Max Nestler
October 20, 2026
Lesezeit
13
Minuten
Wärmepumpe
Arten & Systemleistung

Heizungsarten im Vergleich 2026: Welche Heizung passt zu Ihrem Haus?

Für bestehende Häuser kommen 2026 rund 10 Heizungsarten infrage, von der Wärmepumpe über Gas, Öl und Pellets bis zur Fernwärme. Seit dem 29.07.2026 dürfen Hausbesitzende die Heizungsart wieder frei wählen, neue Gas- und Ölheizungen brauchen ab 2029 aber steigende Bio-Anteile. Dieser Ratgeber vergleicht Investition, Heizkosten, CO₂ und Förderung in einer Tabelle und rechnet 4 Heizsysteme über 20 Jahre offen durch.

Inhaltsverzeichnis
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Das Wichtigste in Kürze

  • Seit 29.07.2026 gilt das GModG: Alle Heizungsarten dürfen wieder eingebaut werden, die 65-%-Pflicht ist entfallen.
  • Neue Gas- und Ölheizungen brauchen ab 2029 mindestens 10 % Bio-Anteil, ab 2040 60 % (Bio-Treppe, § 43 GModG).
  • Heizspiegel 2026 (Prognose, EFH 130 m²): Wärmepumpe 1.300 €, Pellets 1.740 €, Gas 1.930 €, Fernwärme 2.055 €, Öl 2.745 € im Jahr.
  • KfW 458 seit 21.07.2026: 30 % Grundförderung, mit Boni bis 70 %, bis 30.000 € zu versteuerndem Haushaltseinkommen bis 80 %; förderfähig max. 28.000 € für die 1. Wohneinheit (ab 01.02.2027: 27.250 €).
  • Gas- und Ölkessel, Stromdirektheizungen und Stirling-Geräte erhalten keine KfW-Förderung.
  • 42watt-Rechenbeispiel über 20 Jahre: Gas mit Bio-Treppe rund 65.200 €, Wärmepumpe 52.500–57.000 €, Pellets und Fernwärme 47.300–56.800 €.
  • Wasserstoff ist für Privathaushalte bisher praktisch nicht verfügbar, das Kernnetz bis 2032 verbindet Industrie- und Gewerbecluster.
  • Bestehende Heizungen dürfen weiterlaufen, die 30-Jahre-Austauschpflicht ist gestrichen.

Welche Heizungsarten gibt es 2026 im Vergleich?

Im Bestand stehen 2026 vor allem Wärmepumpe, Gas- und Ölkessel, Pelletheizung, Fernwärme, Hybridheizung und Stromheizungen zur Wahl, ergänzt durch Solarthermie und Mikro-KWK. Die Systeme unterscheiden sich stark bei Anschaffung, laufenden Kosten und Förderung. Die Tabelle zeigt Werte für ein Einfamilienhaus. Die Heizkosten stammen aus dem Heizspiegel 2026 von co2online, der Prognose für 2026 bei 130 m² Wohnfläche.

HeizungsartInvestition EFH (brutto)Heizkosten pro JahrCO₂-FaktorFörderung KfW 458
Luft-Wasser-WärmepumpeAngebote Ø rund 36.400 €1.300 €101–165 g je kWh Wärme30 %, mit Boni bis 70 bzw. 80 %
Sole- oder Wasser-Wärmepumpe20.000–50.000 €1.300 € (alle Wärmepumpen)80–130 g je kWh Wärmewie Luft-Wasser
Gas-Brennwertkessel11.400–20.400 €1.930 €240 g je kWh Gaskeine
Öl-Brennwertkesselrund 9.000–17.000 €2.745 €310 g je kWh Ölkeine
Pelletheizung15.000–25.000 €1.740 €20 g je kWh Holzwie Wärmepumpe
FernwärmeAnschluss 8.000–15.000 €2.055 €40–400 g je nach Netzwie Wärmepumpe
Hybrid Wärmepumpe + Gas25.000–50.000 € komplettje nach WärmepumpenanteilMischwertnur Wärmepumpenteil
Nachtspeicher, Infrarot650–1.500 € je Nachtspeicherrund 2.860 € (Nachtspeicher, Heizspiegel 2025)344–560 g je kWh Stromkeine
Solarthermie (Ergänzung)10.000–15.000 €deckt 10–20 % im Altbau0 g30 %, Klimageschwindigkeitsbonus nur bei Tausch einer Altheizung
Mikro-KWK (Stirling, Brennstoffzelle)ab rund 16.000 €, teils ohne Einbau (Öko-Test 2016)keine Heizspiegel-Daten240 g je kWh Erdgasnur Brennstoffzelle mit Wasserstoff oder Biomethan

Kurz eingeordnet: Die Wärmepumpe hat die niedrigsten Heizkosten, gehört in der Anschaffung aber zu den teuren Systemen. Gas- und Ölkessel sind günstig im Einbau, erhalten keine Förderung und tragen den CO₂-Preis. Die CO₂-Faktoren stammen aus Anlage 9 des Gebäudemodernisierungsgesetzes (GModG). Für Netzstrom setzt das Gesetz 560 g an, das Umweltbundesamt beziffert den realen Strommix 2025 auf 344 g. Bei Wärmepumpen ist der Wert durch die Jahresarbeitszahl (JAZ) geteilt, also die Wärme pro kWh Strom im Jahresmittel. Der Feldtest des Fraunhofer ISE ermittelte im Bestand im Mittel 3,4 für Luft- und 4,3 für Erdreich-Wärmepumpen.

Welche Heizungsarten gibt es für ein Einfamilienhaus?

Für ein Einfamilienhaus lassen sich die Heizungsarten in 4 Gruppen ordnen: Wärmepumpen, Verbrennungsheizungen, Wärmenetze und Stromdirektheizungen. Solarthermie und Photovoltaik ergänzen diese Systeme, ersetzen sie aber nicht.

  • Wärmepumpen: Sie nutzen Wärme aus Luft, Erdreich oder Grundwasser und brauchen dafür Strom.
  • Verbrennungsheizungen: Gas-, Öl- und Pelletkessel verbrennen einen Brennstoff im Haus.
  • Wärmenetze: Fernwärme kommt fertig ins Haus, nötig ist nur eine Übergabestation.
  • Stromdirektheizungen: Nachtspeicher und Infrarotheizungen wandeln Strom 1:1 in Wärme um.

Mikro-KWK steht für Kraft-Wärme-Kopplung im Kleinformat: Das Gerät erzeugt gleichzeitig Wärme und Strom. Welche Wärmepumpen-Bauarten es gibt, erklärt der Beitrag Wärmepumpen-Arten im Überblick.

Was gilt heute als moderne Heizung?

Als moderne Heizungssysteme gelten 2026 vor allem Anlagen, die erneuerbare Energie nutzen und förderfähig sind: Wärmepumpe, Biomasseheizung, Solarthermie und Wärmenetzanschluss. Brennwertkessel nutzen zusätzlich die Wärme im Wasserdampf des Abgases, bleiben aber an fossile Brennstoffe gebunden. Der Markt verschiebt sich: 2025 verkaufte die Heizungsindustrie laut BDH rund 627.000 Wärmeerzeuger, davon rund 299.000 Wärmepumpen. Das waren 55 % mehr Wärmepumpen als 2024.

Wie heizen Sie günstig? Die Heizkosten im Ranking

Laut Heizspiegel 2026 heizen Einfamilienhäuser mit einer Wärmepumpe am günstigsten: rund 1.300 Euro im Jahr, also etwa 108 Euro im Monat. Grundlage ist die Prognose von co2online für 2026 bei 130 m², das eigene Haus kann deutlich abweichen.

1. Wärmepumpe: 1.300 € pro Jahr, rund 108 € pro Monat, plus 3 % gegenüber 2025.

2. Holzpellets: 1.740 € pro Jahr, rund 145 € pro Monat, plus 23 %.

3. Erdgas: 1.930 € pro Jahr, rund 161 € pro Monat, minus 5 %.

4. Fernwärme: 2.055 € pro Jahr, rund 171 € pro Monat, plus 1 %.

5. Heizöl: 2.745 € pro Jahr, rund 229 € pro Monat, plus 28 %.

Nachtspeicherheizungen weist der Heizspiegel 2026 nicht aus. Im Heizspiegel 2025 lagen sie für ein Einfamilienhaus bei rund 2.860 Euro. Günstig heizen geht auch ohne neue Heizung: Laut co2online haben rund 90 % der Haushalte Sparpotenzial, im Einfamilienhaus im Schnitt 1.000 Euro pro Jahr. Tanja Loitz, Geschäftsführerin von co2online, sagt: „Das Zeitalter günstiger fossiler Heizenergie ist spätestens seit der Energiekrise vor vier Jahren vorbei.“

42watt-Rechenbeispiel: Was kosten 4 Heizungsarten über 20 Jahre?

Im 42watt-Rechenbeispiel kostet eine neue Gasheizung über 20 Jahre rund 65.200 Euro, eine Luft-Wasser-Wärmepumpe 52.500 bis 57.000 Euro. Pelletheizung und Fernwärme liegen je nach Förderung bei 47.300 bis 56.800 Euro. Die Rechnung addiert Eigenanteil nach Förderung, Heizkosten und Zusatzkosten für 2027 bis 2046.

Annahmen: Einfamilienhaus mit 130 m² im Bestand, Heizkosten konstant laut Heizspiegel-Prognose 2026. Zusatzkosten für Wartung und Schornsteinfeger nach co2online: Wärmepumpe 150 €, Gas 220 €, Pellets 400 €, Fernwärme 0 € pro Jahr. Investition: Wärmepumpe 36.400 € (Angebotsschnitt Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz 2026), Gaskessel 15.900 € und Pelletheizung 20.000 € (jeweils Mitte der Spanne), Fernwärmeanschluss 11.500 €. KfW 458 mit 30 % oder 46 % auf höchstens 28.000 € bei Antrag bis 31.01.2027. Ab dem 01.02.2027 gelten 27.250 € und 12 % Klimageschwindigkeitsbonus, der Eigenanteil der Wärmepumpe steigt dann bei 42 % auf rund 25.000 €. Die Gasheizung erfüllt die Bio-Treppe mit Biomethan: 16.000 kWh Gas pro Jahr, 6 Cent Mehrpreis je kWh Biomethan. Den Mehrpreis leiten wir aus Verivox-Daten ab (08/2025): Ein Tarif mit 65 % Biomethan kostete im Schnitt 15 Cent, normales Gas rund 11 Cent.

HeizungsartEigenanteil (30 % / 46 % Förderung)Betrieb 20 JahreGesamt bei 30 %Gesamt bei 46 %
Luft-Wasser-Wärmepumpe28.000 / 23.520 €29.000 €57.000 €52.520 €
Gas-Brennwert mit Bio-Treppe15.900 € (keine Förderung)49.288 €65.188 €65.188 €
Pelletheizung14.000 / 10.800 €42.800 €56.800 €53.600 €
Fernwärme8.050 / 6.210 €41.100 €49.150 €47.310 €

Kurz eingeordnet: Die Bio-Treppe kostet die Gasheizung im Beispiel rund 6.300 Euro. Pro Jahr steigt der Aufschlag von 96 Euro ab 2029 auf 576 Euro ab 2040. Ohne diesen Aufschlag läge Gas bei rund 58.900 Euro und damit nahe an der Wärmepumpe mit 30 % Förderung. Fernwärme schneidet gut ab, weil der Anschluss wenig kostet, hängt aber am örtlichen Preis. Laut ADAC kostet sie im Schnitt rund 17 Cent pro kWh, in etwa jedem 4. Netz 20 Cent oder mehr. Bei 20 Cent steigen die Gesamtkosten auf rund 56.400 Euro. Bei der Wärmepumpe zählt die Effizienz: Mit der schwächsten Feldtest-JAZ von 2,6 statt 3,4 wären es rund 65.000 Euro. Zinsen, Preissteigerungen und ein steigender CO₂-Preis ab 2028 sind nicht eingerechnet, Letzterer würde Gas zusätzlich verteuern. Eine Kurzstudie des Fraunhofer ISE im Auftrag des Versorgers MVV kommt zu einem ähnlichen Ergebnis.

Was gilt 2026 rechtlich für die einzelnen Heizungsarten?

Seit dem 29.07.2026 gilt das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG): Alle Heizungsarten dürfen wieder eingebaut werden, neue Gas- und Ölheizungen aber mit Auflagen. Es ist das umbenannte und geänderte Gebäudeenergiegesetz. Die Pflicht, neue Heizungen zu 65 % mit erneuerbaren Energien zu betreiben, ist entfallen.

HeizungsartNeueinbau im BestandAuflageGrundlage
Wärmepumpe, Pellets, Fernwärmeerlaubtkeine Bio-QuoteGModG
Gas-, Öl-, Flüssiggasheizungerlaubt10 % Bio-Anteil ab 2029, 15 % ab 2030, 30 % ab 2035, 60 % ab 2040§ 43 GModG
Hybrid mit Gas- oder ÖlkesselerlaubtBio-Treppe gilt als erfüllt, wenn Wärmepumpe mind. 30 % (alternativer Betrieb 40 %) der Spitzenlastleistung bringt§ 43 Abs. 5 GModG
StromdirektheizungeingeschränktWärmeschutz mind. 30 % besser als Anforderung, Ausnahmen für selbst genutzte Häuser mit bis zu 2 Wohnungen und beim Austausch von Einzelraum-Stromheizungen§ 46 GModG
Bestehende HeizungWeiterbetrieb erlaubtkeine Austauschpflicht, 30-Jahre-Regel gestrichen§§ 71–73 GEG alt entfallen

Kurz eingeordnet: Die Bio-Treppe betrifft nur Gas-, Öl- und Flüssiggasheizungen, die nach dem 29.07.2026 neu eingebaut werden. Erfüllen lässt sie sich mit Biomethan, Bioöl, biogenem Flüssiggas oder Wasserstoff. Nach einer Havarie, also einem irreparablen Ausfall der alten Heizung, gilt eine Übergangsfrist von 12 Monaten. Ein verbreiteter Irrtum lautet, Gasheizungen seien ab 2045 verboten. Ein Geräteverbot gibt es nicht. Nach § 42a GModG sollen Lieferanten ab 2045 aber nur noch klimaneutrale Brennstoffe verkaufen. Das Gesetz zur nötigen Grüngasquote soll die Bundesregierung bis zum 01.12.2026 vorlegen (Stand 20.10.2026: nicht beschlossen). Pflichten beim Wechsel erklärt der Beitrag Heizungstausch.

Welche Förderung gibt es für welche Heizungsart?

Die KfW fördert seit dem 21.07.2026 Wärmepumpen, Biomasseheizungen, Solarthermie, Brennstoffzellen, wasserstofffähige Heizungen und Wärmenetzanschlüsse mit 30 % Grundförderung. Gas- und Ölkessel, Stromdirektheizungen und Stirling-Geräte sind nicht förderfähig. Selbstnutzende Eigentümer können 2 Boni zusätzlich erhalten, der frühere Effizienzbonus ist entfallen. Die Gesamtförderung ist gedeckelt:

  • Klimageschwindigkeitsbonus: 16 % beim Tausch einer funktionierenden Öl-, Kohle-, Gasetagen- oder Nachtspeicherheizung oder einer mindestens 20 Jahre alten Gas- oder Biomasseheizung.
  • Einkommensbonus: 40 %, 30 % oder 10 % bei einem zu versteuernden Haushaltseinkommen bis 30.000, 40.000 oder 50.000 €. Mit mindestens 1 minderjährigen, kindergeldberechtigten Kind steigen die Grenzen einmalig um 10.000 €.
  • Obergrenze: höchstens 70 %, bei einem zu versteuernden Haushaltseinkommen bis 30.000 € (mit minderjährigem, kindergeldberechtigtem Kind bis 40.000 €) höchstens 80 %.

Förderfähig sind höchstens 28.000 Euro für die 1. Wohneinheit. Bei Antrag ab dem 01.02.2027 sinkt diese Grenze auf 27.250 Euro und der Klimageschwindigkeitsbonus auf 12 %, danach halbjährlich um weitere 750 Euro bzw. 4 Prozentpunkte. Bei Antrag ab dem 01.08.2028 entfällt der Bonus. Beim Hybrid fördert die KfW nur die Wärmepumpe. Den Antrag stellen Sie vor Beginn der Arbeiten.

Welche Heizung passt zu Ihrem Haus?

Welche Heizung passt, entscheiden vor allem 3 Faktoren: die nötige Vorlauftemperatur, der Platz am Haus und ein vorhandenes Wärmenetz. Die Vorlauftemperatur ist die Temperatur des Heizwassers für die Heizkörper. Eine Heizung, die für jedes Haus passt, gibt es nicht. 5 typische Situationen im Bestand:

  • Vorlauf bis rund 55 °C: Die Wärmepumpe ist meist die passende Wahl. Im Feldtest des Fraunhofer ISE erreichten Wärmepumpen mit Heizkörpern ähnliche Jahresarbeitszahlen wie mit Fußbodenheizung.
  • Dauerhaft höherer Vorlauf: Eine Hybridheizung oder eine Pelletheizung kann sinnvoll sein, bis Dämmung oder größere Heizkörper den Bedarf senken.
  • Wärmenetz vor der Tür: Fernwärme spart Technik im Keller. Prüfen Sie Preisblatt, Grundpreis und Vertragslaufzeit, denn ein Netz hat in der Regel nur 1 Anbieter.
  • Trockener Lagerraum vorhanden: Ein früherer Öltankraum kann als Pelletlager dienen. Die Anlage braucht laut ADAC rund 3,7 m² Stellfläche, inklusive Gewebetank und Warmwasserbereitung.
  • Sehr geringer Wärmebedarf: Infrarot oder andere Stromdirektheizungen eignen sich vor allem für gut gedämmte Häuser oder einzelne Räume. § 46 GModG setzt dafür Grenzen, außer in selbst genutzten Häusern mit bis zu 2 Wohnungen.

Einen ausführlichen Kostenvergleich zwischen Pellets und Wärmepumpe zeigt der Beitrag Pelletheizung oder Wärmepumpe. Preise und Verträge im Wärmenetz erklärt der Beitrag Fernwärme Kosten.

Welche Alternative zur Wärmepumpe gibt es?

Die realistischen Alternativen zur Wärmepumpe sind Pelletheizung, Fernwärme und Hybridheizung. Pellets sind erneuerbar und förderfähig, brauchen aber Lagerraum und jährlich rund 300 bis 430 Euro für Wartung und Service. Bei Fernwärme hängt die Klimabilanz am Netz: Laut ADAC stammen bundesweit nur rund 20 % der Fernwärme aus erneuerbaren Quellen, rund 53 % aus Gas. Die Hybridheizung eignet sich als Zwischenschritt. Eine neue Gas- oder Ölheizung ist erlaubt, trägt aber die Kosten der Bio-Treppe und des CO₂-Preises. Wann sich eine Kombination lohnt, zeigt der Beitrag Hybridheizung. Für Häuser mit Öltank vergleicht der Beitrag Alternativen zur Ölheizung die Optionen.

Was ist von Wasserstoff-, Stirling- und Brennstoffzellenheizungen zu halten?

Wasserstoff-, Stirling- und Brennstoffzellenheizungen spielen 2026 für Einfamilienhäuser im Bestand kaum eine Rolle. Wasserstoff ist für Haushalte bisher praktisch nicht verfügbar, für Stirling-Geräte und Brennstoffzellen fehlen aktuelle Preisdaten.

Was ist eine Wasserstoffheizung und wann kommt sie?

Eine Wasserstoffheizung ist ein Gaskessel, der statt Erdgas ganz oder teilweise Wasserstoff verbrennt, für Privathaushalte ist dieser Wasserstoff bisher praktisch nicht verfügbar. Die Verbraucherzentrale Energieberatung stellte im Dezember 2023 fest: „Aktuell werden keine Heizungen angeboten, die zu 100 Prozent mit Wasserstoff heizen können.“ H2-ready-Kessel vertragen danach etwa 20 % Wasserstoff im Erdgas. Das von der Bundesnetzagentur genehmigte Wasserstoff-Kernnetz umfasst 9.040 Kilometer bis 2032. Es verbindet Wasserstoffcluster wie Industrie- und Gewerbeparks. Laut den technischen Mindestanforderungen fördert die KfW wasserstofffähige Heizungen nur, wenn sie mit 100 % Wasserstoff laufen können, und auch dann nur die Mehrkosten.

Wie funktioniert eine Heizung mit Stirling-Motor?

Ein Stirling-Motor ist eine Wärmekraftmaschine, die von außen durch eine Gasflamme beheizt wird und daraus Strom und Heizwärme erzeugt. Im geschlossenen Motor bewegen sich 2 Kolben, ein Generator macht daraus Strom. Der Viessmann Vitotwin 300-W lieferte laut Herstellerbroschüre von 2011 rund 1 kW Strom und 6 kW Wärme, plus Gas-Brennwertkessel für Spitzenlast. Öko-Test nannte 2016 für den Vitotwin 350-F einen Preis ab 16.000 Euro, für den Dachs Stirling rund 20.000 Euro ohne Installation. Aktuelle Preise großer Hersteller haben wir nicht gefunden. Gas-Stirling-Geräte sind 2026 nicht förderfähig. Nach dem Wortlaut des § 43 GModG fallen sie als neue Gasheizung unter die Bio-Treppe.

Lohnt sich eine Brennstoffzellenheizung?

Eine Brennstoffzellenheizung ist förderfähig, aber nur bei Betrieb mit grünem oder blauem Wasserstoff oder mit Biomethan. Das verlangen die technischen Mindestanforderungen der Bundesförderung (Stand 2024). Eine Brennstoffzelle erzeugt Strom und Wärme ohne Flamme durch eine chemische Reaktion. Hinzu kommen ein elektrischer Wirkungsgrad von mindestens 32 % und 10 Jahre Vollwartung. Aktuelle unabhängige Preise haben wir nicht gefunden.

Häufige Fragen zu Heizungsarten

Dürfen Sie 2026 noch eine Gasheizung einbauen?

Ja, neue Gasheizungen sind seit dem 29.07.2026 wieder ohne 65-%-Vorgabe erlaubt. Ab 2029 müssen sie mindestens 10 % Biomethan oder Wasserstoff nutzen, ab 2040 60 %. Eine Förderung gibt es für den Gaskessel nicht.

Welche Heizungsart ist klimafreundlich?

Wärmepumpe und Pelletheizung verursachen je kWh Wärme deutlich weniger CO₂ als Gas, Öl oder Strom direkt. Anlage 9 GModG setzt für Holz 20 g, für Erdgas 240 g und für Heizöl 310 g CO₂ je kWh an. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe mit JAZ 3,4 kommt mit dem Strommix 2025 auf rund 101 g je kWh Wärme.

Welche Heizung eignet sich für ein ungedämmtes Haus?

Auch ein ungedämmtes Haus kann mit einer Wärmepumpe heizen, wenn die Heizkörper groß genug sind und der Vorlauf bis rund 55 °C reicht. Liegt der Bedarf deutlich höher, passen Hybrid- oder Pelletheizung. Eine Heizlastberechnung zeigt, welche Leistung das Haus wirklich braucht.

Quellen & Belege

Gebäudemodernisierungsgesetz §§ 42a, 43, 46 und Anlage 9 (Stand 29.07.2026); Bundesregierung (Gebäudemodernisierungsgesetz, 29.07.2026); BBSR GModG-Infoportal (Gas- und Ölheizungen); KfW Merkblatt 458 (Stand 09/2026, gültig ab 24.09.2026); Technische Mindestanforderungen BEG EM (Stand 03.01.2024); co2online Heizspiegel 2026 (Pressemitteilung 22.09.2026), Heizspiegel 2025, Heizungsarten im Vergleich (Stand 26.09.2024) und Ölheizung austauschen: Preise & Kosten; Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz (Wärmepumpen-Angebote, 02.07.2026; Solarthermie, Stand 03/2024); Fraunhofer ISE (Kurzstudie Wärmeversorgung für MVV Energie, 06/2026; Feldtest Wärmepumpen, 03.11.2025); ADAC (Pelletheizung 22.07.2026, Fernwärme, Hybridheizung, Nachtspeicherheizung, 2026); Umweltbundesamt (CO₂-Emissionen pro kWh Strom 2025, 23.03.2026); BDH (Jahresbilanz 01.02.2026); Verivox (Biogastarife, 21.08.2025); Verbraucherzentrale Energieberatung (Wasserstoffheizung, 14.12.2023); Bundesnetzagentur (Wasserstoff-Kernnetz, 22.10.2024); Viessmann (Vitotwin-Broschüre, 09/2011); Öko-Test (Nano-BHKW, 06.10.2016).