand.

Für Baudenkmäler gilt bei der BEG-EM-Förderung eine erleichterte Anforderung: U ≤ 0,45 W/(m²K) statt sonst 0,20 W/(m²K). Diese Erleichterung macht Innendämmung bei Denkmalobjekten förderfähig. Standardgebäude verfehlen den strengen Wert dagegen meist. Die Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde erfolgt vor Antragstellung und legt fest, welche Dämmstärke und Oberfläche zulässig sind. Auch bei Denkmalobjekten gilt: Energetische Sanierung im Denkmalschutz verlangt in jedem Fall eine enge Abstimmung mit der zuständigen Behörde.

Braucht Innendämmung immer eine Dampfbremse?

Nein – nur dampfbremsende Systeme wie Mineralwolle oder PUR benötigen zwingend eine Dampfbremse. Kapillaraktive Dämmstoffe wie Kalziumsilikat, Mineralschaum oder Holzfaser mit Kalkputz kommen bewusst ohne sie aus. Diese Unterscheidung wird häufig übersehen und führt zu Fehlern auf beiden Seiten.

Wird Mineralwolle ohne Dampfbremse verbaut, kondensiert Feuchtigkeit ungehindert im kalten Wandbereich – ein Baumangel mit hohem Schimmelrisiko. Umgekehrt scheitert eine Dampfbremse häufig an schlecht abgedichteten Steckdosen oder Rohrdurchführungen. Fraunhofer-IBP-Forschung zur Kapillaraktivität von Innendämmungen bestätigt: Kapillaraktive Materialien transportieren Feuchte über die Porenstruktur zurück zur Raumseite und regulieren so den Feuchtehaushalt der Konstruktion, ganz ohne mechanische Sperrschicht.

Die richtige Wahl hängt vom Gebäudetyp ab, nicht von persönlicher Vorliebe. Bei Fachwerk und Denkmal ist die kapillaraktive Lösung nahezu Pflicht. Bei einer einzelnen Mietwohnung mit sauberer handwerklicher Ausführung bleibt die dampfbremsende Variante eine günstigere Option.

Innendämmung der Deckenunterseite: Sonderfall Durchfahrt und Garage

Die Deckenunterseite wird gedämmt, wenn eine Wohnung über einer unbeheizten Zone liegt – etwa über einer Durchfahrt, Tiefgarage oder einem Lagerraum. Die Dämmung wird von unten an die Betondecke geklebt, meist mit Mineralschaum oder PUR-Verbundplatten.

Die Kosten liegen mit 40 bis 100 Euro pro Quadratmeter unter denen der Wand-Innendämmung, weil keine Vorsatzschale nötig ist. Förderrechtlich gilt für Decken gegen unbeheizte Räume ein Anforderungswert von U ≤ 0,25 W/(m²K), etwas milder als bei Außenwänden. Der Förderweg ist ansonsten identisch: 15 Prozent BAFA-Grundzuschuss, plus iSFP-Bonus nach der seit Juli 2026 geltenden Teilbetragslogik. Für angrenzende Bauteile lohnt der Vergleich mit der Kellerdeckendämmung, die nach demselben Prinzip funktioniert, aber von der kalten statt der warmen Seite gedämmt wird.

Innendämmung und Wärmepumpe: Passt das zusammen?

Innendämmung senkt die nötige Vorlauftemperatur und macht Wärmepumpen dadurch erst wirtschaftlich. Eine ungedämmte Altbauwand mit U 1,5 W/(m²K) verlangt Vorlauftemperaturen von 65 bis 75 Grad Celsius. Bei diesen Werten sinkt die Jahresarbeitszahl vieler Luftwärmepumpen unter 3,0.

6 bis 8 Zentimeter Innendämmung senken die spezifische Heizlast einer Altbauwand um 30 bis 40 Prozent. Damit sinkt die benötigte Vorlauftemperatur häufig unter die kritische Schwelle von 50 Grad Celsius. Erst unterhalb dieser Schwelle arbeiten moderne Luftwärmepumpen mit hoher Effizienz. Die sinnvolle Reihenfolge einer Sanierung beginnt deshalb meist mit der Gebäudehülle, dann folgt die Wärmepumpe im Altbau als letzter Schritt.

Häufige Fragen zur Innendämmung 2026

Ist Innendämmung sinnvoll?

Ja, wenn Außendämmung technisch oder rechtlich ausgeschlossen ist. Das betrifft vor allem Denkmalschutz, Fachwerk, Grenzbebauung und einzelne Mietwohnungen. Ohne diese Gründe bleibt Außendämmung die bauphysikalisch bessere Wahl.

Was kostet Innendämmung pro Quadratmeter?

Zwischen 55 und 130 Euro eingebaut, abhängig vom Dämmstoff. Mineralwolle mit Dampfbremse ist am günstigsten, Aerogel am teuersten.

Wird Innendämmung 2026 gefördert?

Ja, über die BEG-EM mit 15 Prozent Grundzuschuss und einem iSFP-Bonus von 5 Prozentpunkten auf den Kostenanteil über 30.000 Euro. Alternativ steht der Steuerbonus § 35c EStG mit 20 Prozent über drei Jahre offen.

Gibt es eine eigene Förderung für Schimmelsanierung?

Nein. Energetisch bedingter Schimmel läuft über die reguläre BEG-EM-Dämmförderung, reine Schimmelbeseitigung über den Handwerkerbonus nach § 35a EStG mit 20 Prozent der Lohnkosten, maximal 1.200 Euro jährlich.

Führt Innendämmung zwangsläufig zu Schimmel?

Nein, nur bei Ausführungsfehlern. Kapillaraktive Systeme oder eine korrekt verlegte Dampfbremse gelten als bauphysikalisch sicher, wenn zusätzlich ausreichend gelüftet wird.

Braucht Innendämmung eine Dampfbremse?

Bei Mineralwolle oder PUR ja, bei kapillaraktiven Systemen wie Kalziumsilikat oder Multipor nein. Die Wahl hängt vom Gebäudetyp und der Ausführungsqualität ab.

Was bringen 5 Zentimeter Innendämmung?

Sie senken den U-Wert einer typischen Altbauwand um 56 bis 68 Prozent, je nach Material. Für die BAFA-Förderung reichen 5 Zentimeter allein aber nicht aus.

Welches Material eignet sich am besten für Fachwerk?

Diffusionsoffene Systeme wie Holzfaser, Zellulose-Einblasdämmung oder Mineralschaum Multipor. Eine Dampfbremse ist bei Fachwerk ausdrücklich unzulässig.

Was ist der Unterschied zwischen Multipor und Kalziumsilikat?

Multipor erreicht mit λ 0,042 W/(m·K) eine bessere Dämmwirkung. Kalziumsilikat nimmt durch stärkere Kapillaraktivität mehr Feuchte auf und eignet sich deshalb besser für aktive Schimmelsanierung.

Fazit: Das richtige System entscheidet über den Erfolg

Innendämmung ist bei Denkmalschutz, Fachwerk und Grenzbebauung oft die einzige Option – und bauphysikalisch anspruchsvoller als Außendämmung. Die Kosten liegen bei 55 bis 130 Euro pro Quadratmeter, die BAFA-Förderung deckt 15 Prozent plus einen seit Juli 2026 neu berechneten iSFP-Bonus. Für Schimmelsanierung existiert keine eigene Förderung, wohl aber zwei reale Wege über BEG-EM oder den Handwerkerbonus. Entscheidend bleibt die Systemwahl: kapillaraktiv bei Denkmal und Fachwerk, dampfbremsend nur bei sauberer Ausführung.

Quellen & Belege

& Belege: BAFA – Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle und Technische FAQ zur BEG (Stand Juli 2026); Verbraucherzentrale Saarland, Pressemitteilung zu Wärmedämmung und Schimmel (Zitat Reinhard Schneeweiß); Verbraucherzentrale Energieberatung, Innendämmung; Fraunhofer IBP, Forschung zur Kapillaraktivität von Innendämmungen; Xella Deutschland, Technisches Produktdatenblatt Multipor; Steico SE, Technisches Datenblatt STEICOinternal; WTA e.V., Merkblatt 8-5 Fachwerkinstandsetzung; Einkommensteuergesetz § 35a und § 35c EStG.