Das Wichtigste in Kürze
- Kompletter Kältekreis werkseitig im Außengerät, nur Heizwasser fließt ins Haus
- Kein Kälteschein für die Aufstellung nötig laut F-Gase-Verordnung und BWP
- Natürliches Kältemittel R290 hat einen GWP von 3, gegenüber 675 bei R32
- Fraunhofer ISE misst im Feldtest eine durchschnittliche Luft-JAZ von 3,1
- Installationskosten meist 1.000 bis 2.000 Euro günstiger als bei Split-Geräten
Was ist eine Monoblock-Wärmepumpe?
Eine Monoblock-Wärmepumpe ist eine Luft-Wasser-Wärmepumpe, deren kompletter Kältekreis werkseitig in einem Außengerät verbaut ist. Verdichter, Verdampfer, Verflüssiger und Expansionsventil sitzen alle im selben Gehäuse. Der Hersteller befüllt den Kreislauf im Werk mit Kältemittel. Er prüft ihn dort auf Dichtheit und verschweißt ihn hermetisch.
Zum Gebäude führen nur zwei wasserführende Leitungen: Vorlauf und Rücklauf. Sie transportieren normales Heizungswasser, kein Kältemittel. Das unterscheidet die Bauart grundlegend von einer klassischen Klimaanlage mit getrennten Einheiten. Die Wärmeübergabe an den Heizkreis erfolgt über einen Plattenwärmetauscher im Hydraulikmodul.
Monoblock oder Split: Was unterscheidet die beiden Bauarten?
Der Unterschied liegt in der Kältemittelführung. Bei einer Split-Wärmepumpe verbindet ein Kältemittelkreislauf die Außeneinheit mit einer Inneneinheit im Gebäude. Ein Fachbetrieb verlegt, befüllt und verschweißt die Kältemittelleitungen vor Ort. Bei der Monoblock-Bauweise entfällt dieser Schritt vollständig, weil der Kreislauf bereits geschlossen ist.
| Merkmal | Monoblock | Split |
|---|---|---|
| Kältemittelführung | nur im Außengerät | Außen- und Inneneinheit |
| Verbindung zum Haus | Heizwasserleitung | Kältemittelleitung |
| Kälteschein für Installation | nicht erforderlich | erforderlich |
| Frostschutz für Außenleitung | notwendig | nicht notwendig |
Für Hausbesitzende entscheidet meist ein Kriterium: der Innenraum. Monoblock-Systeme brauchen im Haus nur einen Pufferspeicher und ein kleines Hydraulikmodul. Split-Systeme benötigen zusätzlich eine Inneneinheit mit eigenem Wärmetauscher. Wer schnell installieren will und keinen zertifizierten Kälteanlagenbauer verfügbar hat, wählt in der Praxis meist Monoblock. Wer sehr lange Leitungswege zwischen Innen- und Außeneinheit braucht, profitiert eher von Split. Eine Übersicht zur Auswahl liefert unser Beitrag Welche Wärmepumpe ist die richtige?.
Warum entfällt bei Monoblock-Geräten der Kälteschein?
Ein Kälteschein ist bei Monoblock-Wärmepumpen für die reine Aufstellung nicht nötig, weil rechtlich keine „Installation" am Kältekreis stattfindet. Die EU-F-Gase-Verordnung 2024/573 regelt in Artikel 3 Absatz 17, wann von einer Installation die Rede ist: nur dann, wenn ein Kältekreis vor Ort geschlossen oder zusammengebaut wird. Beim Monoblock-Gerät ist der Kreislauf bereits im Werk geschlossen.
Der Bundesverband Wärmepumpe (BWP) bestätigt das ausdrücklich: „Beim einfachen Aufstellen einer Wärmepumpen- oder Kälteanlage in Monoblockausführung ist auch weiterhin kein Kälteschein oder Sachkundenachweis notwendig." Der Verband erläutert die rechtliche Grundlage so: „Nach der Definition F-Gase-VO Artikel 3 Absatz 17 spricht man nur dann von einer Installation, wenn ein Kältekreis geschlossen oder zusammengebaut wird." Das gilt laut BWP unabhängig vom verwendeten Kältemittel, also auch bei R290-Geräten.
Anders bei Split-Geräten: Dort verbindet die Fachkraft Innen- und Außeneinheit über offene Kältemittelleitungen. Das gilt als Installation im Sinne der Verordnung. Sie erfordert einen Sachkundenachweis Kategorie I oder II nach der Chemikalien-Klimaschutzverordnung (ChemKlimaschutzV), der nationalen Umsetzung der EU-Vorgaben. Nur wer bei einem Monoblock-Gerät tatsächlich am Kältekreis arbeitet, etwa bei einer Reparatur, braucht ebenfalls diesen Nachweis.
Ein Rechenbeispiel zeigt die praktische Auswirkung: Marktbeobachtungen von Fachportalen beziffern die reinen Installationskosten für ein Split-Gerät auf rund 4.000 bis 7.000 Euro, weil ein zertifizierter Kälteanlagenbauer nötig ist. Bei einem vergleichbaren Monoblock-Gerät liegen die Installationskosten bei rund 3.000 bis 5.000 Euro, weil ein SHK-Fachbetrieb ohne Kälteschein ausreicht. Die Differenz von rund 1.000 bis 2.000 Euro ergibt sich fast ausschließlich aus dem eingesparten Kälteschein-Aufwand.
Welches Kältemittel steckt in Monoblock-Wärmepumpen?
Monoblock-Wärmepumpen nutzen häufig R290, also Propan, als natürliches Kältemittel. R290 hat ein Treibhauspotenzial (GWP) von 3. Zum Vergleich: R32 kommt auf ein GWP von 675, R410A auf 2.088. R290 unterliegt deshalb keiner Verknappung durch den EU-Phase-down für teilfluorierte Kältemittel.
R290 erreicht zudem hohe Vorlauftemperaturen. Manche R290-Geräte heizen Wasser bis auf rund 70 bis 75 Grad Celsius auf. Das macht sie auch für unsanierte Altbauten mit klassischen Heizkörpern interessant. Details zu Kältemittel-Alternativen und deren Regulierung erklärt unser Beitrag R32-Kältemittel.
| Kältemittel | GWP | Sicherheitsklasse (ISO 817) |
|---|---|---|
| R290 (Propan) | 3 | A3 (entzündlich) |
| R32 | 675 | A2L (schwer entzündlich) |
| R410A | 2.088 | A1 (nicht entzündlich) |
R290 gehört zur Sicherheitsklasse A3 und gilt als entzündlich. Die Norm DIN EN 378 begrenzt deshalb die zulässige Füllmenge in Innenräumen. Bei größeren Füllmengen schreibt sie eine Aufstellung im Freien vor. Monoblock-Geräte erfüllen diese Vorgabe automatisch, weil der komplette Kältekreis ohnehin außen steht. Deshalb eignet sich die Monoblock-Bauweise besonders gut für R290-Hochleistungsgeräte.
Wie hängt der SCOP von der Vorlauftemperatur ab?
Der SCOP (Seasonal Coefficient of Performance) sinkt mit steigender Vorlauftemperatur. Der SCOP beschreibt die saisonale Effizienz einer Wärmepumpe über eine komplette Heizperiode. Je niedriger die benötigte Vorlauftemperatur, desto weniger Antriebsenergie braucht der Verdichter für dieselbe Heizleistung.
Der Fraunhofer-ISE-Feldtest „WPsmart im Bestand" misst diesen Zusammenhang in echten Bestandsgebäuden. Luft-Wärmepumpen erreichten dort Jahresarbeitszahlen von 2,5 bis 3,8, im Mittel 3,1. Die durchschnittlich benötigte Vorlauftemperatur lag bei knapp 44 Grad Celsius. Die Studie zeigt: Die Effizienz hängt weniger vom Baualter ab als von der Vorlauftemperatur. Auch ältere Gebäude erreichten hohe Werte, wenn die Vorlauftemperatur niedrig blieb.
Zwei Stellschrauben senken die Vorlauftemperatur im Bestand. Der hydraulische Abgleich verteilt den Heizwasser-Volumenstrom gleichmäßig auf alle Heizkörper. Er hebt den SCOP in der Praxis um rund 0,2 bis 0,5 Punkte. Die richtige Einstellung der Vorlauftemperatur über die Heizkurve verhindert unnötig hohe Werte im Teillastbetrieb. Beide Maßnahmen kosten deutlich weniger als ein kompletter Heizkörper-Tausch und wirken sich direkt auf die Betriebskosten aus.
Welche Nachteile hat die Monoblock-Bauweise?
Der wichtigste Nachteil ist der Frostschutz für die wasserführende Außenleitung. Wasser gefriert bei 0 Grad Celsius und dehnt sich dabei aus. Bei einem Stromausfall oder einer Störung kann eine ungeschützte Leitung im Winter einfrieren und platzen. Fachbetriebe lösen das meist über eine Glykol-Beimischung im Heizwasser oder über eine elektrische Begleitheizung der Leitung.
Ein Frostschutz-Ventil ist eine weitere Option. Es öffnet automatisch bei Druckabfall und lässt das Wasser vor dem Gefrieren ablaufen. Die Glykol-Beimischung senkt die Wärmeübertragung leicht, weil das Gemisch eine geringere Wärmekapazität hat als reines Wasser. In der Praxis ist dieser Effekt gering und lässt sich durch eine korrekte Dimensionierung der Anlage ausgleichen.
Ein zweiter Punkt betrifft die Aufstellung. Weil der komplette Kältekreis samt Verdichter draußen steht, lässt sich die Schallquelle nicht wie bei Split-Geräten räumlich vom Nachbargrundstück trennen. Wer besonders schallsensible Nachbarschaftsverhältnisse hat, sollte den Aufstellort und passende Schallschutzmaßnahmen vorab prüfen. Details zu Abständen und Vorschriften finden Sie im Beitrag Wärmepumpe Abstand Nachbar.
Was kostet eine Monoblock-Wärmepumpe?
Eine Monoblock-Wärmepumpe für ein Einfamilienhaus kostet inklusive Installation üblicherweise einen niedrigen bis mittleren fünfstelligen Betrag vor Förderung. Genaue Summen hängen stark von Leistungsklasse, Gebäudezustand und Hydraulik ab. Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) unterstützt Monoblock- und Split-Wärmepumpen gleichermaßen, unabhängig von der Bauart.
Der Kostenvorteil der Monoblock-Bauweise liegt vor allem in der Installation, nicht im Gerätepreis selbst. Weil kein zertifizierter Kälteanlagenbauer nötig ist, sinken sowohl die Wartezeit auf einen Fachbetrieb als auch die Montagekosten. Über die Lebensdauer der Anlage relativiert sich dieser Vorteil teilweise durch den zusätzlichen Aufwand für Frostschutz und dessen Wartung.
Häufig gestellte Fragen
Braucht eine Monoblock-Wärmepumpe einen Kälteschein?
Nein. Für die reine Aufstellung eines Monoblock-Geräts ist kein Kälteschein nötig, weil der Kältekreis werkseitig geschlossen ist. Das gilt laut Bundesverband Wärmepumpe unabhängig vom Kältemittel. Nur Arbeiten direkt am Kältekreis, etwa eine Reparatur, erfordern einen Sachkundenachweis nach ChemKlimaschutzV.
Ist R290 in einer Monoblock-Wärmepumpe gefährlich?
R290 ist brennbar und trägt die Sicherheitsklasse A3. Bei Monoblock-Geräten steht der komplette Kältekreis im Freien. Die Norm DIN EN 378 stellt dafür geringere Anforderungen als bei einer Innenraum-Aufstellung. Zertifizierte Geräte erfüllen alle vorgeschriebenen Sicherheitsprüfungen.
Wie verhindere ich, dass die Leitung im Winter einfriert?
Fachbetriebe schützen die wasserführende Außenleitung meist mit einer Glykol-Beimischung oder einer elektrischen Begleitheizung. Ein Frostschutz-Ventil kann zusätzlich Wasser bei Druckabfall ablassen. Ohne diese Maßnahmen kann die Leitung bei Frost und Stromausfall einfrieren.
Ist eine Monoblock-Wärmepumpe für den Altbau geeignet?
Ja, besonders mit R290-Kältemittel. Manche R290-Geräte erreichen Vorlauftemperaturen bis 70 bis 75 Grad Celsius. Das ermöglicht den Betrieb an klassischen Heizkörpern ohne kompletten Austausch. Ein hydraulischer Abgleich verbessert die Effizienz zusätzlich.
Ist eine Monoblock-Wärmepumpe günstiger als eine Split-Wärmepumpe?
Bei der Installation meist ja, weil kein zertifizierter Kälteanlagenbauer nötig ist. Marktbeobachtungen zeigen eine Differenz von rund 1.000 bis 2.000 Euro. Bei Gerätepreis und Betriebskosten unterscheiden sich beide Bauarten dagegen nur gering.
Bundesverband Wärmepumpe (BWP), EU-Verordnung 2024/573 (F-Gase-Verordnung), Chemikalien-Klimaschutzverordnung (ChemKlimaschutzV), Fraunhofer ISE (Feldtest „WPsmart im Bestand"), DIN EN 378, ISO 817.


