Sole-Wasser-Wärmepumpe 2026: Funktion, Sole, Effizienz, Vor-/Nachteile
Eine Sole-Wasser-Wärmepumpe gewinnt Heizwärme aus dem Erdreich und überträgt sie über 3 Kreisläufe an das Heizungswasser. Im Feldtest des Fraunhofer ISE erreichte sie in Bestandsgebäuden eine mittlere Jahresarbeitszahl von 4,3. Dieser Ratgeber erklärt Funktion, Sole, Soletemperaturen, Bauarten, Effizienz sowie Vor- und Nachteile.
Das Wichtigste in Kürze
- Definition: Sole-Wasser-Wärmepumpe = Erdwärmepumpe, nutzt Erdreich über Sonde, Flächenkollektor oder Erdwärmekorb
- Funktionsprinzip: 3 Kreisläufe – Solekreis, Kältekreis mit Verdichter, Heizkreis mit 25 bis 65 °C Vorlauf
- Sole: Wasser mit 25 bis 33 % Ethylen- oder Propylenglykol, frostsicher bis −14 bis −18 °C (Herstellerangaben)
- Soletemperatur im Jahresmittel: Erdwärmesonde 7,1 °C, Flächenkollektor 3,7 °C (Fraunhofer ISE, 2011)
- Jahresarbeitszahl im Bestand: Ø 4,3, Spanne 3,6 bis 5,4, Luft-Wasser Ø 3,4 (Fraunhofer ISE, 2025)
- COP bei B0/W35: etwa 3,8 bis 4,8 laut Datenblatt; bei 52 statt 34 °C Vorlauf rund 32 % weniger (dena)
- Kosten Einfamilienhaus: 20.000 bis 49.000 € vor Förderung (ADAC-Einzelpositionen, Sommer 2026)
- Förderung seit 21.07.2026: 30 % Grundförderung, mit Boni bis 70 %, bei niedrigem Einkommen bis 80 % (KfW 458)
Was ist eine Sole-Wasser-Wärmepumpe?
Eine Sole-Wasser-Wärmepumpe ist eine Heizung, die dem Erdreich über einen frostsicheren Flüssigkeitskreislauf Wärme entzieht und damit Heizungs- und Trinkwasser erwärmt. Sole ist der Wärmeträger im Boden, Wasser verteilt die Wärme im Haus. Die Sole fließt durch eine Erdwärmesonde, einen Flächenkollektor oder Erdwärmekörbe. Die Steckbrief-Tabelle fasst die wichtigsten Kennwerte zusammen.
| Merkmal | Wert | Quelle |
|---|---|---|
| Wärmequelle | Erdreich über Sonde, Flächenkollektor oder Erdwärmekorb | dena (2024) |
| Quelltemperatur | rund 10 °C ab etwa 20 m Tiefe | LfU Schleswig-Holstein (2023) |
| Jahresarbeitszahl im Bestand | Ø 4,3, Spanne 3,6 bis 5,4 | Fraunhofer ISE (2025) |
| Kosten Einfamilienhaus | 20.000 bis 49.000 € vor Förderung | addiert aus ADAC-Einzelpositionen (Sommer 2026) |
| Platzbedarf | Innengerät rund 0,6 × 0,7 m, dazu Bohrpunkte oder Kollektorfläche | Datenblätter NIBE, Vaillant |
| Genehmigung | Anzeige bei der Unteren Wasserbehörde 1 Monat vorher | § 49 WHG |
| Lebensdauer | Gerät rund 20 Jahre, Sonde über 50 Jahre ausgelegt | dena, Gerodur |
Kurz eingeordnet: Die Sole-Wasser-Wärmepumpe nutzt eine Wärmequelle mit stabiler Temperatur und arbeitet deshalb effizienter als eine Luftwärmepumpe. Dafür kostet die Erschließung des Bodens mehr und braucht eine behördliche Anzeige. Das Gerät selbst steht in der Regel im Haus.
Ist eine Sole-Wasser-Wärmepumpe dasselbe wie eine Erdwärmepumpe?
Ja, Sole-Wasser-Wärmepumpe und Erdwärmepumpe bezeichnen dieselbe Technik. „Sole-Wasser“ ist der Fachbegriff aus Normen und Datenblättern, „Erdwärmepumpe“ der Alltagsbegriff. Weitere Synonyme sind Sole-Wärmepumpe, Solewärmepumpe und Boden-Wasser-Wärmepumpe.
Abzugrenzen sind 2 andere erdgebundene Bauarten. Die Wasser-Wasser-Wärmepumpe pumpt Grundwasser über einen Förder- und einen Schluckbrunnen direkt zum Gerät. Sie braucht keine Sole, dafür eine wasserrechtliche Erlaubnis und geeignetes Grundwasser. Details liefert der Ratgeber zur Grundwasser-Wärmepumpe. Die Direktverdampfer-Wärmepumpe führt das Kältemittel selbst durch Kupferrohre im Boden und kommt ohne Solekreis aus.
Wie funktioniert eine Sole-Wasser-Wärmepumpe?
Eine Sole-Wasser-Wärmepumpe arbeitet mit 3 getrennten Kreisläufen: Solekreis, Kältekreis und Heizkreis. Der Solekreis holt Wärme aus dem Boden. Der Kältekreis hebt sie auf Heiztemperatur. Der Heizkreis verteilt sie an Heizkörper, Fußbodenheizung und Warmwasserspeicher.
| Kreislauf | Medium | Typische Temperatur | Aufgabe |
|---|---|---|---|
| Solekreis | Wasser-Glykol-Gemisch | im Jahresmittel rund 4 bis 7 °C | Wärme aus dem Erdreich aufnehmen |
| Kältekreis | Kältemittel, z. B. R290 oder R410A | verdampft bei niedriger Temperatur | Temperatur per Verdichter anheben |
| Heizkreis | Heizungswasser | 25 bis 65 °C Vorlauf | Wärme an Räume und Speicher abgeben |
Der Ablauf im Kältekreis folgt 4 Schritten:
- Verdampfen: Die Sole gibt ihre Wärme im Verdampfer an das Kältemittel ab, das dabei gasförmig wird.
- Verdichten: Ein elektrischer Verdichter presst das Gas zusammen und erhöht so seine Temperatur.
- Verflüssigen: Das heiße Gas gibt seine Wärme im Verflüssiger an das Heizungswasser ab und wird wieder flüssig.
- Entspannen: Ein Expansionsventil senkt den Druck, das Kältemittel kühlt ab und nimmt erneut Wärme auf.
Die abgekühlte Sole fließt zurück in den Boden und erwärmt sich dort wieder. Bei einer Jahresarbeitszahl (JAZ) von 4,3 stammen rund 77 Prozent der Heizwärme aus dem Erdreich. Die JAZ gibt an, wie viele Kilowattstunden Wärme aus 1 Kilowattstunde Strom entstehen. Den gleichen Kältekreis mit Außenluft als Quelle erklärt der Ratgeber zur Luft-Wasser-Wärmepumpe.
Was bedeutet B0/W35 im Datenblatt?
B0/W35 bezeichnet den Normprüfpunkt mit 0 °C Soletemperatur am Geräteeingang und 35 °C Heizwasser-Vorlauf. „B“ steht für Brine, englisch für Sole, „W“ für Water. Hersteller messen die Leistungszahl COP (Coefficient of Performance) an diesem Punkt nach DIN EN 14511. Der COP beschreibt das Verhältnis von Heizleistung zu Stromaufnahme in einem einzelnen Betriebspunkt.
Aktuelle Sole-Wasser-Wärmepumpen erreichen bei B0/W35 laut Datenblatt einen COP von etwa 3,8 bis 4,8. Der Wert sinkt deutlich mit steigender Vorlauftemperatur. Die Deutsche Energie-Agentur (dena) nennt für eine Sole von 0 °C einen COP von 4,4 bei 34 °C Vorlauf. Bei 52 °C Vorlauf fällt er auf 3,0, also um rund 32 Prozent (dena-Factsheet, 01/2024). Niedrige Vorlauftemperaturen sind daher ein zentraler Hebel für die Effizienz.
Was ist Sole und wie wird sie gewartet?
Sole ist ein Gemisch aus Wasser und einem Frostschutzmittel auf Basis von Ethylen- oder Propylenglykol. Das Frostschutzmittel verhindert, dass die Flüssigkeit im Verdampfer oder in den Erdleitungen gefriert. Reines Wasser würde bei 0 °C einfrieren und Rohre oder Wärmetauscher beschädigen.
Die Anteile legen die Hersteller fest. Das Fachportal SHK-Wissen (Haustechnikdialog) nennt als Richtwert einen Frostschutz bis mindestens −15 °C, maßgeblich bleibt die Herstellervorgabe. Die Tabelle zeigt 2 Beispiele aus Herstellerunterlagen.
| Hersteller | Glykolbasis | Glykolanteil | Frostsicher bis |
|---|---|---|---|
| Weishaupt (Anleitung WWP S) | Monoethylen- oder Propylenglykol | mindestens 25 % | −14 °C |
| Stiebel Eltron (Wärmeträgerflüssigkeit) | Ethylenglykol | 33 % | −18 °C |
Mehr Glykol senkt den Gefrierpunkt, erhöht aber Zähigkeit und Druckabfall im Kreis. Fertiggemische sorgen für eine gleichmäßige Konzentration im ganzen Kreis.
Die Anlagenverordnung AwSV regelt in § 35 Erdwärmesonden und -kollektoren in Gewerbe und öffentlichen Einrichtungen. Einwandige Rohre sind dort unter anderem nur zulässig, wenn als Wärmeträger „nicht wassergefährdende Stoffe“ oder „Gemische der Wassergefährdungsklasse 1, deren Hauptbestandteile Ethylen- oder Propylenglycol sind“, dienen. Die Sole zirkuliert in einem geschlossenen Rohrsystem ohne direkten Kontakt zum Grundwasser.
Bei der Wartung prüft der Fachbetrieb laut Informationsblatt 62 von BWP und BDH diese 5 Punkte:
- Konzentration: Der Fachbetrieb misst den Frostschutz der Sole.
- Systemdruck: Er kontrolliert den Druck im Solekreis und füllt bei Bedarf nach.
- Ausdehnungsgefäß: Er prüft das Gefäß, das Volumenänderungen der Sole ausgleicht.
- Druckwächter und Filter: Er testet den Sole-Druckwächter und prüft den Solefilter.
- Dämmung: Er sucht kalte Soleleitungen auf Kondensat und Schäden ab.
Nachgefüllt wird nur vorgemischte Sole, damit der Frostschutz erhalten bleibt.
Wie warm ist die Sole im Jahresverlauf?
Die Sole erreicht bei Erdwärmesonden im Jahresmittel rund 7 °C, bei Flächenkollektoren rund 4 °C. Das zeigen Messungen des Fraunhofer ISE im Projekt „Wärmepumpen-Effizienz“ (2011). Die Sondenanlagen kamen auf durchschnittlich 7,1 °C Soletemperatur, die Kollektoranlagen auf 3,7 °C.
| Merkmal | Erdwärmesonde | Flächenkollektor |
|---|---|---|
| Sole im Jahresmittel | 7,1 °C | 3,7 °C |
| Schwankung über das Jahr | 9 K | 17 K |
| Effizienz im Jahresverlauf | über das Jahr höher als beim Kollektor | am höchsten im Herbst |
| Frostgrenze Sole (Baden-Württemberg) | −3 °C am Wärmepumpen-Austritt | – |
Die Sonde reicht in Schichten, die ab etwa 20 Metern Tiefe ganzjährig rund 10 °C warm sind (LfU Schleswig-Holstein, 2023). Die Soletemperatur der Sonde schwankt deshalb über das Jahr nur in einer Spanne von 9 Kelvin. Der Kollektor liegt in 1,2 bis 1,5 Metern Tiefe und folgt stärker den Jahreszeiten. Kollektoranlagen arbeiten laut Fraunhofer ISE im Herbst am effizientesten, wenn der Boden die Sommerwärme gespeichert hat.
Im Winter darf die Sole nicht zu kalt werden. Nach den Leitlinien Qualitätssicherung Erdwärmesonden in Baden-Württemberg kann „ein frostfreier Betrieb bis zu einer minimalen Temperatur des Wärmeträgermediums“ von −3 °C erfolgen. Gemeint ist die Sole beim Austritt aus der Wärmepumpe Richtung Sonde. Wie Planer die Bohrlänge berechnen, zeigt der Ratgeber zur Erdwärmesonde.
Welche Bauarten von Sole-Wasser-Wärmepumpen gibt es?
Sole-Wasser-Wärmepumpen gibt es als Kompaktgerät mit integriertem Warmwasserspeicher und als Einzelgerät mit separatem Speicher, jeweils modulierend oder mit fester Leistung. Sole-Wasser-Wärmepumpen stehen in der Regel im Haus, meist im Keller oder Hauswirtschaftsraum. Ein Außengerät gibt es nicht.
| Bauart | Merkmal | Beispiel (Herstellerangabe) |
|---|---|---|
| Kompaktgerät | Warmwasserspeicher im Gehäuse | NIBE S1255: 180 l; Vaillant flexoCOMPACT: 171 l |
| Einzelgerät | Speicher separat, flexibel dimensionierbar | Speichergröße nach Haushalt |
| Modulierend (Inverter) | Leistung passt sich dem Bedarf an | NIBE S1255-12: 3 bis 12 kW |
| Feste Leistung (On/Off) | Verdichter läuft mit voller Leistung oder steht | häufig mit Pufferspeicher |
Modulierende Geräte regeln die Drehzahl des Verdichters stufenlos über einen Inverter. Sie vermeiden so häufiges Ein- und Ausschalten und erhöhen die Jahresarbeitszahl (dena, 2024). Bei Geräten mit fester Leistung verlängert ein Pufferspeicher die Laufzeiten.
Das Kompaktgerät NIBE S1255 misst 1.800 × 600 × 620 Millimeter und braucht 1.970 Millimeter Raumhöhe für die Montage. Die Schallleistung liegt laut Datenblatt bei 36 bis 47 dB(A). Die dena nennt für Sole-Wasser-Wärmepumpen rund 40 bis 50 dB(A). Körperschall über Rohre entkoppelt der Fachbetrieb zusätzlich.
Wie effizient ist eine Sole-Wasser-Wärmepumpe?
Sole-Wasser-Wärmepumpen erreichten im Fraunhofer-Feldtest in Bestandsgebäuden eine mittlere Jahresarbeitszahl von 4,3, Luft-Wasser-Wärmepumpen 3,4. Das Fraunhofer ISE hat dafür 77 Wärmepumpen 4 Jahre lang in Ein- bis Dreifamilienhäusern gemessen. Die 16 erdgekoppelten Anlagen lagen zwischen 3,6 und 5,4. Der Heizstab lief bei ihnen fast nie.
„Die Ergebnisse zeigen eindeutig, dass Wärmepumpen auch in älteren Gebäuden effizient betrieben werden können“, sagt Danny Günther, Teamleiter am Fraunhofer ISE (ZfK, 03.11.2025). Der Feldtest fand keinen Zusammenhang zwischen Baujahr und Effizienz.
| Kennzahl | Wert | Art des Werts |
|---|---|---|
| JAZ Sole-Wasser, Bestand | Ø 4,3 (3,6 bis 5,4) | Feldmessung Fraunhofer ISE 2025 |
| JAZ Luft-Wasser, Bestand | Ø 3,4 | Feldmessung Fraunhofer ISE 2025 |
| SCOP NIBE S1255 / S1256 (35 °C) | 5,2 / 5,7 | Herstellerdatenblatt |
| COP bei B0/W35 | etwa 3,8 bis 4,8 | Herstellerdatenblätter |
| Abschlag Kollektor ggü. Sonde | rund 0,2 JAZ-Punkte | dena (2024) |
Der SCOP (Seasonal Coefficient of Performance) ist ein genormter Rechenwert für ein Referenzklima. Die JAZ misst dagegen den realen Betrieb und zählt für die Planung.
Ein Rechenbeispiel zeigt den Unterschied im Betrieb. Ein Bestandshaus braucht 15.000 Kilowattstunden Wärme pro Jahr. Mit JAZ 4,3 verbraucht die Sole-Wasser-Wärmepumpe 3.488 Kilowattstunden Strom. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe mit JAZ 3,4 braucht 4.412 Kilowattstunden. Die Differenz von 923 Kilowattstunden spart bei 24 Cent pro Kilowattstunde rund 222 Euro im Jahr. Die 24 Cent sind der Durchschnittstarif im Marktcheck der Verbraucherzentrale NRW (02/2026).
Für die Förderung gilt seit dem 01.01.2024 eine Mindest-JAZ von 3,0 für alle Wärmepumpen-Typen. Ältere Ratgeber nennen für Sole-Wasser-Anlagen noch 3,8, dieser Wert gilt für aktuelle Anträge nicht. Den Nachweis rechnet der Fachbetrieb meist nach VDI 4650 Blatt 1 vorab.
Kann eine Sole-Wasser-Wärmepumpe im Sommer kühlen?
Ja, eine Sole-Wasser-Wärmepumpe kann im Sommer passiv kühlen, ohne dass der Verdichter läuft. Diese Funktion heißt Geocooling oder natürliche Kühlung. Ein Wärmetauscher überträgt die Raumwärme an die Sole, die sie an das kühlere Erdreich abgibt. Strom brauchen nur die Umwälzpumpen.
Viele Geräte benötigen dafür ein Zusatzmodul. Bei der Vaillant flexoCOMPACT erfolgt die passive Kühlung laut Datenblatt „über ein zusätzliches Kühlmodul“. Die dena nennt Kühl-Vorlauftemperaturen von 18 bis 20 °C. Fußbodenheizungen eignen sich besonders, weil sie große Flächen sanft temperieren. Der Vorlauf darf den Taupunkt nicht unterschreiten, sonst bildet sich Kondenswasser.
Reversible Geräte kühlen zusätzlich aktiv, indem sie den Kältekreis umkehren. Sie liefern mehr Kälteleistung (dena, 2024). Varianten und Grenzen beschreibt der Ratgeber zum Kühlen mit der Wärmepumpe.
Welche Vor- und Nachteile hat eine Sole-Wasser-Wärmepumpe?
Die Vorteile der Sole-Wasser-Wärmepumpe sind die hohe, gleichmäßige Effizienz, der Betrieb ohne Außengerät und die passive Kühlung; die Nachteile sind die teure Erschließung, die Genehmigungspflicht und der Platzbedarf im Boden. Die Nachteile betreffen fast nur die Wärmequelle, nicht das Gerät.
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| JAZ Ø 4,3 im Bestand (Fraunhofer ISE) | Investition 20.000 bis 49.000 € vor Förderung |
| Kein Außengerät, kein Ventilatorgeräusch | Anzeige bei der Wasserbehörde, teils Erlaubnis |
| Passive Kühlung im Sommer möglich | Wasserschutzzone I und II meist ausgeschlossen |
| Heizstab im Feldtest fast nie aktiv | Bohrgerät braucht Zufahrt und Stellfläche |
| Sonde auf über 50 Jahre ausgelegt | Kollektorfläche darf nicht überbaut werden |
| Stabile Quelltemperatur auch bei Frost | Sole-Wartung: Konzentration und Druck prüfen |
Die Sole-Wasser-Wärmepumpe verliert bei Frost weniger an Leistung als eine Luftwärmepumpe, weil die Sole im Winter meist wärmer bleibt als die Außenluft. Erdgekoppelte Anlagen machten 2025 rund 5 Prozent des deutschen Wärmepumpenabsatzes aus, 16.000 von 299.000 Heizungswärmepumpen (Bundesverband Wärmepumpe, 01/2026). Die Mehrkosten gegenüber einer Luftwärmepumpe entstehen vor allem durch Bohrung oder Kollektor.
Eignet sich eine Sole-Wasser-Wärmepumpe für den Altbau?
Ja, eine Sole-Wasser-Wärmepumpe eignet sich für den Altbau, wenn Vorlauftemperatur, Heizlast und Grundstück passen. Der Fraunhofer-Feldtest maß die JAZ von 4,3 ausschließlich in Bestandsgebäuden. Aktuelle Geräte liefern laut Datenblatt Vorlauftemperaturen bis 65 °C.
Für Heizkörper strebt die dena Vorlauftemperaturen von 50 bis 60 °C an. Grundlage der Planung sind 3 Schritte:
- Heizlast berechnen: Eine Raum-für-Raum-Berechnung nach DIN EN 12831 bestimmt Gerätegröße und Bohrlänge.
- Heizflächen prüfen: Der Fachbetrieb ermittelt, welche Heizkörper die nötige Vorlauftemperatur erreichen.
- Hydraulisch abgleichen: Ein hydraulischer Abgleich verteilt das Heizwasser gleichmäßig auf alle Räume.
Beim Grundstück zählen Zufahrt und Fläche: Ein Bohrgerät braucht Platz zum Rangieren, ein Kollektor eine unversiegelte Gartenfläche.
Worauf sollten Hausbesitzende bei der Auswahl achten?
Hausbesitzende sollten eine Sole-Wasser-Wärmepumpe nach Leistungsbereich, Effizienzwerten, maximaler Vorlauftemperatur, Kältemittel und Kühlfunktion auswählen. Ein aktueller unabhängiger Testsieger lässt sich nicht benennen. Der bekannte Vergleichstest der Stiftung Warentest zu Erdwärmepumpen stammt aus dem Jahr 2007 und bildet heutige Geräte nicht ab.
Diese 6 Kriterien helfen beim Vergleich von Angeboten:
- Leistungsbereich: Die Leistung deckt die berechnete Heizlast ohne große Reserve ab.
- COP bei B0/W35 und SCOP: Höhere Werte sind besser, Vergleiche gelten nur bei identischem Prüfpunkt.
- Maximale Vorlauftemperatur: Aktuelle Geräte erreichen bis 65 °C, die dena nennt für Heizkörper 50 bis 60 °C.
- Kältemittel: Das Treibhauspotenzial (GWP) reicht von 3 bei R290 (Propan) bis 2.088 bei R410A (dena, 2024).
- Speicher: Ein integrierter Speicher mit 170 bis 180 Litern spart Platz, ein separater Speicher passt besser zu großem Warmwasserbedarf.
- Kühlung: Prüfen Sie, ob passive Kühlung integriert ist oder ein Zusatzmodul braucht.
Fragen Sie im Angebot zusätzlich nach der berechneten JAZ für Ihr Haus, denn Datenblattwerte sind keine Feldmessung.
Was kosten Gerät und Erschließung, und welche Förderung gibt es?
Eine Sole-Wasser-Wärmepumpe kostet im Einfamilienhaus 20.000 bis 43.000 Euro mit Flächenkollektor und 25.000 bis 49.000 Euro mit Erdwärmesonde, jeweils vor Förderung. Die Spannen addieren die Einzelpositionen des ADAC (Stand Sommer 2026). Gerätepreise, Bohrkosten und den Vergleich zur Luftwärmepumpe vertieft der Ratgeber zu den Kosten einer Erdwärmepumpe.
Die Erschließung erfolgt über eine Sonde mit meist bis 100 Metern Tiefe je Bohrung oder über einen Kollektor in 1,2 bis 1,5 Metern Tiefe. Der Flächenkollektor braucht das 1,5- bis 3-Fache der Wohnfläche, Details liefert der Ratgeber zu Erdkollektoren. Vor Beginn zeigen Sie die Arbeiten nach § 49 Wasserhaushaltsgesetz 1 Monat vorher bei der Unteren Wasserbehörde an. Bohrungen über 100 Meter sind zusätzlich mindestens 2 Wochen vorher der Bergbehörde anzuzeigen (§ 127 Bundesberggesetz). Alle Erschließungsarten, Genehmigungen und Nachteile im Vergleich zeigt der Ratgeber Heizen mit Erdwärme.
Die KfW fördert Sole-Wasser-Wärmepumpen seit dem 21.07.2026 mit 30 Prozent Grundförderung, mit Boni bis höchstens 70 Prozent und bei niedrigem Einkommen bis 80 Prozent der förderfähigen Kosten. Einen eigenen Erdwärme-Bonus gibt es seitdem nicht mehr, alle Sätze und Antragsschritte erklärt der Ratgeber zur KfW-Förderung für Wärmepumpen.
Häufige Fragen zur Sole-Wasser-Wärmepumpe
Welche Soleflüssigkeit kommt in eine Wärmepumpe?
In eine Sole-Wasser-Wärmepumpe kommt ein Gemisch aus Wasser und Ethylen- oder Propylenglykol. Typisch sind 25 bis 33 Prozent Glykol mit Frostschutz bis −14 bis −18 °C. Den genauen Anteil gibt der Gerätehersteller vor.
Wie kalt darf die Sole werden?
Die Sole darf in Baden-Württemberg am Austritt aus der Wärmepumpe Richtung Sonde nicht unter −3 °C fallen. Diesen Grenzwert nennen die Leitlinien Qualitätssicherung Erdwärmesonden. Die Grenze schützt den Boden vor Frost-Tau-Wechseln.
Ist eine Sole-Wasser-Wärmepumpe besser als eine Luftwärmepumpe?
Eine Sole-Wasser-Wärmepumpe arbeitet effizienter, eine Luftwärmepumpe kostet weniger und braucht keine Bohrgenehmigung. Im Fraunhofer-Feldtest lag die JAZ bei 4,3 gegenüber 3,4. Im Beispielhaus spart das rund 222 Euro Strom pro Jahr.
Wie lange hält eine Sole-Wasser-Wärmepumpe?
Eine Sole-Wasser-Wärmepumpe hält rund 20 Jahre, die Erdwärmesonde ist auf über 50 Jahre ausgelegt. Beim Gerätetausch nutzt das neue Gerät die vorhandene Sonde weiter. Die Erschließungskosten fallen dann nicht erneut an.
Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE, Feldtest Wärmepumpen im Bestand (2025); Fraunhofer ISE, Abschlussbericht Wärmepumpen-Effizienz (2011); Deutsche Energie-Agentur (dena), Factsheet Sole-Wasser-Wärmepumpe (01/2024); ZfK, Studie Wärmepumpen im Altbau (03.11.2025); KfW, Heizungsförderung für Privatpersonen 458 (Stand 10/2026); Richtlinie BEG Einzelmaßnahmen, technische Mindestanforderungen; Wasserhaushaltsgesetz § 49; Bundesberggesetz § 127; Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen (AwSV) § 35; Umweltministerium Baden-Württemberg, Leitlinien Qualitätssicherung Erdwärmesonden (12/2018); Landesamt für Umwelt Schleswig-Holstein, Geothermie (2023); BWP und BDH, Informationsblatt Nr. 62 Inspektion und Wartung (2015); Bundesverband Wärmepumpe, Absatzzahlen 2025 (01/2026); Verbraucherzentrale NRW, Marktcheck Wärmepumpenstromtarife (02/2026); ADAC, Wärmepumpen-Kosten (Sommer 2026); Datenblätter NIBE S1255/S1256, Vaillant flexoCOMPACT exclusive, Weishaupt WWP S; Stiebel Eltron, Wärmeträgerflüssigkeit; Stiftung Warentest, Erdwärmepumpen-Test (2007).


