Fußbodenheizung nachrüsten: Kosten, Verfahren & Altbau-Eignung
Eine Fußbodenheizung lässt sich auch im Bestand nachrüsten – je nach Verfahren für 20 bis 135 Euro pro Quadratmeter und mit 0 bis 8 Zentimetern oder mehr zusätzlicher Aufbauhöhe. Welches der 5 Verfahren passt, entscheiden vorhandener Estrich, Deckenstatik und Heizlast. Dieser Ratgeber vergleicht Fräsen, Dünnschicht-, Trocken-, Nass- und Elektrosystem mit Vollkosten-Beispiel und Förderstand ab dem 21. Juli 2026.
Das Wichtigste in Kürze
- Kosten pro m²: 20 bis 135 € je nach Verfahren (co2online)
- Fräsen: 30–120 €/m², 0 mm zusätzliche Aufbauhöhe, Estrich ab ca. 4 cm
- Dünnschichtsystem: 15–20 mm Aufbauhöhe, 30–100 €/m²
- Trockensystem: ca. 15–50 mm Aufbauhöhe, 65–135 €/m²
- Vollkosten EFH 120 m²: ca. 11.000–33.000 € inkl. Belagsarbeiten
- Max. Oberflächentemperatur: 29 °C im Aufenthaltsbereich (DIN EN 1264)
- BAFA-Förderung: 15 % für den Ersteinbau, max. 35 °C Vorlauf, bis 5 Wohneinheiten
- Steuerbonus § 35c EStG: 20 % über 3 Jahre
Was kostet es, eine Fußbodenheizung nachzurüsten?
Das Nachrüsten einer Fußbodenheizung kostet laut co2online 20 bis 135 Euro pro Quadratmeter, je nach Verfahren. Elektrische Heizmatten beginnen bei 20 Euro. Unter den wassergeführten Verfahren sind Fräsen und Dünnschichtsysteme ab 30 Euro am günstigsten, Trockensysteme mit bis zu 135 Euro am teuersten. Bodenbelag, Heizkreisverteiler und Rückbau kommen hinzu. Realistische Vollkosten liegen deshalb oft doppelt so hoch wie der reine Systempreis.
| Verfahren | Zusätzliche Aufbauhöhe | Kosten pro m² | Geeignet für |
|---|---|---|---|
| Fräsen | 0 mm | 30–120 € | Zement- oder Anhydritestrich ab ca. 4 cm |
| Dünnschichtsystem | 15–20 mm | 30–100 € | Estrich, Fliesen oder Dielen als Untergrund |
| Trockensystem | ca. 15–50 mm | 65–135 € | Holzbalkendecken, wenig Aufbauhöhe |
| Nasssystem mit Estrich | meist 8 cm und mehr | 45–130 € | Kernsanierung, neuer Fußbodenaufbau |
| Elektrisch (Heizmatte) | unter 3–6 mm | 20–90 € | Einzelne Räume wie Bad oder Küche |
Kurz eingeordnet: Fräsen und Dünnschicht sind im Bestand die günstigsten wassergeführten Verfahren. Das Trockensystem kostet mehr, belastet dafür die Decke kaum. Das Nasssystem lohnt sich nur, wenn der alte Estrich ohnehin herauskommt.
Rechenbeispiel: Vollkosten für ein Einfamilienhaus mit 120 m²
Ein Einfamilienhaus mit 120 m² beheizter Fläche kostet beim Fräsen rund 11.000 bis 31.000 Euro, beim Trockensystem rund 15.000 bis 33.000 Euro. Das 42watt-Rechenbeispiel enthält den Rückbau alter Fliesen und das Verlegen eines neuen Parketts. Das Material für den neuen Belag ist nicht enthalten.
| Kostenposition | Fräsen | Trockensystem |
|---|---|---|
| Fußbodenheizung (120 m²) | 3.600–14.400 € | 7.800–16.200 € |
| Verteiler, Stellantriebe, Anbindung | 1.000–2.500 € | 1.000–2.500 € |
| Fliesen entfernen und entsorgen (35–75 €/m²) | 4.200–9.000 € | 4.200–9.000 € |
| Parkett verlegen, nur Arbeit (18–40 €/m²) | 2.160–4.800 € | 2.160–4.800 € |
| Summe (grob) | ca. 11.000–30.700 € | ca. 15.200–32.500 € |
Die Systempreise stammen von co2online. Die Positionen für Belag und Rückbau sind Marktrichtwerte aus Handwerker-Preisportalen, Stand 2026. Die Position für Verteiler, Stellantriebe und Anbindung ist eine 42watt-Schätzung auf Basis von Händler- und co2online-Preisen. Liegt bereits ein intakter Fliesenboden, spart ein Dünnschichtsystem den Rückbau: Es wird direkt auf die Fliesen verlegt. Gegenüber einer Variante mit Fliesenrückbau sinkt die Summe dadurch um 4.200 bis 9.000 Euro.
Welche Verfahren gibt es, um eine Fußbodenheizung nachzurüsten?
Für die Nachrüstung gibt es 5 Verfahren: Fräsen, Dünnschichtsystem, Trockensystem, Nasssystem und elektrische Fußbodenheizung. Die ersten 4 sind wassergeführt und lassen sich mit einer Wärmepumpe betreiben. Die elektrische Variante heizt direkt mit Strom und eignet sich nur für einzelne Räume.
Fußbodenheizung einfräsen: ohne neuen Estrich
Beim Fräsverfahren fräst ein Fachbetrieb 15 bis 20 Millimeter tiefe Kanäle in den vorhandenen Estrich und verlegt dort die Heizrohre. Die Kanäle liegen 10 bis 15 Zentimeter auseinander. Der Boden wird dadurch nicht höher, nur der Belag kommt neu darauf.
Der Estrich muss mindestens rund 35 bis 40 Millimeter dick sein. Geeignet sind Zement- und Anhydritestrich, also Calciumsulfatestrich. Gussasphalt eignet sich in der Regel nicht, weil er bei Betriebstemperatur zu Verformungen neigt. Eine Probebohrung klärt Dicke und Art des Estrichs vorab. Die Fräse arbeitet mit Diamantscheibe und Absaugung. Anbieter und Ratgeberportale nennen rund einen Raum bis etwa 100 Quadratmeter pro Arbeitstag.
Dünnschichtsystem: 15 bis 20 Millimeter Aufbau
Ein Dünnschichtsystem verlegt dünne Heizrohre in einer Ausgleichsmasse und kommt laut Bundesverband Flächenheizungen (BVF) mit 15 bis 20 Millimetern Aufbauhöhe aus. Ein Beispiel ist das Uponor-System Minitec. Es beginnt bei 15 Millimetern und nutzt Rohre mit 9,9 Millimetern Durchmesser. Dünnschichtsysteme lassen sich auf Estrich, Dielen oder alten Fliesen verlegen.
Diese Systeme sind nicht eigens genormt. Sie werden in Anlehnung an die Flächenheizungsnorm DIN EN 1264 gebaut und sind in der Praxis erprobt. Ihr Vorteil: kurze Bauzeit und wenig Gewicht.
Trockensystem: leicht und sofort belegbar
Ein Trockensystem legt die Heizrohre in vorgefertigte Systemplatten und braucht keinen Nassestrich. Die Aufbauhöhe liegt je nach Systemplatte und Lastverteilschicht bei rund 15 bis 50 Millimetern. Das System ist leicht und nach der Druckprüfung sofort oder kurzfristig belegbar. Deshalb passt es gut auf Holzbalkendecken.
Details zu Aufbau und Wärmeleitblechen erklärt der Beitrag Fußbodenheizung im Trockenbau nachrüsten.
Nasssystem mit Estrich: für die Kernsanierung
Das klassische Nasssystem bettet die Heizrohre in neuen Heizestrich und eignet sich im Bestand vor allem bei einer Kernsanierung. Nach DIN 18560-2 muss Zementestrich der üblichen Festigkeitsklasse F4 die Rohre um mindestens 45 Millimeter überdecken. Mit Dämmung liegt der Gesamtaufbau meist bei 8 Zentimetern und mehr. Ein konventioneller Aufbau wiegt laut BVF 130 bis 160 Kilogramm pro Quadratmeter.
Der Estrich speichert Wärme gut. Dafür braucht er Wochen bis zur Belegreife, und die Decke muss das Gewicht tragen.
Elektrische Fußbodenheizung: für einzelne Räume
Eine elektrische Fußbodenheizung besteht aus Heizmatten oder Heizfolien mit weniger als 3 bis rund 6 Millimetern Aufbauhöhe. Sie leistet 100 bis 200 Watt pro Quadratmeter und kostet laut co2online 20 bis 90 Euro pro Quadratmeter. Sinnvoll ist sie für kleine Flächen mit kurzer Nutzung, etwa für warme Fliesen im Bad.
Ein Rechenbeispiel zeigt die Betriebskosten: 4 m² Badfläche × 150 W/m² × 2 Stunden × 200 Heiztage ergeben 240 kWh im Jahr. Beim durchschnittlichen Haushaltsstrompreis von 37,0 Cent pro kWh (BDEW, 2026) sind das rund 89 Euro jährlich. Als Hauptheizung ist Direktstrom unwirtschaftlich. Eine Luft-Wärmepumpe im Altbau erzeugt laut Fraunhofer ISE im Mittel 3,4 Kilowattstunden Wärme aus 1 Kilowattstunde Strom, die Heizmatte nur 1.
Rechtlich gilt seit dem 29. Juli 2026 das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), das das Gebäudeenergiegesetz (GEG) abgelöst hat. Selbstgenutzte Häuser mit höchstens 2 Wohnungen sind von den Wärmeschutz-Anforderungen an Stromdirektheizungen ausgenommen.
Welches Verfahren passt zu meinem Boden?
Das passende Verfahren ergibt sich aus wenigen Prüffragen zu Estrich, Belag, Decke und Umfang der Sanierung. Die folgende Entscheidungslogik hilft bei der Vorauswahl. Die finale Wahl trifft ein Fachbetrieb nach Probebohrung und Heizlastberechnung.
- Zement- oder Anhydritestrich ab ca. 4 cm vorhanden: Fräsen ist meist die günstigste Lösung ohne zusätzliche Aufbauhöhe.
- Intakte Fliesen sollen liegen bleiben: Ein Dünnschichtsystem wird direkt auf die Fliesen verlegt und spart den Rückbau.
- Holzbalkendecke oder begrenzte Statik: Ein Trockensystem bringt nur wenig zusätzliche Last auf die Decke.
- Gussasphalt oder zu dünner Estrich: Fräsen scheidet aus, Dünnschicht- oder Trockensystem kommen infrage.
- Estrich wird ohnehin erneuert: Ein Nasssystem nutzt die Baustelle und speichert Wärme am besten.
- Nur ein kleines Bad soll warme Fliesen bekommen: Eine elektrische Heizmatte ist die einfachste Lösung.
Eignet sich ein Altbau für eine nachgerüstete Fußbodenheizung?
Ein Altbau eignet sich für eine nachgerüstete Fußbodenheizung, wenn die Heizlast der Räume zur Leistung der Fläche passt. Eine Fußbodenheizung darf nach DIN EN 1264 im Aufenthaltsbereich höchstens 29 °C Oberflächentemperatur erreichen. Das begrenzt ihre Leistung auf rund 100 Watt pro Quadratmeter. Bei niedrigen Vorlauftemperaturen liegt sie deutlich darunter.
Ein Herstellerdatenblatt nach DIN EN 1264 zeigt die Größenordnung: Bei 40 °C Vorlauf und 10 Zentimetern Rohrabstand liefert die Fläche rund 69 W/m² unter Fliesen. Unter Parkett sind es nur rund 45 W/m². Die Heizlast beschreibt, wie viel Wärme ein Raum am kältesten Tag braucht. Eine raumweise Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 zeigt, ob die Fläche genügt. Liegt der Bedarf darüber, dämmen Sie zuerst Dach, Fassade oder Fenster.
Worauf achten Sie im Altbau zusätzlich?
Im Altbau prüfen Sie vor dem Einbau 4 Punkte: Dämmung nach unten, Deckenstatik, Bodenbelag und Asbest. Jeder Punkt kann das Verfahren oder die Kosten verändern.
- Dämmung nach unten: DIN EN 1264-4 verlangt einen Wärmedurchlasswiderstand von mindestens 0,75 m²K/W zu beheizten Räumen, 1,25 m²K/W zu unbeheizten Räumen oder Erdreich und 2,0 m²K/W zur Außenluft. Wird über Erdreich, Außenluft oder unbeheizten Räumen der Fußbodenaufbau auf der beheizten Seite erneuert, gilt nach GModG Anlage 7 ein U-Wert von höchstens 0,50 W/m²K.
- Deckenstatik: Holzbalkendecken tragen oft keinen schweren Nassestrich. Trocken- und Dünnschichtsysteme sind deutlich leichter.
- Bodenbelag: Der Belag darf laut BVF-Richtlinie 9 einen Wärmedurchlasswiderstand von höchstens 0,15 m²K/W haben. Fliesen und Naturstein leiten Wärme gut, dickes Parkett oder Teppich bremsen sie.
- Asbest: Gebäude mit Baubeginn vor dem 31. Oktober 1993 gelten nach der Gefahrstoffverordnung als asbestverdächtig. Das betrifft etwa alte Fliesenkleber und Spachtelmassen. Vor dem Fräsen müssen Sie dem Fachbetrieb das Baujahr nennen, damit er den Untergrund erkundet.
Braucht eine Wärmepumpe eine Fußbodenheizung?
Eine Wärmepumpe braucht keine Fußbodenheizung, sie arbeitet auch mit ausreichend großen Heizkörpern effizient. Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) hat 77 Wärmepumpen in Bestandsgebäuden gemessen. Luft-Wärmepumpen erreichten eine mittlere Jahresarbeitszahl (JAZ, Verhältnis von Wärme zu Strom über ein Jahr) von 3,4, Erdwärmepumpen von 4,3.
Fraunhofer ISE fasst zusammen: „Die Untersuchung zeigte auch, dass ausreichend dimensionierte Heizkörper im Mittel mit ähnlich niedrigen Temperaturen betrieben werden können wie Flächenheizungen." Die Verbraucherzentrale betont trotzdem: „Für einen effizienten Betrieb der Wärmepumpe sind Flächenheizungen ideal – zum Beispiel Fußboden-, Wand- oder Deckenheizungen."
Eine nachgerüstete Fußbodenheizung lohnt sich deshalb vor allem, wenn der Boden ohnehin saniert wird. Sie lohnt sich auch, wenn einzelne Räume mit Heizkörpern mehr als 55 °C Vorlauf bräuchten. Oft genügt es, einzelne Heizkörper für Wärmepumpen zu tauschen. Wie beide Systeme zusammenarbeiten, zeigt der Beitrag Wärmepumpe und Fußbodenheizung.
Wie lange dauert es, eine Fußbodenheizung nachzurüsten?
Die Bauzeit reicht von wenigen Tagen beim Fräsen, Dünnschicht- oder Trockensystem bis zu rund 6 bis 10 Wochen beim Nasssystem. Der Unterschied entsteht durch die Trocknung des Estrichs. Trocken- und Frässysteme bringen kaum Feuchte in den Bau.
| Verfahren | Typische Dauer bis zum neuen Belag |
|---|---|
| Fräsen | ca. 1 Raum bis 100 m² pro Tag, belegbar nach ca. 48 Stunden |
| Trockensystem | sofort bis kurzfristig nach Druckprüfung |
| Dünnschichtsystem | wenige Tage, Aufheizen 2–3 Tage |
| Nasssystem | 6–10 Wochen inkl. Trocknung und Aufheizen |
Beim Nasssystem schreibt DIN EN 1264-4 ein Funktionsheizen vor. Es beginnt bei Zementestrich frühestens nach 21 Tagen, bei Calciumsulfatestrich je nach Herstellerangabe frühestens nach 7 Tagen. Danach misst der Bodenleger die Restfeuchte mit der CM-Methode, bevor der Belag kommt.
Welche Förderung gibt es für eine nachgerüstete Fußbodenheizung?
Eine nachgerüstete Fußbodenheizung wird 2026 über 3 Wege gefördert: BAFA-Heizungsoptimierung mit 15 %, KfW 458 als Umfeldmaßnahme beim Heizungstausch oder der Steuerbonus nach § 35c EStG mit 20 %. Eine Doppelförderung derselben Kosten ist ausgeschlossen. Welcher Weg am meisten bringt, hängt davon ab, ob Sie gleichzeitig eine Wärmepumpe einbauen.
| Förderweg | Satz | Bedingungen (Stand ab 21.07.2026) |
|---|---|---|
| BAFA Heizungsoptimierung | 15 % | Erstmaliger Einbau einer Flächenheizung mit max. 35 °C Vorlauf, max. 5 Wohneinheiten, ab 300 € Investition |
| KfW 458 Umfeldmaßnahme | 30 % Grundförderung plus Boni | Nur zusammen mit gefördertem Heizungstausch, z. B. Wärmepumpe; gemeinsame Kostenobergrenze |
| Steuerbonus § 35c EStG | 20 % über 3 Jahre | Selbstgenutzt, Gebäude älter als 10 Jahre, Abschluss vor 01.01.2030 |
BAFA: 15 % für den Ersteinbau einer Flächenheizung
Das BAFA fördert den erstmaligen Einbau von Flächenheizsystemen mit maximal 35 °C Systemvorlauf mit 15 % der förderfähigen Kosten. Förderfähig sind bis zu 30.000 Euro für die erste Wohneinheit. Die Förderung gilt nur für Bestandsgebäude mit höchstens 5 Wohneinheiten. Ein hydraulischer Abgleich nach Verfahren B ist Pflicht.
Der iSFP-Bonus von 5 Prozentpunkten greift seit dem 21. Juli 2026 im Einfamilienhaus erst oberhalb von 30.000 Euro förderfähiger Investition. Er gilt dann nur für den Betrag über dieser Schwelle. Für eine einzelne Fußbodenheizung im Einfamilienhaus fällt er deshalb meist weg. Der individuelle Sanierungsfahrplan lohnt sich trotzdem, wenn weitere Maßnahmen an Dach, Fassade oder Fenstern folgen.
KfW 458: Fußbodenheizung als Teil des Heizungstauschs
Wer gleichzeitig eine Wärmepumpe einbaut, kann die Fußbodenheizung als Umfeldmaßnahme über die KfW-Heizungsförderung 458 abrechnen. Der BVF beschreibt den Umfang so: Die Flächenheizung zählt „inklusive aller Nebenarbeiten (z. B. Demontage Alt-Heizkörper, Fräs- und Verlegearbeiten, Estrich, Erneuerung des Bodenbelags) zu den förderfähigen Umfeldmaßnahmen".
Ab dem 21. Juli 2026 beträgt die Grundförderung 30 %. Dazu kommen bis zu 16 % Klimageschwindigkeitsbonus und bis zu 40 % Einkommensbonus. Die förderfähigen Kosten begrenzt die KfW auf 28.000 Euro für die erste Wohneinheit. Ab dem 1. Februar 2027 sinkt dieser Betrag halbjährlich um 750 Euro. Die Wärmepumpe schöpft diesen Rahmen oft allein aus. Prüfen Sie deshalb, ob die BAFA-Förderung für die Fußbodenheizung separat mehr bringt.
Steuerbonus: 20 % über 3 Jahre
Der Steuerbonus nach § 35c EStG mindert die Einkommensteuer um 20 % der Kosten, verteilt über 3 Jahre, höchstens 40.000 Euro pro Objekt. Im Jahr des Abschlusses und im Folgejahr sind es je 7 %, im dritten Jahr 6 %. Voraussetzung sind ein selbstgenutztes Gebäude, das älter als 10 Jahre ist, und eine Fachunternehmer-Bescheinigung. Bei 12.000 Euro Kosten sind das 2.400 Euro Steuerersparnis, beim BAFA 1.800 Euro Zuschuss. Mehr dazu im Beitrag Steuerbonus § 35c EStG.
Welche Pflichten gelten nach dem Einbau?
Nach dem Einbau gelten 2 Pflichten: eine raumweise Temperaturregelung und in vermieteten Mehrfamilienhäusern die Verbrauchserfassung per Wärmemengenzähler. Beide Pflichten sind gesetzlich geregelt und betreffen auch nachgerüstete Systeme.
Raumweise Regelung nach § 63 GModG
Jede wassergeführte Heizung braucht nach § 63 GModG eine selbsttätige Regelung der Raumtemperatur für jeden Raum. Bei der Fußbodenheizung übernehmen das Raumthermostate und Stellmotoren am Heizkreisverteiler. Ausgenommen sind Räume mit Fußbodenheizung unter 6 Quadratmetern. Ein Stellantrieb-Set für ein Einfamilienhaus kostet laut co2online ab rund 500 Euro.
Wärmemengenzähler bei Vermietung
In vermieteten Mehrfamilienhäusern muss der Eigentümer den Wärmeverbrauch jeder Wohnung nach Heizkostenverordnung (HeizkostenV) erfassen. Heizkostenverteiler funktionieren bei einer Fußbodenheizung nicht. Deshalb kommt ein Wärmemengenzähler zum Einsatz, meist am Heizkreisverteiler oder in der Wohnungsstation.
Seit dem 1. Dezember 2021 müssen neu eingebaute Zähler fernablesbar sein. Ältere, nicht fernablesbare Geräte müssen bis zum 31. Dezember 2026 nachgerüstet oder ersetzt werden. Sonst dürfen Mieter ihren Heizkostenanteil um 3 % kürzen. Die Eichfrist für Wärmezähler beträgt seit dem 3. November 2021 einheitlich 6 Jahre. Einfamilienhäuser ohne Vermietung sind von der Pflicht nicht betroffen.
Häufige Fragen zum Nachrüsten einer Fußbodenheizung
Kann man eine Fußbodenheizung ohne Estrich nachrüsten?
Ja, eine Fußbodenheizung lässt sich ohne neuen Estrich nachrüsten – per Fräsverfahren, Dünnschicht- oder Trockensystem. Beim Fräsen kommen die Rohre direkt in den vorhandenen Estrich. Dünnschicht- und Trockensysteme liegen auf dem alten Boden und brauchen 15 bis rund 50 Millimeter Aufbauhöhe.
Welche Aufbauhöhe braucht eine nachgerüstete Fußbodenheizung?
Die Aufbauhöhe reicht von 0 Millimetern beim Fräsen bis zu 8 Zentimetern und mehr beim Nasssystem. Dünnschichtsysteme brauchen 15 bis 20 Millimeter, Trockensysteme rund 15 bis 50 Millimeter. Der neue Bodenbelag kommt jeweils hinzu.
Was kostet das Fräsen einer Fußbodenheizung pro Quadratmeter?
Das Einfräsen kostet laut co2online 30 bis 120 Euro pro Quadratmeter. Für ein Haus mit 120 m² sind das 3.600 bis 14.400 Euro für das System. Mit Verteiler, Fliesenrückbau und Verlegen des neuen Belags (ohne Belagsmaterial) steigen die Vollkosten auf rund 11.000 bis 31.000 Euro.
Welche Probleme treten beim Nachrüsten häufig auf?
Die häufigsten Probleme sind fehlende Aufbauhöhe an Türen und Treppen, ein ungeeigneter Belag und eine zu hohe Heizlast. Schon 20 Millimeter mehr Aufbau können bedeuten, dass Türen gekürzt werden müssen. Am Treppenantritt verändert sich die Höhe der ersten Stufe. Ein Belag mit mehr als 0,15 m²K/W Wärmedurchlasswiderstand bremst die Heizleistung.
Ist eine elektrische Fußbodenheizung seit dem GModG erlaubt?
Ja, im selbstgenutzten Haus mit höchstens 2 Wohnungen ist eine elektrische Fußbodenheizung auch nach dem GModG erlaubt. Für andere Bestandsgebäude gelten Anforderungen an den baulichen Wärmeschutz. Wirtschaftlich ist die Heizmatte nur für kleine Flächen mit kurzer Nutzung.
co2online (Fußbodenheizung Kosten und Fräsen, 2026); Bundesverband Flächenheizungen und Flächenkühlungen (BVF), Fördermöglichkeiten (Stand 08/2026), Fußbodenheizung in der Modernisierung, Infoblatt zu Systemen mit minimierter Aufbauhöhe und Richtlinie 9; Uponor (Minitec); Leistungsdatenblatt nach DIN EN 1264; ENTEGA; Handwerker-Preisportale (MyHammer, work5); BDH, Grundlagen Flächenheizung; DIN EN 1264; DIN 18560-2; DIN EN 12831; Fraunhofer ISE, Projekt WP-QS im Bestand (2025); Verbraucherzentrale; BAFA, Heizungsoptimierung (Merkblatt Juli 2026); KfW, Merkblatt Heizungsförderung 458 (Stand 09/2026) und Pressemitteilung vom 21.07.2026; BMWE, FAQ zur BEG; § 35c EStG; Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) § 63 und Anlage 7; Heizkostenverordnung; Mess- und Eichverordnung; BG BAU zur Gefahrstoffverordnung; BDEW-Strompreisanalyse 2026.


