Wärmepumpe Wartung 2026: Pflicht, Kosten und Checkliste
Eine Wärmepumpe braucht weniger Wartung als eine Gas- oder Ölheizung, aber nicht keine. Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) verpflichtet Betreibende allgemein zur Wartung, nennt aber kein Intervall. Konkrete Prüfpflichten gelten nur bei großen Kältemittelmengen und für Wärmepumpen, die seit 2024 in Gebäuden ab 6 Wohnungen eingebaut wurden.
Das Wichtigste in Kürze
- § 60 GModG verpflichtet allgemein zur regelmäßigen Wartung, nennt aber kein Intervall und kein Bußgeld.
- Dichtheitsprüfung erst ab 5 t CO2-Äquivalent: 7,41 kg R32 oder rund 2,4 kg R410A, dann alle 12 Monate.
- Propan-Wärmepumpen (R290) fallen nicht unter die Dichtheitspflicht der F-Gase-Verordnung.
- Betriebsprüfung nach § 60a GModG nur für Wärmepumpen ab Einbau 2024 in Gebäuden ab 6 Wohnungen.
- Wartung kostet laut Verbraucherzentrale 150–300 € pro Jahr, Wartungsverträge laut Anbieterpreisen rund 200–450 €.
- Garantieverlängerungen verlangen feste Fristen, etwa alle 9 bis 15 Monate (Vaillant) oder höchstens 16 Monate (Buderus).
- KfW 458 fordert keinen Wartungsnachweis, aber 10 Jahre zweckentsprechende Nutzung.
- Die verbreitete Regel „Dichtheitsprüfung ab 3 kg Kältemittel“ ist seit 2017 überholt.
Was gehört zur Wartung einer Wärmepumpe?
Die Wartung lässt sich in 10 Prüfpunkte gliedern, bei einigen davon können Hausbesitzende regelmäßig selbst mithelfen. Die Liste folgt dem Informationsblatt Nr. 62 der Verbände BWP und BDH sowie aktuellen Herstellerangaben. Alles, was den Kältekreis, die Elektrik oder das Geräteinnere betrifft, gehört in die Hand eines Fachbetriebs.
| Prüfpunkt | Was passiert | Selbst | Fachbetrieb |
|---|---|---|---|
| Sichtprüfung | Schäden, Rost, Ölspuren, Wasserflecken suchen | ja, monatlich | ja, gründlich |
| Außeneinheit, Verdampfer | Laub und Schmutz von Lamellen entfernen | ja, weiche Bürste | ja, Tiefenreinigung |
| Kondensatablauf | freien Abfluss und Frostschutz prüfen | ja, vor dem Winter | ja, Wanne reinigen |
| Filter, Schmutzfänger | Heizkreis- oder Solefilter reinigen | nur nach Anleitung | ja |
| Druck, Ausdehnungsgefäß | Anlagendruck, Vordruck, Sicherheitsventil | Druck ablesen | ja, messen |
| Kältekreis | Dichtheit, Drücke, Temperaturen | nein | ja, mit Sachkunde |
| Elektrik | Prüfung nach VDE 0701-0702, Klemmen | nein | ja, Elektrofachkraft |
| Regler, Software | Fehlerspeicher, Betriebsdaten, Updates | Fehlercodes notieren | ja |
| Heizkurve | Vorlauftemperatur an Bedarf anpassen | in kleinen Schritten | ja, Optimierung |
| Abtauung | Häufigkeit und Dauer der Abtauzyklen | auffällige Vereisung melden | ja, Protokoll auswerten |
Kurz eingeordnet: Die eigenen Aufgaben dauern laut Ratgeberportal Utopia rund 10 Minuten im Monat. Der Termin beim Fachbetrieb deckt die Punkte ab, für die Messgeräte, Zertifikate oder Elektrofachwissen nötig sind. Am Ende steht ein Wartungsprotokoll. Bewahren Sie es auf, weil Hersteller es für Garantieansprüche verlangen.
Was dürfen Hausbesitzende selbst machen?
Hausbesitzende dürfen die Außeneinheit reinigen, Abläufe kontrollieren und Werte ablesen, aber nicht am Kältekreis arbeiten. Schalten Sie die Wärmepumpe vorher am Bedienfeld oder an der Sicherung aus und lassen Sie den Ventilator auslaufen. Buderus empfiehlt einen weichen Besen oder einen schwachen Wasserstrahl, ausdrücklich keinen Hochdruckreiniger. WOLF rät zusätzlich, in Richtung der Lamellen zu arbeiten, damit sie sich nicht verbiegen. 4 Routinen haben sich bewährt:
- Außeneinheit: Laub, Schnee und Pflanzen mindestens 1-mal pro Saison entfernen.
- Kondensat: Ablauf vor dem ersten Frost auf freien Abfluss prüfen.
- Anlagendruck: Wert am Manometer monatlich mit dem Sollwert vergleichen.
- Verbrauch: Stromzähler und, falls vorhanden, Wärmemengenzähler monatlich notieren.
Wie der Verdampfer funktioniert und warum er vereist, erklärt der Beitrag Verdampfer der Wärmepumpe.
Was prüft der Fachbetrieb je nach Wärmequelle?
Der Fachbetrieb ergänzt die Grundwartung um Prüfungen, die von der Wärmequelle abhängen. Das BWP/BDH-Informationsblatt nennt 3 Varianten:
- Luft/Wasser: Verdampfer reinigen, Luftwege prüfen, Kondensatwanne und Ablauf säubern.
- Sole/Wasser: Frostschutzkonzentration der Sole, Druck, Sole-Ausdehnungsgefäß und Solefilter prüfen.
- Wasser/Wasser: Brunnen auf Verockerung (Eisen- und Manganablagerungen) prüfen und Filter reinigen.
Ist die Wartung einer Wärmepumpe Pflicht?
Ja, § 60 GModG verpflichtet Betreibende allgemein zur regelmäßigen Wartung, legt aber weder Intervall noch Nachweis noch Bußgeld fest. Die Vorschrift gilt für alle Komponenten mit wesentlichem Einfluss auf den Wirkungsgrad von Heizungsanlagen. Sie stand bereits seit 2020 als § 60 im Gebäudeenergiegesetz. Seit dem 29.07.2026 heißt das Gesetz GModG. Der Bußgeldkatalog in § 108 GModG nennt § 60 nicht. Für die Wartung ist laut Gesetz „Fachkunde“ erforderlich. Konkrete Fristen ergeben sich erst aus 2 weiteren Vorschriften und aus Garantiebedingungen.
| Regel | Gilt für | Pflicht | Stand |
|---|---|---|---|
| § 60 GModG | alle Heizungsanlagen | regelmäßige Wartung, ohne Intervall | seit 2020, GModG seit 29.07.2026 |
| § 60a GModG | Wärmepumpen ab Einbau 2024 in Gebäuden ab 6 Wohnungen | Betriebsprüfung, Wiederholung alle 5 Jahre | seit 01.01.2024 |
| F-Gase-VO (EU) 2024/573 | Anlagen ab 5 t CO2-Äquivalent | Dichtheitskontrolle alle 12 Monate | seit 11.03.2024 |
| Herstellergarantie | Geräte mit Garantieverlängerung | Wartung nach Herstellerfrist | Bedingungen 10/2025 |
Kurz eingeordnet: Für ein typisches Einfamilienhaus mit Luft-Wasser-Wärmepumpe greift meist nur die allgemeine Pflicht und gegebenenfalls die Garantiebedingung. Die Betriebsprüfung nach § 60a betrifft nur Gebäude ab 6 Wohnungen. Sie umfasst unter anderem Heizkurve, hydraulischen Abgleich, gemessene Jahresarbeitszahl und Kältemittelfüllstand. Mit einer Fernkontrolle entfällt die Wiederholung. Wer die Prüfung nicht rechtzeitig durchführen lässt oder nötige Optimierungen nicht binnen 1 Jahr umsetzt, riskiert ein Bußgeld bis 5.000 Euro.
Wann ist eine Dichtheitsprüfung vorgeschrieben?
Eine Dichtheitsprüfung ist ab 5 Tonnen CO2-Äquivalent Pflicht, das entspricht 7,41 kg R32 oder rund 2,4 kg R410A. Das CO2-Äquivalent ergibt sich aus Füllmenge mal Treibhauspotenzial (GWP). Das Umweltbundesamt stellt klar, dass auch Hausbesitzende als Betreiber gelten. Unterhalb von 50 Tonnen ist die Kontrolle alle 12 Monate fällig, mit Leckage-Erkennungssystem alle 24 Monate. Hermetisch geschlossene, so gekennzeichnete Geräte sind erst ab 10 Tonnen betroffen.
Ein 42watt-Rechenbeispiel zeigt die Größenordnung: Eine Split-Wärmepumpe mit 7,9 kW und 1,6 kg R32 enthält 1,08 Tonnen CO2-Äquivalent. Eine ältere Sole-Wärmepumpe mit 1,4 kg R410A kommt auf 2,92 Tonnen. Beide liegen unter der Schwelle. Propan (R290) ist kein fluoriertes Gas und fällt nicht unter die Dichtheitspflicht der Verordnung. Arbeiten am Kältekreis bleiben trotzdem zertifiziertem Personal vorbehalten. Wo die Pflicht greift, müssen Betreibende Aufzeichnungen mindestens 5 Jahre aufbewahren. Was sich für R32-Geräte ab 2027 ändert, zeigt der Beitrag R32 Kältemittel.
Verlieren Sie ohne Wartung die Garantie?
Ohne Wartung verlieren Sie meist die freiwillige Herstellergarantie, nicht aber die gesetzliche Gewährleistung. Die Gewährleistung haben Sie gegenüber dem Fachbetrieb, sie setzt keinen Wartungsnachweis voraus. Sie deckt aber nur Mängel, die schon bei der Abnahme angelegt waren, keine Schäden durch fehlende Pflege. Garantieverlängerungen knüpfen Hersteller dagegen an feste Fristen. 3 Beispiele (Bedingungen von 2025 und 2026):
- Vaillant GarantiePLUS: 5 Jahre gesamt, Wartung 1-mal im Kalenderjahr, frühestens nach 9, spätestens nach 15 Monaten.
- Buderus Systemgarantie: 5 Jahre, Wartung jährlich mit höchstens 16 Monaten Abstand, Registrierung binnen 6 Monaten.
- Viessmann: 5 Jahre bei App-Aufschaltung, jährliche Wartung mit Nachweis, bei Permanentinspektion nur jedes 2. Jahr vor Ort.
Wie lange Wärmepumpen und ihre Bauteile halten, beschreibt der Beitrag Lebensdauer einer Wärmepumpe.
Verlangt die KfW-Förderung eine Wartung?
Nein, das KfW-Merkblatt 458 (Stand 09/2026) verlangt keinen Wartungsnachweis. Das Wort Wartung kommt darin nicht vor. Sie verpflichten sich aber, die geförderte Heizung 10 Jahre zweckentsprechend zu nutzen. Rechnungen und technische Nachweise müssen Sie 10 Jahre aufbewahren, die KfW behält sich Vor-Ort-Kontrollen vor. Wartungs- und Instandhaltungskosten sind nicht förderfähig.
Muss der Schornsteinfeger zur Wärmepumpe?
Nein, bei reinen Wärmepumpenanlagen entfällt der Schornsteinfeger laut Verbraucherzentrale komplett. Es gibt keine Verbrennung, keinen Abgasweg und keine Messpflicht. Anders ist es bei einer Hybridheizung mit Gaskessel. In Mehrfamilienhäusern dürfen Schornsteinfeger zudem die Betriebsprüfung nach § 60a übernehmen, ebenso SHK-Betriebe, Kälteanlagenbauer und gelistete Energieberatende.
Was kostet die Wartung einer Wärmepumpe 2026?
Die Wartung kostet laut Verbraucherzentrale 150 bis 300 Euro pro Jahr, Wartungsverträge liegen laut Anbieterpreisen bei rund 200 bis 450 Euro. Die Spanne hängt von Wärmequelle, Region, Anfahrt und Leistungsumfang ab. Laut Viessmann kann die Wartung einer Luftwärmepumpe weniger kosten als die einer Erdwärmepumpe, weil bei Erdwärme Arbeiten am Solekreis hinzukommen. Reparaturen und Ersatzteile sind meist nicht enthalten, Vattenfall nennt etwa nur kleine Reparaturen beim Wartungstermin.
| Angebot | Preis | Enthalten | Quelle, Stand |
|---|---|---|---|
| Einzelwartung (Richtwert) | 150–300 €/Jahr | Routinewartung | Verbraucherzentrale, 04/2026 |
| Werkskundendienst, einmalig | 476 € | Anfahrt bis 50 km, Dichtheitsprüfung, Protokoll | Roth-Preisblatt, 07/2024 |
| Vertrag Energieversorger | 360 €/Jahr | jährliche Wartung, Anfahrt, Störungsdienst, nur zum eigenen Komplettangebot | Vattenfall, Abruf 10/2026 |
| Vertrag Installationsanbieter | 199–449 €/Jahr | nur für Enpal-Anlagen, Preis je Gerät, ab 6. Jahr höher | Enpal, Abruf 10/2026 |
Kurz eingeordnet: Ein einzelner Termin beim Fachbetrieb kann günstiger sein als ein Vertrag, beim Werkskundendienst liegt er aber auch darüber. Verträge enthalten dafür oft Anfahrt, bevorzugte Termine und einen Störungsdienst. Medienberichte nennen bis zu 600 Euro pro Jahr. Prüfen Sie, ob Anfahrt und Dichtheitsprüfung enthalten sind.
Lohnt sich ein Wartungsvertrag für die Wärmepumpe?
Ein Wartungsvertrag lohnt sich vor allem, wenn eine Garantieverlängerung feste Wartungsfristen verlangt. Der Vertrag sichert dann die Termine im vorgeschriebenen Abstand. Ohne Garantiebindung reicht oft eine Einzelwartung alle 1 bis 2 Jahre. Prüfen Sie vor der Unterschrift 4 Punkte:
1. Laufzeit: Mindestlaufzeit und automatische Verlängerung, zum Beispiel 24 Monate.
2. Umfang: Leistungsliste nach Herstellervorgabe oder VDMA 24186 (Leistungsprogramm für Wartung).
3. Nebenkosten: Anfahrt, Kleinmaterial und Störungseinsätze außerhalb der Servicezeiten.
4. Preisanpassung: Steigerungen nach einigen Jahren, bei Enpal etwa ab dem 6. Jahr.
Können Sie Wartungskosten von der Steuer absetzen?
Ja, 20 % der Arbeitskosten mindern als Handwerkerleistung direkt die Einkommensteuer, höchstens 1.200 Euro pro Jahr (§ 35a EStG, Stand 2026). Materialkosten zählen nicht. Sie brauchen eine Rechnung mit ausgewiesenem Lohnanteil und müssen per Überweisung zahlen. Weitere laufende Kosten im Alltag fasst der Beitrag Alltag mit einer Wärmepumpe zusammen.
Wie oft sollte eine Wärmepumpe gewartet werden?
Eine Wärmepumpe sollte alle 1 bis 2 Jahre gewartet werden, bei Garantieverlängerung jährlich. Die Verbraucherzentrale empfiehlt eine Kontrolle jährlich bis alle 2 Jahre. Buderus hält je nach Gerätetyp 1 bis 3 Jahre für sinnvoll. Das Schweizer Bundesamt für Energie (BFE) rät, den Verdampfer alle 2 Jahre zu reinigen, abhängig von Standort und Verschmutzung.
Termine sind im Sommer leichter zu bekommen, weil die Anlage dann kaum heizt. Manche Werkskundendienste warten nur zwischen April und August. Das BFE nennt den Herbst nach dem Laubfall als guten Zeitpunkt für die Reinigung des Verdampfers. Nach dem 1. Winter lohnt ein Blick auf Heizkurve und Abtauverhalten. Normale Abtauzyklen und Warnzeichen erklärt der Beitrag Wärmepumpe abtauen.
Lohnt sich die Wartung finanziell? Das 42watt-Rechenbeispiel
Allein über eingesparten Strom rechnet sich eine jährliche Wartung für 150 Euro im Beispiel nur, wenn sie im Wärmepumpentarif einen Mehrverbrauch von rund 14 % verhindert, bei Haushaltsstrom von rund 9 %. Belegt sind hohe Verluste nur für Extremfälle. Laut BFE haben Anlagen mit stark verschmutztem Verdampfer „einen bis zu 45 Prozent höheren Energieverbrauch“. Pauschale Werte wie „25 % Ersparnis durch Wartung“ nennen Anbieter ohne Quelle.
Annahmen: Einfamilienhaus mit 15.000 kWh Wärmebedarf, Luft-Wasser-Wärmepumpe mit Jahresarbeitszahl (JAZ) 3,4. Das ist der Mittelwert im Feldtest des Fraunhofer ISE (2025). Daraus folgen 4.412 kWh Strom pro Jahr. Bewertet wird mit 24 Cent pro kWh (Wärmepumpentarif, Verbraucherzentrale NRW 02/2026) und 37,0 Cent (Haushaltsstrom, BDEW 2026), ohne Grundpreis.
| Szenario | Mehrverbrauch | Mehrkosten bei 24 ct | Mehrkosten bei 37 ct |
|---|---|---|---|
| Gepflegte Anlage | 0 % | 0 € | 0 € |
| Leichte Verschmutzung (Annahme) | 10 % (441 kWh) | 106 €/Jahr | 163 €/Jahr |
| Starke Verschmutzung (BFE-Höchstwert) | 45 % (1.985 kWh) | 477 €/Jahr | 735 €/Jahr |
| Gewinnschwelle 150 € Wartung | 14 % bzw. 9 % | 150 € | 150 € |
Kurz eingeordnet: Eine Wartung für 150 Euro entspricht 14 % der Stromkosten im Wärmepumpentarif, gerechnet ohne Grundpreis. Leichte Verschmutzung mit 10 % Mehrverbrauch deckt diese Summe im Wärmepumpentarif nicht, bei Haushaltsstrom knapp. Starke Verschmutzung kostet dagegen bis zu 735 Euro im Jahr. Die eigene Reinigung der Außeneinheit kostet nichts und beugt starker Verschmutzung vor. Der Fachtermin lohnt sich vor allem durch Garantie, Fehlerfrüherkennung und eine optimierte Heizkurve. Laut Faustregel kostet jedes Grad unnötig höherer Vorlauftemperatur rund 2 bis 3 % mehr Strom.
Wie kontrollieren Sie die Jahresarbeitszahl selbst?
Die Jahresarbeitszahl ergibt sich aus erzeugter Wärme geteilt durch verbrauchten Strom über 12 Monate. Sie brauchen dafür einen Wärmemengenzähler und einen eigenen Stromzähler oder die Energieanzeige der Wärmepumpe. Für BEG-geförderte Anlagen nennen die technischen Mindestanforderungen eine Energieverbrauchs- und Effizienzanzeige. Luft-Wasser-Wärmepumpen erreichten im Fraunhofer-Feldtest im Mittel 3,4, Erdwärmepumpen 4,3. Sinkt Ihre JAZ ohne Wetterursache deutlich, ist ein Fachtermin sinnvoll. Wie Sie die JAZ berechnen und welche Werte realistisch sind, zeigt der Beitrag Jahresarbeitszahl.
Welche Mythen zur Wärmepumpen-Wartung stimmen nicht?
Mindestens 5 verbreitete Aussagen zur Wartung sind falsch oder veraltet, teils auch in Herstellertexten. Die Primärquellen zeigen ein anderes Bild:
- „Ab 3 kg Kältemittel ist jährlich eine Dichtheitsprüfung Pflicht.“ Falsch. Die 3-kg-Grenze war eine Ausnahme der alten Verordnung und galt nur bis 31.12.2016. Heute gibt es sie nur noch als Befreiung für hermetisch geschlossene Geräte in Wohngebäuden. Seit 2017 zählt das CO2-Äquivalent, heute nach Art. 5 der Verordnung 2024/573.
- „Eine EU-Verordnung schreibt die jährliche Wartung vor.“ Falsch. Die F-Gase-Verordnung regelt nur Dichtheitskontrollen ab 5 Tonnen CO2-Äquivalent, keine Wartung.
- „Ab 2032 dürfen R410A-Wärmepumpen nicht mehr gewartet werden.“ Falsch. Das Wartungsverbot für Wärmepumpen betrifft seit 01.01.2026 nur F-Gase mit GWP ab 2.500. R410A hat 2.088, R32 hat 675.
- „Seit 2024 muss jede neue Wärmepumpe geprüft werden.“ Falsch. Die Betriebsprüfung nach § 60a gilt nur in Gebäuden ab 6 Wohnungen.
- „Wärmepumpen müssen gar nicht gewartet werden.“ Falsch. § 60 GModG verlangt regelmäßige Wartung, nur ohne feste Frist.
Häufige Fragen zur Wartung von Wärmepumpen
Wie lange müssen Sie Wartungsnachweise aufbewahren?
Bewahren Sie Wartungsnachweise mindestens bis zum Ende der Garantie auf, Rechnungen zur KfW-geförderten Anlage 10 Jahre. Hersteller verlangen die Rechnungen im Garantiefall. Bei Anlagen mit Dichtheitspflicht gelten zusätzlich 5 Jahre für die Aufzeichnungen.
Muss eine Propan-Wärmepumpe gewartet werden?
Ja, auch eine Wärmepumpe mit R290 fällt unter die allgemeine Wartungspflicht nach § 60 GModG. Nur die Dichtheitskontrolle nach F-Gase-Verordnung entfällt. Garantiebedingungen gelten unabhängig vom Kältemittel.
Gilt im Mehrfamilienhaus eine strengere Pflicht?
Ja, Wärmepumpen, die nach dem 31.12.2023 in Gebäuden ab 6 Wohnungen eingebaut wurden, brauchen nach § 60a GModG eine Betriebsprüfung. Sie ist nach der 1. Heizperiode fällig, spätestens 2 Jahre nach Inbetriebnahme. Ohne Fernkontrolle wiederholt sie sich mindestens alle 5 Jahre.
Wann ist ein guter Zeitpunkt für die Wartung?
Ein günstiger Zeitpunkt liegt zwischen Frühjahr und Spätsommer, weil die Wärmepumpe dann kaum heizt. Fachbetriebe haben im Sommer meist mehr freie Termine. Die eigene Reinigung des Verdampfers passt gut in den Herbst nach dem Laubfall.
§ 60, § 60a und § 108 Gebäudemodernisierungsgesetz (Fassung 23.07.2026, in Kraft 29.07.2026); Verordnung (EU) 2024/573, Art. 5, 7 und 13; Umweltbundesamt (FAQ F-Gase-Verordnung, Dichtheitskontrollen, Stand 04.09.2026); BWP und BDH (Informationsblatt Nr. 62, Inspektion, Wartung und Optimierung von Heizungsanlagen mit Wärmepumpe, 11/2015); Verbraucherzentrale (Kosten und Förderung Wärmepumpe, Stand 17.04.2026); Verbraucherzentrale NRW (Marktcheck Wärmepumpenstromtarife, 02/2026); BDEW-Strompreisanalyse 2026; KfW (Merkblatt 458, Stand 09/2026); BEG Technische Mindestanforderungen (Stand 01/2024); Fraunhofer ISE (WP-QS im Bestand, 03.11.2025); EnergieSchweiz/BFE (Reinigung Verdampfer Wärmepumpe, 11/2021); Vaillant (Garantiebedingungen GarantiePLUS, 10/2025); Buderus (Systemgarantiebedingungen, 10/2025; Pressemitteilung 23.09.2026); Viessmann (Garantiebedingungen, Abruf 10/2026; Ratgeber Wartung der Wärmepumpe, 07/2025); Utopia (Ratgeber Wartung Wärmepumpe, 06/2026); immowelt (Wartungskosten, 16.03.2026); WOLF (Ratgeber Wärmepumpe reinigen); Roth Werke (Preisblatt Wartung, 07/2024); Vattenfall (Wartungsvertrag Wärmepumpe, Abruf 10/2026); Enpal (FAQ Wartungsvertrag, Abruf 10/2026); § 35a EStG.


