Max Nestler
October 28, 2026
Lesezeit
13
Minuten
Wärmepumpe
Grundlagen

Luft-Wasser-Wärmepumpe 2026: Funktion, Aufbau und Effizienz im Altbau

Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe entzieht der Außenluft Wärme und gibt sie an das Heizungswasser ab. Im Feldtest des Fraunhofer ISE erreichte sie in Bestandsgebäuden eine mittlere Jahresarbeitszahl von 3,4. Dieser Ratgeber erklärt Kältekreis, Bauteile, Bauarten, Warmwasser und Effizienz im Altbau.

Inhaltsverzeichnis
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Das Wichtigste in Kürze

  • Funktionsprinzip: Kältekreis in 4 Schritten – Verdampfen, Verdichten, Verflüssigen, Entspannen
  • Feldtest-JAZ im Bestand: Ø 3,4, Spanne 2,6 bis 4,9 bei 61 Luft-Wasser-Anlagen (Fraunhofer ISE, 2025)
  • Wärmeanteil aus der Luft: rund 71 % bei JAZ 3,4, rund 29 % aus Strom
  • Stromverbrauch: 18.000 kWh Wärme ergeben bei JAZ 3,4 rund 5.300 kWh Strom pro Jahr
  • COP bei 2 °C Außenluft: 4,3 mit 30 °C Vorlauf, 3,2 mit 42 °C Vorlauf (dena)
  • Heizstab-Anteil: 1,3 % der elektrischen Arbeit im Feldtest
  • Warmwasser: Speicher mindestens 60 °C gegen Legionellen (Verbraucherzentrale)
  • Marktanteil 2025: 283.000 von 299.000 verkauften Heizungswärmepumpen (BDH)

Was ist eine Luft-Wasser-Wärmepumpe?

Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe ist eine Heizung, die Wärme aus der Außenluft gewinnt und damit Heizungswasser und Trinkwasser erwärmt. Der Name nennt beide Seiten: Luft ist die Wärmequelle, Wasser das Medium für die Wärmeverteilung. Das Heizungswasser fließt durch Heizkörper oder eine Fußbodenheizung. Die Anlage kann damit eine zentrale Öl- oder Gasheizung vollständig ersetzen. Im Alltag heißt sie oft kurz Luftwärmepumpe. Die Tabelle grenzt sie von 3 anderen gängigen Wärmepumpen-Typen ab.

TypWärmequelleWärmeabgabeWarmwasserEffizienz (JAZ)
Luft-WasserAußenluftHeizungswasserja, über SpeicherØ 3,4 im Feldtest (2,6–4,9)
Luft-LuftAußenluftRaumluft über Innengeräteseparat nötigtypisch 2,6–3,0 (dena)
Sole-WasserErdreich (Sonde, Kollektor)Heizungswasserja, über SpeicherØ 4,3 im Feldtest (3,6–5,4)
Wasser-WasserGrundwasser (Brunnen)Heizungswasserja, über Speicherkeine Werte im Feldtest

Kurz eingeordnet: Unter den 4 Typen ist die Luft-Wasser-Wärmepumpe die einzige mit Wasserkreislauf, die ohne Erdarbeiten für Sonden, Kollektoren oder Brunnen auskommt. Sole-Wasser-Anlagen arbeiten im Feldtest effizienter, brauchen aber Erdsonden oder Kollektoren. Wasser-Wasser-Anlagen benötigen eine wasserrechtliche Erlaubnis. Luft-Luft-Geräte heizen die Raumluft direkt und brauchen für Warmwasser ein zweites System.

Wie verbreitet ist die Luft-Wasser-Wärmepumpe?

2025 wurden in Deutschland 283.000 Luft-Wasser-Wärmepumpen verkauft, rund 95 % aller Heizungswärmepumpen. Das zeigt die Absatzstatistik des Bundesverbands der Deutschen Heizungsindustrie (BDH). Insgesamt setzten die Hersteller 299.000 Heizungswärmepumpen ab, 55 % mehr als 2024. Der Absatz von Sole-Wasser-Wärmepumpen lag bei 13.500 Stück. Von Gas-Brennwertkesseln verkauften die Hersteller im selben Jahr 229.000 Stück.

Wie funktioniert eine Luft-Wasser-Wärmepumpe?

Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe hebt Wärme aus der Außenluft mit einem Kältekreis auf Heiztemperatur und überträgt sie ans Heizungswasser. Ein Kältekreis ist ein geschlossener Rohrkreislauf mit einem Kältemittel. Dieser Stoff verdampft schon bei Temperaturen unter 0 °C. Strom treibt vor allem den Verdichter an, dazu Ventilator und Umwälzpumpe.

Kältekreis der Luft-Wasser-Wärmepumpe

4 Schritte: Verdampfen, Verdichten, Verflüssigen, Entspannen
Kältekreis einer Luft-Wasser-WärmepumpeAußenluft gibt im Verdampfer Wärme an das kalte Kältemittel ab, das verdampft. Der Verdichter erhöht mit Strom Druck und Temperatur des Gases. Im Verflüssiger gibt das heiße Gas Wärme an das Heizungswasser ab und wird flüssig. Das Expansionsventil senkt den Druck, das Kältemittel kühlt ab und fließt zurück zum Verdampfer.Gas, kaltGas, heißflüssig, warmGemisch, kaltAußenluftHeizungswasserStrom1 VerdampferKältemittel nimmtLuftwärme auf undverdampft2 Verdichtererhöht Druck undTemperatur3 Verflüssigergibt Wärme an dasHeizungswasser ab,Gas wird flüssig4 Expansionsventilsenkt Druck,Kältemittel kühlt ab
Blau: kalte Seite mit niedrigem Druck, orange: warme Seite mit hohem Druck. Bei einer Jahresarbeitszahl von 3,4 stammen rund 71 % der Wärme aus der Luft und rund 29 % aus Strom (eigene Rechnung auf Basis der mittleren JAZ 3,4 im Fraunhofer-ISE-Feldtest 2025). Schematische Darstellung, nicht maßstäblich.

Der Kreislauf läuft in 4 Schritten ab:

  • Verdampfen: Ein Ventilator saugt Außenluft durch den Verdampfer. Das kalte Kältemittel nimmt die Wärme auf und wird gasförmig.
  • Verdichten: Ein elektrischer Verdichter presst das Gas zusammen. Druck und Temperatur steigen stark an.
  • Verflüssigen: Im Verflüssiger gibt das heiße Gas seine Wärme an das Heizungswasser ab. Dabei wird es wieder flüssig.
  • Entspannen: Ein Expansionsventil senkt den Druck. Das Kältemittel kühlt stark ab, und der Kreislauf beginnt neu.

Das Grundprinzip gilt für alle Bauarten. Den Unterschied zu Erd- und Grundwasser-Anlagen erklärt der Beitrag Funktionsweise der Wärmepumpe.

Welche Bauteile hat eine Luft-Wasser-Wärmepumpe?

Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe besteht aus 4 Kältekreis-Bauteilen sowie Ventilator, 4-Wege-Ventil, Regelung und meist einem elektrischen Heizstab. Moderne Geräte regeln die Drehzahl des Verdichters stufenlos über einen Inverter. Ein Inverter ist ein Frequenzumrichter für den Elektromotor. Die Anlage passt ihre Leistung so dem Wärmebedarf an und schaltet seltener ein und aus.

BauteilAufgabeSitz beim Monoblock (außen)Sitz beim Split
Ventilatorfördert Außenluft über den VerdampferAußengerätAußengerät
VerdampferWärmetauscher: Luftwärme → KältemittelAußengerätAußengerät
Verdichtererhöht Druck und TemperaturAußengerätAußengerät
VerflüssigerWärmetauscher: Kältemittel → HeizungswasserAußengerätInnengerät
Expansionsventilsenkt den Druck des KältemittelsAußengerätje nach Hersteller
4-Wege-Ventilkehrt den Kreislauf zum Abtauen oder Kühlen umAußengerätAußengerät
Heizstabelektrische Reserve für Spitzenlastje nach HerstellerInnengerät

Kurz eingeordnet: Beim außen aufgestellten Monoblock steckt der ganze Kältekreis im Außengerät, ins Haus führen nur Wasserleitungen. Der Heizstab spielt im Betrieb eine kleine Rolle. Im Fraunhofer-Feldtest entfielen auf ihn nur 1,3 % der elektrischen Arbeit der Luft-Wasser-Anlagen.

Wie viel Wärme stammt aus der Luft?

Bei der im Feldtest gemessenen mittleren Jahresarbeitszahl von 3,4 stammen rund 71 % der Wärme aus der Luft und 29 % aus Strom. Die Jahresarbeitszahl (JAZ) teilt die erzeugte Wärme durch den verbrauchten Strom. Aus 1 kWh Strom entstehen bei JAZ 3,4 also 3,4 kWh Wärme. Die oft genannten 75 % Umweltwärme erreicht eine Anlage erst ab einer JAZ von 4.

Monoblock oder Split: Wie ist die Anlage aufgebaut?

Beim Monoblock liegt der gesamte Kältekreis in einem Gerät, beim Split ist er auf ein Außen- und ein Innengerät verteilt. Die meisten Monoblock-Geräte stehen im Freien und sind mit dem Haus nur über Wasserleitungen verbunden. Es gibt auch Monoblock-Geräte für die Innenaufstellung mit 2 Luftkanälen nach draußen. Split-Geräte verbinden Außen- und Innenteil über Kältemittelleitungen.

MerkmalMonoblockSplit
Verbindung ins HausHeizwasserleitungenKältemittelleitungen
Kälteschein beim Einbaunicht nötignötig
Kältemittel im Hauskeines (bei Außenaufstellung)in Leitungen und Innengerät
Platz im HausSpeicher, Regelungkompaktes Innengerät plus Speicher
F-Gase-Verbot (bis 12 kW)GWP ab 150: ab 2027, alle F-Gase: ab 2032GWP ab 150: ab 2027, alle F-Gase: ab 2035

Kurz eingeordnet: Für Split-Geräte braucht der Fachbetrieb ein Zertifikat für Arbeiten am Kältekreis nach Verordnung (EU) 2015/2067, den sogenannten Kälteschein. Beim Monoblock bleibt der Kältekreis werkseitig geschlossen. Das Innengerät eines Splits ist kleiner und lässt sich leichter in den Keller tragen. Vor- und Nachteile beider Bauarten im Detail zeigt der Beitrag Monoblock-Wärmepumpe.

Wie liefert sie Heizwärme und Warmwasser?

Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe erwärmt abwechselnd das Heizungswasser und einen Trinkwasserspeicher. Für die Heizung reichen niedrige Vorlauftemperaturen. Die Vorlauftemperatur ist die Temperatur, mit der das Heizungswasser zu den Heizkörpern fließt. Für Warmwasser braucht die Anlage höhere Temperaturen. Das kostet Effizienz.

Die Verbraucherzentrale nennt dafür eine klare Grenze. Gegen Legionellen muss das Warmwasser im Speicher auf mindestens 60 °C erhitzt werden. Legionellen sind Bakterien, die sich in lauwarmem Trinkwasser vermehren. Als Faustwert für die Speichergröße nennt die Verbraucherzentrale rund 50 Liter pro Person. Heizungswasser und Trinkwasser bleiben dabei getrennt, oft in einem Kombispeicher.

Viele Anlagen haben zusätzlich einen Pufferspeicher für das Heizungswasser. Er überbrückt unter anderem die Sperrzeiten im Wärmepumpentarif. Bei älteren Wärmepumpentarifen darf der Versorger laut Deutscher Energie-Agentur (dena) 1 bis 3 Mal täglich für maximal 2 Stunden abschalten. Für seit 2024 neu angeschlossene Wärmepumpen sieht § 14a EnWG statt einer Abschaltung nur eine Drosselung vor, mindestens 4,2 kW bleiben dabei garantiert. Die Größe des Speichers legt der Fachbetrieb nach Heizlast und Hydraulik fest.

Wie effizient ist eine Luft-Wasser-Wärmepumpe im Altbau?

Luft-Wasser-Wärmepumpen erreichten im Feldtest des Fraunhofer ISE in Bestandsgebäuden eine mittlere JAZ von 3,4. Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme hat dafür 4 Jahre lang 61 Luft-Wasser- und 16 Erdreich-Wärmepumpen in Ein- bis Dreifamilienhäusern vermessen. Die Gebäude stammen aus den Baujahren 1826 bis 2001. Die Werte der Luft-Wasser-Anlagen reichten von 2,6 bis 4,9. Der CO₂-Ausstoß lag 2024 im Schnitt 64 % unter dem von Gasheizungen.

Danny Günther leitet am Fraunhofer ISE das Team „Wärmepumpen und Transformation Gebäudebestand“. Er fasst zusammen: „Die Ergebnisse zeigen eindeutig, dass Wärmepumpen auch in älteren Gebäuden effizient betrieben werden können.“ Die Spanne zeigt aber auch: Planung und Einstellung entscheiden über das Ergebnis. 4 Faktoren prägen die JAZ:

  • Vorlauftemperatur: Jedes Grad weniger senkt die Arbeit des Verdichters.
  • Außentemperatur: Je kälter die Luft, desto größer der Temperaturhub.
  • Auslegung: Eine zu groß gewählte Anlage schaltet häufiger ein und aus.
  • Warmwasseranteil: Der 60-°C-Speicher senkt die Jahresarbeitszahl.

Was bedeuten COP, SCOP und JAZ?

Die JAZ misst die Effizienz im echten Betrieb über ein ganzes Jahr, COP und SCOP sind Prüfstandswerte. Der COP (Coefficient of Performance) gilt für einen festen Messpunkt aus Außen- und Vorlauftemperatur. Der SCOP (Seasonal COP) rechnet mehrere Messpunkte nach der Norm DIN EN 14825 auf eine Heizperiode hoch. Die dena-Werte zeigen, wie stark beide Temperaturen den COP verändern:

AußentemperaturVorlauf niedrigCOPVorlauf mittelCOP
−7 °C34 °C2,852 °C2,0
2 °C30 °C4,342 °C3,2
7 °C27 °C5,836 °C4,4

Kurz eingeordnet: Bei gleicher Außentemperatur liegt der COP mit höherem Vorlauf um 24 bis 29 % niedriger. Bei −7 °C und 52 °C Vorlauf erzeugt 1 kWh Strom nur noch 2 kWh Wärme. Wie Sie die JAZ der eigenen Anlage berechnen, erklärt der Beitrag Jahresarbeitszahl.

Wie viel Strom braucht eine Luft-Wasser-Wärmepumpe? Das 42watt-Rechenbeispiel

Ein Einfamilienhaus mit 18.000 kWh Wärmebedarf braucht bei einer JAZ von 3,4 rund 5.300 kWh Strom pro Jahr. Die Formel lautet: Wärmebedarf geteilt durch JAZ. Annahmen: 18.000 kWh pro Jahr für Heizung und Warmwasser. Wärmepumpentarif mit eigenem Zähler: 24 Cent pro kWh plus 140 Euro Grundpreis (Marktcheck der Verbraucherzentrale NRW, 02/2026). Die JAZ-Werte spiegeln die Feldtest-Spanne.

JAZStrom pro JahrAnteil UmweltwärmeStromkosten Wärmepumpentarif
2,6 (Minimum Feldtest)6.923 kWh62 %1.802 €
3,06.000 kWh67 %1.580 €
3,4 (Mittelwert)5.294 kWh71 %1.411 €
4,9 (Maximum Feldtest)3.673 kWh80 %1.022 €

Kurz eingeordnet: Zwischen Minimum und Maximum der Feldtest-Spanne liegen rund 3.250 kWh oder 780 Euro pro Jahr. Schon der Schritt von JAZ 3,0 auf 3,4 spart rund 700 kWh oder 170 Euro jährlich. Eine niedrige Vorlauftemperatur ist damit ein zentraler Hebel im Betrieb.

Was passiert im Winter und beim Abtauen?

Im Winter heizt eine Luft-Wasser-Wärmepumpe weiter, nur mit geringerem COP und mit kurzen Abtauphasen. Bei feuchter Luft um den Gefrierpunkt bildet sich Reif auf dem Verdampfer. Die Anlage taut ihn dann automatisch ab. Laut Merkblatt von EnergieSchweiz nutzen rund 80 % der Anlagen dafür die Prozessumkehr. Dabei läuft der Kältekreis kurz rückwärts und erwärmt den Verdampfer.

Laut EnergieSchweiz sollte die Abtauung vor allem um den Gefrierpunkt, etwa zwischen −2 und +5 °C, kontrolliert und optimiert werden. Bei trockener, sehr kalter Luft bildet sich weniger Reif. Zu häufiges Abtauen senkt die JAZ, deshalb lohnt eine bedarfsgesteuerte Abtauregelung. Den Heizstab brauchten die Feldtest-Anlagen trotzdem kaum. Ursachen für Vereisung und Störungen beschreibt der Beitrag Wärmepumpe abtauen.

Wie laut ist sie und welches Kältemittel nutzt sie?

Das Außengerät erzeugt Geräusche durch Ventilator und Verdichter, und im Kältekreis zirkuliert ein Kältemittel mit Klimawirkung. Beide Punkte regeln Förderrichtlinie und EU-Recht. Die folgenden 2 Abschnitte fassen die Kernwerte zusammen.

Wie laut darf das Außengerät sein?

Für die Förderung muss das Außengerät seit dem 01.01.2026 mindestens 10 dB leiser sein als der EU-Grenzwert. Die Ökodesign-Verordnung (EU) 813/2013 erlaubt für Geräte bis 6 kW einen Schallleistungspegel von 65 dB(A). Förderfähige Geräte dieser Klasse dürfen damit höchstens 55 dB(A) erreichen. Bis Ende 2025 reichten 5 dB Abstand. Für die Nachbarschaft gilt zusätzlich die TA Lärm. Nachts sind vor dem Nachbarfenster im reinen Wohngebiet 35 dB(A) erlaubt, im allgemeinen Wohngebiet 40 dB(A). Abstände und Schallschutz erklärt der Beitrag Wärmepumpe Lautstärke.

Welches Kältemittel steckt im Kältekreis?

Viele neue Luft-Wasser-Wärmepumpen nutzen Propan (R290), ein Kältemittel mit einem Treibhauspotenzial nahe null. Das Treibhauspotenzial (GWP) gibt an, wie stark ein Stoff im Vergleich zu CO₂ das Klima erwärmt. R290 hat nach aktuellem IPCC-Bericht ein GWP von 0,02, ältere Datenblätter nennen 3. Zum Vergleich: R32 liegt nach F-Gase-Verordnung bei 675, das ältere R410A bei 2.088. Propan ist brennbar und gehört zur Sicherheitsklasse A3. Die F-Gase-Verordnung (EU) 2024/573 verbietet ab 01.01.2027 neue Geräte bis 12 kW mit fluorierten Kältemitteln ab GWP 150. Eine Ausnahme gilt, wenn Sicherheitsanforderungen am Standort Propan ausschließen. Eigenschaften und Schutzbereiche von Propan beschreibt der Beitrag natürliche Kältemittel.

Welche Vor- und Nachteile hat die Luft-Wasser-Wärmepumpe?

Die Luft-Wasser-Wärmepumpe lässt sich ohne Bohrung einbauen, arbeitet aber im Winter weniger effizient als eine Erdwärmepumpe. Die Tabelle stellt die technischen Stärken und Grenzen gegenüber.

AspektVorteilNachteil
WärmequelleAußenluft überall verfügbar, keine Bohrung oder Brunnen nötigLuft ist kalt, wenn das Haus viel Wärme braucht
EffizienzFeldtest-JAZ Ø 3,4 auch im AltbauØ 0,9 JAZ-Punkte unter Erdwärmepumpen im selben Feldtest
EinbauAußengerät plus Speicher, keine Erdarbeiten für SondenFundament und Platz für das Außengerät nötig
GeräuschFörderfähige Geräte mindestens 10 dB unter EU-GrenzwertAbstand zu Nachbarfenstern muss passen
FunktionenHeizung, Warmwasser und Kühlen über Kreislaufumkehr möglichKühlleistung über Heizkörper begrenzt

Kurz eingeordnet: Der Hauptvorteil ist die einfache Erschließung der Wärmequelle. Der Hauptnachteil ist die geringere Effizienz an kalten Tagen. Eine niedrige Vorlauftemperatur verringert diesen Nachteil im Bestand.

Eignet sich eine Luft-Wasser-Wärmepumpe für den Altbau?

Ja, eine Luft-Wasser-Wärmepumpe eignet sich für den Altbau, wenn der Vorlauf „möglichst ganzjährig unter 55 Grad Celsius“ bleibt. So formuliert es die Verbraucherzentrale. Eine Fußbodenheizung ist dafür keine Pflicht. Laut Fraunhofer ISE können „ausreichend dimensionierte Heizkörper im Mittel mit ähnlich niedrigen Temperaturen betrieben werden“ wie Flächenheizungen. Die Forschenden empfehlen, die Heizkörper raumweise zu prüfen und zu kleine gezielt zu tauschen.

3 Schritte klären die Eignung vor dem Einbau:

  • Heizlast berechnen: Ein Fachbetrieb ermittelt die Heizlast raumweise nach DIN EN 12831.
  • Vorlauf testen: Senken Sie im Winter die Vorlauftemperatur der alten Heizung schrittweise und prüfen Sie, ob alle Räume warm bleiben.
  • Heizkörper prüfen: Tauschen Sie einzelne zu kleine Heizkörper, statt die ganze Anlage auf hohe Temperaturen auszulegen.

Im Feldtest waren die ab 1977 gebauten Häuser bis auf eine Ausnahme unsaniert. Eine Vollsanierung ist für den Wärmepumpenbetrieb also keine Voraussetzung.

Was kostet eine Luft-Wasser-Wärmepumpe?

Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kostet laut ADAC 8.000 bis 16.000 Euro für das Gerät plus 7.000 bis 15.000 Euro für Installation und Zubehör. 160 reale Angebote lagen laut Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz im Schnitt bei rund 36.000 Euro, Preise und Testsieger vergleicht der Ratgeber Luftwärmepumpe: Kosten, Testsieger und Kaufberatung. Die KfW bezuschusst den Heizungstausch seit dem 21.07.2026 mit 30 % Grundförderung, Selbstnutzende erhalten mit Boni bis zu 70 %, bei einem zu versteuernden Haushaltseinkommen bis 30.000 Euro (40.000 Euro mit Kind) bis zu 80 % (KfW-Förderung für Wärmepumpen).

Häufige Fragen zur Luft-Wasser-Wärmepumpe

Funktioniert eine Luft-Wasser-Wärmepumpe auch bei Frost?

Ja, eine Luft-Wasser-Wärmepumpe heizt auch bei Minusgraden, nur mit geringerer Effizienz. Bei −7 °C Außentemperatur und 34 °C Vorlauf nennt die dena einen COP von 2,8. Im Feldtest des Fraunhofer ISE entfielen auf den Heizstab nur 1,3 % der elektrischen Arbeit. Die Wärme kam also über das Jahr fast vollständig aus dem Kältekreis.

Braucht eine Luft-Wasser-Wärmepumpe eine Fußbodenheizung?

Nein, eine Luft-Wasser-Wärmepumpe arbeitet auch mit ausreichend großen Heizkörpern effizient. Laut Fraunhofer ISE erreichen solche Heizkörper im Mittel ähnlich niedrige Vorlauftemperaturen wie Flächenheizungen. Einzelne zu kleine Heizkörper lassen sich gezielt tauschen.

Kann eine Luft-Wasser-Wärmepumpe auch kühlen?

Ja, viele Luft-Wasser-Wärmepumpen können durch Umkehr des Kältekreises auch kühlen. Die dena nennt aktive Kühlung als möglichen Zusatznutzen. Über Heizkörper ist die Kühlleistung aber begrenzt. Die Vorlauftemperatur darf außerdem den Taupunkt nicht unterschreiten, sonst bildet sich Kondenswasser.

Darf nach 2027 noch eine Wärmepumpe mit R32 eingebaut werden?

Ja, Geräte mit R32, die vor dem 01.01.2027 in Verkehr gebracht wurden, dürfen auch danach noch eingebaut werden. Das Verbot der F-Gase-Verordnung gilt für das erstmalige Inverkehrbringen neuer Geräte. Laut Leitfaden des europäischen Wärmepumpenverbands EHPA muss der Anbieter nachweisen, dass das Gerät vor dem Stichtag rechtmäßig in Verkehr kam. Bestehende Anlagen dürfen weiter betrieben und gewartet werden.

Quellen & Belege

Fraunhofer ISE (Projekt WP-QS im Bestand, Pressemitteilung 2025); BDH (Absatzzahlen Heizungen Deutschland 2025); Deutsche Energie-Agentur (Factsheets Luft-Wasser-Wärmepumpe und Luft-Luft-Wärmepumpe, Stand 01/2024); EnergieSchweiz/Bundesamt für Energie (Merkblatt Abtauung Luft-Wasser-Wärmepumpen, 11/2021); Verbraucherzentrale (Voraussetzungen Wärmepumpe, Stand 25.03.2026; Warmwasser mit Wärmepumpe, Stand 30.01.2026); Verbraucherzentrale NRW (Marktcheck Wärmepumpenstromtarife, 02/2026); ADAC (Wärmepumpe: Kosten und Stromverbrauch, 21.07.2026); Stiftung Warentest/Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz (Angebotsauswertung, 25.06.2025); KfW (Zuschuss 458, Stand 21.07.2026); Stadt Köln (Wasser/Wasser-Wärmepumpe); Verordnung (EU) 2024/573 und EHPA-Leitfaden F-Gase (11/2024); Verordnung (EU) 813/2013; Verordnung (EU) 2015/2067; TA Lärm; DIN EN 14825; DIN EN 12831.