Heizkörper für Wärmepumpen: Typ 22 vs. Typ 33 und die 35-Grad-Marke
Eine Wärmepumpe heizt in vielen Bestandshäusern mit den vorhandenen Heizkörpern, wenn diese jeden Raum bei höchstens 55 °C Vorlauf warm bekommen. Typ 33 liefert rund 35 bis 38 Prozent mehr Wärme als Typ 22, bei 35 °C Vorlauf aber nur rund 15 Prozent seiner Normleistung. Dieser Ratgeber zeigt die Leistung je Heizkörpertyp, den Rechenweg je Raum und die Förderung für einen Heizkörpertausch.
Das Wichtigste in Kürze
- Eignungsgrenze: Vorlauf möglichst ganzjährig unter 55 °C (Verbraucherzentrale, 03/2026); Wärmepumpenheizkörper 35 bis 45 °C (Bosch)
- Normleistung Typ 22, 600 × 1.000 mm: 1.709 W bei 75/65/20 °C; Typ 33: 2.356 W (Purmo-Datenblatt 2026)
- Leistung bei 35/30/20 °C: rund 15 % der Normleistung, also 265 W (Typ 22) bzw. 358 W (Typ 33) je Meter
- Mehrleistung Typ 33 gegenüber Typ 22: rund 35 bis 38 % bei gleicher Breite und Höhe; Bautiefe rund 155 statt 100 mm
- Praxistest: Vorlauf am kalten Wintertag auf 55 °C begrenzen, Thermostate auf Stufe 3; alle Räume warm = Wärmepumpe möglich
- Feldtest Fraunhofer ISE (2025): 77 Wärmepumpen im Bestand, Jahresarbeitszahl Luft-Wasser im Mittel 3,4
- Kosten Heizkörpertausch: 326 bis 1.207 € je Heizkörper, im Mittel 679 € (Verbraucherzentrale RLP, 06/2025)
- Förderung Heizkörpertausch: BAFA 15 % (iSFP-Bonus erst über 30.000 €) für Niedertemperatur-Heizkörper bis 55 °C, wenn der Wärmeerzeuger älter als 2 Jahre ist
Welche Heizkörper eignen sich für eine Wärmepumpe?
Für eine Wärmepumpe eignet sich jeder Heizkörper, der bei der geplanten Vorlauftemperatur die Heizlast seines Raums deckt. Die Bauart allein entscheidet nicht. Entscheidend ist die Wärmeleistung bei 35 bis 55 °C. Hersteller geben die Leistung aber bei 75/65/20 °C an, also 75 °C Vorlauf, 65 °C Rücklauf und 20 °C Raumtemperatur. Das ist die Normleistung nach DIN EN 442. Die Tabelle rechnet diese Normleistung auf Wärmepumpen-Temperaturen um.
| Vorlauf/Rücklauf/Raum | Typ 11 | Typ 21 | Typ 22 | Typ 33 |
|---|---|---|---|---|
| 75/65/20 °C (Norm) | 1.018 W | 1.340 W | 1.709 W | 2.356 W |
| 55/50/20 °C | 580 W | 760 W | 963 W | 1.320 W |
| 45/40/20 °C | 357 W | 466 W | 588 W | 802 W |
| 35/30/20 °C | 163 W | 212 W | 265 W | 358 W |
Die Werte gelten für einen Plattenheizkörper mit 600 mm Bauhöhe und 1.000 mm Länge. Die Normleistung stammt aus dem Technik-Katalog 2026 des Herstellers Purmo. Die Umrechnung ist eine eigene Berechnung mit 5 Kelvin Spreizung und dem Heizkörperexponenten aus dem Datenblatt.
In Worten: Bei 55 °C Vorlauf liefert ein Heizkörper noch rund 56 Prozent seiner Normleistung. Bei 45 °C sind es rund 34 Prozent. Bei 35 °C bleiben nur 15 bis 16 Prozent. Ein Typ-22-Heizkörper mit 1 Meter Länge gibt dann statt 1.709 nur noch 265 Watt ab.
Die Verbraucherzentrale bewertet ein Haus als gut geeignet, wenn die Vorlauftemperatur möglichst ganzjährig unter 55 °C bleibt (Stand 25.03.2026). Bosch Home Comfort nennt für Wärmepumpenheizkörper 35 bis 45 °C. Wirtschaftlich läuft eine Wärmepumpe laut Bosch bis 50 bis 55 °C. Jedes Grad weniger Vorlauf senkt den Stromverbrauch laut Bosch um bis zu 2,5 Prozent.
Kann man eine Wärmepumpe mit normalen Heizkörpern betreiben?
Ja, eine Wärmepumpe läuft mit normalen Heizkörpern, wenn alle Räume bei höchstens 55 °C Vorlauf warm werden. Viele Heizkörper im Altbau sind dafür groß genug. Sie wurden für Kessel mit 70 bis 90 °C ausgelegt und haben oft Reserven. Peter Kafke vom Verbraucherzentrale Bundesverband sagt: Heizkörper in Altbauten sind „überraschend oft überdimensioniert“, sodass „oft nur ein Austausch einzelner Heizkörper nötig ist“ (Pressemitteilung vom 29.06.2023).
Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) bestätigt das mit Messdaten. Im Projekt „WP-QS im Bestand“ hat es 4 Jahre lang 77 Wärmepumpen in Ein- bis Dreifamilienhäusern vermessen (2025). Luft-Wasser-Wärmepumpen erreichten im Mittel eine Jahresarbeitszahl von 3,4, Erdwärmepumpen von 4,3. Die Jahresarbeitszahl (JAZ) beschreibt das Verhältnis von erzeugter Wärme zu eingesetztem Strom über ein Jahr. Ausreichend große Heizkörper liefen im Mittel mit ähnlich niedrigen Temperaturen wie Flächenheizungen. Teamleiter Danny Günther fasst zusammen: „Die Ergebnisse zeigen eindeutig, dass Wärmepumpen auch in älteren Gebäuden effizient betrieben werden können.“
Ob Ihre Heizkörper reichen, prüfen Sie in 3 Schritten:
1. Vorlauf-Test im Winter: Begrenzen Sie die Vorlauftemperatur Ihrer jetzigen Heizung an einem kalten Wintertag auf 55 °C. Stellen Sie alle Thermostate auf Stufe 3. Werden alle Räume warm, ist eine Wärmepumpe laut Verbraucherzentrale problemlos möglich.
2. Grenze suchen: Senken Sie den Vorlauf danach in Schritten von 5 °C ab. Notieren Sie den Raum, der zuerst kalt bleibt. Dieser Raum bestimmt die nötige Systemtemperatur.
3. Heizlast je Raum vergleichen: Lassen Sie die raumweise Heizlastberechnung erstellen. Vergleichen Sie jeden Raum mit der Heizkörperleistung bei Ihrer Ziel-Vorlauftemperatur.
Bleiben einzelne Räume kalt, tauscht ein Fachbetrieb dort gezielt die Heizkörper. Ein erster Online-Check zeigt, ob Ihre Heizkörper zur Wärmepumpe passen: Wärmepumpen-Eignung Ihres Hauses prüfen. Die allgemeinen Voraussetzungen für eine Wärmepumpe im Altbau beschreibt ein eigener Ratgeber.
Eignen sich Gliederheizkörper für eine Wärmepumpe?
Gliederheizkörper eignen sich für eine Wärmepumpe, wenn sie genug Glieder und Fläche für die Heizlast des Raums haben. Gliederheizkörper, auch Rippenheizkörper genannt, bestehen aus gleich geformten Gliedern aus Guss oder Stahl. Laut co2online haben Plattenheizkörper sie seit den 1980er-Jahren zunehmend verdrängt. Für Gliederheizkörper gilt dieselbe Umrechnung wie für Plattenheizkörper. Bei 35 °C Vorlauf liefern sie ebenfalls nur noch einen Bruchteil ihrer Normleistung. Große Gliederheizkörper unter breiten Fenstern können für 50 bis 55 °C reichen. Kleine Modelle mit wenigen Gliedern sind meist die ersten Kandidaten für einen Tausch.
Was ist der Unterschied zwischen Heizkörper Typ 22 und Typ 33?
Typ 22 hat 2 Heizplatten mit 2 Reihen Konvektorbleche, Typ 33 hat 3 Heizplatten mit 3 Reihen Konvektorbleche. Die erste Ziffer der Typbezeichnung nennt die wasserführenden Platten. Die zweite Ziffer nennt die Konvektorbleche, also die gefalteten Lamellen zwischen den Platten. Die Lamellen vergrößern die Fläche, an der Luft erwärmt wird. Breite und Höhe bleiben bei allen Typen gleich, nur die Bautiefe wächst.
| Typ | Heizplatten | Konvektorbleche | Normleistung 600 × 1.000 mm | Exponent n |
|---|---|---|---|---|
| 11 | 1 | 1 | 1.018 W | 1,31 |
| 21 | 2 | 1 | 1.340 W | 1,32 |
| 22 | 2 | 2 | 1.709 W | 1,34 |
| 33 | 3 | 3 | 2.356 W | 1,35 |
Die Tabelle zeigt: Typ 33 leistet bei 75/65/20 °C rund 38 Prozent mehr als Typ 22. Bei 35/30/20 °C sind es noch rund 35 Prozent, weil Typ 33 einen etwas höheren Exponenten hat. Typ 22 baut laut Herstellerangaben von Kermi rund 100 mm tief, Typ 33 rund 155 mm.
Typ 33 bietet sich deshalb an, wenn die Wandbreite begrenzt ist. Typ 22 reicht, wenn der Raum eine niedrige Heizlast hat oder die Nische wenig Tiefe bietet. Ein langer Typ-22-Heizkörper kann dieselbe Leistung liefern wie ein kurzer Typ 33.
Warum gilt 35 Grad Vorlauftemperatur als Referenz für Wärmepumpen?
35 °C Vorlauf ist der Niedertemperatur-Prüfpunkt, an dem Hersteller die Effizienz von Wärmepumpen nach der Norm EN 14511 angeben. Das Kürzel „W35“ steht für 35 °C Wasseraustritt. Die Norm kennt mehrere Prüfpunkte, etwa A7/W35 für 7 °C Außenluft oder A2/W35 für 2 °C Außenluft. Ein COP-Wert (Coefficient of Performance, Momentan-Effizienz) ist nur bei gleichem Prüfpunkt vergleichbar.
Je niedriger die Vorlauftemperatur der Wärmepumpe, desto kleiner ist der Temperaturhub für den Verdichter. Desto weniger Strom braucht die Wärmepumpe je Kilowattstunde Wärme. Die Heizkörperleistung sinkt aber überproportional mit der Temperatur. Wärmepumpen brauchen deshalb mehr Heizfläche als Gas- oder Ölkessel.
Höhere Vorlauftemperaturen sind technisch möglich. Die Vaillant aroTHERM plus mit dem Kältemittel R290 erreicht laut Datenblatt (Stand 07/2026) bis zu 75 °C. Eine Hochtemperatur-Wärmepumpe arbeitet bei solchen Werten aber mit geringerer Effizienz. Größere Heizflächen sind meist die günstigere Dauerlösung.
Wie warm wird ein Heizkörper mit Wärmepumpe an der Oberfläche?
Die Oberfläche eines Heizkörpers wird nicht wärmer als das Heizwasser, bei 35/30 °C also im Mittel rund 32,5 °C. Bei 45/40 °C sind es im Mittel rund 42,5 °C, an keiner Stelle mehr als 45 °C. Der Heizkörper fühlt sich deshalb lauwarm an, obwohl der Raum warm wird. Das ist bei einer Wärmepumpe normal und kein Defekt. Entscheidend ist die Raumtemperatur, nicht die Temperatur der Heizkörperoberfläche.
Wie berechnen Sie die Heizkörperleistung bei 35, 45 und 55 Grad?
Sie berechnen die Heizkörperleistung, indem Sie die Normleistung mit dem Verhältnis der Übertemperaturen hoch Heizkörperexponent multiplizieren. Die Formel lautet: Leistung = Normleistung × (Δt ÷ Δtn)^n. Δt ist die Übertemperatur, also der Abstand zwischen mittlerer Heizwassertemperatur und Raumluft. Δtn ist die Übertemperatur im Normzustand 75/65/20 °C. Der Heizkörperexponent n, auch Heizflächenexponent genannt, beschreibt, wie stark die Leistung mit der Temperatur fällt.
Die Rechnung in diesem Ratgeber nutzt 4 offengelegte Annahmen:
- Normleistung: Purmo-Datenblatt 2026 nach DIN EN 442 bei 75/65/20 °C, Bauhöhe 600 mm.
- Exponent: Datenblattwert je Typ zwischen 1,31 und 1,35, also rund 1,3.
- Übertemperatur: logarithmisch gemittelt, wie im Purmo-Katalog (Δtn = 49,8 K).
- Spreizung: 5 Kelvin zwischen Vorlauf und Rücklauf, Raumtemperatur 20 °C.
Die Spreizung verändert das Ergebnis deutlich. Bei 35/25 °C, also 10 Kelvin Spreizung, liefert Typ 22 nur noch 176 Watt je Meter statt 265 Watt. Das ist rund ein Drittel weniger. Ein pauschaler Exponent von 1,30 statt des Datenblattwerts ergibt bei 35 °C rund 2 bis 7 Prozent mehr Leistung, bei Typ 22 und 33 rund 5 bis 7 Prozent. Verwenden Sie für die Planung deshalb immer die Werte Ihres Heizkörpermodells.
Ein Rechenbeispiel zeigt den Weg: Ein Typ-22-Heizkörper hat 1.709 Watt Normleistung. Bei 45/40/20 °C beträgt die logarithmische Übertemperatur 22,4 K. Das Verhältnis 22,4 ÷ 49,8 hoch 1,34 ergibt rund 0,344. Der Heizkörper liefert also rund 588 Watt.
Wie groß muss ein Heizkörper für einen Raum mit Wärmepumpe sein?
Ein Heizkörper muss so groß sein, dass seine Leistung bei der geplanten Vorlauftemperatur die Heizlast des Raums erreicht. Die Heizlast ist die Wärmemenge, die ein Raum am kältesten Auslegungstag verliert. Sie wird raumweise nach DIN EN 12831 berechnet. Die nötige Heizkörperlänge ergibt sich aus Heizlast geteilt durch Leistung je Meter.
Beispiel: Ein Wohnzimmer hat 20 m². Als Annahme dienen 70 W/m², das untere Ende des Richtwerts von 70 bis 100 W/m² für teilsanierte Altbauten. Die Heizlast beträgt damit 1.400 Watt.
| Vorlauf/Rücklauf | Typ 22 je Meter | Länge Typ 22 | Typ 33 je Meter | Länge Typ 33 |
|---|---|---|---|---|
| 55/50 °C | 963 W | 1,45 m | 1.320 W | 1,06 m |
| 45/40 °C | 588 W | 2,38 m | 802 W | 1,75 m |
| 35/30 °C | 265 W | 5,29 m | 358 W | 3,91 m |
Die Tabelle zeigt: Bei 45 °C Vorlauf braucht der Raum rund 1,75 Meter Typ 33. Bei 35 °C wären es fast 4 Meter, das passt in kaum ein Wohnzimmer. Ein vorhandener Typ-22-Heizkörper mit 1,4 Meter Länge deckt die 1.400 Watt erst ab rund 56 °C Vorlauf. Als Typ 33 in gleicher Länge reicht er ab rund 49 °C.
Für die Planung zählt die echte raumweise Heizlast, nicht der Richtwert. Verteilen Sie die Leistung bei Bedarf auf 2 Heizkörper, etwa unter 2 Fenstern.
Was sind Niedertemperatur-Heizkörper und Wärmepumpenheizkörper?
Niedertemperatur-Heizkörper sind Heizkörper, die schon bei höchstens 55 °C Vorlauf genug Wärme für den Raum abgeben. Das BAFA, das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, nutzt genau diese Grenze für die Förderung: Vorlauftemperatur ≤ 55 °C. Wärmepumpenheizkörper sind Niedertemperatur-Heizkörper, die gezielt für Vorlauftemperaturen von 35 bis 55 °C gebaut sind. Es gibt sie ohne und mit Lüfter.
| Bauart | Prinzip | Mehrleistung | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| ohne Lüfter | mehr Fläche durch Lamellen, Leitbleche | über die Baugröße | kein Strom, kein Lüftergeräusch |
| Flachheizkörper mit Lüfter | kleine Axiallüfter unter dem Heizkörper | bis 45 % bei gleicher Größe (Kermi) | unter 30 dB(A), 230-V-Steckdose |
| Gebläsekonvektor | Ventilator bläst Luft durch Wärmetauscher | 2- bis 3-fache Wärmeabgabe (Viessmann) | auch zum Kühlen nutzbar |
Die Tabelle zeigt: Heizkörper ohne Lüfter arbeiten still, brauchen aber Wandfläche. Varianten mit Lüfter holen mehr Wärme aus derselben Größe und brauchen dafür einen Stromanschluss.
Viessmann schreibt: „Gebläsekonvektoren geben damit zwei- bis dreimal mehr Wärme ab als konventionelle Heizflächen.“ Moderne Lüfter starten laut Viessmann ab 25 dB. Sie laufen nur bei Bedarf, etwa nach dem Lüften. Der Hersteller Kermi nennt für seinen Wärmepumpenheizkörper x-flair bis zu 45 Prozent mehr Leistung bei gleicher Größe. Die Lüfter liegen laut Kermi unter 30 dB(A) und unter 0,5 Watt je Lüfter (Mai 2023). Diese Werte sind Herstellerangaben. Details zu Bauweise und Einsatz beschreibt der Ratgeber zum Gebläsekonvektor für Wärmepumpen.
Eine Fußbodenheizung kommt mit noch niedrigeren Vorlauftemperaturen aus. Im Bestand ist ein gezielter Heizkörpertausch aber meist schneller und günstiger umgesetzt. Fraunhofer ISE empfiehlt, die Heizkörper raumweise zu prüfen und zu kleine Heizkörper gezielt auszutauschen.
Was kostet der Heizkörpertausch für eine Wärmepumpe und wie wird er gefördert?
Der Tausch eines Heizkörpers kostet laut Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz 326 bis 1.207 Euro, im Mittel 679 Euro. Die Zahlen stammen aus 160 Angeboten für Luft-Wasser-Wärmepumpen aus dem Zeitraum 01.10.2024 bis 09.05.2025. 18 dieser Angebote enthielten einen Heizkörpertausch. Der Median lag bei 642 Euro je Heizkörper. Preise speziell für Wärmepumpenheizkörper mit Lüfter nennt die Auswertung nicht.
Die Förderung hängt davon ab, wann Sie tauschen:
| Situation | Programm | Fördersatz | Bedingung |
|---|---|---|---|
| Tausch zusammen mit neuer Wärmepumpe | KfW 458 | Satz der Wärmepumpe | Umfeldmaßnahme laut Purmo, vorab bestätigen lassen; max. 28.000 € förderfähig gesamt |
| Tausch bei Wärmeerzeuger älter als 2 Jahre | BAFA Heizungsoptimierung | 15 % | Niedertemperatur-Heizkörper ≤ 55 °C |
| wie oben, mit iSFP | BAFA Heizungsoptimierung | +5 % nur auf Kosten über 30.000 € | individueller Sanierungsfahrplan |
Die KfW fördert im Programm 458 seit 21.07.2026 die Wärmepumpe mit 30 Prozent Grundförderung. Selbstnutzende erhalten 16 Prozent Klimageschwindigkeitsbonus, wenn sie eine funktionstüchtige Öl-, Kohle- oder Nachtspeicherheizung oder eine mindestens 20 Jahre alte Gasheizung ersetzen. Dazu kommen je nach Einkommen 40, 30 oder 10 Prozent Einkommensbonus, ebenfalls nur für Selbstnutzende. Die Einkommensgrenzen liegen bei 30.000, 40.000 und 50.000 Euro zu versteuerndem Haushaltseinkommen. Mit mindestens einem kindergeldberechtigten Kind unter 18 Jahren steigen sie um 10.000 Euro. Der Zuschuss ist auf 70 Prozent gedeckelt. 80 Prozent gelten nur bei höchstens 30.000 Euro Einkommen, mit Kind 40.000 Euro. Die förderfähigen Kosten für die 1. Wohneinheit betragen höchstens 28.000 Euro, ab 01.02.2027 dann 27.250 Euro.
Die KfW fördert dabei auch vorbereitende und wiederherstellende Maßnahmen, die sogenannten Umfeldmaßnahmen. Laut dem Heizkörperhersteller Purmo (Mai 2026) zählen neue Heizkörper beim Heizungstausch dazu und erhalten den Fördersatz der Wärmepumpe. Lassen Sie diese Position vor dem Antrag vom Energieeffizienz-Experten oder Fachbetrieb bestätigen. Den möglichen Zuschuss berechnet der KfW-Förderrechner für Ihre Wärmepumpe.
Das BAFA fördert den Austausch gegen Niedertemperatur-Heizkörper mit 15 Prozent (Merkblatt Stand 10/2026). Den Bonus von 5 Prozentpunkten für einen individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) zahlt das BAFA nur auf förderfähige Kosten über 30.000 Euro (1. Wohneinheit). Die Mindestinvestition beträgt 300 Euro brutto. Der vorhandene Wärmeerzeuger muss älter als 2 Jahre sein. Eine Gas- oder Ölheizung darf höchstens 20 Jahre alt sein. Rechenbeispiel: 3 Heizkörper zu je 679 Euro kosten 2.037 Euro. Das BAFA zahlt davon 306 Euro. Ein iSFP erhöht den Zuschuss hier nicht, weil die Kosten unter 30.000 Euro liegen.
Welche Rolle spielen Heizkurve und hydraulischer Abgleich?
Heizkurve und hydraulischer Abgleich senken die nötige Vorlauftemperatur, ohne dass Sie einen Heizkörper tauschen. Ein hydraulischer Abgleich verteilt das Heizwasser passend zur Heizlast jedes Raums. Ohne Abgleich bleiben entfernte Räume kalt, während nahe Räume überheizen. Die Anlage braucht dann eine höhere Vorlauftemperatur als nötig.
Der Abgleich kostet laut Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz 238 bis 2.660 Euro, im Mittel 1.159 Euro (101 Angebote, Stand 06/2025). Er ist Voraussetzung für die KfW-Förderung der Wärmepumpe und für die BAFA-Heizungsoptimierung.
Die Heizkurve der Wärmepumpe legt fest, welche Vorlauftemperatur bei welcher Außentemperatur ankommt. Eine zu steile Heizkurve erzeugt unnötig hohe Temperaturen. Eine flachere Kurve spart Strom, solange alle Räume warm bleiben. Stellen Sie die Kurve in kleinen Schritten um und warten Sie jeweils einige Tage ab.
Häufige Fragen zu Heizkörpern für Wärmepumpen
Wie viel Watt hat ein Heizkörper Typ 22?
Ein Heizkörper Typ 22 mit 600 × 1.000 mm hat laut Purmo-Datenblatt 1.709 Watt Normleistung bei 75/65/20 °C. Bei 55/50 °C sind es rund 963 Watt, bei 45/40 °C rund 588 Watt. Bei 35/30 °C bleiben rund 265 Watt. Die Leistung steigt proportional zur Länge.
Reicht ein Typ-33-Heizkörper für eine Wärmepumpe?
Ein Typ-33-Heizkörper reicht für eine Wärmepumpe, wenn seine Leistung bei der Ziel-Vorlauftemperatur die Heizlast des Raums deckt. Bei 45/40 °C liefert er rund 802 Watt je Meter Länge. Bei 35/30 °C sinkt die Leistung auf rund 15 Prozent der Normleistung. Für 35 °C Vorlauf ist ein Typ 33 im Altbau deshalb selten groß genug.
Welche Wärmepumpe eignet sich für 35 Grad Vorlauftemperatur?
Jede Luft-Wasser- und Sole-Wasser-Wärmepumpe eignet sich für 35 °C Vorlauf, denn ihre Effizienz wird bei W35 geprüft. Die Frage ist, ob Ihr Haus mit 35 °C auskommt. Mit Heizkörpern gelingt das nur bei niedriger Heizlast und sehr großen Heizflächen. Realistisch sind im Bestand 45 bis 55 °C.
Kann man eine Wärmepumpe an bestehende Heizkörper anschließen?
Ja, ein Fachbetrieb schließt die Wärmepumpe an das vorhandene Rohrnetz und die bestehenden Heizkörper an. Vorher stehen Heizlastberechnung, hydraulischer Abgleich und die Prüfung der Heizkörperleistung an. Zu kleine Heizkörper tauscht der Betrieb gegen größere Modelle. Beim Tausch einzelner Heizkörper lassen sich die vorhandenen Anschlüsse laut Viessmann weiterverwenden.
Was bedeutet Heizkörper Typ 33?
Typ 33 bezeichnet einen Plattenheizkörper mit 3 Heizplatten und 3 Reihen Konvektorbleche. Er baut rund 155 mm tief. Bei gleicher Breite und Höhe liefert er rund 35 bis 38 Prozent mehr Wärme als Typ 22.
DIN EN 442 (Normwärmeleistung von Heizkörpern); EN 14511 (Prüfbedingungen für Wärmepumpen); Purmo – Technische Dokumentation und Preisliste Flachheizkörper 2026; Purmo – Information Fördermaßnahmen Heizungstausch (05/2026); Kermi – Produktdaten Profil-V und Pressemitteilung x-flair (04.05.2023); Viessmann – Wärmepumpenheizkörper (Stand 23.09.2026); Vaillant – Produktinformation aroTHERM plus (Stand 07/2026); Bosch Home Comfort – Vorlauftemperatur Wärmepumpe (2026); Verbraucherzentrale Bundesverband – Pressemitteilung Wärmepumpen im Altbau (29.06.2023); Verbraucherzentrale – Wärmepumpe im Eigenheim (25.03.2026); Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz – Auswertung von 160 Wärmepumpen-Angeboten (Stand 06/2025); Fraunhofer ISE – Projekt WP-QS im Bestand, Presseinformation (03.11.2025); co2online – Heizkörpertypen im Überblick (14.02.2025); KfW – Heizungsförderung für Privatpersonen (458), Stand 21.07.2026; BAFA – Heizungsoptimierung (Merkblatt Stand 10/2026); iDM Energiesysteme – EN 14511 (Erklärseite).


