Heizen mit Strom 2026: Elektroheizung, Infrarot oder Wärmepumpe?
Eine Elektroheizung wandelt 1 kWh Strom in 1 kWh Wärme um, eine Luft-Wasser-Wärmepumpe macht daraus im Bestand im Mittel 3,4 kWh. Im 42watt-Rechenbeispiel kostet ein Einfamilienhaus mit Elektroheizung deshalb rund 5.600 Euro Strom im Jahr, mit Wärmepumpe rund 1.200 Euro. Dieser Ratgeber vergleicht Elektroheizkörper, Infrarot, elektrische Fußbodenheizung, Nachtspeicher und Wärmepumpe mit Kosten, Rechtslage und Förderung.
Das Wichtigste in Kürze
- Wirkprinzip Elektroheizung: 1 kWh Strom ergibt max. 1 kWh Wärme, Luft-Wasser-Wärmepumpe im Bestand Ø 3,4 kWh (Fraunhofer ISE 2025)
- Jahreskosten EFH mit 15.000 kWh Wärmebedarf: 5.595 € Elektroheizung, 3.050–3.850 € Nachtspeicher, 1.199 € Wärmepumpe
- Strompreise 2026: Haushaltsstrom 37,3 ct/kWh (BDEW 10/2026), Wärmepumpentarif Ø 24 ct/kWh (VZ NRW 02/2026)
- Anschaffung: Infrarot 3.000–6.000 € je 100 m², elektrische Fußbodenheizung 20–300 € je m² plus Installation
- Rechtslage seit 29.07.2026: Einbau im selbstgenutzten Haus mit max. 2 Wohnungen ohne Wärmeschutz-Auflage, sonst 30 % besserer Wärmeschutz nötig (§ 46 GModG)
- Förderung: keine für Elektroheizungen, Wärmepumpe seit 21.07.2026 ab 30 % auf max. 28.000 € (ab 01.02.2027: 27.250 €)
- Klimageschwindigkeitsbonus 16 % (nur Selbstnutzende) unter den Stromheizungen nur beim Ersatz einer Nachtspeicherheizung, nicht bei Infrarot oder Elektroheizkörpern
- Bad-Zusatzheizung: Infrarotpaneel 500 W kostet bei 1 Stunde täglich rund 37 € Strom pro Jahr
Was kostet Heizen mit Strom pro Jahr?
Heizen mit Strom kostet im 42watt-Rechenbeispiel mit Elektroheizung rund 5.600 Euro im Jahr, mit Nachtspeicher 3.050 bis 3.850 Euro und mit Wärmepumpe rund 1.200 Euro. Grundlage ist ein Einfamilienhaus im Bestand mit 15.000 kWh Wärmebedarf für die Räume. Die Tabelle zeigt Strombedarf, Kosten bei 2 Tarifarten und die Anschaffung.
| Heizsystem | Strom pro Jahr | Kosten mit Haushaltsstrom | Kosten mit Heiz- oder WP-Tarif | Anschaffung |
|---|---|---|---|---|
| Elektroheizkörper (Konvektor, Radiator) | 15.000 kWh | 5.595 € | meist kein eigener Tarif | 5.000–15.000 € fürs Haus |
| Infrarotheizung | 15.000 kWh | 5.595 € | meist kein eigener Tarif | 3.000–6.000 € je 100 m² |
| Elektrische Fußbodenheizung | 15.000 kWh | 5.595 € | meist kein eigener Tarif | 34–340 € je m² |
| Nachtspeicherheizung | 15.000 kWh | 5.595 € | 3.050–3.850 € | 650–2.000 € je Gerät |
| Luft-Wasser-Wärmepumpe (JAZ 3,4) | 4.412 kWh | 1.646 € | 1.199 € | Ø 36.279 € je Angebot vor Förderung |
Die Tabelle zeigt: Alle 4 Stromdirektheizungen brauchen gleich viel Strom, weil jede kWh Strom genau 1 kWh Wärme liefert. Die Wärmepumpe braucht für dieselbe Wärme nur knapp ein Drittel des Stroms und kostet im Betrieb rund 4.400 Euro weniger pro Jahr.
Die Rechnung nutzt 5 offene Annahmen:
- Wärmebedarf: 15.000 kWh Raumwärme pro Jahr, ohne Warmwasser. Das entspricht etwa 115 kWh pro m² bei 130 m².
- Haushaltsstrom: 37,3 Cent pro kWh, der Durchschnitt 2026 laut BDEW-Strompreisanalyse vom Oktober 2026.
- Nachtstrom: 20 Cent pro kWh laut co2online (Stand 2025/26) bis 24 Cent laut ADAC (09/2025), plus 50 bis 250 Euro Grundpreis.
- Wärmepumpentarif: 24 Cent pro kWh plus rund 140 Euro Grundpreis laut Verbraucherzentrale NRW (02/2026).
- Jahresarbeitszahl: 3,4 für Luft-Wasser-Wärmepumpen, der Mittelwert im Feldtest des Fraunhofer ISE (11/2025).
Die Anschaffungswerte stammen von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz und vom ADAC (2024 bis 2026). Die Verbraucherzentrale NRW fasst den Wärmepumpentarif so zusammen: „Die Arbeitspreise mit Modul 2 liegen bei durchschnittlich 24 Cent pro Kilowattstunde, inklusive Netzentgeltreduktion.“ Modul 2 bedeutet einen separaten Zähler für die steuerbare Wärmepumpe. Wie Sie den passenden Tarif finden, erklärt der Beitrag zu Wärmepumpen-Stromtarifen.
Warum braucht eine Wärmepumpe nur ein Drittel des Stroms?
Eine Wärmepumpe nutzt Strom nur für den Antrieb und holt den größten Teil der Wärme aus der Außenluft oder dem Erdreich. Eine Elektroheizung erzeugt die Wärme dagegen direkt im elektrischen Widerstand. Aus 1 kWh Strom entsteht so höchstens 1 kWh Wärme. Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz beziffert den Abstand 2024 auf das 3- bis 4-Fache zugunsten der Wärmepumpe.
Die Jahresarbeitszahl (JAZ) misst, wie viel Wärme eine Wärmepumpe im Jahresmittel pro kWh Strom liefert. Im Feldtest des Fraunhofer ISE mit 77 Wärmepumpen in Bestandshäusern erreichten Luft-Wasser-Geräte im Mittel 3,4, Erdwärmepumpen 4,3. Auch die schwächste Anlage kam auf 2,6. Bei JAZ 2,6 läge der Strombedarf im Beispiel bei 5.769 kWh und die Kosten mit Wärmepumpentarif bei 1.525 Euro. Den Wert für Ihr eigenes Haus können Sie mit dem Rechner zum Stromverbrauch Ihrer Wärmepumpe abschätzen.
Welche Arten von Elektroheizungen gibt es?
Elektroheizungen teilen sich in 2 Gruppen: Direktheizungen geben die Wärme sofort ab, Speicherheizungen laden einen Wärmespeicher auf. Zu den Direktheizungen zählen Konvektor, Radiator, Heizlüfter, Infrarotheizung und elektrische Fußbodenheizung. Speicherheizungen sind Nachtspeicher und Flächenspeicher. Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) fasst beide Gruppen als Stromdirektheizung zusammen. Gemeint sind Geräte, die Raumwärme über den elektrischen Widerstand erzeugen, auch mit Wärmespeicher.
| Typ | Leistung | Anschaffung | Kosten pro Stunde Volllast |
|---|---|---|---|
| Heizlüfter | 1.500 W | 30–100 € | ca. 0,56 € |
| Konvektor | 2.000 W | 50–150 € | ca. 0,74 € |
| Ölradiator | 2.000 W | 50–200 € | ca. 0,74 € |
| Infrarotheizung | 1.000 W | ab 100 € | ca. 0,37 € |
| Elektrische Fußbodenheizung | 120 W je m² | 20–300 € je m² | ca. 0,04 € je m² |
| Flächenspeicherheizung | 2.000 W | 450–1.000 € | ca. 0,74 € |
Die Werte stammen aus einem ADAC-Vergleich vom 26.10.2026 mit 37 Cent pro kWh. Die Kosten pro Stunde hängen nur an der Leistung, nicht am Gerätetyp. Mobile Geräte wie Heizlüfter eignen sich nur zum kurzen Aufheizen kleiner Räume. Fest installierte Konvektoren oder Radiatoren heißen umgangssprachlich Elektroheizkörper. Wie sich Strom gegen Gas, Öl, Pellets und Fernwärme schlägt, vergleicht der Beitrag Heizungsarten im Vergleich.
Was unterscheidet die Nachtspeicherheizung?
Eine Nachtspeicherheizung lädt nachts einen Kern aus Speichersteinen mit günstigerem Nachtstrom auf und gibt die Wärme tagsüber ab. Pro kWh Wärme braucht sie wie jede Stromdirektheizung rund 1 kWh Strom. Ihr Vorteil ist allein der Tarif: Nachtstrom kostet laut co2online rund 20 Cent pro kWh (2025/26). Ein neues Gerät kostet laut ADAC 650 bis 2.000 Euro. Eine Austauschpflicht gibt es 2026 nicht. Das Asbest-Risiko bei Altgeräten und den Umstieg rechnet der Beitrag Nachtspeicherheizung ersetzen ausführlich durch.
Wann ist eine Infrarotheizung sinnvoll?
Eine Infrarotheizung ist als Zusatzheizung für kleine oder selten genutzte Räume sinnvoll, etwa Bad, Gästezimmer oder Arbeitszimmer. Als alleinige Heizung eignet sie sich laut ADAC (09/2025) nur in sehr gut gedämmten Gebäuden mit geringem Wärmebedarf. Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz ist im Bestand deutlich: „Die Verbraucherzentrale rät vom Einbau in Bestandsgebäuden eindeutig ab.“
Eine Infrarotheizung ist ein Heizpaneel, das an Wand oder Decke hängt. Laut dena (01/2024) gibt sie 60 bis 80 % ihrer Wärme als Strahlung ab. Diese Strahlung erwärmt zuerst Personen, Wände und Möbel, nicht die Luft. Ein Paneel kostet laut ADAC 65 bis 650 Euro. Für einen Raum mit 20 m² nennt der ADAC 1.000 bis 1.400 W. Wartung fällt nicht an, die Lebensdauer liegt bei 15 bis 20 Jahren.
Für das Bad zeigt die 42watt-Rechnung, warum die Infrarotheizung dort passt. Ein Paneel mit 500 W läuft 1 Stunde am Tag an 200 Tagen. Das ergibt 100 kWh und rund 37 Euro im Jahr bei Haushaltsstrom. Stiftung Warentest nannte die Infrarotheizung 2023 eine „Notlösung“.
Braucht eine Infrarotheizung ein Thermostat?
Ja, eine Infrarotheizung braucht ein Thermostat, weil es das Paneel abschaltet, sobald die Wunschtemperatur erreicht ist. Je nach Modell gehört das Thermostat zum Lieferumfang oder kostet extra. Ohne Regelung läuft das Paneel mit voller Leistung weiter. Laut ADAC senken Thermostate den realen Verbrauch auf oft 50 bis 70 % der Nennleistung. Zeitprogramme helfen zusätzlich, etwa für ein Bad, das nur morgens warm sein soll.
Spart eine Infrarotheizung Strom gegenüber einer Wärmepumpe?
Nein, eine Infrarotheizung braucht deutlich mehr Strom als eine Wärmepumpe. Die Hochschule Luzern verglich 2010 im Auftrag der Ostschweizer Energiefachstellen beide Systeme. Das Fazit lautet: „Eine IR-Strahlungsheizung braucht rund zwei Drittel mehr Strom als eine Wärmepumpe mit Wärmeverteilung über Radiatoren.“ Die Studie räumt ein, dass Infrarot weniger Nutzwärme braucht, weil Verluste in Heizungsrohren entfallen. Den Effizienzvorsprung der Wärmepumpe gleicht das nicht aus. Für Werbeaussagen, Infrarot verbrauche 15 bis 30 % weniger als andere Elektroheizungen, fand 42watt keinen unabhängigen Beleg.
Was kostet eine elektrische Fußbodenheizung?
Eine elektrische Fußbodenheizung kostet laut ADAC (10/2026) 20 bis 300 Euro je m², plus 14 bis 40 Euro je m² für Thermostat und Installation. Sie besteht aus dünnen Heizmatten, Heizfolien oder Heizgeweben unter dem Bodenbelag. Heizmatten sind laut dena unter 2 mm hoch. Das macht sie für Sanierungen interessant, weil kaum Aufbauhöhe nötig ist. Der ADAC rechnet mit 120 W je m². Für ein ganzes Haus mit 130 m² ergibt die ADAC-Spanne 4.420 bis 44.200 Euro. Die Spanne ist breit, weil Matte, Belag und Verlegeaufwand stark schwanken.
Welche Nachteile hat eine elektrische Fußbodenheizung?
Der größte Nachteil einer elektrischen Fußbodenheizung sind die hohen Stromkosten, wenn sie ganze Räume dauerhaft beheizt. co2online nennt 5 Nachteile (02/2024):
- Hohe Stromkosten: Als Hauptheizung im Einfamilienhaus kostet sie 1.900 bis 4.400 Euro pro Jahr, je nach Gebäude und ohne genannten Strompreis. Im 42watt-Beispiel mit 15.000 kWh und 37,3 Cent sind es 5.595 Euro.
- Dämmung nötig: Im Erdgeschoss oder über dem Keller braucht der Boden oft eine zusätzliche Dämmschicht.
- Begrenzte Eignung: Als alleinige Heizung reicht sie nicht in jedem Haus.
- CO₂-Bilanz: Mit Netzstrom fallen vergleichsweise hohe Emissionen an.
- Bodenbelag: Nicht jeder Belag leitet die Wärme gut.
Lohnt sich eine elektrische Fußbodenheizung im Bad?
Im Bad lohnt sich eine elektrische Fußbodenheizung als Komfortlösung für warme Fliesen, nicht als Hauptheizung. Für 6 m² liegen die Kosten nach ADAC-Werten bei 204 bis 2.040 Euro. Im 42watt-Beispiel läuft sie 2 Stunden am Tag an 200 Tagen mit voller Leistung. Das sind 288 kWh und rund 107 Euro im Jahr. Laut co2online ist sie im Bad nicht die effizienteste Lösung. Als Alternativen nennt co2online eine zeitgesteuerte wassergeführte Fußbodenheizung oder einen geregelten Heizkörper. Wie eine wassergeführte Variante in den Altbau kommt, zeigt der Beitrag Fußbodenheizung nachrüsten.
Ist eine Elektroheizung 2026 im Bestand erlaubt?
Ja, im selbstgenutzten Ein- oder Zweifamilienhaus dürfen Sie 2026 eine Elektroheizung ohne besondere Wärmeschutz-Auflage einbauen. Das regelt § 46 des Gebäudemodernisierungsgesetzes, das seit dem 29.07.2026 gilt. Für andere Wohngebäude gelten Grenzen. Das Gesetz unterscheidet 3 Fälle:
- Selbstgenutztes Haus mit höchstens 2 Wohnungen: Die Wärmeschutz-Auflage des § 46 gilt nicht, wenn Sie 1 der Wohnungen selbst bewohnen.
- Andere Wohngebäude, etwa vermietete Häuser: Der Einbau ist nur erlaubt, wenn der Wärmeschutz die gesetzlichen Anforderungen der §§ 16 und 19 GModG um mindestens 30 % unterschreitet.
- Austausch einzelner Geräte: Für den Austausch einer bestehenden Einzelraum-Stromdirektheizung gilt die Wärmeschutz-Auflage nicht (§ 46 Abs. 2).
Einige Ratgeber behaupten, ausschließlich elektrisch zu heizen sei in den meisten Wohngebäuden unzulässig. Für selbstgenutzte Einfamilienhäuser stimmt das nicht. Was sich mit der Reform sonst geändert hat, fasst der Beitrag Heizungsgesetz 2026 zusammen.
Gibt es eine Förderung für Elektroheizungen?
Nein, Elektroheizungen erhalten 2026 keine staatliche Förderung, Wärmepumpen dagegen seit dem 21.07.2026 mindestens 30 % Zuschuss. Die KfW-Heizungsförderung 458 nennt eine abschließende Liste förderfähiger Anlagen. Dazu gehören Wärmepumpen, Biomasse, Solarthermie, Brennstoffzellen und Wärmenetzanschlüsse. Infrarot-, Elektro- und Nachtspeicherheizungen stehen nicht darauf.
Beim Umstieg auf eine Wärmepumpe zählt, welche Heizung Sie ersetzen. Den Klimageschwindigkeitsbonus von 16 % zahlt die KfW nur für funktionstüchtige Öl-, Kohle-, Gasetagen- und Nachtstromspeicherheizungen. Eine mindestens 20 Jahre alte Gas- oder Biomasseheizung zählt ebenfalls.
| Ersetzte Heizung | Grundförderung | Klimageschwindigkeitsbonus | Höchstsatz mit Einkommensbonus |
|---|---|---|---|
| Nachtspeicherheizung | 30 % | 16 %, ab 01.02.2027 12 % | 80 % |
| Elektroheizkörper, Infrarot | 30 % | kein Bonus | 70 % |
| Elektrische Fußbodenheizung | 30 % | kein Bonus | 70 % |
Die Tabelle zeigt eine Förderlücke: Wer Elektroheizkörper ersetzt, erreicht höchstens 30 plus 40 Prozent, also 70 %. Der 80-%-Satz bleibt rechnerisch außer Reichweite. Die Boni erhalten nur Selbstnutzende. Der Einkommensbonus beträgt 40, 30 oder 10 % bei einem zu versteuernden Haushaltsjahreseinkommen (zvE) bis 30.000, 40.000 oder 50.000 Euro. Mit mindestens 1 kindergeldberechtigten Kind unter 18 Jahren steigen die Grenzen um 10.000 Euro. Die Gesamtförderung ist auf 70 % gedeckelt, 80 % gibt es nur bis 30.000 Euro zvE, mit Kind bis 40.000 Euro. Förderfähig sind höchstens 28.000 Euro für die 1. Wohneinheit, ab dem 01.02.2027 noch 27.250 Euro. Für Anfang 2027 hat die KfW zudem einen Wertschöpfungsbonus angekündigt. Für Wärmepumpen aus Drittstaaten könnte die Grundförderung dann auf etwa 15 % sinken, Details stehen noch aus.
Lohnt sich Solarstrom für die Elektroheizung?
Solarstrom senkt die Kosten einer Elektroheizung nur wenig, weil Photovoltaik im Winter wenig Strom liefert. Der Heizbedarf ist im Winter am höchsten. Genau dann erzeugt eine PV-Anlage laut ADAC (09/2025) „wenig bis keinen Strom“. Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz schreibt zum Netzbezug bei PV-Häusern: „Das betrifft in den Wintermonaten fast den gesamten Heizstrom.“
Ein Batteriespeicher verschiebt Solarstrom nur um Stunden, nicht um Monate. Eine Wärmepumpe hat dasselbe Winterproblem, braucht aber nur rund ein Drittel des Stroms. Jede kWh aus der PV-Anlage liefert in der Wärmepumpe deshalb rund 3,4 kWh Wärme statt 1 kWh. Wie sich beides sinnvoll kombinieren lässt, zeigt der Beitrag Wärmepumpe mit Photovoltaik.
Wie lassen sich Wärmepumpe und Elektroheizung kombinieren?
Wärmepumpe und Elektroheizung lassen sich sinnvoll kombinieren, wenn die Wärmepumpe das Haus heizt und eine kleine Elektroheizung einzelne Räume ergänzt. Typisch ist ein Infrarotpaneel oder eine elektrische Fußbodenheizung im Bad. Das Bad braucht oft höhere Temperaturen als die übrigen Räume. Die Wärmepumpe kann dann mit niedrigerer Vorlauftemperatur laufen. Die Vorlauftemperatur ist die Temperatur des Heizwassers, das zu den Heizkörpern fließt. Je niedriger sie ist, desto effizienter arbeitet die Wärmepumpe.
Jede Wärmepumpe enthält zudem meist schon eine kleine Elektroheizung: den Heizstab. Er springt bei sehr tiefen Temperaturen oder für die Warmwasser-Desinfektion ein. Im Feldtest des Fraunhofer ISE (11/2025) lag sein Anteil bei Luft-Wärmepumpen bei nur 1,3 % der erzeugten Wärme.
Wie rüsten Sie ein Haus mit Elektroheizung auf eine Wärmepumpe um?
Ein Haus mit Elektroheizung rüsten Sie auf eine Luft-Wasser-Wärmepumpe mit neuen Heizkörpern und Rohrnetz oder auf eine Luft-Luft-Wärmepumpe ohne Wasserkreislauf um. Häuser mit Elektroheizkörpern oder Infrarot haben meist keine Heizungsrohre. Für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe müssen Rohre und Heizkörper neu eingebaut werden.
Das 42watt-Rechenbeispiel ersetzt Elektroheizkörper im selbstgenutzten Haus mit 15.000 kWh Wärmebedarf. Die Wärmepumpe kostet 36.279 Euro, den Mittelwert aus 160 Angeboten der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz (06/2025). Dazu kommen 8 Heizkörper zu je 679 Euro und pauschal 3.600 Euro für das Rohrnetz (eigene Annahme). Das ergibt 45.311 Euro. Die Ersparnis gegenüber der Elektroheizung beträgt 4.396 Euro pro Jahr. Antrag vor dem 01.02.2027.
| Förderfall | Zuschuss | Eigenanteil | Amortisation |
|---|---|---|---|
| 30 % Grundförderung | 8.400 € | 36.911 € | ca. 8,4 Jahre |
| 60 % mit 30 % Einkommensbonus | 16.800 € | 28.511 € | ca. 6,5 Jahre |
| 70 % mit 40 % Einkommensbonus | 19.600 € | 25.711 € | ca. 5,8 Jahre |
Die Rechnung zeigt: Trotz hoher Investition amortisiert sich die Wärmepumpe gegenüber einer reinen Elektroheizung in rund 6 bis 8,5 Jahren. Der Förderdeckel von 28.000 Euro greift früh, deshalb bleiben 17.311 Euro der Kosten ohne Zuschuss. Ab dem 01.02.2027 sinkt der Zuschuss im 30-%-Fall auf 8.175 Euro. Preissteigerungen, Zinsen und Wartung sind nicht eingerechnet. Ein Rohrnetz für mehr als 3.600 Euro verlängert die Amortisation. Ihre eigene Ersparnis berechnen Sie mit dem Wärmepumpen-Rechner für Amortisation und Kostenvergleich.
Die Luft-Luft-Wärmepumpe ist die günstigere Alternative ohne Wasserkreislauf. Sie heizt die Raumluft direkt über Innengeräte. Ein Multisplit-System für 5 Räume kostet laut co2online (09/2026) 12.500 bis 17.500 Euro. Mit einer JAZ von 2,6 bis 3,0 laut dena spart sie bei Haushaltsstrom 3.443 bis 3.730 Euro pro Jahr gegenüber der Elektroheizung. Nach 30 % Förderung amortisiert sie sich im Beispiel in 2 bis 4 Jahren. Warmwasser liefert sie meist nicht. Förderbedingungen und Grenzen erklärt der Beitrag zur Luft-Luft-Wärmepumpe.
Häufige Fragen zum Heizen mit Strom
Was ist günstiger, Infrarotheizung oder Wärmepumpe?
Im Betrieb ist die Wärmepumpe deutlich günstiger, in der Anschaffung die Infrarotheizung. Im 42watt-Beispiel kostet die Infrarotheizung 5.595 Euro Strom pro Jahr, die Wärmepumpe 1.199 Euro mit Wärmepumpentarif. Die Infrarotheizung kostet laut ADAC 3.000 bis 6.000 Euro je 100 m². Die Wärmepumpe kostet im Mittel 36.279 Euro und wird ab 30 % gefördert.
Was ist eine Infrarotheizung?
Eine Infrarotheizung ist eine Stromdirektheizung, die Wärme überwiegend als Strahlung an Personen, Wände und Möbel abgibt. Sie hängt als flaches Paneel an Wand oder Decke. Pro kWh Strom liefert sie 1 kWh Wärme. Sie heizt schnell auf und braucht keine Wartung.
Welche Elektroheizung ist am günstigsten?
Im Betrieb kosten alle Elektroheizungen pro kWh Wärme gleich viel, entscheidend sind Tarif und Laufzeit. Die Nachtspeicherheizung ist nur durch den günstigeren Nachtstrom von rund 20 Cent pro kWh billiger. In der Anschaffung sind mobile Heizlüfter und Konvektoren ab 30 bis 50 Euro am günstigsten. Am wenigsten Strom braucht eine Wärmepumpe.
Wie viel Strom verbraucht eine Elektroheizung?
Eine Elektroheizung verbraucht pro Stunde so viele kWh, wie ihre Leistung in kW beträgt. Ein 2.000-W-Konvektor braucht bei Volllast 2 kWh pro Stunde, bei 37,3 Cent also rund 75 Cent. Für ein ganzes Haus mit 15.000 kWh Wärmebedarf sind es 15.000 kWh Strom im Jahr.
Gebäudemodernisierungsgesetz § 46 (BGBl. 2026 I Nr. 226, in Kraft seit 29.07.2026); KfW, Heizungsförderung für Privatpersonen Wohngebäude 458 (Richtlinie vom 27.08.2026); BDEW-Strompreisanalyse (Oktober 2026); Verbraucherzentrale NRW, Marktcheck Wärmepumpen-Stromtarife (20.02.2026); Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, Stromdirektheizung (13.08.2024), Auswertung von 160 Wärmepumpen-Angeboten (06/2025) und Photovoltaik und Wärmepumpe (03/2022); Fraunhofer ISE, Feldtest Wärmepumpen im Bestand (03.11.2025); ADAC, Elektroheizung: Typen und Kosten (26.10.2026), Infrarotheizung (02.09.2025) und Nachtspeicherheizung (05.09.2025); co2online, Elektrische Fußbodenheizung (21.02.2024), Nachtspeicherheizung Kosten und Verbrauch (19.03.2026) und Luft-Luft-Wärmepumpe (23.09.2026); dena, Factsheet Stromdirektheizung (01/2024); Hochschule Luzern im Auftrag der EnDK Ostschweiz, Effizienzvergleich Infrarotheizung und Wärmepumpe (08/2010); Stiftung Warentest, Infrarotheizung (05.12.2023).


