Heizkosten berechnen 2026: Kosten pro m² für Gas, Öl und Wärmepumpe
Heizkosten berechnen Sie mit 1 Formel: Wärmebedarf geteilt durch den Nutzungsgrad der Heizung, mal Preis je kWh, plus Grundkosten. Im 42watt-Rechenbeispiel kostet ein Einfamilienhaus mit 140 m² rund 1.400 Euro im Jahr mit Wärmepumpe, 2.500 Euro mit Gas und 3.600 Euro mit Heizöl. Dieser Ratgeber zeigt den Rechenweg, die Heizkosten pro m² laut Heizspiegel 2026 und die günstigste Heizung im Bestand.
Das Wichtigste in Kürze
- Formel Heizkosten: Wärmebedarf (kWh) ÷ Nutzungsgrad bzw. JAZ × Preis je kWh + Grundkosten
- Jahreskosten EFH 140 m², 18.000 kWh: Wärmepumpe 1.411 € (WP-Tarif), Pellets 2.091 €, Gas 2.530 €, Fernwärme 3.060 €, Heizöl 3.642 €
- Energiepreise 2026: Gas 12,23 ct/kWh (BDEW 10/2026), Strom 37,3 ct, WP-Tarif 24 ct, Heizöl 172 €/100 l (30.10.2026), Pellets 9,29 ct
- Heizspiegel 2026, 80–150 m²: Gas bis 15,70 €/m² mittel, ab 27,21 €/m² zu hoch; Wärmepumpe bis 9,70 €/m² mittel
- Heizkosten pro Monat 2026 (Heizspiegel-Prognose): EFH 130 m² Gas 161 €, Wärmepumpe 108 €; Wohnung 70 m² Gas 93 €, Wärmepumpe 61 €
- Gemessene Effizienz: Gas-Brennwertkessel 86,6 % bezogen auf den Brennwert (DBU-Feldtest, Bericht 2004), Luft-Wasser-Wärmepumpe JAZ 3,4 (Fraunhofer ISE 11/2025)
- Break-even: Wärmepumpe im Betrieb günstiger als Gas ab JAZ 1,8 mit WP-Tarif, ab JAZ 2,65 mit Haushaltsstrom
- CO2-Preis 2026: 55–65 €/t = 1,19–1,40 ct/kWh Gas brutto, 2027 laut Bundestagsbeschluss ebenso, ab 2028 Marktpreis im ETS 2
Wie berechnen Sie Ihre Heizkosten?
Ihre Heizkosten berechnen Sie so: Wärmebedarf in kWh geteilt durch Nutzungsgrad oder Jahresarbeitszahl, mal Energiepreis je kWh, plus feste Grundkosten. Der Wärmebedarf ist die Wärme, die Ihr Haus für Räume und Warmwasser braucht. Der Nutzungsgrad gibt an, welcher Anteil der eingekauften Energie im Jahresmittel als Wärme ankommt. Bei Wärmepumpen heißt dieser Wert Jahresarbeitszahl (JAZ).
Formel: Heizkosten pro Jahr = Wärmebedarf (kWh) ÷ Nutzungsgrad bzw. JAZ × Preis (€/kWh) + Grundkosten (€)
Das 42watt-Rechenbeispiel nutzt ein Einfamilienhaus im Bestand mit 140 m² und 18.000 kWh Wärmebedarf. Das sind rund 129 kWh pro m² und Jahr. Alle Varianten rechnen mit denselben Annahmen:
| Energieträger | Preis 2026 | Quelle, Stand | Nutzungsgrad oder JAZ |
|---|---|---|---|
| Erdgas, Brennwertkessel | 12,23 ct/kWh | BDEW, Neuverträge, 10/2026 | 0,87 |
| Heizöl | 172 € je 100 l | esyoil, 3.000 l, 30.10.2026 | 0,85 |
| Fernwärme | 17 ct/kWh | vzbv, Median, 01/2026 | 1,0 |
| Holzpellets | 9,29 ct/kWh | DEPI, 6 t, 10/2026 | 0,80 |
| Wärmepumpe, Haushaltsstrom | 37,3 ct/kWh | BDEW, 10/2026 | JAZ 3,4 |
| Wärmepumpe, WP-Tarif | 24 ct/kWh plus 140 € | Verbraucherzentrale NRW, 02/2026 | JAZ 3,4 |
| Stromdirektheizung | 37,3 ct/kWh | BDEW, 10/2026 | 1,0 |
Der Gaspreis des BDEW enthält den Grundpreis anteilig. Der Fernwärmepreis ist ein Effektivpreis aus Jahresgesamtpreis und Wärmemenge. Die Werte für Gas und Wärmepumpe sind Mittelwerte aus Feldmessungen. Der Pelletwert ist eine 42watt-Annahme innerhalb der gemessenen Spanne, der Ölwert eine 42watt-Annahme. Daraus ergibt sich dieses Ergebnis:
| Energieträger | Energieeinkauf pro Jahr | Kosten pro Jahr | pro Monat | pro m² und Jahr |
|---|---|---|---|---|
| Wärmepumpe, WP-Tarif | 5.294 kWh Strom | 1.411 € | 118 € | 10,08 € |
| Wärmepumpe, Haushaltsstrom | 5.294 kWh Strom | 1.975 € | 165 € | 14,11 € |
| Holzpellets | 4,5 t | 2.091 € | 174 € | 14,93 € |
| Erdgas | 20.690 kWh | 2.530 € | 211 € | 18,07 € |
| Fernwärme | 18.000 kWh | 3.060 € | 255 € | 21,86 € |
| Heizöl | 2.118 l | 3.642 € | 304 € | 26,02 € |
| Stromdirektheizung | 18.000 kWh Strom | 6.714 € | 560 € | 47,96 € |
Kurz eingeordnet: Die Wärmepumpe mit Wärmepumpentarif hat im Beispiel die niedrigsten Heizkosten, Heizöl und Stromdirektheizung die höchsten. Gas kostet rund 1.120 Euro mehr pro Jahr als die Wärmepumpe, Heizöl rund 2.230 Euro mehr. Im Gas- und Ölpreis steckt der CO2-Preis bereits. Beim Korridor von 55 bis 65 Euro pro Tonne sind das 246 bis 290 Euro beim Gas und 371 bis 438 Euro beim Heizöl. Wartung und Schornsteinfeger sind nicht enthalten.
Warum rechnet 42watt mit gemessenen Nutzungsgraden?
42watt rechnet mit gemessenen Nutzungsgraden, weil Heizungen im Alltag deutlich schlechter arbeiten als auf dem Prüfstand. Ein von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) geförderter Feldtest mit 60 Gas-Brennwertanlagen ergab im Mittel 86,6 % (Messungen 1999 bis 2003, Bericht 2004). Der Wert bezieht sich auf den Brennwert, also auf die Basis der Gasrechnung. Hersteller nennen nach Norm 105 bis 109 % bezogen auf den Heizwert.
Für Pelletkessel ermittelte eine 2015 veröffentlichte Feldmessung an 5 Anlagen in Österreich Jahresnutzungsgrade von 65 bis 85 %, 42watt setzt 0,80 an. Auf dem Prüfstand waren es 90 bis 94 %. Für Wärmepumpen gilt der Feldtest des Fraunhofer ISE vom November 2025. Luft-Wasser-Wärmepumpen im Bestand erreichten dort eine JAZ von 3,4 im Mittel, die Spanne reichte von 2,6 bis 4,9. Für Ölkessel setzt 42watt 0,85 an, zwischen Niedertemperatur- und Brennwertkessel.
Wie stark ändern Preise und Effizienz das Ergebnis?
Den größten Einfluss haben der Energiepreis und die Effizienz der Heizung: 2 Cent mehr beim Gas kosten das Beispielhaus rund 410 Euro im Jahr. Die Tabelle verändert jeweils nur 1 Annahme und lässt alle anderen gleich.
| Annahme | Wert | Heizkosten pro Jahr | Änderung |
|---|---|---|---|
| Gaspreis | 10,23 / 14,23 ct | 2.117 € / 2.944 € | −413 € / +414 € |
| Nutzungsgrad Gas | 0,75 / 0,95 | 2.935 € / 2.317 € | +405 € / −213 € |
| Heizölpreis | 150 / 200 € je 100 l | 3.176 € / 4.235 € | −466 € / +593 € |
| JAZ mit WP-Tarif | 2,8 / 3,8 | 1.683 € / 1.277 € | +272 € / −134 € |
| Fernwärmepreis | 8 / 36 ct | 1.440 € / 6.480 € | −1.620 € / +3.420 € |
Kurz eingeordnet: Auch eine schwache Wärmepumpe mit JAZ 2,8 bleibt im Beispiel rund 850 Euro günstiger als Gas. Bei der Fernwärme entscheidet das örtliche Netz. Laut Wärmepreis-Transparenzplattform kostete sie im Januar 2026 zwischen gut 8 Cent in Mücheln und 36 Cent in Seelow.
Wie hoch sind die Heizkosten pro m² laut Heizspiegel 2026?
Laut Heizspiegel 2026 gelten bei Gebäuden mit 80 bis 150 m² für Erdgas Heizkosten bis 15,70 Euro pro m² und Jahr als mittel, ab 27,21 Euro als zu hoch. Der Heizspiegel ist eine Vergleichstabelle von co2online, einer gemeinnützigen Beratungsgesellschaft, mit dem Deutschen Mieterbund. Die Ausgabe 2026 wertet das Abrechnungsjahr 2025 aus. Grundlage sind laut co2online Daten von 67.000 Haushalten.
| Energieträger (80–150 m²) | niedrig bis | mittel bis | erhöht bis | zu hoch ab |
|---|---|---|---|---|
| Erdgas | 8,00 € | 15,70 € | 27,20 € | 27,21 € |
| Heizöl | 10,00 € | 16,50 € | 26,30 € | 26,31 € |
| Fernwärme | 6,80 € | 15,70 € | 33,00 € | 33,01 € |
| Wärmepumpe | 5,10 € | 9,70 € | 20,60 € | 20,61 € |
| Holzpellets | 5,40 € | 10,90 € | 18,60 € | 18,61 € |
Kurz eingeordnet: Die Werte gelten pro m² Wohnfläche und Jahr. Wer Warmwasser über Durchlauferhitzer oder Boiler bereitet, addiert 2,60 Euro pro m², bei Wärmepumpen 2,50 Euro. Das Beispielhaus liegt mit Gas bei 18,07 Euro und damit in der Stufe erhöht. Der Grund ist der Verbrauch, nicht der Preis: 20.690 kWh Gas sind rund 148 kWh pro m², die Grenze zu mittel liegt bei 127 kWh. Die 129 kWh pro m² des Beispiels sind Wärmebedarf, die Stufen des Heizspiegels beziehen sich auf den Gasverbrauch. Wichtig: Laut Heizspiegel-Flyer ermöglicht es die Vergleichstabelle nicht, Energieträger und Heizsysteme miteinander zu vergleichen. Dafür braucht es eine Rechnung mit einheitlichen Annahmen wie oben.
Wie hoch sind die Heizkosten pro Monat?
Ein Einfamilienhaus mit 130 m² zahlt 2026 laut Heizspiegel-Prognose im Schnitt rund 161 Euro im Monat für Gas, 108 Euro mit Wärmepumpe und 229 Euro mit Heizöl. Für Wohnungen mit 70 m² ergeben die Heizspiegel-Werte 93 Euro für Gas und 61 Euro mit Wärmepumpe.
| Energieträger | Einfamilienhaus, 130 m² | Wohnung, 70 m² (etwa 1 Person) | Wohnung, 103 m² (etwa 2 Personen) |
|---|---|---|---|
| Erdgas | 161 € | 93 € | 137 € |
| Heizöl | 229 € | 106 € | 156 € |
| Fernwärme | 171 € | 109 € | 161 € |
| Wärmepumpe | 108 € | 61 € | 90 € |
| Holzpellets | 145 € | 72 € | 105 € |
Kurz eingeordnet: Heizkosten hängen vor allem an der Fläche, nicht an der Personenzahl. Der Heizspiegel nennt keine Werte pro Person. Laut Zensus 2022 bewohnen Alleinlebende im Schnitt 73,3 m², das passt zur 70-m²-Wohnung des Heizspiegels. In Zweipersonenhaushalten sind es 51,5 m² je Person, zusammen also rund 103 m². Die Spalte für 2 Personen ist eine 42watt-Rechnung mit den Euro-pro-m²-Werten der 70-m²-Wohnung.
Wie rechnen Sie Ihre Heizkosten selbst nach?
Sie rechnen Ihre Heizkosten in 5 Schritten nach: Verbrauch ablesen, in kWh umrechnen, mit dem Preis multiplizieren, Grundkosten addieren und durch die Wohnfläche teilen. Den Verbrauch finden Sie auf der Jahresabrechnung oder am Zähler. Die Umrechnung in kWh macht Gas, Öl und Pellets vergleichbar.
| Energieträger | Einheit auf Rechnung oder Lieferschein | Umrechnung in kWh |
|---|---|---|
| Erdgas | m³ | m³ × Zustandszahl × Abrechnungsbrennwert |
| Heizöl | Liter | Liter × 10 kWh |
| Holzpellets | kg oder t | kg × 5 kWh |
| Fernwärme | kWh oder MWh | bereits Wärme, 1 MWh = 1.000 kWh |
| Wärmepumpe | kWh Strom | kWh Strom × JAZ = kWh Wärme |
Die Gasformel folgt dem DVGW-Arbeitsblatt G 685, dem Regelwerk der Gasversorger für die Abrechnung. Die Zustandszahl korrigiert Druck und Temperatur am Zähler, etwa 0,9645 im Beispiel von Bonn-Netz. Den Abrechnungsbrennwert finden Sie auf Ihrer Rechnung. Heizöl liefert nach der Norm DIN 51603-1 rund 10 kWh je Liter. Pellets mit ENplus-A1-Siegel liefern 4,6 bis 5,3 kWh je kg, der Preis je kWh des Pelletverbands DEPI entspricht 5 kWh je kg.
1. Verbrauch ablesen: Ein Haus verbraucht laut Abrechnung 1.900 m³ Gas.
2. In kWh umrechnen: 1.900 m³ × 0,9645 × 11,2 kWh Brennwert ergeben 20.525 kWh.
3. Preis anwenden: 20.525 kWh × 12,23 Cent ergeben 2.510 Euro im Jahr.
4. Grundkosten prüfen: Ein Grundpreis kommt hinzu, wenn er nicht schon im kWh-Preis steckt.
5. Durch die Fläche teilen: 2.510 Euro ÷ 140 m² ergeben 17,93 Euro pro m².
Den Brennwert von 11,2 kWh pro m³ nutzt das Beispiel als Rechenwert. Für einen schnellen Überschlag reicht laut Heizspiegel die Faustregel 1 m³ Gas entspricht etwa 10 kWh.
Wie rechnen Sie Gasverbrauch in Wärmepumpen-Strom um?
Gasverbrauch rechnen Sie in Wärmepumpen-Strom um, indem Sie die kWh Gas mit dem Nutzungsgrad multiplizieren und durch die JAZ teilen. Im Beispiel ergeben 20.525 kWh Gas mal 0,87 rund 17.856 kWh Wärme. Bei JAZ 3,4 braucht die Wärmepumpe dafür 5.252 kWh Strom. Mit Wärmepumpentarif kostet das rund 1.400 Euro im Jahr inklusive Grundpreis. Die Verbraucherzentrale NRW schreibt dazu: „Die Arbeitspreise mit Modul 2 liegen bei durchschnittlich 24 Cent pro Kilowattstunde, inklusive Netzentgeltreduktion.“ Modul 2 bedeutet einen separaten Zähler für die steuerbare Wärmepumpe. Welche Tarife es gibt und wann sie sich lohnen, erklärt der Beitrag Stromkosten einer Wärmepumpe. Ihren eigenen Wert schätzen Sie mit dem Rechner zum Stromverbrauch Ihrer Wärmepumpe ab.
Was beeinflusst die Höhe der Heizkosten?
Die Heizkosten hängen von 4 Faktoren ab: Wärmebedarf des Gebäudes, Effizienz der Heizung, Energiepreis und CO2-Preis. Der Wärmebedarf hängt an Baujahr, Dämmung und Wohnfläche. Der Heizspiegel stuft beim Gas bis 65 kWh pro m² als niedrig ein und ab 221 kWh als zu hoch.
- Effizienz: Die 7 Niedertemperaturkessel im DBU-Feldtest kamen im Mittel nur auf 75,3 % Nutzungsgrad. Im Beispiel kostet das rund 400 Euro mehr als ein Brennwertkessel.
- Vorlauftemperatur: Je wärmer das Heizwasser für die Heizkörper sein muss, desto niedriger ist die JAZ einer Wärmepumpe.
- Vertragsart: Private Haushalte insgesamt zahlten im 1. Halbjahr 2026 laut Destatis im Schnitt 11,58 Cent pro kWh Gas. Neuverträge kosteten laut BDEW 2026 bisher im Schnitt 12,23 Cent.
- Grundkosten: Grundpreis, Zählermiete, Wartung und Schornsteinfeger fallen unabhängig vom Verbrauch an.
Was Wartung und Schornsteinfeger bei einer Gasheizung kosten, zeigt der Beitrag Gasheizung Kosten.
Wie wirkt der CO2-Preis bis 2028?
Der CO2-Preis liegt 2026 im Korridor von 55 bis 65 Euro pro Tonne, das verteuert Erdgas um 1,19 bis 1,40 Cent pro kWh und Heizöl um 17,5 bis 20,7 Cent pro Liter. Grundlage sind 0,1814 kg CO2 je kWh Erdgas und 2,676 kg je Liter Heizöl. Seit dem 01.07.2026 werden die Zertifikate an der Energiebörse EEX versteigert.
Der Bundestag hat am 15.10.2026 beschlossen, den Korridor auch 2027 bei 55 bis 65 Euro zu halten. Ab 2028 bildet der europäische Emissionshandel ETS 2 den Preis frei am Markt. Eine feste Obergrenze gibt es dann nicht. Je 10 Euro pro Tonne mehr zahlt das Beispielhaus rund 45 Euro mehr für Gas oder 67 Euro mehr für Öl. Wie sich der Gaspreis bisher entwickelt hat, zeigt der Beitrag Gaspreisentwicklung.
Was ist die günstigste Heizung im Bestand 2026?
Im Betrieb ist 2026 die Wärmepumpe die günstigste Heizung im Bestand, im Beispiel mit 1.411 Euro im Jahr bei Wärmepumpentarif. Auf Platz 2 folgt die Pelletheizung mit 2.091 Euro, auf Platz 3 Erdgas mit 2.530 Euro. Heizöl kostet 3.642 Euro, eine Stromdirektheizung 6.714 Euro. Wer günstig heizen will, achtet auf 3 Bedingungen:
- JAZ: Gegenüber Gas ist die Wärmepumpe ab einer JAZ von 1,8 mit Wärmepumpentarif günstiger. Mit Haushaltsstrom liegt die Schwelle bei 2,65.
- Tarif: Der Wärmepumpentarif spart im Beispiel 564 Euro pro Jahr gegenüber Haushaltsstrom.
- Pellets als Alternative: Gegenüber Pellets lohnt sich die Wärmepumpe ab JAZ 2,2 mit Wärmepumpentarif, mit Haushaltsstrom erst ab 3,2.
Die schwächste Luft-Wasser-Wärmepumpe im Fraunhofer-Feldtest erreichte 2,6. Damit liegt selbst sie mit Wärmepumpentarif über der Schwelle gegenüber Gas, mit Haushaltsstrom knapp darunter. Der Heizspiegel 2026 kommt zum selben Ranking: Für ein Einfamilienhaus mit 130 m² nennt er 1.300 Euro mit Wärmepumpe und 1.930 Euro mit Gas. Florian Becker, Bundesdirektor des Deutschen Mieterbunds, sagt dazu: „Der Heizspiegel zeigt: Gerade fossile Heizungen werden immer mehr zum Kostenrisiko“.
Die Rechnung zeigt nur die laufenden Kosten. Die Wärmepumpe kostet in der Anschaffung mehr als ein Gaskessel. Was sie mit Einbau und Förderung kostet, erklärt der Beitrag Was kostet eine Wärmepumpe mit Einbau. Stromdirektheizungen wie Infrarot oder Nachtspeicher vergleicht der Beitrag Heizen mit Strom. Ihre eigene Ersparnis und Amortisation berechnen Sie mit dem Wärmepumpen-Rechner für den Kostenvergleich mit Gas, Öl und Fernwärme.
Ist Heizöl oder Gas günstiger?
Erdgas ist 2026 günstiger als Heizöl: Im Beispielhaus kostet Gas 2.530 Euro im Jahr, Heizöl 3.642 Euro. Pro kWh Wärme sind das rund 14,1 Cent beim Gas und 20,2 Cent beim Öl. Heizöl kostete am 30.10.2026 laut esyoil knapp 172 Euro je 100 Liter bei 3.000 Litern Abnahme. Das EU-Ölbulletin der Europäischen Kommission nannte für den 26.10.2026 einen Durchschnitt von 175 Euro. Erst unter rund 120 Euro je 100 Liter wäre Öl im Beispiel so günstig wie Gas.
Wie entwickeln sich die Heizkosten über 20 Jahre?
Über 20 Jahre tragen Gas und Heizöl das größere Preisrisiko, weil der CO2-Preis ab 2028 frei am Markt entsteht. Laut co2online könnten sich die Heizkosten von Gas- und Ölheizungen bis 2045 mehr als verdoppeln. Die Tabelle zeigt, was höhere CO2-Preise im Beispielhaus zusätzlich kosten. Die Werte sind Rechenbeispiele, keine Prognosen.
| CO2-Preis | Mehrkosten Gas pro Jahr | Mehrkosten Heizöl pro Jahr | Mehrkosten Gas über 20 Jahre |
|---|---|---|---|
| 60 €/t (Mitte Korridor 2026) | 0 € | 0 € | 0 € |
| 100 €/t | 179 € | 270 € | 3.580 € |
| 150 €/t | 402 € | 607 € | 8.040 € |
Kurz eingeordnet: Die Rechnung vergleicht jeweils mit 60 Euro pro Tonne, rechnet mit 3,75 t CO2 beim Gas und 5,67 t beim Heizöl pro Jahr inklusive 19 % Mehrwertsteuer, setzt den CO2-Preis über alle 20 Jahre konstant an und lässt Verbrauch und alle anderen Preise gleich. Steigende Netzentgelte und die Bio-Treppe für neue Gaskessel ab 2029 kommen hinzu. Bei der Wärmepumpe fällt kein CO2-Preis nach dem Brennstoffemissionshandelsgesetz an. Sie hängt am Strompreis. Bei der Fernwärme bestimmt der örtliche Versorger den Preis, je Netz gibt es in der Regel nur 1 Anbieter. Preise und Verträge erklärt der Beitrag Fernwärme Kosten. Wie sich alle Heizungsarten inklusive Anschaffung über 20 Jahre rechnen, zeigt der Beitrag Heizungsarten im Vergleich.
Wie senken Sie Ihre Heizkosten?
Ihre Heizkosten senken Sie am schnellsten über die Raumtemperatur: Jedes Grad weniger spart laut Innenministerium Baden-Württemberg etwa 6 % Heizkosten. Im Beispielhaus mit Gas sind das rund 152 Euro pro Jahr. Laut Heizspiegel haben rund 90 % der Haushalte Sparpotenzial, im Einfamilienhaus bis zu 1.000 Euro im Jahr. 5 Maßnahmen im Überblick:
- Temperatur senken: Der Ratgeber des Innenministeriums Baden-Württemberg empfiehlt 20 °C im Wohnzimmer, 18 °C in der Küche und 17 °C im Schlafzimmer.
- Verhalten anpassen: Richtig heizen, lüften und weniger Warmwasser sparen laut co2online bis zu 10 % Energie.
- Tarif prüfen: Vergleichen Sie Ihren Preis je kWh inklusive anteiligem Grundpreis mit dem Neukunden-Mittel von 12,23 Cent für Gas.
- Heizung einstellen lassen: Lassen Sie Heizkurve und Vorlauftemperatur auf Ihr Haus einstellen statt auf die Werkseinstellung.
- Heizung tauschen: Der Wechsel von Öl auf Wärmepumpe spart im Beispiel rund 2.230 Euro im Jahr.
Martin Bentele, Geschäftsführer des Deutschen Energieholz- und Pellet-Verbands, rät Pelletnutzenden: „Die Preislage spricht weiter dafür, das Pelletlager nach individuellem Bedarf aufzufüllen.“ Pellets kosteten im Oktober 2026 laut DEPI 464,61 Euro je Tonne bei 6 Tonnen Abnahme.
Häufige Fragen zu Heizkosten
Wie hoch sind die Heizkosten pro m² im Durchschnitt?
Im Durchschnitt liegen die Heizkosten 2026 laut Heizspiegel-Prognose für ein Einfamilienhaus mit 130 m² bei rund 14,85 Euro pro m² mit Gas und 10 Euro mit Wärmepumpe. Heizöl kommt auf rund 21,10 Euro, Fernwärme auf 15,80 Euro und Pellets auf 13,40 Euro pro m² und Jahr.
Wie hoch sind die Heizkosten für 1 Person pro Monat?
Eine Person in einer 70-m²-Wohnung zahlt 2026 laut Heizspiegel-Prognose rund 93 Euro im Monat mit Gas und 61 Euro mit Wärmepumpe. Mit Fernwärme sind es rund 109 Euro, mit Heizöl 106 Euro.
Was kostet Heizen mit Gas pro Jahr im Einfamilienhaus?
Ein Einfamilienhaus mit 18.000 kWh Wärmebedarf zahlt bei 12,23 Cent pro kWh rund 2.530 Euro im Jahr für Gas. Darin stecken 246 bis 290 Euro CO2-Preis. Der Heizspiegel 2026 nennt für 130 m² im Schnitt 1.930 Euro.
Gibt es einen einfachen Heizkostenrechner?
Der einfachste Heizkostenrechner ist die Formel Wärmebedarf ÷ Nutzungsgrad × Preis + Grundkosten. Für Gas setzen Sie die kWh von der Rechnung direkt mit Ihrem Arbeitspreis an. Für Öl rechnen Sie Liter mal 10 kWh, für Pellets kg mal 5 kWh.
BDEW-Strompreisanalyse und BDEW-Gaspreisanalyse (Oktober 2026, 28.10.2026); BDEW-Gaspreisanalyse April 2026 (Methodik); Destatis (Gaspreise 1. Halbjahr 2026, 30.09.2026); esyoil (Heizölpreise, 30.10.2026); Europäische Kommission, Weekly Oil Bulletin (26.10.2026); Deutscher Energieholz- und Pellet-Verband (Pelletpreis Oktober 2026, 16.10.2026); Wärmepreis-Transparenzplattform von AGFW, VKU und BDEW, Auswertung vzbv (via ZfK, 06.03.2026); Verbraucherzentrale NRW, Marktcheck Wärmepumpen-Stromtarife (20.02.2026); Fraunhofer ISE, Feldtest Wärmepumpen im Bestand (03.11.2025); Deutsche Bundesstiftung Umwelt, Abschlussbericht AZ 14133 Feldtest Brennwertkessel (04/2004); Carlon et al., Applied Energy 155 (2015); co2online, Heizspiegel 2026 (Pressemitteilung 22.09.2026 und Flyer, Abrechnungsjahr 2025); Umweltbundesamt, Wohnfläche (Zensus 2022); DVGW-Arbeitsblatt G 685 (Bonn-Netz); DIN 51603-1; ENplus-Anforderungen (LfULG Sachsen); EEX, nationaler Emissionshandel 2026; Deutscher Bundestag (BEHG-Änderung, 15.10.2026); Innenministerium Baden-Württemberg, CLEVERLÄND Tipp Nr. 8 (27.10.2022).


