Max Nestler
October 8, 2026
Lesezeit
12
Minuten
Photovoltaik + Batterie
Arten & Systemleistung

Photothermie 2026: Bedeutung und Vergleich mit Photovoltaik und PVT

Photothermie bezeichnet die Umwandlung von Sonnenlicht in Wärme. Im Handel und in der Förderung heißt die Technik fast immer Solarthermie. Einzelne Ratgeber und Anbieter nutzen das Wort aber auch für PVT-Hybridkollektoren, die Strom und Wärme zugleich liefern.

Inhaltsverzeichnis
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Das Wichtigste in Kürze

  • Photothermie heißt Umwandlung von Sonnenlicht in Wärme. Im Handel und in der Förderung heißt die Technik Solarthermie.
  • Einzelne Ratgeber und Anbieter nennen auch PVT-Hybridkollektoren für Strom und Wärme „Photothermie“. Fragen Sie im Angebot nach der Technik.
  • Solarthermie liefert laut Verbraucherzentrale NRW rund 400 kWh/m² im Jahr für Warmwasser und rund 300 kWh/m² mit Heizungsunterstützung.
  • 42watt-Rechenbeispiel für 10 m² Dach: PV mit Wärmepumpe (JAZ 3,4) liefert bilanziell rund 461 bis 646 kWh Wärme pro m², je nach Modulfläche pro kWp, Solarthermie mit Heizungsunterstützung 300 kWh.
  • Kosten 2026 laut co2online: rund 5.000 € für Warmwasser und rund 10.000 € mit Heizungsunterstützung.
  • KfW 458 seit 21.07.2026: 30 % Grundförderung. Den Klimageschwindigkeitsbonus gibt es nur für Selbstnutzende beim Austausch einer funktionierenden Öl-, Kohle-, Gasetagen- oder Nachtspeicherheizung oder einer mindestens 20 Jahre alten Gas- oder Biomasseheizung.
  • Im 42watt-Rechenbeispiel ist Photovoltaik neben einer Wärmepumpe die wirtschaftlichere Nutzung derselben Dachfläche. Solarthermie passt eher zu einer verbleibenden Brennstoffheizung.
  • PVT-Kollektoren liefern Wärme bei 30 bis 40 °C und laufen deshalb fast immer mit einer Wärmepumpe.

Was ist Photothermie, und worin unterscheidet sie sich von Photovoltaik und PVT?

Photothermie wandelt Sonnenlicht in Wärme um, Photovoltaik in Strom, und PVT-Kollektoren erzeugen beides auf derselben Fläche. Physikalisch steckt dahinter der photothermische Effekt. Die Chemie-Fachorganisation IUPAC definiert ihn als Effekt, bei dem Lichtanregung ganz oder teilweise Wärme erzeugt. Bei Photovoltaik löst Licht dagegen in Solarzellen einen elektrischen Strom aus. Die folgende Tabelle stellt die 3 Techniken gegenüber.

MerkmalSolarthermie (Photothermie)PhotovoltaikPVT-Hybridkollektor
ErzeugtWärme für Warmwasser und HeizungStromStrom plus Niedertemperaturwärme (max. 30–40 °C)
Ertrag pro m² und Jahrca. 400 kWh Wärme (Warmwasser), ca. 300 kWh (mit Heizung)ca. 190 kWh Strom (42watt-Annahme)Strom ähnlich PV, Wärme vor allem als Quelle für Wärmepumpen
WirkungsgradSystem ca. 50 %Modul knapp 23 %60–70 % der Sonnenenergie insgesamt
Kosten6.000–10.000 € (Warmwasser), 9.000–17.000 € (mit Heizung), Altbau-Nachrüstung, Stand 2025ca. 1.410 €/kWp ab 9–10 kWp (Stand 08/2026)ca. 2.000 €/kWp, Wärmepumpe zusätzlich
FörderungKfW 458: 30 % plus mögliche Boni0 % Umsatzsteuer, Einspeisevergütungteilweise über BEG
Mit Wärmepumpeübernimmt im Sommer das Warmwasserliefert einen Teil des Wärmepumpenstromsdient als Wärmequelle für die Wärmepumpe

Kurz eingeordnet: Pro Quadratmeter liefert Solarthermie mehr Kilowattstunden als Photovoltaik. Strom ist aber vielseitiger nutzbar. Mit einer Wärmepumpe wird aus 1 kWh Solarstrom ein Mehrfaches an Wärme. Die Erträge stammen von der Verbraucherzentrale NRW (Stand 30.09.2026), die Wirkungsgrade von co2online und dem Fraunhofer ISE. Die PVT-Werte nennt das SolarZentrum Berlin (Stand 09/2023). Die PV-Fläche von rund 5 m² je kWp und 950 kWh Ertrag je kWp sind Annahmen im Rahmen der Werte von Verbraucherzentrale, HTW Berlin und Fraunhofer ISE.

Ist Photothermie dasselbe wie Solarthermie?

Meistens ja, doch der Begriff hat keine einheitliche Bedeutung. Gesetz und Förderung verwenden andere Begriffe. Die BEG-Richtlinie spricht von „Solarkollektoranlagen zur thermischen Nutzung“, das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) von einer „solarthermischen Anlage“. Im Netz finden Sie 3 Verwendungen:

  • Solarthermie: Kollektoren erwärmen Wasser für Dusche und Heizung.
  • PVT-Hybridkollektor: Ein Bankenratgeber und ein Solaranbieter nennen kombinierte Strom-Wärme-Module „Photothermie“.
  • PV-Heizsystem: Ein Hersteller stellte 2014 ein System aus Solarstrom, Wärmepumpe und Großspeicher als „Photothermie-System“ vor.

Fragen Sie deshalb im Angebot nach, welche Technik gemeint ist. Für den Förderantrag zählt die genaue Anlagenbeschreibung, nicht der Werbebegriff.

Wie funktioniert eine Solarthermieanlage?

Eine Solarthermieanlage erwärmt im Kollektor eine frostfeste Flüssigkeit, die ihre Wärme im Speicher an das Wasser abgibt. Eine Pumpe bewegt die Flüssigkeit zwischen Dach und Keller. Ein Regler startet sie, sobald der Kollektor wärmer ist als der Speicher. Für Warmwasser reichen laut Verbraucherzentrale NRW 3 bis 6 m² Kollektorfläche und 250 bis 350 Liter Speicher. Mit Heizungsunterstützung sind es 9 bis 20 m² und 500 bis 1.500 Liter Pufferspeicher.

2 Kollektorbauarten sind üblich:

  • Flachkollektor: flacher Kasten mit Glasabdeckung, laut co2online 300 bis 500 Euro pro m².
  • Vakuumröhrenkollektor: Glasröhren mit Vakuum als Dämmung, 600 bis 800 Euro pro m², braucht weniger Fläche.

Wie Solarzellen dagegen Strom erzeugen, erklärt der Beitrag Photovoltaik-Funktionsweise.

Wie viel Wärme liefert Solarthermie pro Quadratmeter?

Solarthermie liefert laut Verbraucherzentrale NRW rund 400 kWh Wärme pro m² und Jahr für Warmwasser und rund 300 kWh mit Heizungsunterstützung. Der Wert mit Heizung ist niedriger, weil im Sommer mehr Wärme anfällt, als das Haus braucht. Im Winter liefern die Kollektoren dagegen wenig. Eine 10-m²-Anlage spart laut Verbraucherzentrale NRW bis zu 4.000 kWh Erdgas pro Jahr.

Die Zahlen des Branchenverbands BSW-Solar passen dazu. Ende 2024 waren in Deutschland rund 21,8 Mio. m² Kollektorfläche installiert, die 2024 rund 8,8 TWh Wärme erzeugten. Das ergibt rechnerisch rund 400 kWh pro m² im Bestand.

Für den Anteil am Wärmebedarf nennt die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz 3 Richtwerte:

  • Warmwasser: 50 bis 60 % des Jahresbedarfs, die VZ NRW nennt bis zu 70 %.
  • Heizung im Altbau: 10 bis 20 % des Wärmebedarfs.
  • Heizung im sparsamen Gebäude: 25 bis 40 % des Wärmebedarfs.

Für den Steuerbonus verlangt die Energetische Sanierungsmaßnahmen-Verordnung (ESanMV) das Prüfzeichen Solar Keymark und mindestens 525 kWh Kollektorertrag pro m² unter Normbedingungen am Standort Würzburg. Für die KfW-Förderung muss die Anlage die technischen Mindestanforderungen der BEG-Richtlinie erfüllen, das bestätigt der Fachbetrieb vor dem Antrag. Das ist ein Prüfwert für den Kollektor. Im Haus kommt wegen Speicher- und Leitungsverlusten weniger an.

Was bringt mehr Wärme pro m²: Kollektor oder PV mit Wärmepumpe? Das 42watt-Rechenbeispiel

Auf 10 m² Dach liefert Photovoltaik mit Wärmepumpe rechnerisch und über das Jahr gesehen rund 1,5- bis 2-mal so viel Wärme wie ein Solarthermie-Kollektor für Warmwasser und Heizung. Die Rechnung vergleicht dieselbe Dachfläche in einem Einfamilienhaus. Annahmen:

  • Solarthermie: Kombianlage für Warmwasser und Heizung, 300 kWh pro m² und Jahr (VZ NRW).
  • Photovoltaik: 2,0 kWp auf 10 m², also 5 m² je kWp, 950 kWh pro kWp und Jahr.
  • Wärmepumpe: Luft-Wasser-Wärmepumpe mit Jahresarbeitszahl (JAZ) 3,4, dem Mittelwert im Feldtest des Fraunhofer ISE (2025). Die JAZ gibt an, wie viel kWh Wärme aus 1 kWh Strom entstehen.
Variante (10 m²)Ertrag pro JahrWärme pro JahrWärme pro m²
Solarthermie, Kombianlage3.000 kWh Wärme3.000 kWh300 kWh
PV 2,0 kWp + Wärmepumpe1.900 kWh Strom6.460 kWh646 kWh
PV 1,43 kWp (7 m² je kWp) + Wärmepumpe1.357 kWh Strom4.614 kWh461 kWh

Kurz eingeordnet: Auch mit weniger Modulleistung liegt die PV-Variante vorn. Der Vorsprung ist aber bilanziell, also über das Jahr summiert. Ein Teil der Wärmepumpenwärme stammt aus der Außenluft, nicht vom Dach. Zudem liefert PV im Winter wenig, wenn die Wärmepumpe am meisten Strom braucht. In einer Fraunhofer-Messung an einem Einfamilienhaus mit 12,3 kWp Photovoltaik, 11,7 kWh Batteriespeicher und Erdwärmepumpe deckten PV und Speicher rund 36 % des Wärmepumpenstroms. Überschüsse fließen ins Netz und bringen Einspeisevergütung.

Was bedeutet das in Euro?

In Euro amortisiert sich die PV-Variante im 42watt-Rechenbeispiel nach rund 9 Jahren, Solarthermie nach 18 bis 33 Jahren. Die Annahmen:

  • Solarthermie: 10.000 Euro (co2online-Richtwert), minus 30 % KfW-Zuschuss.
  • Gasheizung: Nutzungsgrad 90 %, Gaspreis 11,93 Cent pro kWh (BDEW, August 2026).
  • Wärmepumpenstrom: 24 Cent pro kWh (VZ NRW, Tarifvergleich 02/2026).
  • Photovoltaik: 1.410 Euro pro kWp, der Durchschnittspreis für Anlagen ab 9–10 kWp (VZ-Angebotsauswertung, Stand 28.08.2026). Die 2 kWp gelten damit als Teil einer größeren Anlage, eine eigenständige 2-kWp-Anlage kostet je kWp mehr. Bei 30 % Eigenverbrauch zählt jede selbst genutzte kWh mit 37,0 Cent (Haushaltsstrom, BDEW), die Einspeisung mit 7,70 Cent. Zählt der Eigenverbrauch nur mit dem Wärmepumpentarif von 24 Cent, verlängert sich die Amortisation auf rund 12 Jahre.
VarianteInvestition nach FörderungErsparnis pro JahrAmortisation
Solarthermie neben Gasheizung7.000 €398 € (3.333 kWh Gas)ca. 17,6 Jahre
Solarthermie neben Wärmepumpe7.000 €212 € (882 kWh Strom)ca. 33 Jahre
PV 2,0 kWp2.820 €313 €ca. 9,0 Jahre

Kurz eingeordnet: Neben einer Gasheizung kommt Solarthermie auf rund 18 Jahre. Die Beispielrechnungen von co2online kommen auf 18 bis 22 Jahre, enthalten aber bereits 100 Euro Betriebskosten pro Jahr. Neben einer Wärmepumpe spart der Kollektor nur Wärmepumpenstrom und rechnet sich deutlich langsamer. Laufende Kosten von 100 bis 200 Euro pro Jahr für Solarthermie (co2online) sind nicht eingerechnet. Schon mit 100 Euro pro Jahr verlängert sich die Amortisation neben der Gasheizung auf rund 24 Jahre und neben der Wärmepumpe auf über 60 Jahre. Ebenfalls nicht berücksichtigt sind Zinsen, Preisänderungen und Wechselrichtertausch. Zu einem ähnlichen Ergebnis kam bereits 2013 eine Simulation in einer studentischen Abschlussarbeit an der HTW Berlin, gerechnet mit den damaligen Energie- und Anlagenpreisen: PV mit Wärmepumpe sparte mehr Strom- und Heizkosten als Solarthermie. Wie Sie PV und Wärmepumpe aufeinander abstimmen, zeigt der Beitrag Wärmepumpe mit Photovoltaik.

Was kostet Solarthermie 2026, und welche Förderung gibt es?

Eine Solarthermieanlage kostet 2026 rund 5.000 Euro für Warmwasser und rund 10.000 Euro mit Heizungsunterstützung, die KfW bezuschusst 30 %. Diese Richtwerte nennt co2online für ein Einfamilienhaus mit 130 m² und 4 Personen (Stand 28.04.2026). Die Verbraucherzentrale NRW nennt für die Nachrüstung im Altbau 6.000 bis 10.000 Euro bzw. 9.000 bis 17.000 Euro (Kostenstand 2025).

Seit dem 21.07.2026 gelten im KfW-Programm 458 diese Regeln:

  • Grundförderung: 30 % der förderfähigen Kosten, auch für Vermietende.
  • Klimageschwindigkeitsbonus: 16 Prozentpunkte nur für Selbstnutzende, die gleichzeitig eine funktionierende Öl-, Kohle-, Gasetagen- oder Nachtspeicherheizung oder eine mindestens 20 Jahre alte Gas- oder Biomasseheizung ersetzen. Ab 01.02.2027 sinkt er halbjährlich um 4 Prozentpunkte.
  • Einkommensbonus: 40, 30 oder 10 Prozentpunkte bei zu versteuerndem Haushaltsjahreseinkommen bis 30.000, 40.000 oder 50.000 Euro, nur für Selbstnutzende und deren selbstgenutzte Wohneinheit. Lebt ein Kind unter 18 Jahren im Haushalt, wird das Einkommen einmalig um 10.000 Euro gemindert.
  • Obergrenze: 70 %, bei zu versteuerndem Einkommen bis 30.000 Euro (mit Familienzuschlag bis 40.000 Euro) 80 %. Förderfähig sind höchstens 28.000 Euro für die 1. Wohneinheit, ab 01.02.2027 sinkt der Betrag halbjährlich um 750 Euro.

Eine Solarthermie-Nachrüstung ohne Heizungstausch erhält damit keinen Klimageschwindigkeitsbonus. Den Einkommensbonus knüpft die BEG-Richtlinie (Nr. 8.4.5) dagegen an keinen Austausch, sie nennt dafür alle Heizungsmaßnahmen einschließlich Solarthermie. Lassen Sie sich die Bonushöhe vor dem Antrag vom Fachbetrieb oder von der KfW bestätigen. Vor dem Antrag brauchen Sie die Bestätigung eines Fachbetriebs oder einer Energieeffizienz-Expertin oder eines Energieeffizienz-Experten. Zudem brauchen Sie einen Liefervertrag mit Förderklausel. Kollektoren ohne transparente Abdeckung fördert die BEG nicht.

Für Photovoltaik gibt es keinen Bundeszuschuss. Seit dem 01.01.2023 fällt auf Module und Montage 0 % Umsatzsteuer an (§ 12 Abs. 3 UStG). Anlagen mit Inbetriebnahme vom 01.08. bis 31.12.2026 erhalten 7,70 Cent pro kWh für Teileinspeisung bis 10 kWp. Preise je Anlagengröße finden Sie im Beitrag Photovoltaik-Kosten.

Für wen lohnt sich Photothermie? Ein Entscheidungsbaum

Solarthermie passt eher dort, wo eine Brennstoffheizung bleibt, Photovoltaik dort, wo eine Wärmepumpe heizt oder geplant ist. Prüfen Sie 4 Fragen nacheinander:

1. Heizen Sie mit einer Wärmepumpe oder planen Sie eine? Dann bringt dieselbe Dachfläche mit Photovoltaik im 42watt-Rechenbeispiel über das Jahr gerechnet rund 1,5- bis 2-mal so viel Wärme. Weiter mit Frage 4.

2. Bleibt eine Gas-, Öl- oder Pelletheizung für viele Jahre? Dann kann Solarthermie im Sommer das Warmwasser übernehmen und Brennstoff sparen. Wer seit dem 29.07.2026 eine neue Gas- oder Ölheizung einbaut, kann damit zudem die Biotreppe nach § 43 Abs. 3 GModG ganz oder teilweise erfüllen, sofern die Kollektoren das Prüfzeichen Solar Keymark tragen.

3. Steht ein Heizungstausch in den nächsten Jahren an? Dann planen Sie Dach und Heizung gemeinsam, damit die Fläche nicht doppelt belegt wird.

4. Ist die Dachfläche knapp und eine Sole-Wärmepumpe geplant? Dann kommen PVT-Kollektoren in Frage, weil sie Strom und Wärmequelle auf einer Fläche bündeln.

Die Verbraucherzentrale NRW hält Solarthermie auch neben Wärmepumpen für sinnvoll: „Die Solarthermie lohnt sich als ergänzende Technologie auch für Wärmepumpen.“ Im Sommer bleibt die Wärmepumpe dann aus. Wirtschaftlich rechnet sich diese Kombination im 42watt-Rechenbeispiel allerdings erst nach rund 33 Jahren. Wie die Hydraulik dafür aussieht, beschreibt der Beitrag Wärmepumpe und Solarthermie. Einen ausführlichen Kosten- und Flächenvergleich bietet der Beitrag Photovoltaik vs. Solarthermie.

Was sind PVT-Kollektoren, und wann sind sie sinnvoll?

PVT-Kollektoren sind Solarmodule mit einem Wärmetauscher auf der Rückseite, die Strom und Wärme auf derselben Fläche gewinnen. Laut SolarZentrum Berlin nutzen sie 60 bis 70 % der Sonnenenergie. Die Wärme fällt aber meist nur bei 30 bis 40 °C an. Deshalb laufen PVT-Kollektoren fast immer mit einer Wärmepumpe.

co2online unterscheidet 2 Bauarten:

  • Abgedeckt: Glasdeckel, mehr Wärme und weniger Strom, eher für Mehrfamilienhäuser und Gewerbe.
  • Unabgedeckt: mehr Strom und weniger Wärme, nutzt zusätzlich Umgebungsluft, eher für Einfamilienhäuser mit Wärmepumpe.

Im Forschungsprojekt integraTE von Fraunhofer ISE, Universität Stuttgart und ISFH erreichten PVT-Wärmepumpen in 5 Häusern laut einem Bericht der Fachzeitschrift Sonnenenergie (Ausgabe 4/2023) Jahresarbeitszahlen im Heizbetrieb von 3,3 bis 4,2. Die Verbraucherzentrale NRW beziffert die Kosten auf rund 2.000 Euro pro kWp, die Wärmepumpe kommt hinzu. Preise und Förderdetails vergleicht der Beitrag PVT-Module.

Häufige Fragen zu Photothermie

Ist Photothermie dasselbe wie Photovoltaik?

Nein, Photothermie erzeugt Wärme, Photovoltaik erzeugt Strom. Beide nutzen Sonnenlicht, aber mit unterschiedlicher Technik. Nur PVT-Kollektoren verbinden beide Verfahren in einem Modul.

Funktioniert Solarthermie im Winter?

Ja, aber mit deutlich weniger Ertrag als im Sommer. Laut Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz reicht die Solarwärme im Winter nicht aus, Heizkessel oder Wärmepumpe müssen den Rest liefern. Den Großteil des Ertrags bringen Frühjahr, Sommer und Herbst.

Wie oft muss eine Solarthermieanlage gewartet werden?

Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz empfiehlt eine Wartung alle 2 bis 3 Jahre. Bei knapp 2 Dritteln der untersuchten Anlagen gab es keinen Wartungsvertrag. Ein Wärmemengenzähler im Solarkreis zeigt, ob die Anlage die erwarteten Erträge bringt.

Können Sie Solarthermie und Photovoltaik kombinieren?

Ja, beide Anlagen können auf demselben Dach arbeiten, sie konkurrieren aber um die Fläche. Das Fraunhofer ISE nennt Solarthermie und Photovoltaik ausdrücklich als konkurrierende Dachnutzung. Planen Sie deshalb zuerst den Wärme- und Strombedarf und verteilen Sie danach die Dachfläche.

Quellen & Belege

IUPAC Compendium of Chemical Terminology (photothermal effect, Online-Version 5.0.0, 2025); Verbraucherzentrale NRW (Solarthermie, Stand 30.09.2026; Marktcheck Wärmepumpenstromtarife, 02/2026); Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz (Solarthermie und Warmwasser, Stand 03/2024); Verbraucherzentrale (Was kostet eine Photovoltaikanlage?, Stand 28.08.2026); co2online (Solarthermie: Kosten, Preise und Amortisation, 28.04.2026; Was ist Solarthermie, 02.10.2024; PVT-Kollektoren, 10.06.2026); Fraunhofer ISE (Aktuelle Fakten zur Photovoltaik in Deutschland, Fassung 20.08.2026; Pressemitteilung Wärmepumpen im Altbau, 03.11.2025); pv magazine (Fraunhofer-Messung PV-Batterie-Wärmepumpe, 03.04.2024); Sonnenenergie (integraTE, Ausgabe 4/2023); BSW-Solar (Faktenblatt Solarwärme, Stand 03/2025); SolarZentrum Berlin (PVT-Flyer, Stand 09/2023); HTW Berlin (Tjaden, Vergleich von Solarthermieanlagen mit Photovoltaik-Wärmepumpen-Systemen, 2013); KfW (Merkblatt 458, Stand 09/2026); BMWE (Richtlinie BEG Einzelmaßnahmen, 17.07.2026); GModG-Portal (§ 43 Heizungsoptionen); Anlage 6 ESanMV; Solarserver (BEG-Heizungsförderung, Aktualisierung 21.07.2026); BDEW (Gaspreisanalyse 08/2026, Strompreisanalyse 2026); Bundesnetzagentur (EEG-Vergütungssätze ab 01.08.2026); § 12 Abs. 3 UStG.