Solar Carport: Wann sich die Investition lohnt und was Sie beachten müssen
Ein Solar Carport schützt Ihr Auto vor Witterung und erzeugt gleichzeitig Solarstrom. Die PV-Module bilden das Dach der Überdachung. Der erzeugte Strom lädt Ihr Elektroauto, versorgt Ihren Haushalt oder wird ins Netz eingespeist.
Die Technologie ist ausgereift und wirtschaftlich attraktiv – aber nur unter bestimmten Bedingungen. Ein Solar Carport kostet 14.000 bis 35.000 Euro. Er rechnet sich primär, wenn Sie ein Elektroauto besitzen und den Strom selbst verbrauchen. Ohne E-Auto verlängert sich die Amortisation auf 15 bis 20 Jahre.
Bei 42watt empfehlen wir Solar Carports für E-Auto-Besitzer mit eigenem Stellplatz. Für alle anderen ist eine PV-Anlage auf dem Hausdach wirtschaftlich sinnvoller. Sie erzeugt mehr Strom bei niedrigeren Kosten pro Kilowatt-Peak.
Was ist ein Solar Carport?
Die technische Definition
Ein Solar Carport kombiniert eine Überdachung für Fahrzeuge mit integrierten Photovoltaik-Modulen auf dem Dach.
Die drei Hauptkomponenten:
- Tragkonstruktion: Aluminium, Stahl oder Holz-Stützen
- PV-Module: Kristalline oder bifaziale Module als Dachfläche
- Elektrische Komponenten: Wechselrichter, optional Speicher und Wallbox
Abgrenzung zu Dach-PV:
- Solar Carport: Eigenständige Konstruktion auf Stellplatz
- Dach-PV: Module auf bestehendem Gebäudedach
- Vorteil Carport: Optimale Ausrichtung möglich, keine Dachstatik-Prüfung
Zwei Bauarten: BAPV vs. BIPV
BAPV (Standard):
- Module werden auf fertiges Carport-Dach montiert
- Einfachere Installation
- Niedrigere Kosten
- Geeignet für Nachrüstung
BIPV (Premium):
- Module ersetzen konventionelles Dach
- Ästhetisch ansprechender
- Höhere Kosten
- Nur bei Neubau sinnvoll
Für Privathaushalte: BAPV ist wirtschaftlich überlegen. BIPV lohnt sich nur bei Designanspruch oder Bauvorschriften.
Wirtschaftlichkeit: Wann rechnet sich ein Solar Carport?
Investitionskosten nach Ausstattung
Basis-Carport (Einzelcarport, 3-4 kWp):
- Carport-Konstruktion: 4.000-6.000 €
- PV-Module (3-4 kWp): 3.000-4.000 €
- Wechselrichter: 1.500-2.000 €
- Installation: 2.000-3.000 €
- Gesamt: 14.000-19.000 €
- Jahresertrag: 3.300-4.200 kWh
Doppelcarport mit Wallbox (6-8 kWp):
- Carport-Konstruktion: 8.000-12.000 €
- PV-Module (6-8 kWp): 5.000-7.000 €
- Wechselrichter: 2.000-3.000 €
- Wallbox (11-22 kW): 1.500-2.500 €
- Installation: 3.500-5.000 €
- Gesamt: 20.000-29.500 €
- Jahresertrag: 6.000-8.400 kWh
Doppelcarport mit Speicher & Wallbox (6-8 kWp):
- Carport-Konstruktion: 8.000-12.000 €
- PV-Module (6-8 kWp): 5.000-7.000 €
- Batteriespeicher (10 kWh): 5.000-7.000 €
- Wechselrichter (hybrid): 2.500-3.500 €
- Wallbox: 1.500-2.500 €
- Installation: 4.000-6.000 €
- Gesamt: 26.000-38.000 €
- Jahresertrag: 6.000-8.400 kWh
- Eigenverbrauchsquote: 70-85%
Amortisationsrechnung: Mit und ohne E-Auto
Szenario 1: MIT Elektroauto (täglich 40 km Fahrt)
Ausgangslage:
- Doppelcarport mit 6 kWp + Wallbox
- Investition: 24.000 € (nach Förderung: 18.000 €)
- Jahresertrag: 6.000 kWh
- E-Auto-Verbrauch: 3.500 kWh/Jahr (40 km × 250 Tage × 14 kWh/100 km)
- Haushaltsverbrauch: 4.000 kWh/Jahr
Stromnutzung:
- E-Auto-Ladung aus Solar: 2.800 kWh (80% im Sommer direkt)
- Haushalts-Eigenverbrauch: 1.800 kWh (30%)
- Einspeisung: 1.400 kWh
- Eigenverbrauch gesamt: 76%
Wirtschaftlichkeit:
- Ersetzte Ladekosten: 2.800 kWh × 0,36 €/kWh = 1.008 €/Jahr
- Ersetzte Haushaltsstrom: 1.800 kWh × 0,36 € = 648 €/Jahr
- Einspeisevergütung: 1.400 kWh × 0,079 € = 111 €/Jahr
- Gesamt-Ersparnis: 1.767 €/Jahr
- Amortisation: 18.000 € ÷ 1.767 € = 10,2 Jahre
Szenario 2: OHNE Elektroauto
Ausgangslage:
- Doppelcarport mit 6 kWp (ohne Wallbox)
- Investition: 22.000 € (nach Förderung: 17.000 €)
- Jahresertrag: 6.000 kWh
- Haushaltsverbrauch: 4.000 kWh/Jahr
Stromnutzung:
- Haushalts-Eigenverbrauch: 1.800 kWh (30%)
- Einspeisung: 4.200 kWh
- Eigenverbrauch: 30%
Wirtschaftlichkeit:
- Ersetzte Haushaltsstrom: 1.800 kWh × 0,36 € = 648 €/Jahr
- Einspeisevergütung: 4.200 kWh × 0,079 € = 332 €/Jahr
- Gesamt-Ersparnis: 980 €/Jahr
- Amortisation: 17.000 € ÷ 980 € = 17,3 Jahre
Mit Batteriespeicher (10 kWh):
- Mehrkosten: 6.000 €
- Eigenverbrauch steigt auf: 65%
- Haushalts-Eigenverbrauch: 3.900 kWh
- Einspeisung: 2.100 kWh
- Ersetzte Haushaltsstrom: 3.900 × 0,36 = 1.404 €
- Einspeisevergütung: 2.100 × 0,079 = 166 €
- Gesamt: 1.570 €/Jahr
- Amortisation gesamt: 23.000 € ÷ 1.570 € = 14,6 Jahre
Unsere Bewertung:
- Mit E-Auto: Amortisation 10 Jahre → wirtschaftlich sinnvoll
- Ohne E-Auto, ohne Speicher: 17 Jahre → grenzwertig
- Ohne E-Auto, mit Speicher: 15 Jahre → akzeptabel, wenn Platz auf Dach fehlt
Vergleich: Solar Carport vs. Dach-PV
Solar Carport (6 kWp):
- Investition: 24.000 €
- Kosten pro kWp: 4.000 €
- Jahresertrag: 6.000 kWh
- Zusatznutzen: Fahrzeugschutz
Dach-PV (6 kWp):
- Investition: 10.000-14.000 €
- Kosten pro kWp: 1.667-2.333 €
- Jahresertrag: 6.000-6.500 kWh
- Zusatznutzen: Keine
Mehrkosten Carport: 10.000-14.000 €
Diese Mehrkosten zahlen Sie für:
- Carport-Konstruktion selbst (5.000-8.000 €)
- Aufwendigere Installation (2.000-3.000 €)
- Separate Statik und Fundamente (1.000-2.000 €)
Wann sich die Mehrkosten lohnen:
- Sie brauchen ohnehin einen Carport (Mehrkosten nur 3.000-5.000 €)
- Dach ungeeignet (Verschattung, Nordausrichtung, Denkmalschutz)
- E-Auto vorhanden (direkte Ladung optimiert Eigenverbrauch)
- Stellplatz optimal nach Süden ausrichtbar
Genehmigung: Was Sie beachten müssen
Bundesland-spezifische Regelungen
Die Genehmigungspflicht variiert stark nach Bundesland.
Wichtig: "Genehmigungsfrei" bedeutet NICHT "ohne Regelung". Alle baurechtlichen Vorgaben (Grenzabstände, Bebauungsplan, Statik) müssen trotzdem eingehalten werden.
Die kritischen Punkte
1. Grenzabstände:
- Standard-Abstand zur Grenze: 2,5-3,0 m
- Ausnahme Grenzbebauung: Direkt an Grenze erlaubt
- Bedingung: Maximale Länge 9-18 m (je nach Bundesland)
- Problem: Bestehende Garagen zählen mit
Praxis-Beispiel Rheinland-Pfalz:
- Bestehende Garage an Grenze: 10 m lang
- Geplanter Carport: 12 m lang
- Summe: 22 m
- Limit: 18 m
- Ergebnis: Ablehnung, obwohl Solarpflicht-Erfüllung
2. Kumulative Bebauung:
Alle Gebäude im Grenzabstand von 0-3 m zählen zusammen:
- Garages
- Carports
- Geräteschuppen
- Mülltonnenhäuschen
Überschreiten Sie die Summe, brauchen Sie Baugenehmigung – auch wenn der Carport allein unter der Grenze läge.
3. Mittlere Wandhöhe:
Nicht die Gesamthöhe zählt, sondern die mittlere Wandhöhe.
Berechnung:
Mittlere Wandhöhe = (Höhe Vorderseite + Höhe Rückseite) ÷ 2
Beispiel:
- Vorderseite (Einfahrt): 2,2 m
- Rückseite (Abfallend): 2,8 m
- Mittlere Wandhöhe: (2,2 + 2,8) ÷ 2 = 2,5 m → OK (unter 3 m)
Kosten und Risiken bei fehlender Genehmigung
Genehmigungskosten:
- Bauvoranfrage: 100-300 €
- Vollständiger Bauantrag: 500-800 €
- Statik-Nachweis: 500-1.000 €
- Gesamt: 1.100-2.100 €
Kosten bei illegaler Errichtung:
- Bußgeld: 500-10.000 €
- Nachträgliche Genehmigung: 1.000-3.000 € (nicht garantiert)
- Abriss-Anordnung: Totalverlust (24.000 €)
Unsere Empfehlung: Investieren Sie die 1.100-2.100 € in Sicherheit. Das Risiko eines Totalverlusts ist nicht kalkulierbar.
Solarpflicht: Carport als Ersatzfläche?
Einige Bundesländer erlauben, die Solarpflicht über Carports zu erfüllen, wenn das Hausdach ungeeignet ist.
Solarpflicht-Regelungen (Stand 2025):
BundeslandSolarpflicht NeubauCarport als ErsatzflächeBedingungenBaden-WürttembergJa (seit 2022)JaGleiche PV-Leistung wie DachBerlinJa (seit 2023)EingeschränktEinzelfallprüfungNordrhein-WestfalenJa (ab 2025)Ja30% Dachfläche oder 3 kWpRheinland-PfalzJa (seit 2023)JaDokumentation nötigBayernNein (Soll-Vorschrift)--
Praktische Umsetzung:
- Dach verschattet oder Nordausrichtung → Carport-PV kann angerechnet werden
- Sie müssen nachweisen, warum Dach ungeeignet ist
- Carport muss mindestens gleiche Leistung haben wie Dach-Pflicht
Beispiel Baden-Württemberg:
- Pflicht: 30% Dachfläche = 6 kWp
- Dach verschattet durch Bäume (Nordseite) → Ungeeignet
- Carport: 6 kWp nach Süden → Erfüllt Solarpflicht
- Dokumentation: Verschattungs-Gutachten nötig
Technische Komponenten im Detail
Die Tragkonstruktion
Material-Optionen:
Statik-Anforderungen:
Die Konstruktion muss folgenden Lasten standhalten:
- Schneelast: 150-360 kg/m² (regional unterschiedlich)
- Windlast: Bis 60 m/s (216 km/h Sturm)
- Eigengewicht Module: 12-15 kg/m²
- Zusatzlast: Wartung, Schnee-Anhäufung
Fundamente:
Betonfundamente (Standard):
- Größe: 40 × 40 × 80 cm pro Stütze
- Aushärtung: 28 Tage
- Kosten: 400-600 € pro Fundament
- Frostsicherheit: 80 cm Tiefe nötig
Schraubfundamente (Modern):
- Geoschrauben in Boden gedreht
- Sofort tragfähig (keine Aushärtung)
- Kosten: 200-400 € pro Stütze
- Wintermontage möglich
- Rückbaubar (bei Umzug)
Unsere Empfehlung: Schraubfundamente sparen 60% Bauzeit und sind bei Lehm/Sandboden ideal.
PV-Module: Monofazial vs. Bifazial
Monofaziale Module (Standard):
- Stromerzeugung nur Vorderseite
- Leistung: 180-210 Wp/m²
- Kosten: 180-250 €/m²
- Effizienz: 20-22%
Bifaziale Module (Empfohlen für Carports):
- Stromerzeugung Vorder- UND Rückseite
- Leistung: 190-220 Wp/m² (Vorderseite) + 6-15% Rückseite
- Kosten: 200-280 €/m² (gleich teuer wie monofazial 2025)
- Effizienz: 20-22% + Zusatzertrag durch Reflexion
- Vorteil: Teiltransparent → heller Parkplatz
Mehrertrag bifaziale Module:
- Heller Untergrund (Kies, weiß): +12-15%
- Grauer Asphalt: +6-8%
- Gras/Erde: +3-5%
Beispiel 6 kWp Carport:
- Monofazial: 6.000 kWh/Jahr
- Bifazial (Asphalt): 6.420 kWh/Jahr (+7%)
- Mehrertrag: 420 kWh × 0,36 € = 151 €/Jahr
- Mehrkosten: 0 € (2025 preisgleich)
Unsere Empfehlung: Immer bifaziale Module für Carports. Gleicher Preis, 7-12% Mehrertrag kostenlos.
Glas-Glas vs. Glas-Folie Module
Glas-Folie (Standard):
- Aufbau: Glas (vorne) + Folie (hinten)
- Gewicht: 18-20 kg/m²
- Lebensdauer: 25-30 Jahre
- Garantie: 25 Jahre
- Brandschutz: Normalentflammbar
- Kosten: 180-220 €/m²
Glas-Glas (Premium):
- Aufbau: Glas (vorne) + Glas (hinten)
- Gewicht: 21-24 kg/m²
- Lebensdauer: 35-40 Jahre
- Garantie: 30 Jahre
- Brandschutz: Schwerentflammbar (Klasse B1)
- Kosten: 210-260 €/m²
Mehrkosten Glas-Glas: 1.500-2.000 € bei 6 kWp
Vorteile Glas-Glas:
- Längere Lebensdauer (10 Jahre mehr)
- Besserer Brandschutz (relevant bei Wohngebieten)
- Geringere Degradation (0,4% statt 0,7% pro Jahr)
- Höhere Stabilität
Wann sich Glas-Glas lohnt:
- Carport nahe Wohngebäude (Brandschutz)
- Langfristige Investition (30+ Jahre geplant)
- Dichte Wohngebiete mit Brandschutz-Auflagen
Wallbox-Integration
AC-Wallbox (Standard):
- Leistung: 11 kW (3-phasig)
- Ladezeit Elektroauto: 4-6 Stunden (50 kWh Batterie)
- Kosten: 800-1.500 €
- Installation: 500-1.000 €
AC-Wallbox mit Lastmanagement:
- Leistung: 11-22 kW (variabel)
- Dynamische Anpassung an verfügbaren PV-Strom
- Kosten: 1.500-2.500 €
- Vorteil: Maximiert Eigenverbrauch
Bidirektionale Wallbox (V2H/V2G):
- Leistung: 11 kW (bidirektional)
- Auto kann Haus versorgen (Vehicle-to-Home)
- Kosten: 3.000-5.000 €
- Status: Marktreif ab 2025/2026
- Voraussetzung: E-Auto mit CCS ISO 15118-20
V2H-Beispiel:
- E-Auto-Batterie: 60 kWh
- Nutzbar für Haus: 30 kWh (50%)
- Hausverbrauch pro Tag: 12 kWh
- Notstrom-Dauer: 2,5 Tage
Unsere Empfehlung: Standard-Wallbox mit Lastmanagement (1.500-2.000 €) ist das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. V2H erst ab 2026, wenn mehr E-Autos kompatibel sind.
Batteriespeicher: Lohnt sich das?
Speicher-Dimensionierung
Faustformel:
Speichergröße (kWh) = Täglicher Hausverbrauch (kWh) × 0,8
Beispiel 4-Personen-Haushalt:
- Jahresverbrauch: 4.000 kWh
- Tagesverbrauch: 4.000 ÷ 365 = 11 kWh
- Optimale Speichergröße: 11 × 0,8 = 8,8 kWh → 10 kWh Speicher
Wirtschaftlichkeit mit Speicher
Solar Carport 6 kWp + 10 kWh Speicher:
Ohne Speicher:
- Eigenverbrauch: 30%
- Einspeisung: 70%
- Eigenverbrauch: 1.800 kWh × 0,36 € = 648 €
- Einspeisung: 4.200 kWh × 0,079 € = 332 €
- Gesamt: 980 €/Jahr
Mit Speicher (+6.000 €):
- Eigenverbrauch: 65%
- Einspeisung: 35%
- Eigenverbrauch: 3.900 kWh × 0,36 € = 1.404 €
- Einspeisung: 2.100 kWh × 0,079 € = 166 €
- Gesamt: 1.570 €/Jahr
Mehrertrag durch Speicher: 590 €/JahrAmortisation Speicher: 6.000 € ÷ 590 € = 10,2 Jahre
Mit E-Auto: Speicher weniger wichtig, da Auto tagsüber lädt
Ohne E-Auto: Speicher erhöht Eigenverbrauch von 30% auf 65%
LiFePO4 vs. Lithium-Ionen
Degradation:
- LiFePO4: 0,5% pro Jahr bei 25°C
- Lithium-Ion: 1,5% pro Jahr
Nach 10 Jahren:
- LiFePO4: Noch 95% Kapazität
- Lithium-Ion: Noch 85% Kapazität
Unsere Empfehlung: LiFePO4 trotz höherer Anschaffungskosten. Über 15 Jahre günstiger wegen längerer Lebensdauer.
Förderungen 2025
KfW 442: Solarstrom für Elektroautos
Förderumfang:
- PV-Anlage: 600 € pro kWp (max. 6.000 €)
- Batteriespeicher: 250 € pro kWh (max. 3.000 €)
- Wallbox (11 kW): 600 € pauschal
- Wallbox (bidirektional): 1.200 € pauschal
Bedingungen:
- Antrag VOR Kauf stellen
- E-Auto muss vorhanden oder bestellt sein
- PV, Speicher und Wallbox müssen gemeinsam gekauft werden
Beispielrechnung 6 kWp Carport:
- PV-Module 6 kWp: 600 € × 6 = 3.600 €
- Batteriespeicher 10 kWh: 250 € × 10 = 2.500 €
- Wallbox bidirektional: 1.200 €
- Gesamt-Förderung: 7.300 €
Wichtig: Förderung ist begrenzt auf 10.200 € Gesamtinvestition. Carport-Konstruktion ist NICHT förderfähig.
Umsatzsteuer-Befreiung (0%)
Seit 2023 gilt 0% Umsatzsteuer auf:
- PV-Module
- Wechselrichter
- Batteriespeicher
- Wallboxen
- Installation
Ausnahme: Carport-Konstruktion selbst unterliegt 19% USt.
Beispiel 24.000 € Gesamtinvestition:
- Carport-Konstruktion: 10.000 € (19% USt = 1.900 €)
- PV-Komponenten: 14.000 € (0% USt = 0 €)
- Ersparnis: 2.660 € (14.000 × 16%)
Regionale Förderungen
Bayern:
- PV-Speicher-Programm: 500-3.200 €
- 10 kWh Speicher: 1.000 € Zuschuss
- Kumulierbar mit KfW 442
Berlin (SolarPLUS):
- PV bis 12.000 € Zuschuss
- Speicher bis 5.000 € Zuschuss
- E-Auto-Bonus: +500 €
Baden-Württemberg (L-Bank):
- Bis 50% Kostenübernahme
- Gilt für PV + Speicher + Wärmepumpe
- Nicht kumulierbar mit KfW 442
Nordrhein-Westfalen:
- Wallbox-Zusatzförderung: 1.000-1.500 €
- Stromzuleitung: +40% Zuschuss
Maximale Förderung: Stacking-Beispiel
Doppelcarport Bayern (6 kWp + 10 kWh + Wallbox):
Effektive Investition: 18.800 € (statt 29.000 € ohne Förderung)
Ersparnis: 10.200 € (35%)
Häufige Fragen zu Solar Carports
Brauche ich eine Baugenehmigung?
Das hängt von Bundesland, Größe und Lage ab.
Meist genehmigungsfrei:
- Grundfläche unter 50 m²
- Mittlere Wandhöhe unter 3 m
- Grenzabstand mindestens 3 m
Immer genehmigungspflichtig:
- Bayern (alle Carports)
- Grenzüberschreitende Bebauung
- Überschreitung der Kumulierung (18 m Grenzbebauung)
Praxis-Tipp: Stellen Sie Bauvoranfrage (100-300 €). Diese klärt Genehmigungsfragen ohne Bauantrag.
Kann ich einen Carport selbst bauen?
Teilweise ja, aber elektrische Installation muss Fachbetrieb machen.
Selbst möglich:
- Fundamente setzen (mit Statik-Nachweis)
- Carport-Konstruktion aufbauen
- Module mechanisch befestigen
NUR Fachbetrieb:
- Elektrische Verkabelung
- Wechselrichter-Anschluss
- Wallbox-Installation
- Netzanschluss
- Inbetriebnahme
Kosten Fachbetrieb: 3.000-5.000 € (nicht verzichtbar)
Unsere Bewertung: Selbstbau spart 2.000-4.000 €, erfordert aber 40-60 Stunden Arbeit und handwerkliches Geschick.
Funktioniert ein Solar Carport im Winter?
Ja, aber mit reduzierter Leistung.
Winterliche Erträge (6 kWp):
Im Winter erzeugt der Carport 70-85% weniger als im Sommer.
Vorteil Carport: Schnee rutscht bei Neigung ab (meist 5-15° Dachneigung). Module sind schneller schneefrei als Flachdach-PV.
Lohnt sich ein Solar Carport ohne E-Auto?
Nur begrenzt.
Wirtschaftlichkeit ohne E-Auto:
- Amortisation: 15-20 Jahre (ohne Speicher)
- Amortisation: 13-16 Jahre (mit Speicher)
Vergleich Dach-PV:
- Amortisation: 9-12 Jahre
- Kosten pro kWp: 40-50% niedriger
Unsere Empfehlung: Ohne E-Auto ist Dach-PV wirtschaftlich überlegen. Nur wenn Dach ungeeignet ist (Verschattung, Nordausrichtung), macht ein Carport Sinn.
Muss ich den Solar Carport anmelden?
Ja, bei netzgekoppelter Anlage.
Anmeldepflichten:
- Marktstammdatenregister (MStR) bei Bundesnetzagentur
- Netzbetreiber (vor Inbetriebnahme)
- Batteriespeicher separat im MStR
Fristen:
- Netzbetreiber: 1 Monat vor Inbetriebnahme
- MStR: 1 Monat nach Inbetriebnahme
- Versäumnis: Bußgeld bis 50.000 €
Insellösung (Off-Grid): Keine Anmeldung nötig, aber unwirtschaftlich (keine Einspeisung möglich).
Was kostet die Wartung?
Jährliche Wartungskosten:
- Sichtprüfung: 100-150 €
- Reinigung (optional): 100-200 €
- Elektrische Messung (alle 4 Jahre): 150-200 €
- Durchschnitt: 150-250 €/Jahr
Zusätzliche Kosten alle 12-15 Jahre:
- Wechselrichter-Austausch: 1.800-2.500 €
20-Jahres-Gesamtkosten:
- Wartung: 4.000-5.000 €
- Wechselrichter: 2.000 €
- Gesamt: 6.000-7.000 €
Zusammenfassung: Wann sich ein Solar Carport lohnt
Solar Carports kombinieren Fahrzeugschutz mit Stromerzeugung. Die Technologie ist ausgereift und wirtschaftlich – aber nur unter bestimmten Bedingungen.
Solar Carport sinnvoll für:
- E-Auto-Besitzer mit eigenem Stellplatz (Amortisation 9-12 Jahre)
- Hausbesitzer mit ungeeignetem Dach (Verschattung, Nordausrichtung)
- Erfüllung der Solarpflicht, wenn Dach nicht nutzbar
- Carport ohnehin geplant (Mehrkosten nur 3.000-5.000 €)
Dach-PV besser bei:
- Kein E-Auto vorhanden (Carport: 17 Jahre Amortisation vs. Dach-PV: 11 Jahre)
- Dach geeignet und ausreichend groß
- Budget unter 20.000 €
- Fokus auf maximale Wirtschaftlichkeit
Unsere Empfehlung nach Situation:
70% der Hausbesitzer: Dach-PV statt Carport
- Investition: 12.000-18.000 € (8-10 kWp)
- Amortisation: 9-12 Jahre
- Kosten pro kWp: 1.500-1.800 €
20% der Hausbesitzer: Solar Carport mit E-Auto
- Investition: 24.000 € (nach Förderung: 18.000 €)
- Amortisation: 10-12 Jahre
- Zusatznutzen: Fahrzeugschutz
10% der Hausbesitzer: Solar Carport ohne E-Auto (nur bei ungeeignetem Dach)
- Investition: 22.000 € (nach Förderung: 17.000 €)
- Amortisation: 15-18 Jahre
- Alternative wenn Dach nicht nutzbar
Bei 42watt planen wir Solar Carports primär für E-Auto-Besitzer. Ohne Elektroauto ist eine PV-Anlage auf dem Hausdach wirtschaftlich deutlich überlegen – sie kostet 40 Prozent weniger pro Kilowatt-Peak und amortisiert sich 5 bis 7 Jahre früher.
Die 30 Minuten ehrliche Beratung können Ihnen 8.000 bis 15.000 Euro Mehrkosten ersparen, wenn ein Carport für Ihre Situation nicht optimal ist.


