Erdwärmesonde 2026: Aufbau, Länge berechnen und Kosten
Eine Erdwärmesonde ist ein geschlossenes Rohrsystem im Bohrloch, das Wärme aus dem Untergrund zur Wärmepumpe transportiert. Ihre Länge ergibt sich aus der Heizlast, der Jahresarbeitszahl und der Entzugsleistung des Bodens. Im 42watt-Rechenbeispiel braucht ein Einfamilienhaus je nach Boden 103 bis 307 Bohrmeter, bei 50 bis 100 Euro pro Meter.
Das Wichtigste in Kürze
- Standard ist die Doppel-U-Sonde, häufig aus PE 100-RC (32 × 3,0 mm), mit werkseitig geschweißtem Sondenfuß.
- Sondenlänge = Heizleistung × (1 − 1/JAZ) ÷ spezifische Entzugsleistung, nicht Heizlast ÷ W/m.
- 42watt-Rechenbeispiel 8 kW: 103 bis 307 Bohrmeter je nach Untergrund.
- Gültige Richtlinie: VDI 4640 Blatt 2, Ausgabe 2019-06, Tabellenauslegung nach Wärmeleitfähigkeit bis 30 kW.
- Kosten laut Anbietern 50 bis 100 € pro Bohrmeter, ADAC: 8.000 bis 16.000 € für die Sondenbohrung eines Einfamilienhauses.
- Abstand zwischen Sonden über 50 m Länge: mindestens 6 m.
- Über 100 m Bohrtiefe: zusätzliche Anzeige bei der Bergbehörde.
- KfW 458 seit 21.07.2026: 30 % Grundförderung, kein eigener Erdwärme-Bonus mehr.
Wie lang muss eine Erdwärmesonde sein und was kostet sie?
Im 42watt-Rechenbeispiel braucht ein Einfamilienhaus mit 8 kW Heizlast je nach Untergrund rund 100 bis 310 Meter Erdwärmesonde, die Bohrung kostet damit etwa 5.150 bis 30.700 Euro. Entscheidend ist die spezifische Entzugsleistung. Sie gibt an, wie viele Watt Wärme ein Meter Sonde dauerhaft aus dem Boden holt. Das 42watt-Rechenbeispiel zeigt 3 typische Untergründe.
| Untergrund | Entzugsleistung | Sondenlänge | Aufteilung | Bohrkosten (50–100 €/m) |
|---|---|---|---|---|
| Kies, Sand, wasserführend | 60 W/m | 103 m | 2 × 52 m | 5.150–10.300 € |
| Ton, Lehm, feucht | 40 W/m | 154 m | 2 × 77 m | 7.700–15.400 € |
| Kies, Sand, trocken | 20 W/m | 307 m | 4 × 77 m | 15.350–30.700 € |
Kurz eingeordnet: Trockener Sand braucht im Rechenbeispiel rund 3-mal so viele Bohrmeter wie wasserführender Kies. Die Aufteilung ist je Sonde auf volle Meter aufgerundet, die Kosten beziehen sich auf die berechnete Gesamtlänge. Annahmen: Heizlast 8 kW nach DIN EN 12831, Wärmebedarf für Heizung und Warmwasser 16.000 kWh pro Jahr, Jahresarbeitszahl (JAZ) 4,3. Die JAZ beschreibt, wie viel Wärme die Wärmepumpe pro kWh Strom liefert. 4,3 ist der Mittelwert der Erdreich-Wärmepumpen im Feldtest des Fraunhofer ISE (2025). Die Entzugsleistungen stammen aus der älteren Richtwerttabelle der VDI 4640 (Fassung 2001), für 2.000 Volllaststunden zwischen den Spalten für 1.800 und 2.400 Stunden eingeordnet und gerundet. Die tatsächliche Länge legt ein Fachbetrieb mit den Daten des geologischen Landesdienstes fest.
Wie berechnen Sie die Sondenlänge Schritt für Schritt?
Die Sondenlänge berechnen Sie in 4 Schritten: Volllaststunden, Entzugsleistung der Wärmepumpe, spezifische Entzugsleistung und Division.
1. Volllaststunden bestimmen: Teilen Sie den Jahreswärmebedarf durch die Heizleistung. 16.000 kWh ÷ 8 kW ergeben 2.000 Stunden.
2. Entzugsleistung der Wärmepumpe berechnen: Heizleistung × (1 − 1 ÷ JAZ). 8 kW × (1 − 1 ÷ 4,3) ergeben 6,14 kW. Fachbetriebe rechnen genauer mit der Leistungszahl (COP) der Wärmepumpe im Auslegungspunkt, die JAZ ist eine gängige Vereinfachung.
3. Spezifische Entzugsleistung wählen: Je mehr Volllaststunden, desto niedriger der W/m-Wert. Bei 2.000 Stunden liegt er zwischen den Tabellenspalten für 1.800 und 2.400 Stunden.
4. Länge berechnen: 6.140 W ÷ 40 W/m ergeben 154 Meter für feuchten Lehm.
Volllaststunden sind die rechnerischen Stunden, in denen die Wärmepumpe mit voller Leistung läuft. Mit Warmwasser steigen sie, weil die Anlage auch im Sommer arbeitet. Die Heizlast selbst ermittelt eine raumweise Heizlastberechnung.
Warum ist „Heizlast geteilt durch Watt pro Meter“ zu grob?
Die Formel Heizlast geteilt durch Watt pro Meter überschätzt die Sondenlänge um rund 30 %, weil die Sonde nur den Umweltanteil der Wärme liefert. Den Rest der Heizwärme steuert der Strom für den Verdichter bei. Bei einer JAZ von 4,3 kommen rund 77 % der Wärme aus dem Boden. Mit der groben Formel ergäben sich für feuchten Lehm 200 statt 154 Meter. Das kostet 2.300 bis 4.600 Euro zusätzlich. Zu knapp darf die Sonde aber auch nicht sein. Dann kühlt der Boden über die Jahre aus und die Effizienz sinkt. Wie Sonde und Wärmepumpe zusammenwirken, erklärt der Beitrag Erdsonde-Wärmepumpe: Funktion und Effizienz.
Welche Entzugsleistung liefert der Untergrund?
Ein Meter Sonde liefert laut der älteren Richtwerttabelle der VDI 4640 je nach Untergrund unter 20 bis 80 Watt, feuchter und wasserführender Boden deutlich mehr als trockener. Wasser leitet Wärme deutlich besser als Luft in den Poren. Die bekannte Richtwerttabelle stammt aus der Fassung 2001 der Richtlinie VDI 4640 Blatt 2. Das Landesamt für Natur und Umwelt Schleswig-Holstein gab sie 2006 so wieder:
| Untergrund | 1.800 Volllaststunden | 2.400 Volllaststunden |
|---|---|---|
| Kies, Sand, trocken | unter 25 W/m | unter 20 W/m |
| Ton, Lehm, feucht | 35–50 W/m | 30–40 W/m |
| Kies, Sand, wasserführend | 65–80 W/m | 55–65 W/m |
Kurz eingeordnet: Die Werte galten nur für reine Heizanlagen, Sonden von 40 bis 100 Metern und 5 bis 6 Meter Abstand. Mit Warmwasser zählt eher die rechte Spalte. Viele Ratgeber nennen die Tabelle ohne Jahreszahl. Für eine Planung im Jahr 2026 reicht sie nur als Orientierung.
Was hat sich mit der VDI 4640 von 2019 geändert?
Die gültige Ausgabe 2019-06 der VDI 4640 Blatt 2 legt Sonden nach der Wärmeleitfähigkeit des Bodens aus, nicht mehr nach Bodenarten. Die Wärmeleitfähigkeit (λ) gibt an, wie gut ein Material Wärme leitet, in Watt pro Meter und Kelvin. Die Auslegungstabellen sind nach Wärmeleitfähigkeit und nach Volllaststunden von 1.200 bis 2.400 gestaffelt. Sie gelten laut Hamburger Leitfaden nur unter 5 Bedingungen:
- Leistung: höchstens 30 kW.
- Betrieb: nur Wärmeentzug mit Standardlastprofil, ohne Kühlung.
- Sonden: 50 bis 200 Meter lang, höchstens 5 Stück.
- Laufzeit: 1.200 bis 2.400 Volllaststunden pro Jahr.
- Anordnung: mindestens 6 Meter Abstand, Sonden weitgehend in einer Linie.
Für größere Anlagen ist eine Einzelberechnung nötig, oft mit einem Thermal Response Test. Dieser Test misst die effektive Wärmeleitfähigkeit des Untergrunds an einer ersten, bereits ausgebauten Sonde. Das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie hat aus der Richtlinie eine Formel für 1.800 Stunden abgeleitet. Sie ergibt bei λ = 1,0 rund 42 W/m, bei 2,0 rund 52 W/m und bei 3,0 rund 60 W/m. Starke Grundwasserströmung ist darin nicht berücksichtigt. Die λ-Werte für Ihr Grundstück zeigen die Geothermie-Karten der Länder.
Welche Temperaturgrenzen gelten für die Sole?
Die Sole soll beim Eintritt in die Wärmepumpe im Monatsmittel nicht unter 0 °C fallen, bei Spitzenlast nicht unter −5 °C. So formuliert es der Leitfaden Erdwärmenutzung in Hamburg. Die Sole ist die frostsichere Wärmeträgerflüssigkeit im Rohr. Unterschreitet sie diese Grenzen dauerhaft, kann der Boden um die Sonde gefrieren. In der Schweiz werden Sonden im Regelfall auf −1,5 °C Sole-Mitteltemperatur nach mindestens 50 Jahren Nutzungsdauer ausgelegt, so das Merkblatt des Verbands suissetec (01/2026).
Wie ist eine Erdwärmesonde aufgebaut?
Eine Erdwärmesonde besteht aus 4 Bauteilen: Kunststoffrohren, Sondenfuß, Abstandhaltern und der Verfüllung des Bohrlochs. Standard ist die Doppel-U-Sonde mit 2 U-förmigen Rohrschleifen. In ihnen zirkuliert eine Sole aus Wasser und Ethylen- oder Propylenglykol. Erlaubt sind laut Landesleitfäden nur nicht wassergefährdende Stoffe oder wässrige Lösungen der Wassergefährdungsklasse 1. Die Sole gibt die Wärme an den Verdampfer der Sole-Wasser-Wärmepumpe ab.
- Rohre: häufig PE 100-RC mit 32 × 3,0 mm, Druckstufe PN 16. RC steht für „Resistance to Crack“, also erhöhte Rissbeständigkeit. Der hessische Leitfaden (2019) verlangt PE 100-RC oder höherwertig.
- Sondenfuß: das werkseitig geschweißte U-Stück am unteren Ende. Er wird laut Hamburger Leitfaden mit dem 1,5-fachen Nenndruck geprüft.
- Abstandhalter: Sie halten die Rohrstränge auf Abstand und mittig im Bohrloch. So umschließt die Verfüllung die Rohre, und Vor- und Rücklauf tauschen weniger Wärme untereinander aus.
- Verfüllung: eine Zement-Bentonit-Suspension, die das Bohrloch von unten nach oben vollständig ausfüllt.
Nach dem Einbau wird jede Sonde vor dem Abbinden der Verfüllung druckgeprüft, die Gesamtanlage noch einmal vor der Inbetriebnahme.
Doppel-U oder Koaxialsonde: Was ist besser?
Die Doppel-U-Sonde ist der Standard, die Koaxialsonde kommt laut Hersteller vor allem bei kleinen Bohrdurchmessern und kurzen Sonden infrage. Bei der Koaxialsonde liegt ein Rohr im anderen. Die Sole strömt außen hinab und innen zurück.
| Merkmal | Doppel-U-Sonde | Koaxialsonde |
|---|---|---|
| Aufbau | 2 U-Rohre nebeneinander | Rohr im Rohr |
| Bohrdurchmesser | oft 152 mm | ca. 100 mm |
| Bohrlochwiderstand (Messung) | 0,135 m·K/W | 0,040 m·K/W |
| Entzugsleistung (gleicher Standort) | 33 W/m | 45 W/m |
| Verbreitung | Standard | seltener |
Kurz eingeordnet: Die Messwerte stammen aus einem Vortrag des Herstellers Jansen von 2023, nicht aus einer unabhängigen Studie. Der Bohrlochwiderstand beschreibt, wie stark Rohr und Verfüllung den Wärmefluss bremsen. Ein Teil des Vorteils entsteht, weil die Sole in der Koaxialsonde turbulent strömt, in der Doppel-U-Sonde des Tests dagegen laminar. Der Hersteller selbst sieht die Koaxialsonde bis rund 70 Meter als interessante Alternative.
Welche Verfüllung braucht die Sonde?
Die Landesleitfäden verlangen eine werkseitig hergestellte Zement-Bentonit-Suspension, die frost-tau-beständig sein muss, sobald die Rücklauftemperatur der Sonde unter 0 °C fallen kann. Die Verfüllung erfüllt 2 Aufgaben. Sie leitet Wärme vom Boden zum Rohr und dichtet Grundwasserschichten gegeneinander ab. Standardmaterial erreicht laut Herstellerangabe eine Wärmeleitfähigkeit ab 0,8 W/(m·K), thermisch verbesserte Produkte ab 2,0 W/(m·K). Eine höhere Wärmeleitfähigkeit verbessert die Wärmeübertragung. Ob sich der Aufpreis lohnt, rechnet der Fachbetrieb in der Auslegung durch.
Welchen Abstand brauchen Erdwärmesonden?
Erdwärmesonden brauchen untereinander mindestens 6 Meter Abstand, wenn sie länger als 50 Meter sind. Bei kürzeren Sonden reichen 5 Meter. Sonst kühlen sie sich gegenseitig den Boden aus. Die Länder ergänzen eigene Regeln:
- Hamburg: 5 Meter zur Grundstücksgrenze.
- Berlin: 6 Meter zwischen den Sonden einer Anlage, 10 Meter zu Sonden bestehender Nachbaranlagen, empfohlen 2 Meter zum Gebäude.
- Hessen: 10 Meter zu Nachbaranlagen.
Nach den Hamburger Regeln reicht für 2 Sonden in einer Reihe ein Streifen von 16 Metern: 5 Meter zur Grenze, 6 Meter zwischen den Sonden, 5 Meter zur anderen Grenze. Wird der Platz knapp, ist 1 tiefe Sonde statt 2 kurzer eine Option.
Was kostet eine Erdwärmesonde 2026?
Eine Erdwärmesonde kostet 2026 laut Anbieterangaben 50 bis 100 Euro pro Bohrmeter, je nach Untergrund. Der ADAC nennt für die Sondenbohrung eines Einfamilienhauses rund 8.000 bis 16.000 Euro (Stand 21.07.2026). Bosch gibt für eine typische Tiefenbohrung 9.500 bis 11.500 Euro an.
| Posten | Spanne 2026 | Quelle |
|---|---|---|
| Preis pro Bohrmeter | 50–100 € | Bosch, thermondo |
| Sondenbohrung Einfamilienhaus | 8.000–16.000 € | ADAC |
| Sole-Wasser-Wärmepumpe (Gerät) | 10.000–18.000 € | ADAC |
| Installation und Material | 7.000–15.000 € | ADAC |
Kurz eingeordnet: Den Meterpreis treiben Gestein, Tiefe, Zufahrt und Entsorgung des Bohrguts. Ein Ratgeberportal nennt für Stadtgebiete bis 130 Euro pro Meter. Hinzu kommt eine Bohrrisikoversicherung. Wie Bohrung, Versicherung und Firmenwahl ablaufen, zeigt der Beitrag Erdwärme-Tiefenbohrung: Kosten und Ablauf.
Welche Genehmigung braucht eine Erdwärmesonde?
Jede Erdwärmesonde muss 1 Monat vor Bohrbeginn bei der Unteren Wasserbehörde angezeigt werden, meist ist zusätzlich eine wasserrechtliche Erlaubnis nötig. Die Anzeigepflicht steht in § 49 Abs. 1 Wasserhaushaltsgesetz (WHG). Die Erlaubnis nach §§ 8 und 9 WHG ist erforderlich, wenn die Sonde Grundwasser berührt. In Trinkwasserschutzzonen sind Sonden oft unzulässig.
Bei mehr als 100 Metern Bohrtiefe kommt eine Anzeige bei der Bergbehörde hinzu (§ 127 Bundesberggesetz). Eine Bergbauberechtigung ist für Erdwärme bis 400 Meter nicht nötig. Seit dem Geothermie-Beschleunigungsgesetz (in Kraft seit 22.12.2025) hat die Bergbehörde bei Bohrungen bis 400 Meter 4 Wochen Zeit für die Prüfung. Äußert sie sich nicht, ist kein Betriebsplan nötig. Die Bohrfirma sollte nach DVGW W 120-2 zertifiziert sein, für 100 bis 200 Meter in der Gruppe G 200, für tiefere Bohrungen in der Gruppe G 400.
Wie lange hält eine Erdwärmesonde?
Eine Erdwärmesonde aus PE 100-RC ist laut Hersteller Gerodur auf über 50 Jahre Lebensdauer ausgelegt, der Hersteller Bosch nennt bei fachgerechter Ausführung bis zu 100 Jahre. Die Sonde hat keine beweglichen Teile. Fällt die Wärmepumpe aus, lässt sich ein neues Gerät an die vorhandene Sonde anschließen. Voraussetzung ist eine Auslegung, die den Boden nicht dauerhaft auskühlt. In der Schweiz legen Planende Sonden nach der Norm SIA 384/6 auf mindestens 50 Jahre Nutzungsdauer aus. Im Sommer kann die Sonde Gebäude passiv kühlen und dabei Wärme in den Boden zurückführen. Der Kühlbetrieb muss dann aber in die Auslegung einfließen.
Welche Förderung gibt es 2026 für die Erdwärmesonde?
Die Erdwärmesonde wird als Teil der Wärmepumpe über die KfW-Heizungsförderung 458 gefördert, mit 30 % Grundförderung seit dem 21.07.2026. Selbstnutzende erhalten 16 Prozentpunkte Klimageschwindigkeitsbonus, wenn sie eine funktionstüchtige Öl-, Kohle-, Gas-Etagen- oder Nachtspeicherheizung oder eine mindestens 20 Jahre alte Gas- oder Biomasseheizung tauschen. Ab dem 01.02.2027 sinkt er halbjährlich um 4 Prozentpunkte. Der Einkommensbonus für Selbstnutzende beträgt 40, 30 oder 10 Prozentpunkte bei einem zu versteuernden Haushaltseinkommen bis 30.000, 40.000 oder 50.000 Euro. Mit Kind im Haushalt steigen die Grenzen einmalig um 10.000 Euro.
Die Förderung ist auf 70 % begrenzt, bei Einkommen bis 30.000 Euro (mit Kind im Haushalt bis 40.000 Euro) auf 80 %. Förderfähig sind höchstens 28.000 Euro für die 1. Wohneinheit, Wärmepumpe und Bohrung zusammen. Ab dem 01.02.2027 sinkt der Betrag halbjährlich um 750 Euro. Einen eigenen Bonus für Erdwärme gibt es nicht mehr: Der frühere Effizienzbonus ist am 21.07.2026 entfallen. Laut Bundesverband Wärmepumpe (10/2025) ist die Bohrung nur förderfähig mit einer Bohrfirma nach DVGW W 120-2 und einer verschuldensunabhängigen Versicherung. Ob sich die Mehrkosten gegenüber einer Luft-Wärmepumpe rechnen, zeigt der Vergleich Erdwärmepumpe oder Luftwärmepumpe.
Häufige Fragen zur Erdwärmesonde
Wie tief wird für eine Erdwärmesonde gebohrt?
Die einzelne Sonde ist im 42watt-Rechenbeispiel 52 bis 77 Meter lang, verteilt auf 2 bis 4 Sonden. Bosch nennt für Einfamilienhäuser Sonden bis 100 Meter. Bis 100 Meter entfällt die Anzeige bei der Bergbehörde. Manche Länder begrenzen die Tiefe zusätzlich, etwa zum Schutz tiefer Grundwasserschichten.
Was tun, wenn keine Bohrung erlaubt ist?
Ohne Bohrerlaubnis ist der Erdkollektor eine flache Alternative. Er liegt in geringer Tiefe im Garten und braucht deutlich mehr Fläche. Kosten und Flächenbedarf erklärt der Beitrag Erdkollektor.
Kann eine Erdwärmesonde vereisen?
Eine zu knapp ausgelegte Erdwärmesonde kann den umgebenden Boden über die Jahre gefrieren lassen. Darum geben Leitfäden Temperaturgrenzen für die Sole vor. Eine frost-tau-beständige Verfüllung schützt die Abdichtung des Bohrlochs.
Lohnt sich eine Erdwärmesonde im Bestand?
Eine Erdwärmesonde lohnt sich im Bestand vor allem bei hohem Wärmebedarf und guter Geologie. Die hohe JAZ senkt die Stromkosten, die Bohrung erhöht die Investition. Einen Überblick über alle Systeme gibt der Beitrag Heizen mit Erdwärme.
VDI 4640 Blatt 2 (Ausgabe 2019-06, DIN Media); HLNUG (Fachgespräch Erdwärme 2015, Neufassung VDI 4640 Blatt 2; Leitfaden Erdwärmenutzung in Hessen, 6. Auflage 2019); Landesamt für Natur und Umwelt Schleswig-Holstein (Geothermie, 08/2006); Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (Erläuterungen Geothermieatlas, 12/2020); Leitfaden Erdwärmenutzung Hamburg; Senatsverwaltung Berlin (Merkblatt Geothermie, 11/2025); suissetec (Merkblatt Erdwärmesonden SIA 384/6, 01/2026); Fraunhofer ISE (Pressemitteilung WP-QS im Bestand, 03.11.2025); FRANK GmbH (Produktinformation Erdwärmesonden PE 100-RC, 06/2025); Gerodur (Datenblatt GEROtherm DUPLEX, 11/2025; GEROtherm RT, 11/2023); Jansen AG (Vortrag Geothermie-Fachtagung, 21.04.2023); Heidelberg Materials (ThermoCem, 2026); ADAC (Wärmepumpe: Funktion, Kosten, Förderung, Stand 21.07.2026); Bosch Home Comfort (Erdwärmesonde; Erdwärmepumpe Kosten, 2026); thermondo (Erdwärme-Tiefenbohrung, 12.08.2026); Wasserhaushaltsgesetz §§ 8, 9, 49; Bundesberggesetz § 127; Geothermie-Beschleunigungsgesetz (BGBl. 2025 I Nr. 348); DVGW W 120-2 (07/2013); KfW (Merkblatt 458, Stand 09/2026); Bundesverband Wärmepumpe (Förder-Ratgeber 10/2025).


