Gasverbrauch Einfamilienhaus 2026: Durchschnitt nach m² und Personen
Ein Einfamilienhaus mit 150 m² verbraucht teilsaniert rund 18.000 kWh Gas pro Jahr, unsaniert rund 30.000 kWh und saniert rund 10.500 kWh. Wohnfläche und Gebäudezustand bestimmen den Verbrauch weit stärker als die Zahl der Bewohner. Dieser Ratgeber zeigt Durchschnittswerte nach m² und Personen, die Umrechnung von m³ in kWh, die Bewertung nach Heizspiegel 2026 und die Gaskosten 2026.
Das Wichtigste in Kürze
- Richtwerte Gasverbrauch je m² im Bestand inkl. Warmwasser: rund 70 kWh saniert, 120 kWh teilsaniert, 200 kWh unsaniert pro Jahr
- Einfamilienhaus 150 m² teilsaniert: rund 18.000 kWh oder 1.700 m³ Gas pro Jahr, unsaniert rund 30.000 kWh
- Warmwasser mit Gas: Median 1.168 kWh pro Person und Jahr, mit Zirkulation rund 2.300 kWh (co2online-Daten, Leitungen vor 1978, 10/2024)
- Umrechnung: kWh = m³ × Zustandszahl × Brennwert, z. B. 1.700 m³ × 0,9645 × 11,2 = 18.364 kWh
- Heizspiegel 2026 (80–150 m², alle Baujahre): mittel bis 127 kWh/m², erhöht bis 220 kWh/m², zu hoch ab 221 kWh/m²
- Gaspreis 2026: 11,58 ct/kWh Ø aller Haushalte (Destatis, 1. Hj.), 12,23 ct/kWh für Neukunden im EFH (BDEW 10/2026)
- CO2-Preis 2026 und 2027: 55–65 €/t, rund 1,19–1,40 ct/kWh brutto; ab 2028 Marktpreis im ETS 2
- Wärmepumpe statt Gas: Strombedarf rund 26 % des Gasverbrauchs (JAZ 3,4), bei 18.000 kWh Gas rund 4.765 kWh Strom
Wie hoch ist der durchschnittliche Gasverbrauch im Einfamilienhaus?
Ein bestehendes Einfamilienhaus verbraucht inklusive Warmwasser typischerweise rund 70 bis 200 kWh Gas pro m² und Jahr, bei 150 m² also 10.500 bis 30.000 kWh. Ein teilsaniertes Haus dieser Größe liegt bei rund 18.000 kWh oder etwa 1.700 m³. Gasverbrauch bezeichnet hier die Energiemenge, die Ihr Gaszähler für Heizung und Warmwasser im Jahr erfasst. Die Tabelle zeigt das 42watt-Rechenbeispiel für 5 typische Wohnflächen.
| Wohnfläche | unsaniert (200 kWh/m²) | teilsaniert (120 kWh/m²) | saniert (70 kWh/m²) |
|---|---|---|---|
| 100 m² | 20.000 kWh | 12.000 kWh | 7.000 kWh |
| 120 m² | 24.000 kWh | 14.400 kWh | 8.400 kWh |
| 150 m² | 30.000 kWh | 18.000 kWh | 10.500 kWh |
| 180 m² | 36.000 kWh | 21.600 kWh | 12.600 kWh |
| 200 m² | 40.000 kWh | 24.000 kWh | 14.000 kWh |
Die Tabelle zeigt: Ein unsaniertes Haus braucht fast 3-mal so viel Gas wie ein saniertes Haus gleicher Größe. In Kubikmetern sind das bei 150 m² rund 2.830 m³ unsaniert, 1.700 m³ teilsaniert und 990 m³ saniert.
Die Rechnung nutzt 4 offene Annahmen:
- Unsaniert: 200 kWh pro m² gelten laut Landesprogramm Zukunft Altbau (KEA-BW) für unsanierte Häuser vor Baujahr 1977, Heizung und Warmwasser zusammen.
- Teilsaniert: 120 kWh pro m² nennt Zukunft Altbau für unsanierte Häuser von 1977 bis 1994. Der Wert liegt im Heizspiegel 2026 für Baujahre bis 1977 in der Klasse „mittel“ (bis 138 kWh).
- Saniert: 70 kWh pro m² sind im Heizspiegel 2026 die Obergrenze der Klasse „niedrig“ für Baujahre bis 1977.
- Umrechnung: 1 m³ entspricht rund 10,6 kWh, mit Zustandszahl 0,9645 und Brennwert 11,0 kWh/m³.
Teilsaniert heißt hier: Fenster, Dach oder Heizung sind erneuert, die Hülle ist aber nicht komplett gedämmt. Der Heizspiegel ist ein Vergleichswerk der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft co2online. Er wertet über 67.000 Datensätze zentral beheizter Wohngebäude aus, rund 65 % davon Ein- und Zweifamilienhäuser.
Wie viel Gas verbrauchen 1, 2, 3 oder 4 Personen im Einfamilienhaus?
Im teilsanierten Einfamilienhaus mit 150 m² verbraucht 1 Person rechnerisch rund 15.700 kWh Gas im Jahr, 4 Personen rund 19.200 kWh. Die Personenzahl ändert vor allem den Verbrauch für Warmwasser. Die Raumwärme hängt von Fläche und Gebäude ab, nicht von den Bewohnern. Grundlage ist der gemessene Gasverbrauch für Warmwasser aus einer Auswertung von co2online-Daten durch die Fachgruppe Energie der Scientists for Future (10/2024).
| Personen | Warmwasser ohne Zirkulation | Warmwasser mit Zirkulation | Gesamt ohne Zirkulation | Gesamt mit Zirkulation |
|---|---|---|---|---|
| 1 | 1.168 kWh | 2.300 kWh | 15.664 kWh | 16.796 kWh |
| 2 | 2.336 kWh | 4.599 kWh | 16.832 kWh | 19.095 kWh |
| 3 | 3.504 kWh | 6.898 kWh | 18.000 kWh | 21.394 kWh |
| 4 | 4.672 kWh | 9.198 kWh | 19.168 kWh | 23.694 kWh |
Die Tabelle zeigt: Jede weitere Person erhöht den Gasverbrauch im Beispielhaus um rund 1.200 kWh oder 7 %. Eine Zirkulationsleitung verdoppelt den Warmwasserverbrauch fast. Sie hält warmes Wasser ständig in den Rohren, damit es sofort aus dem Hahn kommt.
Die Auswertung nennt für 2-Personen-Haushalte mit Leitungen vor 1978 einen Median von 0,32 m³ Gas pro Person und Tag ohne Zirkulation. Mit Zirkulation sind es 0,63 m³. Die Werte für 1, 3 und 4 Personen sind linear hochgerechnet. Die Raumwärme ist mit 14.496 kWh fest angesetzt. Das ist der Gesamtwert von 18.000 kWh abzüglich Warmwasser für 3 Personen. Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz schätzt Warmwasser mit 600 kWh pro Person, wenn es getrennt von der Heizung erzeugt wird. Gasspeicher und Leitungen verlieren zusätzlich Wärme, deshalb liegt der gemessene Gaswert höher. Den Stromverbrauch nach Personen zeigt der Beitrag Stromverbrauch im Haushalt.
Wie rechnen Sie Gas von m³ in kWh um?
Sie rechnen Gas von m³ in kWh um, indem Sie die Gasmenge mit Zustandszahl und Brennwert multiplizieren: kWh = m³ × Zustandszahl × Brennwert. So rechnet auch Ihr Versorger nach dem Regelwerk DVGW G 685 des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches. Beide Faktoren stehen auf Ihrer Gasrechnung.
- Zustandszahl: Sie gleicht Druck und Temperatur am Zähler aus und hängt von der Höhenlage ab. Bonn-Netz nennt 0,9645 für die tiefste Höhenzone, die EnBW 0,8981 für 500 m Höhe.
- Brennwert: Er gibt an, wie viel Energie in 1 m³ Gas steckt. Laut EnBW liegt er bei H-Gas zwischen 10 und 13,1 kWh, bei L-Gas zwischen 8,4 und 11,2 kWh pro m³.
- Faustwert: Der Heizspiegel setzt rund 10 kWh pro m³ an, die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz 11 kWh.
H-Gas und L-Gas sind 2 Erdgasqualitäten. L-Gas (low) hat einen geringeren Energiegehalt als H-Gas (high).
Rechnen Sie es nach: Wie wird aus der Zählerablesung ein kWh-Wert?
Aus 1.700 m³ Zählerdifferenz werden bei Zustandszahl 0,9645 und Brennwert 11,2 kWh rund 18.364 kWh. Das 42watt-Rechenbeispiel nutzt 2 Zählerstände im Abstand von 12 Monaten.
1. Zähler ablesen: Am 01.10.2025 stand der Zähler bei 24.318 m³, am 01.10.2026 bei 26.018 m³.
2. Differenz bilden: 26.018 minus 24.318 ergibt 1.700 m³.
3. Umrechnen: 1.700 m³ × 0,9645 × 11,2 kWh/m³ ergibt 18.364 kWh.
4. Auf die Fläche beziehen: 18.364 kWh geteilt durch 140 m² ergibt 131 kWh pro m².
Nehmen Sie Zustandszahl und Brennwert von Ihrer letzten Abrechnung. Der Brennwert schwankt monatlich leicht, die Abrechnung nutzt einen mengengewichteten Mittelwert.
Was ist der Unterschied zwischen Brennwert und Heizwert?
Der Brennwert enthält zusätzlich die Wärme aus dem Wasserdampf im Abgas und liegt rund 11 % über dem Heizwert. In Essen lag der Brennwert im April 2025 bei 11,58 kWh pro m³, der Heizwert bei 10,46 kWh. Die Gasrechnung und der Heizspiegel rechnen mit dem Brennwert. Deshalb fallen CO2-Werte pro abgerechneter kWh kleiner aus. Die KfW nennt 0,201 kg CO2 pro kWh, bezogen auf den Heizwert. Pro abgerechneter kWh sind das rund 0,18 kg.
Wie berechnen Sie Ihren Gasverbrauch pro m² selbst?
Sie berechnen Ihren Gasverbrauch pro m², indem Sie den Jahresverbrauch in kWh durch die beheizte Wohnfläche teilen. Die Formel lautet: Gasverbrauch pro m² = (m³ × Zustandszahl × Brennwert) ÷ Wohnfläche. Das Ergebnis heißt Energieverbrauchskennwert und vergleicht Häuser unterschiedlicher Größe.
Für ein belastbares Ergebnis gelten 3 Regeln:
- Mehrere Jahre mitteln: Ein kalter Winter erhöht den Verbrauch. Der Verbrauchsausweis nach § 82 Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) nutzt deshalb mindestens 36 Monate und bereinigt das Wetter.
- Warmwasser prüfen: Erzeugt ein elektrischer Durchlauferhitzer Ihr Warmwasser, fehlt dieser Anteil im Gaswert. Der Heizspiegel schlägt dann 24 kWh pro m² auf.
- Fläche sauber erfassen: Zählen Sie nur beheizte Räume. Ein unbeheizter Keller verfälscht den Wert nach unten.
Mit dem Rechner zur Energieeffizienzklasse Ihres Hauses ordnen Sie Ihren Verbrauch einer Klasse von A+ bis H zu. Was die Klassen bedeuten, erklärt der Beitrag Energieeffizienzklassen für Häuser.
Ist Ihr Gasverbrauch zu hoch?
Ihr Gasverbrauch ist laut Heizspiegel 2026 zu hoch, wenn er bei 80 bis 150 m² Wohnfläche über 220 kWh pro m² und Jahr liegt. Ab 128 kWh gilt er bereits als erhöht. Die Grenzen hängen vom Baujahr ab. Die Werte gelten für das Abrechnungsjahr 2025 und enthalten Warmwasser.
| Baujahre (80–150 m²) | niedrig | mittel | erhöht | zu hoch |
|---|---|---|---|---|
| alle Baujahre | bis 65 kWh | bis 127 kWh | bis 220 kWh | ab 221 kWh |
| bis 1977 | bis 70 kWh | bis 138 kWh | bis 238 kWh | ab 239 kWh |
| bis 1994 | bis 61 kWh | bis 120 kWh | bis 206 kWh | ab 207 kWh |
| ab 2002 | bis 35 kWh | bis 70 kWh | bis 119 kWh | ab 120 kWh |
Die Tabelle zeigt: Derselbe Verbrauch kann je nach Baujahr unterschiedlich zu bewerten sein. Das Haus aus dem Zählerbeispiel mit 131 kWh pro m² ist für Baujahre bis 1977 „mittel“, im Vergleich aller Baujahre aber „erhöht“.
Der Heizspiegel beschreibt die Klassen knapp. „Erhöht“ heißt: „Jedes zweite Haus verbraucht weniger.“ „Zu hoch“ heißt: „90 % aller Wohngebäude sind effizienter als Ihr Haus.“ Für Häuser mit 150 bis 250 m² liegen die Grenzen ab der Klasse „mittel“ etwas niedriger. Bis 1977 gilt dort „mittel“ bis 133 kWh und „zu hoch“ ab 215 kWh. Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz empfiehlt ab einem Wert „deutlich über 100 kWh pro Quadratmeter und Jahr“, Dämmung oder Heizungstausch zu prüfen.
Was beeinflusst den Gasverbrauch im Einfamilienhaus?
Den Gasverbrauch bestimmen vor allem 5 Faktoren: Gebäudehülle, Kessel, Heizungseinstellung, Nutzerverhalten und Warmwasser. Die Gebäudehülle wirkt am stärksten. Ein unsaniertes Haus vor 1977 braucht mit 200 kWh pro m² fast 3-mal so viel wie ein sanierter Altbau mit 70 kWh.
- Gebäudehülle: Dämmung von Dach, Fassade und Kellerdecke sowie neue Fenster senken den Wärmeverlust dauerhaft.
- Kessel: Ein alter Niedertemperaturkessel nutzt laut BürgerNetzwerkSolar Worms 70 bis 80 % der Gasenergie, ein Brennwertkessel 90 bis 95 %. Für 16.200 kWh Nutzwärme braucht der Altkessel bei 75 % rund 21.600 kWh Gas, der Brennwertkessel bei 93 % rund 17.400 kWh.
- Heizungseinstellung: Eine zu hohe Vorlauftemperatur erhöht die Verluste. Die Vorlauftemperatur ist die Temperatur des Heizwassers, das zu den Heizkörpern fließt.
- Nutzerverhalten: Raumtemperatur, Lüften und Heizzeiten verändern den Verbrauch bei gleichem Haus deutlich.
- Warmwasser: Eine Zirkulationsleitung kostet laut Auswertung der co2online-Daten rund 1.900 kWh im Jahr zusätzlich.
Auch das Wetter zählt. Laut Heizspiegel stiegen die Gas-Heizkosten eines Einfamilienhauses mit 130 m² im Jahr 2025 um 15 % auf 2.040 Euro, auch wegen eines kälteren Winters. Henrik Fork-Weigel vom Bauherren-Schutzbund fasst zusammen: „Entscheidend ist das Zusammenspiel von Gebäudehülle, Wärmebedarf und Heiztechnik.“
Was kostet Ihr Gasverbrauch 2026?
Ein Einfamilienhaus mit 18.000 kWh Gasverbrauch zahlt 2026 rund 2.084 Euro im Jahr zum Durchschnittspreis der Bestandsverträge und rund 2.201 Euro als Neukunde. Der Durchschnitt aller Haushalte lag im 1. Halbjahr 2026 laut Statistischem Bundesamt (Destatis) bei 11,58 Cent pro kWh. Neukunden im Einfamilienhaus zahlten laut BDEW-Gaspreisanalyse vom Oktober 2026 bisher 12,23 Cent. Der Destatis-Wert enthält laut Methodik Steuern, Abgaben und den Grundpreis, der BDEW-Wert ist ein Durchschnitt der verfügbaren Neukundentarife.
| Gasverbrauch | Kosten bei 11,58 ct | Kosten bei 12,23 ct | davon CO2 (65 €/t) | pro Monat (11,58 ct) |
|---|---|---|---|---|
| 12.000 kWh | 1.390 € | 1.468 € | 169 € | 116 € |
| 18.000 kWh | 2.084 € | 2.201 € | 253 € | 174 € |
| 20.000 kWh | 2.316 € | 2.446 € | 281 € | 193 € |
| 25.000 kWh | 2.895 € | 3.058 € | 351 € | 241 € |
| 30.000 kWh | 3.474 € | 3.669 € | 421 € | 290 € |
Die Tabelle zeigt: Jede 1.000 kWh kosten rund 116 bis 122 Euro. Der CO2-Preis macht davon rund 12 % aus. Der BDEW ist der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft. Er erfasst nur Neuverträge, Destatis alle laufenden Verträge. Wartung, Schornsteinfeger und Anschaffung zeigt der Beitrag Gasheizung: Kosten 2026.
Wie entwickeln sich CO2-Preis und Gaskosten bis 2028?
Der CO2-Preis liegt 2026 und 2027 im Korridor von 55 bis 65 Euro pro Tonne, ab 2028 bildet ihn der europäische Emissionshandel ETS 2 am Markt. Das hat der Bundestag am 15.10.2026 beschlossen. Der CO2-Preis verteuert Gas um 1,19 Cent pro kWh bei 55 Euro und 1,40 Cent bei 65 Euro, jeweils brutto. Jede 10 Euro mehr pro Tonne kosten rund 0,22 Cent pro kWh. Bei 18.000 kWh sind das rund 39 Euro im Jahr.
Seit dem 29.07.2026 gilt das Gebäudemodernisierungsgesetz. Es verpflichtet nicht zum Austausch funktionierender Gasheizungen. Für neu eingebaute Gasheizungen gilt ab 2029 aber die Biotreppe, also ein steigender Pflichtanteil an Biogas oder Wasserstoff. Florian Becker vom Deutschen Mieterbund warnt: „Gerade fossile Heizungen werden immer mehr zum Kostenrisiko – besonders in älteren und energetisch schlechten Gebäuden“. Die Preisreihe seit 2016 und die Prognosen zeigt der Beitrag zur Gaspreisentwicklung.
Wie senken Sie Ihren Gasverbrauch?
Den Gasverbrauch senken Sie ohne Umbau vor allem über Raumtemperatur, Heizungseinstellung und Warmwasser. Die Verbraucherzentrale beziffert die Wirkung: „Mit jedem Grad weniger können Sie ungefähr 6 Prozent Heizenergie einsparen.“ Im Beispielhaus mit 14.496 kWh Raumwärme sind das rund 870 kWh oder 100 Euro im Jahr.
6 Maßnahmen mit belegter Wirkung:
1. Raumtemperatur senken: 1 Grad weniger spart rund 6 % Heizenergie (Verbraucherzentrale, 10/2026).
2. Heizung hydraulisch abgleichen: Der Abgleich verteilt das Heizwasser gleichmäßig und spart rund 5 % Heizkosten. Ablauf und Kosten zeigt der Beitrag zum hydraulischen Abgleich.
3. Heizkurve und Vorlauftemperatur anpassen: Eine richtig eingestellte Regelung spart laut Verbraucherzentrale rund 5 % Heizkosten.
4. Zirkulation zeitlich begrenzen: Eine Zeitschaltung verringert den Mehrverbrauch von rund 1.900 kWh, der rund 220 Euro kostet.
5. Sparduschkopf einbauen: Er senkt den Durchfluss laut co2online von 12 bis 15 auf 6 bis 7 Liter pro Minute.
6. Heizungsrohre dämmen: Ungedämmte Rohre in kalten Kellern verlieren laut Verbraucherzentrale pro Meter mehrere Euro im Jahr.
Größere Einsparungen bringen Dämmung und Heizungstausch. Ein teilsaniertes Haus mit 150 m² liegt bei 18.000 kWh, saniert bei 10.500 kWh. Das sind 7.500 kWh oder rund 870 Euro weniger pro Jahr.
Wie viel Strom braucht eine Wärmepumpe statt Ihrer Gasheizung?
Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe braucht rund ein Viertel Ihres bisherigen Gasverbrauchs als Strom, bei 18.000 kWh Gas also rund 4.765 kWh. Die Rechnung nimmt 90 % Kessel-Nutzungsgrad und eine Jahresarbeitszahl (JAZ) von 3,4 an. Die JAZ gibt an, wie viel Wärme eine Wärmepumpe im Jahresmittel aus 1 kWh Strom erzeugt. Der Wert 3,4 ist der Mittelwert für Luft-Wasser-Wärmepumpen im Feldtest des Fraunhofer ISE (11/2025).
| Gasverbrauch | Heizlast (Richtwert) | Strom Wärmepumpe | Kosten bei 24 ct | Gaskosten bei 11,58 ct |
|---|---|---|---|---|
| 12.000 kWh (saniert) | 6,8–8,3 kW | 3.176 kWh | 762 € | 1.390 € |
| 18.000 kWh (teilsaniert) | 9,0–10,8 kW | 4.765 kWh | 1.144 € | 2.084 € |
| 30.000 kWh (unsaniert) | 12,3–15,0 kW | 7.941 kWh | 1.906 € | 3.474 € |
Die Tabelle zeigt: Im teilsanierten Beispielhaus kostet die Wärmepumpe mit Wärmepumpentarif rund 940 Euro weniger im Jahr als Gas. Mit Haushaltsstrom zu 37,3 Cent (BDEW, 10/2026) wären es 1.777 Euro Stromkosten. Die 24 Cent sind der durchschnittliche Arbeitspreis für Wärmepumpenstrom laut Verbraucherzentrale NRW (02/2026), ohne den Grundpreis des separaten Zählers von rund 140 Euro im Jahr. Mit diesem Grundpreis sinkt der Vorteil im Beispielhaus auf rund 800 Euro.
Die Heizlast ist die Heizleistung, die Ihr Haus am kältesten Tag braucht. Der Richtwert folgt einer Faustformel des BürgerNetzwerkSolar Worms (04/2026): Gasverbrauch × Nutzungsgrad ÷ Vollbenutzungsstunden. Vollbenutzungsstunden sind die Stunden, die der Kessel bei voller Leistung im Jahr laufen würde. Sie liegen saniert bei 1.300 bis 1.600, teilsaniert bei 1.500 bis 1.800 und unsaniert bei 1.800 bis 2.200 Stunden. Die Formel ersetzt keine raumweise Berechnung nach DIN EN 12831. Wie diese abläuft, erklärt der Beitrag zur Heizlastberechnung. Ihre persönliche Ersparnis inklusive Anschaffung berechnen Sie mit dem Wärmepumpen-Rechner für Kosten und Amortisation. Den Ablauf des Umstiegs zeigt der Beitrag Gasheizung auf Wärmepumpe umrüsten.
Häufige Fragen zum Gasverbrauch im Einfamilienhaus
Wie viel Gas verbraucht ein Einfamilienhaus pro Monat?
Ein teilsaniertes Einfamilienhaus mit 150 m² verbraucht rechnerisch rund 1.500 kWh Gas pro Monat. Das ist der Jahreswert von 18.000 kWh geteilt durch 12. Tatsächlich fällt der größte Teil im Winter an, im Sommer bleibt fast nur das Warmwasser.
Wie viele Kubikmeter Gas verbraucht ein Einfamilienhaus im Jahr?
Ein teilsaniertes Einfamilienhaus mit 150 m² verbraucht rund 1.700 m³ Gas im Jahr. Unsaniert sind es rund 2.830 m³, saniert rund 990 m³. Die Werte gelten bei rund 10,6 kWh pro m³.
Sind 20.000 kWh Gas im Jahr viel?
20.000 kWh Gas sind für ein Haus bis Baujahr 1977 mit 140 m² erhöht, mit 180 m² dagegen mittel. Bei 140 m² ergeben sich 143 kWh pro m². Das liegt laut Heizspiegel 2026 für Baujahre bis 1977 über der Grenze „mittel“ von 138 kWh. Bei 180 m² sind es 111 kWh pro m² und damit „mittel“, denn für 150 bis 250 m² liegt die Grenze bei 133 kWh.
Wie viel Gas braucht das Warmwasser pro Person?
Das Warmwasser braucht im Median rund 1.168 kWh Gas pro Person und Jahr, mit Zirkulation rund 2.300 kWh. Das zeigt die Auswertung von co2online-Daten durch die Scientists for Future (10/2024) für Leitungen vor 1978. Bei Leitungen ab 1995 waren es 949 beziehungsweise 1.570 kWh.
Verbrauchen jüngere Häuser weniger Gas als Altbauten?
Häuser ab Baujahr 2002 verbrauchen laut Heizspiegel 2026 im Mittel rund halb so viel Gas pro m² wie Häuser bis Baujahr 1977. Die Grenze „mittel“ liegt bei 80 bis 150 m² bei 70 kWh gegenüber 138 kWh. Ein sanierter Altbau kann mit rund 70 kWh ein ähnliches Niveau erreichen.
co2online, Heizspiegel für Deutschland 2026 (Abrechnungsjahr 2025, Flyer nach Baualtersklassen, Stand 09/2026) und Methodik; co2online, Pressemitteilung Heizspiegel vom 22.09.2026; Deutscher Mieterbund; Zukunft Altbau (KEA-BW), Infografik Energieverbrauch und CO2-Emissionen; Scientists for Future, Auswertung co2online-Daten Warmwasser (10/2024); Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, Energieverbrauchskennwert Heizung; Verbraucherzentrale, Heizung optimieren (10/2026); Verbraucherzentrale NRW, Marktcheck Wärmepumpenstrom (02/2026); co2online, Wasser sparen: Die 10 besten Tipps (03/2026); DVGW G 685 über Bonn-Netz; EnBW, Umrechnung Gas m³ in kWh; Stadtwerke Essen, Gasbeschaffenheitskenndaten (04/2025); KfW, Infoblatt CO2-Faktoren (10/2024); Destatis, Pressemitteilung Nr. 345 vom 30.09.2026; BDEW-Gaspreisanalyse Oktober 2026; BDEW-Strompreisanalyse Oktober 2026; Deutscher Bundestag, BEHG-Änderung vom 15.10.2026; Gebäudemodernisierungsgesetz § 82; Fraunhofer ISE, Wärmepumpen im Bestand (11/2025); BürgerNetzwerkSolar Worms, Praxistipps zur Auslegung (04/2026).


