Gaspreisentwicklung 2026: 10 Jahre, Prognose und Heizkosten
Der Gaspreis für Haushalte ist in Deutschland seit 2016 um gut drei Viertel gestiegen, von rund 6,5 auf 11,6 Cent pro kWh im 1. Halbjahr 2026. Seit dem Iran-Krieg steigen die Großhandelspreise wieder, das Vergleichsportal Verivox erwartet zum Jahreswechsel bis zu 20 % Aufschlag. Dieser Ratgeber zeigt die Zeitreihe mit Quellen, die Preistreiber bis 2028 und ein Rechenbeispiel für ein Einfamilienhaus.
Das Wichtigste in Kürze
- Gaspreis Haushalte mit mittlerem Verbrauch: 6,52 ct/kWh (2016), 12,20 ct (2025) laut Eurostat; alle Haushalte im 1. Halbjahr 2026: 11,58 ct (Destatis).
- Neuverträge für ein Einfamilienhaus kosteten am 01.08.2026 laut BDEW 12,5 ct/kWh, 1,4 ct mehr als zu Jahresbeginn.
- Großhandel THE am 14.10.2026: 87,3 €/MWh, Lieferung 2027 am Terminmarkt 70,8 €/MWh (BDEW).
- Verivox erwartet zum Jahreswechsel bis zu 20 % höhere Gaspreise (Stand 02.10.2026).
- CO2-Preis soll 2027 bei 55 bis 65 €/t bleiben (Bundestagsbeschluss 15.10.2026, Bundesrat steht aus), ab 2028 Marktpreis im ETS 2.
- 42watt-Rechenbeispiel: 20.000 kWh kosten bei 11,58 ct rund 2.316 €/Jahr, davon rund 282 € CO2-Kosten.
- Gaspreisbremse (12 ct brutto für 80 % des Verbrauchs) ist am 31.12.2023 ausgelaufen; die Gasspeicherumlage entfällt seit 01.01.2026.
- Gasspeicher am 13.10.2026 zu 60,1 % gefüllt; Flüssiggas (Propan/Butan) ist nicht dasselbe wie LNG.
Wie hat sich der Gaspreis in den letzten 10 Jahren entwickelt?
Der durchschnittliche Gaspreis für Haushalte mit mittlerem Verbrauch stieg von 6,52 Cent pro kWh 2016 auf 12,20 Cent 2025, im 1. Halbjahr 2026 lag der Durchschnitt aller Haushalte bei 11,58 Cent. Das zeigen die amtlichen Daten von Destatis, die Eurostat als Halbjahreswerte veröffentlicht. Sie enthalten Bestands- und Neuverträge inklusive Grundpreis und aller Steuern.
| Jahr | Ø Haushalte, Band D2 (Eurostat/Destatis) | Was den Preis bewegte |
|---|---|---|
| 2016 | 6,52 ct | Preise sinken leicht |
| 2017 | 6,10 ct | stabiles Niveau |
| 2018 | 6,08 ct | stabiles Niveau |
| 2019 | 6,10 ct | stabiles Niveau |
| 2020 | 6,09 ct | stabiles Niveau |
| 2021 | 6,70 ct | CO2-Preis startet mit 25 €/t |
| 2022 | 8,74 ct | Ukraine-Krieg, ab Oktober 7 % MwSt |
| 2023 | 11,88 ct | Gaspreisbremse, CO2 30 €/t |
| 2024 | 12,18 ct | ab April wieder 19 % MwSt, CO2 45 €/t |
| 2025 | 12,20 ct | CO2 55 €/t, Speicherumlage zuletzt 0,289 ct |
| 2026 | 11,58 ct (1. Hj., alle Haushalte) | Umlage entfällt, Iran-Krieg ab Ende Februar |
Kurz eingeordnet: Von 2016 bis 2021 blieb Gas mit rund 6 Cent günstig. Der Sprung kam 2022 und 2023. Seitdem liegt der Preis stabil bei rund 12 Cent, also etwa doppelt so hoch wie vor der Krise. Die Werte bis 2025 sind Jahresmittel aus 2 Halbjahren, eigene Rechnung auf Basis der Eurostat-Daten. Für 2026 steht der Destatis-Wert aller Haushalte im 1. Halbjahr. Er lag im 1. Halbjahr 2025 mit 12,13 Cent nur 0,03 Cent unter dem Eurostat-Wert für Band D2.
Warum nennen Quellen für 2022 so unterschiedliche Gaspreise?
Die Quellen messen unterschiedliche Verträge: Destatis erfasst alle laufenden Verträge, Vergleichsportale und der BDEW nur Tarife für Neukunden. Laufende Verträge ändern sich laut BDEW meist erst zum Jahreswechsel oder haben Festpreise. Der Durchschnitt aller Haushalte stieg deshalb erst 2023 voll an. Neukunden zahlten dagegen sofort die Krisenpreise. Laut BDEW-Gaspreisanalyse lagen Neuverträge für ein Einfamilienhaus im 4. Quartal 2022 bei durchschnittlich 20,04 Cent pro kWh. Wer seine Rechnung vergleichen will, nimmt die Destatis-Reihe.
Woraus setzt sich der Gaspreis 2026 zusammen?
Knapp die Hälfte des Gaspreises entfällt 2026 auf Beschaffung und Vertrieb, rund ein Fünftel auf Netzentgelte und 30 % auf Steuern, Abgaben und CO2-Preis. Das zeigt die BDEW-Gaspreisanalyse vom August 2026 für ein Einfamilienhaus mit 20.000 kWh. Der Durchschnitt liegt dort bisher bei 11,93 Cent pro kWh. Netzentgelte sind die Gebühren für Bau und Betrieb der Gasleitungen.
- Beschaffung und Vertrieb: 48,1 %, rund 5,7 Cent pro kWh.
- Netzentgelte inkl. Messung: 21,5 %, rund 2,6 Cent pro kWh.
- Steuern, Abgaben, CO2-Preis: 30,4 %, rund 3,6 Cent pro kWh.
Wie hoch ist der Gaspreis aktuell im Herbst 2026?
Neuverträge für ein Einfamilienhaus kosteten am 01.08.2026 laut BDEW 12,5 Cent pro kWh, 1,4 Cent mehr als zu Jahresbeginn. Bestandskunden spürten davon bisher wenig. Ihre Tarife ändern sich meist zum Jahreswechsel oder sind Festpreise. Im 1. Halbjahr 2026 sank der Durchschnitt aller Haushalte laut Destatis gegenüber dem 2. Halbjahr 2025 um 5,3 % auf 11,58 Cent. Ein Grund war der Wegfall der Gasspeicherumlage zum 01.01.2026.
Im Großhandel hat sich die Lage seitdem verschärft. Am 28.02.2026 begann der Iran-Krieg, die Straße von Hormus ist seither für Tanker kaum passierbar. Am deutschen Handelspunkt THE (Trading Hub Europe) kostete Gas am 14.10.2026 laut BDEW 87,3 Euro pro MWh. Das Frontjahr, also Lieferungen für 2027 am Terminmarkt, lag bei 70,8 Euro und damit auf Jahreshoch. Der BDEW betont dennoch: „Im Gegensatz zu 2021/2022 gibt es keine Verknappung des Gas-Angebots.“
Was bedeutet der Gaspreis für Ihre Heizkosten? Das 42watt-Rechenbeispiel
Ein Einfamilienhaus mit 20.000 kWh Gasverbrauch zahlt bei 11,58 Cent pro kWh rund 2.316 Euro im Jahr, davon etwa 282 Euro CO2-Kosten. Die Rechnung nutzt den Arbeitspreis inklusive anteiligem Grundpreis und Mehrwertsteuer. Der CO2-Anteil basiert auf 65 Euro pro Tonne, dem Zuschlag der Versteigerung vom 01.07.2026, und rund 0,18 kg CO2 je abgerechneter kWh Erdgas. Das entspricht rund 1,41 Cent pro kWh brutto.
| Gaspreis pro kWh | Kosten pro Jahr | pro Monat | davon CO2 | CO2-Anteil |
|---|---|---|---|---|
| 10,00 ct (Rechenwert) | 2.000 € | 167 € | 282 € | 14,1 % |
| 11,58 ct (Destatis, 1. Hj. 2026) | 2.316 € | 193 € | 282 € | 12,2 % |
| 12,50 ct (BDEW, Neuvertrag 08/2026) | 2.500 € | 208 € | 282 € | 11,3 % |
| 14,00 ct (rund +20 %) | 2.800 € | 233 € | 282 € | 10,1 % |
| 20,04 ct (BDEW, Neuvertrag 4. Q. 2022) | 4.008 € | 334 € | 282 € | 7,0 % |
Kurz eingeordnet: Der CO2-Preis macht 2026 bei üblichen Tarifen rund 11 bis 12 % der Gasrechnung aus. Er ist pro kWh fest, sein Anteil sinkt also, wenn Gas teurer wird. Ein Aufschlag von 20 % auf heutige Bestandspreise kostet das Haus rund 460 Euro mehr im Jahr. Wartung und Schornsteinfeger sind nicht enthalten. Diese Posten zeigt der Beitrag Gasheizung Kosten.
Wie stark wirken Großhandel, CO2 und Umlagen auf Ihre Rechnung?
Den größten Hebel hat der Großhandelspreis: 10 Euro pro MWh mehr bedeuten bei 20.000 kWh rund 238 Euro im Jahr, wenn der Versorger sie voll weitergibt. 1 MWh sind 1.000 kWh, 10 Euro pro MWh also 1 Cent pro kWh netto. Die folgende Faustregel gilt für das Einfamilienhaus aus dem Rechenbeispiel.
| Treiber | Änderung | Wirkung pro kWh (brutto) | Wirkung pro Jahr |
|---|---|---|---|
| Großhandelspreis | +10 €/MWh | +1,19 ct | +238 € |
| CO2-Preis | +10 €/t | +0,22 ct | +43 € |
| Gasspeicherumlage | entfallen seit 01.01.2026 | −0,34 ct | rund −69 € (58 € netto) |
| Gasreserve-Umlage (Entwurf) | geplant ab 01.10.2027 | +0,03 bis 0,04 ct | rund +7 bis 9 € (5,80 bis 7,20 € netto) |
| Netzentgelte 2027 (vorläufig) | +1,2 % | unter 0,1 ct | rund +7 € netto |
Kurz eingeordnet: Umlagen und Netzentgelte bewegen die Rechnung 2027 nur um wenige Euro. Entscheidend sind Großhandel und CO2-Preis. Laut Heizspiegel kommen höhere Einkaufspreise verzögert bei Haushalten an. Die Faustregel zeigt also die Richtung, nicht den Zeitpunkt. Für die Wärmepumpe lautet die Gegenrechnung: Bei 24 Cent pro kWh Wärmepumpenstrom (durchschnittlicher Arbeitspreis ohne Grundpreis laut Marktcheck der Verbraucherzentrale NRW, 02/2026) und einer Jahresarbeitszahl von 3,4 (Durchschnitt im Bestand laut Fraunhofer ISE) kostet 1 kWh Wärme rund 7,1 Cent. Bei Gas sind es bei 12,5 Cent und 95 % Nutzungsgrad rund 13,2 Cent. Den Vollkostenvergleich über 20 Jahre zeigt der Beitrag Luftwärmepumpe oder Gasheizung.
Wie entwickelt sich der Gaspreis 2027 und danach?
Für den Jahreswechsel 2026/2027 erwarten Marktbeobachter steigende Gaspreise, eine verlässliche Zahlenprognose für die nächsten Jahre gibt es nicht. Die folgende Übersicht nennt nur benannte und datierte Aussagen. Sie sind Einschätzungen oder Rahmendaten, keine Preiszusagen.
| Quelle (Datum) | Aussage | Einordnung |
|---|---|---|
| Verivox, Daniel Puschmann (02.10.2026) | bis zu 20 % höhere Gaspreise spätestens zum Jahreswechsel | Erwartung eines Vergleichsportals |
| co2online, Heizspiegel (22.09.2026) | Gas-Heizkosten 2026 im Schnitt −4 bis −5 %, danach Anstieg möglich | höhere Einkaufspreise kommen verzögert an |
| THE-Terminmarkt via BDEW (15.10.2026) | Lieferung 2027 kostet 70,8 €/MWh | Marktpreis, keine Prognose |
| ene't-Auswertung (11.10.2026) | Gasnetzentgelte 2027 vorläufig +1,2 % | endgültig im Januar 2027 |
| Umweltbundesamt, Projektionen 2026 (05/2026) | Großhandel real 45 €/MWh (2025), 21 €/MWh (2030) | Datenstand Februar 2026, vor dem Iran-Krieg |
| IW Köln (25.07.2026) | neue Gasheizung, 10.000 kWh: 1.080 € (2026), 1.952 € (2040) | vor allem durch die Bio-Treppe |
Kurz eingeordnet: Kurzfristig zeigen alle aktuellen Signale nach oben. Langfristig erwartete das Umweltbundesamt vor dem Krieg sinkende Großhandelspreise, gestützt auf Szenarien der Internationalen Energieagentur. Dagegen stehen steigende CO2-Kosten und Netzentgelte. Für Hausbesitzende mit Gasheizung bleibt der Preis damit schwer planbar.
Was ändert sich beim CO2-Preis 2027 und 2028?
Der CO2-Preis soll 2027 im Korridor von 55 bis 65 Euro pro Tonne bleiben, ab 2028 bildet ihn der europäische Emissionshandel ETS 2 frei am Markt. Der Bundestag hat die Änderung des Brennstoffemissionshandelsgesetzes (BEHG) am 15.10.2026 beschlossen. Der Bundesrat muss sich noch einmal damit befassen, hatte im 1. Durchgang aber keine Einwände. Für den ETS 2 gibt es laut Deutscher Emissionshandelsstelle (DEHSt) keine feste Preisobergrenze. Marktanalysten schätzten den Startpreis des ETS 2 Anfang 2026 auf 55 bis 90 Euro pro Tonne. Je 10 Euro pro Tonne steigt Erdgas um rund 0,22 Cent pro kWh brutto. Den Preispfad seit 2021 zeigt der Beitrag CO2-Steuer.
Warum steigen die Gasnetzentgelte langfristig?
Die Gasnetzentgelte steigen langfristig, weil sich die Kosten der Netze auf immer weniger Kundschaft verteilen. 2026 stiegen sie laut Verivox im Schnitt um 11 %. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) rechnet für eine Wohnung mit 10.000 kWh bis 2040 mit rund 184 Euro mehr Netzentgelt pro Jahr. Eine Studie des Fraunhofer IFAM hält viele Gasnetze spätestens ab 2045 nicht mehr für kostendeckend. Für neue Gasheizungen kommt seit dem 29.07.2026 die Bio-Treppe des Gebäudemodernisierungsgesetzes hinzu: ab 2029 mindestens 10 % Biogas oder Wasserstoff, ab 2040 60 %. Bestehende Heizungen sind davon nicht betroffen. Details stehen im Beitrag Heizungsgesetz 2026.
Was war die Gaspreisbremse und gibt es sie noch?
Die Gaspreisbremse deckelte 2023 den Preis für 80 % des Verbrauchs bei 12 Cent pro kWh brutto und ist am 31.12.2023 ausgelaufen. Grundlage war die Verbrauchsprognose der Versorger vom September 2022. Für die restlichen 20 % galt der Vertragspreis. Die Bremse wirkte ab 01.03.2023 und rückwirkend für Januar und Februar. Eine mögliche Verlängerung bis April 2024 strich die Bundesregierung nach dem Haushaltsurteil des Bundesverfassungsgerichts im November 2023.
Zum Entlastungspaket gehörten 3 Bausteine:
- Dezember-Soforthilfe 2022: Der Abschlag für Dezember 2022 entfiel für Haushalte.
- Mehrwertsteuer: Von Oktober 2022 bis 31.03.2024 galten auf Gas 7 % statt 19 %.
- Gaspreisbremse: Sie lief vom 01.01. bis 31.12.2023.
Seit 2024 gibt es keine Gaspreisbremse mehr. Die einzige Entlastung 2026 ist der Wegfall der Gasspeicherumlage, die der Bund nun aus dem Haushalt trägt.
Wie voll sind die Gasspeicher in Deutschland?
Die deutschen Gasspeicher waren am 13.10.2026 laut BDEW zu 60,1 % gefüllt, am 16.09.2026 laut Bundesnetzagentur zu 56 %. Der Füllstand, oft Gasstand genannt, gibt an, wie viel Prozent des nutzbaren Speichervolumens belegt sind. Tagesaktuelle Werte veröffentlichen die europäische Plattform AGSI+ von Gas Infrastructure Europe und die Lageberichte der Bundesnetzagentur.
Niedrige Speicher wirken auf den Preis, weil Händler vor dem Winter mehr Gas zukaufen müssen. Verivox nennt sie neben dem Großhandel als Grund für die erwarteten Preiserhöhungen. Für die Versorgung zählen laut Bundesnetzagentur aber nicht nur die Speicher, Gas kommt auch aus Norwegen, Belgien, den Niederlanden und Frankreich. Ihr Präsident Klaus Müller hält das gesetzliche Füllziel zum 1. November für „nicht mehr zu schaffen“. Er verweist auf die Importe: „Wir haben mit vier Flüssiggasterminals eigene Kapazitäten geschaffen.“ Gemeint ist LNG, nicht das Flüssiggas für die Heizung.
Was ist der Unterschied zwischen Flüssiggas und Erdgas?
Erdgas besteht überwiegend aus Methan und kommt über das Gasnetz, Flüssiggas ist Propan oder Butan und lagert in einem eigenen Tank am Haus. Flüssiggas fällt als Begleitgas bei der Förderung von Erdgas und Erdöl an. International heißt es LPG (Liquefied Petroleum Gas). Es wird schon unter geringem Druck flüssig. LNG ist dagegen Erdgas, das auf rund −161 °C gekühlt wurde.
- Lagerung: Flüssiggas-Tanks stehen ober- oder unterirdisch, übliche Größen sind 1,2, 2,1 und 2,9 Tonnen.
- Energiegehalt: Propan hat laut Deutschem Verband Flüssiggas (DVFG) einen Heizwert von 12,87 kWh pro kg, rechnerisch rund 6,6 kWh pro Liter.
- Sicherheit: Flüssiggas ist schwerer als Luft, deshalb gelten Abstände zu Kellerschächten und Abläufen.
- Abrechnung: Erdgas zahlen Sie pro kWh, Flüssiggas pro Liter oder Kilogramm.
Warum sind die Flüssiggaspreise 2026 gestiegen?
Flüssiggas verteuerte sich im März 2026 laut Händlerangaben auf rund 108 Cent pro Liter, im September 2025 waren es knapp 69 Cent. Das ist ein Plus von knapp 60 %. Der Sprung fiel mit dem Beginn des Iran-Kriegs zusammen. Bis September 2026 sank der Preis auf 83,5 Cent pro Liter. Die Werte stammen vom Bund der Energieverbraucher und der Brennstoffbörse, für Norddeutschland bei Mengen bis 3.000 Liter. Umgerechnet sind das rund 12 bis 13 Cent pro kWh und damit etwa so viel wie bei Erdgas, ohne Tankmiete.
Häufige Fragen zur Gaspreisentwicklung
Wird Gas 2027 teurer?
Vieles spricht für steigende Gaspreise zum Jahreswechsel, Verivox erwartet bis zu 20 %. Der Terminmarkt für 2027 liegt auf Jahreshoch. Der CO2-Preis soll 2027 dagegen bei 55 bis 65 Euro pro Tonne bleiben, der Bundesrat muss sich noch damit befassen.
Gibt es 2026 noch eine Gaspreisbremse?
Nein, die Gaspreisbremse endete am 31.12.2023, auch 2024 gab es keine Verlängerung. 2026 entlastet nur der Wegfall der Gasspeicherumlage, bei 20.000 kWh um knapp 58 Euro netto im Jahr.
Lohnt sich der Umstieg von Gas auf eine Wärmepumpe wegen der Preise?
Bei aktuellen Preisen kostet 1 kWh Wärme aus der Wärmepumpe rund 7 Cent, aus Gas rund 13 Cent. Ob sich der Umstieg im Bestand rechnet, hängt von Heizkörpern, Vorlauftemperatur und Förderung ab. Den Ablauf erklärt der Beitrag Gasheizung auf Wärmepumpe umrüsten.
Welche Quelle zeigt die echte Gaspreisentwicklung?
Für Ihre eigene Rechnung passt die Destatis-Reihe, weil sie alle laufenden Verträge enthält. Die BDEW-Gaspreisanalyse und Vergleichsportale zeigen, was Neukunden zahlen. Sie reagieren deshalb schneller auf den Großhandel.
Destatis (Pressemitteilungen Nr. 354 vom 30.09.2025 und Nr. 345 vom 30.09.2026); Eurostat (nrg_pc_202, Haushaltsgaspreise Deutschland, Band D2, Stand 10/2026); BDEW-Gaspreisanalyse April 2023, Oktober 2025 und August 2026; BDEW Quick Check Gas- und Strompreise (05.08.2026); BDEW Aktuelle Erdgasdaten (15.10.2026); Deutscher Bundestag (BEHG-Änderung, Beschluss 15.10.2026; hib 29.09.2026); DEHSt (nEHS-Versteigerung 2026, EU-ETS 2); Zukunft KlimaSozial (ETS2 kompakt, 01/2026); Bundesregierung (Abschaffung Gasspeicherumlage, Stand 02.09.2026; Energiepreisbremsen, Überblickspapier 15.12.2022 und Archiv 23.04.2024); Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (Referentenentwurf Gasreserve, 12.10.2026, via Stuttgarter Zeitung); ene't (Gasnetzentgelte 2027, via t-online 11.10.2026); Verivox (Netzentgelte 2026; D. Puschmann 02.10.2026); co2online (Heizspiegel 22.09.2026); Umweltbundesamt (Rahmendaten Treibhausgas-Projektionen 2026, 3. Auflage); IW Köln (Report Gebäudemodernisierungsgesetz, 25.07.2026); Fraunhofer IFAM (via IWR, 09.07.2026); Bundesnetzagentur (Klaus Müller via Tagesspiegel, 16.09.2026); Gebäudemodernisierungsgesetz § 43; DVFG (Flüssiggas – Die besondere Energie); Bund der Energieverbraucher/Brennstoffbörse (Flüssiggaspreise, Stand 18.09.2026); Verbraucherzentrale NRW (Marktcheck Wärmepumpenstrom 02/2026); Fraunhofer ISE (Wärmepumpen im Bestand, 03.11.2025); Tagesspiegel (27.03.2024).


