Max Nestler
March 16, 2026
Lesezeit
7
Minuten
Wärmepumpe
Planungshilfen & Weiterführendes

Lieferzeiten Wärmepumpe 2026: Aktuelle Wartezeiten für Luft-Wasser-Wärmepumpen

Luft-Wasser-Wärmepumpen erreichen 2026 wieder Lieferzeiten von wenigen Wochen bis zu drei Monaten. Der Ausnahmezustand mit Wartezeiten von bis zu einem Jahr aus den Jahren 2022 und 2023 ist vorbei. Der eigentliche Engpass liegt heute nicht mehr beim Gerät, sondern beim Installationstermin im Fachhandwerk.

Inhaltsverzeichnis
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Das Wichtigste in Kürze

  • Lieferzeit 2026: 4 bis 12 Wochen für Standard-Luft-Wasser-Wärmepumpen
  • Absatz 2025: 299.000 Heizungs-Wärmepumpen, +55 Prozent gegenüber 2024
  • Tiefpunkt 2024: 193.000 verkaufte Geräte, -46 Prozent
  • Prognose 2026: rund 330.000 Einheiten laut BWP-Branchenstudie vom 30.03.2026
  • Installationstermin: 3 bis 9 Monate Wartezeit beim Fachbetrieb
  • Fachkräftelücke: 40.000 bis 50.000 fehlende SHK-Fachkräfte
  • GModG: löst ab Juli 2026 das GEG ab, 65-Prozent-Pflicht entfällt
  • Förderung: KfW-Heizungsförderung reformiert zum 21.07.2026, Höchstbetrag 28.000 Euro

Wie lange dauert die Lieferzeit einer Wärmepumpe 2026?

Für ein Standard-Serienmodell einer Luft-Wasser-Wärmepumpe warten Hausbesitzende 2026 im Schnitt 4 bis 12 Wochen. Das gilt für gängige Leistungsklassen zwischen 6 und 12 kW, wie sie deutsche und internationale Hersteller in hoher Stückzahl fertigen. Sonderausführungen, Großanlagen und Erdwärmepumpen brauchen länger.

SegmentBeispieleLieferzeit 2026Haupttreiber
Standardmodelle Luft-Wasser (6–12 kW)Serien-Modelle deutscher und internationaler Hersteller4–12 Wochenhohe Stückzahl, Lagerware
Premium- und Sonderausführungenschallreduzierte Varianten, Sonderfarbenmehrere Wochen zusätzlichkleinere Fertigungsserien
Großanlagen für MehrfamilienhäuserAnlagen über 20 kWdeutlich länger, individuelle PlanungSonderanfertigung, hoher Planungsaufwand
Erdwärmepumpen (Sole-Wasser)inklusive Bohrungzusätzliche Wochen für die Bohrungwenige zertifizierte Bohrunternehmen
Installationstermin beim Fachbetrieballe Modelltypen3 bis 9 MonateSHK-Fachkräftemangel

Die Tabelle zeigt: Das Gerät selbst ist inzwischen der kleinere Zeitfaktor. Standardmodelle sind planbar innerhalb eines Vierteljahres lieferbar, während welche Wärmepumpe zu Ihrem Haus passt über die tatsächliche Verfügbarkeit mitentscheidet. Wer sich für ein bewährtes Seriengerät statt einer Sonderkonfiguration entscheidet, verkürzt die Wartezeit spürbar.

Warum kam es 2022 bis 2024 zu langen Wärmepumpen-Lieferzeiten?

Drei Faktoren trafen zwischen 2022 und 2024 gleichzeitig auf den Markt. Die Energiekrise ab 2022 ließ die Nachfrage nach Wärmepumpen sprunghaft steigen, weil Gas- und Ölpreise stark anzogen. Die politische Debatte um das Gebäudeenergiegesetz (GEG, umgangssprachlich Heizungsgesetz) verstärkte diesen Effekt ab 2023 zusätzlich. Viele Eigentümer:innen zogen ihre ohnehin geplante Umstellung vor. Gleichzeitig bremsten Engpässe bei Halbleitern und Verdichtern die Produktion.

2023 erreichte der deutsche Markt mit 356.000 verkauften Heizungs-Wärmepumpen einen Rekordwert (Bundesverband Wärmepumpe, BWP, Pressemitteilung vom 27.01.2026). Hersteller konnten ihre Kapazitäten nicht schnell genug erhöhen. Wärmepumpen werden in kleineren Stückzahlen und mehr Bauformvarianten gefertigt als klassische Konsumgüter, eine kurzfristige Produktionssteigerung ist entsprechend aufwendig.

Warum hat sich die Lage seit 2025 deutlich entspannt?

Der Absatz brach 2024 um 46 Prozent auf 193.000 Wärmepumpen ein. Er erholte sich 2025 wieder deutlich: ein Plus von 55 Prozent auf 299.000 Geräte (BWP, 27.01.2026). Der Einbruch 2024 entstand durch Verunsicherung rund um das GEG und die zeitweise unklare Heizungsförderung. Diese Verunsicherung baute sich 2025 ab. Die KfW-Heizungsförderung stabilisierte sich, und die Nachfrage zog wieder an.

BWP-Geschäftsführer Dr. Martin Sabel ordnet die Entwicklung so ein: „Wir sehen nach zwei Jahren, in denen das Thema Heizen politisch stark polarisiert wurde, dass die Wärmepumpe nun vor allem mit Leistung überzeugt" (BWP, 27.01.2026). Hersteller bauen ihre Kapazitäten parallel wieder aus, statt sie zu drosseln. Stiebel Eltron kündigte im April 2026 ein Investitionsprogramm von 450 Millionen Euro bis 2027 an (Solarserver, 23.04.2026). Die Investition betrifft die Werke Holzminden und Höxter. Sie zeigt: Die Branche wechselt von Kurzarbeit zu Kapazitätsausbau.

Wie viele Wärmepumpen wurden 2025 und 2026 in Deutschland verkauft?

2025 wurden 299.000 Heizungs-Wärmepumpen abgesetzt, im Januar 2026 allein 24.000 weitere. Damit war erstmals knapp die Hälfte aller neu installierten Wärmeerzeuger in Deutschland eine Wärmepumpe (BWP, 27.01.2026). Über 288.000 Förderzusagen der KfW für Wärmepumpen wurden 2025 erteilt, ein Plus von 91 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Rund 80 Prozent aller neuen Wärmepumpen gehen mittlerweile in Bestandsgebäude, nicht in Neubauten.

Der Jahresstart 2026 bestätigt den Trend. Januar und Februar 2026 brachten zusammen 48.000 verkaufte Geräte. Das erste Quartal 2026 erreichte laut Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) 83.500 Einheiten, ein Plus von 34 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Die BWP-Branchenstudie 2026 vom 30.03.2026 rechnet für das Gesamtjahr mit rund 330.000 verkauften Wärmepumpen. Für die Folgejahre erwartet der Verband ein Wachstum von etwa 10 Prozent pro Jahr. Zum Zeitpunkt der Studie dämpfte die Unsicherheit um das damals noch nicht verabschiedete Gebäudemodernisierungsgesetz diese Prognose. Luft-Wasser-Wärmepumpen halten dabei einen Marktanteil von 95 Prozent, Erdwärmepumpen kommen auf 16.000 Einheiten und 5 Prozent.

Was ist heute der größte Engpass – das Gerät oder der Handwerker?

Der Fachkräftemangel im Handwerk begrenzt den Markt heute stärker als die Fertigungskapazität der Hersteller. Im SHK-Handwerk (Sanitär, Heizung, Klima) fehlen schätzungsweise 40.000 bis 50.000 Fachkräfte. Nach Angaben des Zentralverbands Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) können aktuell nur 15 Prozent der SHK-Betriebe eine Wärmepumpe fachgerecht installieren.

Eine Wärmepumpen-Installation braucht im Schnitt 2,5 Arbeitstage, eine klassische Gasheizung nur einen Arbeitstag. Kundinnen und Kunden warten deshalb vielerorts 3 bis 9 Monate auf einen Installationstermin, deutlich länger als auf das Gerät selbst. Diese Terminlücke bestimmt inzwischen die reale Gesamtprojektdauer stärker als die Lieferzeit der Monoblock-Wärmepumpen oder Split-Geräte, die viele Fachbetriebe heute anbieten.

Welche Rolle spielt das neue Gebäudemodernisierungsgesetz?

Bundestag und Bundesrat haben das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) am 10.07.2026 beschlossen; es löst das bisherige GEG ab. Die bisherige Pflicht, dass neue Heizungen zu 65 Prozent auf erneuerbare Energien setzen müssen, entfällt damit. Eigentümer:innen entscheiden wieder frei, welche Heizung sie einbauen, eine feste Austauschpflicht für 30 Jahre alte Heizungen gibt es nicht mehr.

Bundesministerin Katherina Reiche begründete die Reform so: „Wir ersetzen ein Gesetz, das viele Menschen verunsichert hat, durch eines, das auf Vertrauen, Technologieoffenheit und Machbarkeit setzt" (heizung.de, 10.07.2026). Parallel wurde die KfW-Heizungsförderung zum 21.07.2026 angepasst. Die Grundförderung bleibt bei 30 Prozent. Der Klimageschwindigkeitsbonus sinkt von 20 auf 16 Prozent, der bisherige Effizienzbonus für natürliche Kältemittel entfällt. Der Förderhöchstbetrag für die erste Wohneinheit sinkt von 30.000 auf 28.000 Euro. Details zur aktuellen BAFA-Förderung für Wärmepumpen und den neuen Fördersätzen finden Sie im entsprechenden Ratgeber.

Wie schätzen Sie Ihre reale Lieferzeit ein – und wie verkürzen Sie sie?

Rechnen Sie realistisch mit der Summe aus Gerätelieferzeit und Installationstermin, nicht nur mit der Gerätelieferzeit allein. Ein Beispiel: Ein Standardmodell ist in 6 Wochen lieferbar, der Fachbetrieb vergibt Installationstermine aber erst in 4 Monaten. Die reale Gesamtprojektdauer beträgt dann rund 5 bis 6 Monate, nicht 6 Wochen.

Vier Schritte verkürzen die Wartezeit spürbar:

  • Bestellen Sie außerhalb der Heizsaison (Frühjahr bis Frühsommer), wenn Fachbetriebe freie Kapazitäten haben.
  • Wählen Sie ein bewährtes Seriengerät statt einer Sonderkonfiguration; das verkürzt sowohl Geräte- als auch Planungszeit.
  • Stellen Sie den KfW-Förderantrag vor der Auftragserteilung, sonst entfällt der Förderanspruch.
  • Fragen Sie beim Fachbetrieb konkrete Liefertermine für günstige Wärmepumpen mit guter Verfügbarkeit ab, statt sich auf pauschale Herstellerangaben zu verlassen.

Wer die Wärmepumpe langfristig plant, sollte zusätzlich die Lebensdauer einer Wärmepumpe einkalkulieren. Eine gut gewartete Anlage läuft 15 bis 25 Jahre. Die aktuelle Wartezeit relativiert sich über diesen Zeitraum entsprechend.

Häufig gestellte Fragen zur Wärmepumpen-Lieferzeit

Muss ich 2026 noch mit Lieferengpässen bei Wärmepumpen rechnen?

Nein, für Standardmodelle nicht. Der Markt hat sich seit 2025 deutlich normalisiert, gängige Luft-Wasser-Wärmepumpen sind innerhalb weniger Wochen bis drei Monate lieferbar. Engpässe betreffen vor allem Sonderausführungen und Großanlagen.

Warum dauert die gesamte Heizungsmodernisierung trotzdem oft länger als die reine Lieferzeit?

Weil der Installationstermin beim Fachbetrieb der größere Zeitfaktor ist. Durch den SHK-Fachkräftemangel warten Kundinnen und Kunden vielerorts 3 bis 9 Monate auf einen freien Termin, unabhängig von der Gerätelieferzeit.

Wann ist der beste Zeitpunkt, eine Wärmepumpe zu bestellen?

Außerhalb der Heizsaison, also zwischen Frühjahr und Frühsommer. Fachbetriebe haben dann mehr freie Kapazitäten als im Herbst und Winter, wenn viele Heizungen ausfallen und kurzfristig ersetzt werden müssen.

Ändert das Gebäudemodernisierungsgesetz etwas an der Nachfrage nach Wärmepumpen?

Das GModG hebt die bisherige 65-Prozent-Pflicht für erneuerbare Heizungen auf und schafft mehr Wahlfreiheit. Wie sich das auf die Nachfrage auswirkt, lässt sich unmittelbar nach der Reform vom 10.07.2026 noch nicht abschließend beurteilen.

Quellen & Belege

Bundesverband Wärmepumpe (BWP) e. V. – Pressemitteilung „Über 50 Prozent im Plus" vom 27.01.2026 und Branchenstudie 2026 vom 30.03.2026; Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDH); Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK); Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE); KfW-Information für Multiplikatoren zur Heizungsförderung, Stand Juli 2026.