Luft-Luft-Wärmepumpe 2026: Heizen mit Klimaanlage, Kosten, Förderung
Eine Luft-Luft-Wärmepumpe ist ein Split-Klimagerät, das im Winter heizt und im Sommer kühlt. Die KfW fördert sie seit dem 21.07.2026 mit 30 bis 80 Prozent, wenn das Gerät strenge Effizienzwerte erreicht. Dieser Ratgeber zeigt Förderbedingungen, Stromkosten im Vergleich zu Elektroheizung und Gas, Grenzen und die Kältemittel-Fristen bis 2029.
Das Wichtigste in Kürze
- Definition: Luft-Luft-Wärmepumpe = Split-Klimagerät mit Heizfunktion, heizt und kühlt Räume, kein Warmwasser
- Förderschwelle KfW 458: ηs ≥ 181 % bis 12 kW, entspricht SCOP 4,6 bzw. Energieklasse A++
- Zuschuss seit 21.07.2026: 30 % Grundförderung, +16 % für Selbstnutzende beim Ersatz z. B. einer Nachtspeicherheizung, max. 70/80 %
- Förderfähige Kosten 1. Wohneinheit: 28.000 € seit 21.07.2026, 27.250 € ab 01.02.2027
- Effizienz im Betrieb: JAZ 2,6–3,0 laut dena, 3–4 laut Verbraucherzentrale
- Kosten inkl. Einbau: 5.000–10.000 € laut Verbraucherzentrale, Wartung 100–300 € pro Jahr
- Heizkosten Haus 10.000 kWh: 1.233–1.423 € vs. 3.700 € Elektroheizung und 1.256 € Gas (2026)
- Kältemittel: R32 ab 01.01.2028 nicht mehr förderfähig, neue Luft-Luft-Split ≤ 12 kW ab 01.01.2029 nur GWP < 150
Gibt es 2026 eine Förderung für die Klimaanlage?
Eine Förderung gibt es 2026 nur für Klimageräte mit Heizfunktion, die als Luft-Luft-Wärmepumpe mindestens Energieklasse A++ im Heizbetrieb erreichen. Reine Kühlgeräte erhalten keinen Zuschuss. Zuständig ist die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) mit dem Zuschuss 458 „Heizungsförderung für Privatpersonen“. Das Programm fördert Anlagen zur Wärmeerzeugung, nicht zur Kühlung. Die Tabelle zeigt 5 typische Fälle.
| Gerät oder Fall | Förderfähig? | Entscheidende Bedingung |
|---|---|---|
| Mobiles Klimagerät, nur Kühlen | nein | kein Wärmeerzeuger |
| Split-Klimagerät mit Heizfunktion, Klasse A+ | nein | ηs unter 181 % |
| Luft-Luft-Wärmepumpe, Klasse A++ oder A+++ | ja, 30–80 % | im BAFA-Portal gelistet, Antrag vor Vorhabenbeginn |
| Multisplit ersetzt Nachtspeicher (selbstgenutzt) | ja, mit 16 % Bonus | Altanlage wird entfernt |
| R32-Gerät ab 01.01.2028 | nein | laut dena nur noch natürliche Kältemittel |
Die Tabelle zeigt: Nicht der Name „Klimaanlage“ entscheidet, sondern die Heizfunktion und die Effizienz. Ein Split-Gerät mit der Klasse A+ heizt zwar, verfehlt aber die Förderschwelle.
Die Schwelle heißt jahreszeitbedingte Raumheizungs-Energieeffizienz (ηs, gesprochen „Eta s“). Sie beschreibt die Effizienz über eine ganze Heizsaison. Für Luft-Luft-Wärmepumpen bis 12 kW verlangt das BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) mindestens 181 Prozent. Größere Geräte brauchen 150 Prozent. Die 181 Prozent entsprechen einem SCOP von 4,6 und damit der Untergrenze der Klasse A++.
Wie hoch ist der Zuschuss für eine Luft-Luft-Wärmepumpe?
Die KfW zahlt seit dem 21.07.2026 eine Grundförderung von 30 Prozent auf höchstens 28.000 Euro förderfähige Kosten für die erste Wohneinheit. Selbstnutzende erhalten 16 Prozent Klimageschwindigkeitsbonus. Voraussetzung ist der Ersatz einer funktionstüchtigen Öl-, Kohle-, Gasetagen- oder Nachtspeicherheizung. Eine mindestens 20 Jahre alte Gas- oder Biomasseheizung zählt ebenfalls. Selbstnutzende mit niedrigem Einkommen erhalten zusätzlich einen Einkommensbonus von 10, 30 oder 40 Prozent. Die Summe ist auf 70 Prozent gedeckelt. Bis zu 80 Prozent erhalten nur Selbstnutzende mit höchstens 30.000 Euro zu versteuerndem Haushaltseinkommen, mit kindergeldberechtigtem minderjährigem Kind 40.000 Euro.
Das 42watt-Rechenbeispiel geht von einem Multisplit-System für 12.000 Euro aus. Es ersetzt eine Nachtspeicherheizung im selbstgenutzten Haus, ohne Einkommensbonus.
| Antrag | Fördersatz | Zuschuss | Eigenanteil |
|---|---|---|---|
| bis 31.01.2027 | 30 + 16 = 46 % | 5.520 € | 6.480 € |
| ab 01.02.2027 | 30 + 12 = 42 % | 5.040 € | 6.960 € |
| bis 31.01.2027, mit 40 % Einkommensbonus | 86 %, gedeckelt auf 80 % | 9.600 € | 2.400 € |
| ab 01.01.2028, Gerät mit R32 | nicht förderfähig | 0 € | 12.000 € |
Der Bonus für den Heizungsersatz sinkt ab dem 01.02.2027 halbjährlich um 4 Prozentpunkte. Ab dem 01.08.2028 entfällt er ganz. Ihren genauen Zuschuss können Sie mit dem KfW-Förderrechner nach den Regeln ab 21.07.2026 ermitteln. Alle Einkommensgrenzen erklärt der Beitrag zur KfW-Förderung für Wärmepumpen.
Welche Bedingungen muss das Gerät für die KfW erfüllen?
Das Gerät muss im Wärmeerzeuger-Portal des BAFA als förderfähig gelistet sein und die technischen Mindestanforderungen der Förderrichtlinie erfüllen. Das Portal führt förderfähige Wärmepumpen mit Effizienzwert und Kältemittelart. Bei Split- und Multisplit-Systemen zählt die genaue Kombination aus Außen- und Innengeräten. Nur Kombinationen mit Label A++ oder A+++ sind förderfähig.
Dazu kommen 5 Pflichten:
- Antrag: Sie stellen den Antrag vor Beginn des Vorhabens in „Meine KfW“.
- Vertrag: Der Liefervertrag enthält eine aufschiebende oder auflösende Bedingung für die KfW-Zusage.
- Gebäude: Der Bauantrag für das Bestandsgebäude liegt mindestens 5 Jahre zurück.
- Einregulierung: Statt eines hydraulischen Abgleichs weist der Fachbetrieb die Einregulierung der Luftmengen nach.
- Messung: Die Anlage hat eine Energieverbrauchs- und Effizienzanzeige. Die Wärmemenge darf bei luftheizenden Geräten rechnerisch bilanziert werden.
Laut dena (Deutsche Energie-Agentur) gilt ab dem 01.01.2028: „Ab dem 01.01.2028 sind nur noch Wärmepumpen mit natürlichen Kältemitteln förderfähig.“ Das betrifft viele heutige Split-Geräte mit dem Kältemittel R32. Für das 1. Quartal 2027 kündigt die KfW zudem eine Regel zur lokalen Wertschöpfung an. Wärmepumpen aus EU-Fertigung sollen dann besser gefördert werden. Die Details stehen noch nicht fest.
Was ist eine Luft-Luft-Wärmepumpe?
Eine Luft-Luft-Wärmepumpe ist eine Wärmepumpe, die der Außenluft Wärme entzieht und sie direkt an die Raumluft abgibt. Die Verbraucherzentrale formuliert es so: „Die Luft-Luft-Wärmepumpe ist konzeptionell ein Klimagerät.“ Technisch ist sie ein Split-Klimagerät, dessen Kältekreis sich umschalten lässt. Ein Wasserkreislauf mit Heizkörpern fehlt.
| Kriterium | Luft-Luft-Wärmepumpe | Luft-Wasser-Wärmepumpe | Reine Klimaanlage |
|---|---|---|---|
| Heizen | ja, raumweise über Innengeräte | ja, ganzes Haus über Heizkörper | nein |
| Warmwasser | nein, separates System nötig | ja, über Speicher | nein |
| Kühlen | ja, aktiv | möglich, wenn reversibel | ja |
| Investition | 5.000–10.000 € (VZ) | im Schnitt rund 36.000 € (VZ RLP) | als Split ähnlich Luft-Luft |
| KfW-Förderung | ja, ab ηs 181 % | ja | nein |
| Eignung | gut gedämmte Häuser, Einzelräume | Bestand mit Heizkörpern oder Fußbodenheizung | nur Kühlung |
Die Luft-Luft-Wärmepumpe kostet nur einen Bruchteil einer Luft-Wasser-Anlage. Dafür beheizt sie nur Räume mit Innengerät und liefert kein Warmwasser. Die Luft-Wasser-Wärmepumpe versorgt das ganze Haus, braucht aber Heizkörper oder Fußbodenheizung. Wie diese Variante funktioniert, erklärt der Beitrag zur Luft-Wasser-Wärmepumpe.
Wie funktioniert das Heizen mit der Klimaanlage?
Beim Heizen kehrt ein Vierwegeventil den Kältekreis um, sodass das Innengerät Wärme abgibt statt aufnimmt. Das Außengerät verdampft das Kältemittel und nimmt dabei Wärme aus der Außenluft auf. Ein Verdichter erhöht Druck und Temperatur. Im Innengerät kondensiert das Kältemittel und gibt die Wärme an die Raumluft ab. Ein Ventilator verteilt die warme Luft im Raum.
Die Geräte gibt es in 2 Bauformen:
- Single-Split: 1 Außengerät versorgt 1 Innengerät in einem Raum.
- Multisplit: 1 Außengerät versorgt mehrere Innengeräte in verschiedenen Räumen.
Außen- und Innengerät verbindet eine Kältemittelleitung aus Kupfer. Wie sich Split-Geräte mit Wasserkreislauf davon unterscheiden, zeigt der Beitrag zu Split-Wärmepumpen.
Wie effizient heizt eine Luft-Luft-Wärmepumpe?
Eine Luft-Luft-Wärmepumpe erreicht im Betrieb laut dena typischerweise eine Jahresarbeitszahl von 2,6 bis 3,0. Die Jahresarbeitszahl (JAZ) ist das Verhältnis von erzeugter Wärme zu verbrauchtem Strom über ein Jahr. Bei einer JAZ von 3 entstehen aus 1 kWh Strom 3 kWh Wärme. Die Verbraucherzentrale nennt für moderne Geräte eine JAZ von 3 bis 4. Eine Elektroheizung hat eine JAZ von 1.
Im Datenblatt stehen andere Kennzahlen. Der SCOP (Seasonal Coefficient of Performance) ist die Heiz-Effizienz über eine Norm-Heizsaison. Der SEER (Seasonal Energy Efficiency Ratio) ist die Kühl-Effizienz über eine Norm-Kühlsaison. Beide sind Prüfstandswerte für ein durchschnittliches europäisches Klima. Die reale JAZ liegt meist darunter.
| Energieklasse | SCOP (Heizen) | SEER (Kühlen) | KfW-förderfähig |
|---|---|---|---|
| A+++ | ab 5,10 | ab 8,50 | ja |
| A++ | 4,60 bis unter 5,10 | 6,10 bis unter 8,50 | ja |
| A+ | 4,00 bis unter 4,60 | 5,60 bis unter 6,10 | nein |
| A | 3,40 bis unter 4,00 | 5,10 bis unter 5,60 | nein |
Die Klassen stammen aus der EU-Verordnung 626/2011 zur Kennzeichnung von Klimageräten. Für die Förderung zählt nur die Heizklasse. Ein Gerät mit SEER A+++ und SCOP A+ bleibt ohne Zuschuss.
Was kostet Heizen mit Klimaanlage im Vergleich zu Elektroheizung und Gas?
Heizen mit einer Luft-Luft-Wärmepumpe kostet im 42watt-Rechenbeispiel 62 bis 67 Prozent weniger als eine Elektroheizung, aber etwa so viel wie eine Gasheizung. Die Rechnung nutzt 5 offene Annahmen:
- Raum: 25 m² im teilsanierten Altbau mit 100 kWh Heizwärme pro m² und Jahr, also 2.500 kWh.
- Haus: 10.000 kWh Raumwärme pro Jahr, ohne Warmwasser.
- Strom: 37,0 ct/kWh, Durchschnitt 2026 laut BDEW (Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft).
- Gas: 11,93 ct/kWh laut BDEW-Gaspreisanalyse 08/2026, Nutzungsgrad des Kessels 95 Prozent.
- Effizienz: JAZ 2,6 und 3,0 laut dena, dazu SCOP 4,6 als Normwert der Förderschwelle.
| System | Effizienz | Kosten Raum pro Jahr | Kosten Haus pro Jahr |
|---|---|---|---|
| Elektroheizung, Nachtspeicher | 1,0 | 925 € | 3.700 € |
| Gas-Brennwertkessel | 95 % | 314 € | 1.256 € |
| Luft-Luft-Wärmepumpe | JAZ 2,6 | 356 € | 1.423 € |
| Luft-Luft-Wärmepumpe | JAZ 3,0 | 308 € | 1.233 € |
| Luft-Luft-Wärmepumpe | SCOP 4,6 (Normwert) | 201 € | 804 € |
Gegenüber Strom-Direktheizung spart die Luft-Luft-Wärmepumpe 2.277 bis 2.467 Euro pro Jahr im Haus. Läuft eine Nachtspeicherheizung über einen günstigeren Heizstromtarif, fällt die Ersparnis kleiner aus. Gegenüber Gas liegt sie bei JAZ 2,6 sogar 167 Euro höher. Erst ab JAZ 3,0 ist sie knapp günstiger.
Eine Faustformel zeigt die Grenze: Die Wärmepumpe heizt günstiger als Gas, solange der Strompreis unter JAZ × Gaspreis ÷ 0,95 liegt. Bei JAZ 2,6 liegt diese Grenze bei 32,7 ct/kWh, bei JAZ 3,0 bei 37,7 ct/kWh. Die Stiftung Warentest rechnet in ihrem Klimageräte-Test (Stand 27.05.2026) mit 40 ct/kWh. Der Kostenvorteil hängt damit stärker vom Strompreis ab als bei einer Luft-Wasser-Wärmepumpe mit höherer JAZ.
Was kostet eine Luft-Luft-Wärmepumpe mit Montage?
Eine Luft-Luft-Wärmepumpe kostet laut Verbraucherzentrale inklusive Einbau 5.000 bis 10.000 Euro. Die Geräte kosten 3.000 bis 6.000 Euro. Der Einbau kostet je nach baulichen Gegebenheiten 2.000 bis 4.000 Euro. Bei Multisplit-Systemen steigt der Preis mit jedem weiteren Innengerät und jedem Meter Kältemittelleitung.
Zu den laufenden Kosten zählt die Wartung. Die Verbraucherzentrale nennt 100 bis 300 Euro pro Jahr. Die dena setzt 125 Euro für das Außengerät plus 50 Euro je Innengerät an. Ein Multisplit mit 4 Innengeräten kommt damit auf 325 Euro. Die Lebensdauer liegt laut dena bei 18 Jahren. Filter reinigen Sie regelmäßig selbst.
Ohne Warmwasser ist die Rechnung unvollständig. Für Dusche und Küche brauchen Sie ein zweites System, etwa einen elektrischen Durchlauferhitzer oder eine Warmwasser-Wärmepumpe.
Welche Grenzen hat eine Luft-Luft-Wärmepumpe?
Eine Luft-Luft-Wärmepumpe bereitet kein Warmwasser, heizt nur Räume mit Innengerät und erzeugt Luftbewegung und Geräusche. Die Verbraucherzentrale nennt unter anderem diese 4 Nachteile:
- Warmwasser: Die Geräte erwärmen kein Trinkwasser, ein separates System ist nötig.
- Luftzug: Der Luftstrom kann als unbehaglich empfunden werden.
- Staub: Der Ventilator wirbelt Staubpartikel auf.
- Geräusche: Innengerät und Außengerät sind hörbar.
Die dena beziffert die Schallwerte. Außengeräte haben einen Schallleistungspegel von etwa 50 bis 65 dB(A), Innengeräte einen Schalldruckpegel von etwa 25 bis 32 dB(A). Für Schlafzimmer zählt der Wert der niedrigsten Lüfterstufe im Datenblatt.
Die Wärme bleibt im Raum mit dem Innengerät. Bad, Flur und Nebenräume brauchen ein eigenes Innengerät oder eine Zusatzheizung. Die Verbraucherzentrale rät deshalb klar: „Luft-Luft-Wärmepumpen sollten nur in gut gedämmten Objekten eingesetzt werden.“
Welches Kältemittel ist 2027 und 2029 noch erlaubt?
Neue Luft-Luft-Split-Geräte bis 12 kW dürfen ab dem 01.01.2029 kein fluoriertes Kältemittel mit einem Treibhauspotenzial ab 150 mehr enthalten. Das regelt Anhang IV der EU-F-Gase-Verordnung 2024/573. Das Treibhauspotenzial (GWP, Global Warming Potential) vergleicht die Klimawirkung eines Gases mit CO2. Das verbreitete Kältemittel R32 hat einen GWP von 675. Propan (R290) hat einen GWP nahe 0.
Die Verordnung nennt unter anderem diese 4 Stichtage:
| Geräteart | Verbot ab | Betroffene Kältemittel |
|---|---|---|
| Mono-Split unter 3 kg Füllung | 01.01.2025 | GWP ab 750, z. B. R410A |
| Steckerfertige Monoblock-Klimageräte | 01.01.2027 | GWP ab 150, z. B. R32 |
| Luft-Luft-Split | 01.01.2029 | GWP ab 150, z. B. R32 |
| Alle Split-Geräte | 01.01.2035 | alle fluorierten Kältemittel |
Für Luft-Luft-Split gilt also nicht 2027, sondern 2029. Für Luft-Wasser-Split-Wärmepumpen greift die Grenze schon am 01.01.2027. Ausnahmen gibt es nur, wenn Sicherheitsanforderungen am Aufstellort es erfordern. Bestehende Geräte dürfen weiterlaufen und gewartet werden.
Für die Förderung zählt eine frühere Frist. Ein R32-Gerät ist laut dena ab dem 01.01.2028 nicht mehr förderfähig, darf aber noch bis Ende 2028 neu in Verkehr gebracht werden. Wer einen Zuschuss will, wählt deshalb ein Gerät mit natürlichem Kältemittel. Vor- und Nachteile von Propan und CO2 erklärt der Beitrag zu natürlichen Kältemitteln in Wärmepumpen.
Wer darf eine Luft-Luft-Wärmepumpe einbauen?
Eine Luft-Luft-Wärmepumpe darf nur eine Fachkraft mit Sachkundebescheinigung für Kältemittel installieren. Die Verbraucherzentrale begründet das knapp: Die Geräte „enthalten Kältemittel“. Der Fachbetrieb verlegt die Kältemittelleitung, befüllt sie und prüft sie auf Dichtheit. Seit dem 17.04.2026 gilt eine neue Chemikalien-Klimaschutzverordnung mit neuen Sachkunde-Kategorien. Alte Bescheinigungen bleiben bis zum 12.03.2029 gültig. Fragen Sie vor der Beauftragung nach der Bescheinigung.
Eine Ausnahme sind steckerfertige Geräte mit vorgefülltem Kreislauf. Sie erreichen die Förderschwelle in der Regel nicht. Solche Lösungen für einzelne Räume vergleicht der Beitrag zur Fenster-Wärmepumpe.
Was gilt in Eigentumswohnung und Mietwohnung?
In einer Eigentumswohnung brauchen Sie für ein Split-Gerät mit Außengerät einen Beschluss der Gemeinschaft, haben aber grundsätzlich einen Anspruch darauf. Das hat der Bundesgerichtshof am 17.07.2026 entschieden (Az. V ZR 162/25). Die Eigentümergemeinschaft kann die Zustimmung an technische und gestalterische Auflagen knüpfen. Sie darf sie nicht pauschal verweigern, sondern nur, wenn andere Eigentümer unbillig benachteiligt werden.
In einer Mietwohnung brauchen Sie die Zustimmung der Vermietenden. Wanddurchbruch und Außengerät sind bauliche Veränderungen. Ein gesetzlicher Anspruch besteht dafür nicht. Am Außengerät gilt zudem die TA Lärm (Technische Anleitung zum Schutz gegen Lärm). Sie legt nachts in reinen Wohngebieten 35 dB(A) am Nachbarfenster fest.
Wann ist eine Luft-Luft-Wärmepumpe sinnvoll und wann eine Luft-Wasser-Wärmepumpe?
Eine Luft-Luft-Wärmepumpe ist sinnvoll in gut gedämmten Häusern ohne Wasserheizung, als Ersatz für Einzelöfen oder Nachtspeicher und als Ergänzung für einzelne Räume. Die dena nennt den Ersatz von Kohleöfen, Gasraumheizern und Nachtstromspeichern als typischen Einsatz. Ein Heizungsrohrnetz fehlt dort meist. Eine Luft-Wasser-Anlage wäre dann deutlich teurer.
4 Situationen sprechen für die Luft-Luft-Wärmepumpe:
1. Nachtspeicher-Ersatz: Bei gleichem Strompreis sinken die Heizkosten im Rechenbeispiel um 62 bis 67 Prozent, bei Selbstnutzung zahlt die KfW den Austausch-Bonus.
2. Gute Dämmung: Ein geringer Wärmebedarf lässt sich mit wenigen Innengeräten decken.
3. Ergänzung: Ein Wintergarten oder Dachzimmer erhält Wärme und Kühlung ohne Eingriff in die Zentralheizung.
4. Ferienhaus: Kurze Nutzungszeiten profitieren vom schnellen Aufheizen per Luft.
Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe ist die bessere Wahl, wenn Heizkörper oder Fußbodenheizung vorhanden sind. Sie heizt das ganze Haus gleichmäßig und bereitet Warmwasser. Ob Ihr Haus dafür geeignet ist, zeigt der Eignungs-Check für Wärmepumpen mit Vorlauftemperatur und Zuschuss. Wie eine wassergeführte Anlage im Sommer kühlt, erklärt der Beitrag Kühlen mit der Wärmepumpe.
Häufige Fragen zur Luft-Luft-Wärmepumpe
Kann man mit einer Klimaanlage das ganze Haus heizen?
Ja, ein Multisplit-System kann ein gut gedämmtes Haus beheizen, wenn jeder genutzte Raum ein Innengerät hat. Warmwasser liefert es nicht. Die Verbraucherzentrale empfiehlt Luft-Luft-Wärmepumpen nur für gut gedämmte Gebäude.
Fördert die KfW auch die Kühlfunktion?
Die KfW fördert das Gerät als Heizung, die zusätzliche Kühlfunktion schließt die Förderung nicht aus. Ein Gerät, das nur kühlt, ist dagegen kein Wärmeerzeuger und erhält keinen Zuschuss. Mehr zu reversiblen Systemen zeigt der Beitrag Wärmepumpe und Klimaanlage.
Lohnt sich eine Klimaanlage zum Heizen in der Übergangszeit?
Ja, in Frühjahr und Herbst heizt eine Luft-Luft-Wärmepumpe besonders effizient, weil die Außenluft milder ist. Die Effizienz einer Wärmepumpe steigt mit der Außentemperatur. Sie kann dann einen Gaskessel entlasten. Bei 37 ct/kWh Strom ist der Kostenvorteil gegenüber Gas aber gering.
Wie laut ist eine Luft-Luft-Wärmepumpe?
Innengeräte erreichen laut dena einen Schalldruckpegel von etwa 25 bis 32 dB(A), Außengeräte einen Schallleistungspegel von etwa 50 bis 65 dB(A). Für Schlafräume eignen sich Geräte mit niedrigem Wert in der leisesten Stufe. Den Aufstellort des Außengeräts planen Sie mit Blick auf die Nachbarn.
KfW, Merkblatt Zuschuss 458 (Stand 09/2026); KfW, Infoblatt förderfähige Maßnahmen BEG, Version 11.0 (09/2026); BAFA, Liste der förderfähigen Wärmepumpen mit Prüf-/Effizienznachweis (01.04.2024); dena Gebäudeforum, Förderung von Wärmepumpen (Stand 09/2026); dena, Factsheet Luft-Luft-Wärmepumpe (Stand 01/2024); Verbraucherzentrale, Luft-Luft-Wärmepumpen (Stand 10.03.2026); Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz und Stiftung Warentest, Angebotsauswertung Wärmepumpen (25.06.2025); Stiftung Warentest, Klimageräte im Test (27.05.2026); Verordnung (EU) 2024/573 über fluorierte Treibhausgase, Anhang IV; Verordnung (EU) Nr. 626/2011 zur Energieverbrauchskennzeichnung von Klimageräten; Verordnung (EU) Nr. 206/2012; Chemikalien-Klimaschutzverordnung (in Kraft seit 17.04.2026, via IHK Karlsruhe); Bundesgerichtshof, Urteil V ZR 162/25 (17.07.2026); TA Lärm; BDEW-Strompreisanalyse (Herbst 2026); BDEW-Gaspreisanalyse (08/2026).


