Ölheizung auf Wärmepumpe umrüsten: Kosten, Förderung und Ablauf 2026
Eine Ölheizung auf eine Wärmepumpe umzurüsten heißt: Ölkessel und Öltank kommen raus, eine elektrisch betriebene Wärmepumpe übernimmt Heizung und Warmwasser. Mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe kostet der Umstieg typischerweise rund 37.000 Euro vor Förderung, die KfW bezuschusst seit dem 21.07.2026 30 bis 80 Prozent der förderfähigen Kosten. Dieser Ratgeber zeigt Kostenbausteine, die Umrechnung Ihres Ölverbrauchs in Wärmepumpen-Leistung und den Umgang mit dem Öltank.
Das Wichtigste in Kürze
- Kosten Umstieg Öl auf Luft-Wasser-Wärmepumpe: rund 21.000–68.000 € inkl. Öltank, typisch rund 37.000 € vor Förderung.
- Wärmepumpe inkl. Installation: Median 34.979 €, Spanne 20.228–63.061 € (Verbraucherzentrale RLP, 160 Angebote, 06/2025).
- Öltank-Entsorgung: Kellertank 350–1.815 €, Erdtank 850–4.000 €, Restöl 150–500 € je 1.000 l.
- KfW 458 seit 21.07.2026: 30 % Grundförderung + 16 % Klimageschwindigkeitsbonus bei Öl (Selbstnutzende), max. 70/80 %, förderfähig 28.000 €.
- Ab 01.02.2027: förderfähige Kosten 27.250 €, Klimageschwindigkeitsbonus 12 %.
- Heizöl-Umrechnung: 1 Liter Heizöl EL ≈ 10 kWh (Heizwert); 3.000 l pro Jahr ≈ 11–13 kW Heizlast-Richtwert.
- Energiekosten bei 2.500 l Heizöl: 4.300 € Öl vs. 1.552 € Wärmepumpe mit WP-Tarif (Heizöl 30.10.2026, WP-Tarif Ø 24 ct/kWh).
- Rechtslage seit 29.07.2026: keine Austauschpflicht, § 72-Betriebsverbot abgeschafft; Biotreppe nur für neu eingebaute Öl- und Gasheizungen.
Was kostet es, eine Ölheizung durch eine Wärmepumpe zu ersetzen?
Der Ersatz einer Ölheizung durch eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kostet inklusive Öltank-Entsorgung rund 21.000 bis 68.000 Euro vor Förderung, typisch sind rund 37.000 Euro. Die Wärmepumpen-Preise stammen aus 160 Angeboten, die die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz ausgewertet hat (Stand 06/2025). Dazu kommen Öl-spezifische Posten für Altkessel, Tank und Restöl, aber noch kein Heizkörpertausch. Eine Sole-Wasser-Wärmepumpe mit Erdsonde oder Kollektor kostet nach addierten ADAC-Einzelposten 20.000 bis 49.000 Euro, ebenfalls zuzüglich Tank.
| Kostenbaustein | Spanne (brutto) | Typischer Wert | Quelle (Stand) |
|---|---|---|---|
| Luft-Wasser-Wärmepumpe inkl. Installation | 20.228–63.061 € | Median 34.979 € | Verbraucherzentrale RLP (06/2025) |
| davon Elektroinstallation | 488–6.981 € | Median 2.618 € | Verbraucherzentrale RLP (06/2025) |
| davon Pufferspeicher | 449–3.749 € | Median 1.239 € | Verbraucherzentrale RLP (06/2025) |
| davon hydraulischer Abgleich | 238–2.660 € | Ø 1.159 € | Verbraucherzentrale RLP (06/2025) |
| Heizkörpertausch, falls nötig | 326–1.207 € je Stück | Ø 679 € je Stück | Verbraucherzentrale RLP (06/2025) |
| Demontage Altkessel | 150–300 € | 225 € | co2online (05/2026) |
| Öltank Keller, Kunststoff oder Stahl | 350–1.815 € | rund 1.260 € (Stahl) | en2x und Preislisten (2025/2026) |
| Erdtank, Ausbau oder Verfüllung | 850–4.000 € | – | en2x und Preislisten (2025/2026) |
| Sachverständigenprüfung Tank | 200–500 € | nur bei Prüfpflicht | Preislisten (2025/2026) |
| Restöl und Ölschlamm | 150–500 € je 1.000 l | 325 € | co2online (04/2026) |
Die Wärmepumpe mit Installation macht den Hauptteil der Kosten aus. Die Positionen Elektrik, Pufferspeicher und Abgleich sind in vielen Angeboten bereits enthalten, aber nicht in allen. Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz hält fest: „Die Angebote unterscheiden sich bezüglich der Vollständigkeit der Angaben und der angebotenen Leistungen und machen einen Vergleich für Laien fast unmöglich.“ Der typische Wert von rund 37.000 Euro ergibt sich aus Median-Wärmepumpe, Kesseldemontage, Stahl-Kellertank und Restöl.
Erdtanks treiben die Kosten am stärksten, weil Sachverständigenprüfung und Verfüllung hinzukommen. Allgemeine Preise je Wärmepumpen-Typ und Leistung bündelt der Beitrag Was kostet eine Wärmepumpe mit Einbau.
Wie viel kostet die Umrüstung nach der KfW-Förderung?
Nach der KfW-Förderung zahlen Hausbesitzende bei 37.000 Euro Gesamtkosten zwischen 14.600 und 28.600 Euro selbst. Der Zuschuss richtet sich nach maximal 28.000 Euro förderfähigen Kosten für die 1. Wohneinheit. Die Rechnung gilt für Anträge seit dem 21.07.2026 und bis zum 31.01.2027.
| Fall | Fördersatz | Zuschuss | Eigenanteil |
|---|---|---|---|
| Vermietete Wohnung, nur Grundförderung | 30 % | 8.400 € | 28.600 € |
| Selbstgenutzt, Ölheizung ersetzt | 30 % + 16 % = 46 % | 12.880 € | 24.120 € |
| Wie oben, Einkommen 30.001 bis 40.000 €, ohne Kind | 76 %, gedeckelt auf 70 % | 19.600 € | 17.400 € |
| Wie oben, Einkommen bis 30.000 € | 86 %, gedeckelt auf 80 % | 22.400 € | 14.600 € |
Ohne Einkommensbonus gilt für Selbstnutzende mit Ölheizung der zweite Fall mit 46 Prozent. Der Klimageschwindigkeitsbonus von 16 Prozent und der Einkommensbonus gelten nur für selbstgenutztes Wohneigentum. Einkommen meint das zu versteuernde Haushaltsjahreseinkommen. Der 80-Prozent-Deckel gilt bis 30.000 Euro, mit mindestens 1 kindergeldberechtigten Kind unter 18 Jahren bis 40.000 Euro.
Ab dem 01.02.2027 sinken die förderfähigen Kosten auf 27.250 Euro und der Klimageschwindigkeitsbonus auf 12 Prozent. Im zweiten Fall fällt der Zuschuss dann auf 11.445 Euro, also 1.435 Euro weniger, sofern die Grundförderung bei 30 Prozent bleibt. Ihren eigenen Zuschuss berechnet der KfW-Förderrechner für Wärmepumpe und Boni.
Wie groß muss die Wärmepumpe sein? Ölverbrauch in kWh umrechnen
Die Wärmepumpen-Leistung lässt sich überschlägig aus dem Ölverbrauch ableiten: Liter pro Jahr mal 10 kWh mal Kesselnutzungsgrad, geteilt durch 1.800 bis 2.200 Vollbenutzungsstunden. 1 Liter Heizöl EL enthält rund 10 Kilowattstunden nutzbare Energie (Heizwert nach DIN 51603-1). Der Brennwert inklusive Kondensationswärme liegt bei rund 10,6 Kilowattstunden je Liter.
Der Kesselnutzungsgrad beschreibt, welcher Anteil der Brennstoffenergie als Wärme im Haus ankommt. Bei Niedertemperaturkesseln liegt er bei 0,70 bis 0,80, bei Öl-Brennwertkesseln bei 0,90 bis 0,95. Vollbenutzungsstunden sind die Stunden, die eine Heizung bei voller Leistung laufen müsste, um den Jahresbedarf zu decken. Für unsanierte Altbauten nennt das BürgerNetzwerkSolar Worms 1.800 bis 2.200 Stunden pro Jahr (04/2026).
| Heizöl pro Jahr | Energie im Öl | Nutzwärme (Nutzungsgrad 0,80) | Heizlast-Richtwert | Strombedarf bei JAZ 3,4 |
|---|---|---|---|---|
| 1.500 l | 15.000 kWh | 12.000 kWh | 5,5–6,7 kW | 3.529 kWh |
| 2.000 l | 20.000 kWh | 16.000 kWh | 7,3–8,9 kW | 4.706 kWh |
| 2.500 l | 25.000 kWh | 20.000 kWh | 9,1–11,1 kW | 5.882 kWh |
| 3.000 l | 30.000 kWh | 24.000 kWh | 10,9–13,3 kW | 7.059 kWh |
| 3.500 l | 35.000 kWh | 28.000 kWh | 12,7–15,6 kW | 8.235 kWh |
Ein Haus mit 3.000 Litern Heizöl im Jahr braucht nach dieser Faustformel eine Wärmepumpe mit rund 11 bis 13 Kilowatt. Die Strommenge setzt eine Jahresarbeitszahl (JAZ) von 3,4 an. Die JAZ gibt an, wie viele Kilowattstunden Wärme eine Wärmepumpe aus 1 Kilowattstunde Strom erzeugt. Fraunhofer ISE (Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme) hat diesen Mittelwert an 61 Luft-Wasser-Wärmepumpen in Bestandsgebäuden gemessen (2025).
Ein Praxisfall des Umweltbundesamts bestätigt die Größenordnung. Ein Einfamilienhaus von 1969 in Nordfriesland verbrauchte 2.500 Liter Heizöl im Jahr. Der alte Ölkessel hatte 24 Kilowatt. Eingebaut wurde eine Luft-Wasser-Wärmepumpe mit 12 Kilowatt, also halb so viel. Sie erreicht im Betrieb eine JAZ von 3,78.
Die Faustformel ersetzt keine Heizlastberechnung nach DIN EN 12831. Diese Norm berechnet die Heizlast raumweise aus Bauteilen, Fenstern und Lüftung. Fachbetriebe brauchen sie für Auslegung, Heizkörperprüfung und Förderantrag. Wie die Berechnung abläuft, zeigt der Beitrag Heizlast und Heizlastberechnung.
Was passiert mit dem Öltank, wenn eine Wärmepumpe kommt?
Der Öltank wird beim Umstieg auf eine Wärmepumpe von einem Fachbetrieb entleert, gereinigt und dann ausgebaut oder dauerhaft stillgelegt. Grundlage ist die Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen (AwSV). Heizöl EL gehört zur Wassergefährdungsklasse 2. Oberirdische Tanks mit mehr als 1.000 Litern und alle Erdtanks dürfen nur Fachbetriebe nach § 62 AwSV reinigen, stilllegen oder ausbauen.
| Tankart | Übliche Lösung | Kosten | Zusatzpflicht |
|---|---|---|---|
| Kunststoff-Kellertank | Ausbau, Zerlegung, Entsorgung | 350–1.564 € | Fachbetrieb ab 1.000 l |
| Stahl-Kellertank | Ausbau oder Stilllegung im Keller | 700–1.815 € | Fachbetrieb ab 1.000 l |
| Erdtank | Reinigung und Verfüllung oder Ausbau | 850–4.000 € | Sachverständigenprüfung |
| Alle Tankarten | Restöl abpumpen, Ölschlamm entsorgen | 150–500 € je 1.000 l | Entsorgungsnachweis aufbewahren |
Ein Kellertank verursacht die geringsten Kosten, ein Erdtank die höchsten. Erdtanks bleiben oft im Boden und werden mit Sand oder Porenbeton verfüllt, die untere Wasserbehörde entscheidet darüber. Das Umweltamt der Stadt Regensburg formuliert die Grundregel so: „Tanks müssen komplett ausgebaut oder gegen weitere Benutzung gesichert werden.“
Der Ausbau eines Kellertanks schafft Platz. Der frühere Tankraum bietet Raum für Pufferspeicher, Warmwasserspeicher oder Vorräte. Restöl lässt sich bis zum Umbau verheizen oder umlagern. Lassen Sie den Tank vor dem Umbau deshalb möglichst leer laufen.
Die KfW fördert nach der Richtlinie BEG EM vom 17.08.2026 auch die „für die Durchführung der Maßnahme erforderlichen Umfeldmaßnahmen“. Den Öltank nennen Richtlinie und KfW-Programmseite nicht ausdrücklich; Details regelt das KfW-Infoblatt zu den förderfähigen Maßnahmen (Version 11.0). Lassen Sie die Förderfähigkeit vor dem Antrag vom Fachbetrieb bestätigen. Der Tank erhöht den Zuschuss nur, solange die Gesamtkosten unter 28.000 Euro liegen. Kosten, Pflichten und Sonderfälle wie doppelwandige Tanks beschreibt der Beitrag Öltank entsorgen.
Welche Förderung gibt es für den Umstieg von Öl auf Wärmepumpe?
Für den Umstieg von Öl auf Wärmepumpe zahlt die KfW seit dem 21.07.2026 eine Grundförderung von 30 Prozent plus 16 Prozent Klimageschwindigkeitsbonus für Selbstnutzende. Der Einkommensbonus von 40, 30 oder 10 Prozent kommt bei zu versteuernden Haushaltseinkommen bis 30.000, 40.000 oder 50.000 Euro hinzu. Mit kindergeldberechtigtem Kind unter 18 Jahren liegen die Grenzen jeweils 10.000 Euro höher. Die Summe ist auf 70 Prozent begrenzt, bei niedrigem Einkommen auf 80 Prozent.
Ölheizungen haben beim Klimageschwindigkeitsbonus einen Vorteil. Die KfW verlangt bei Öl-, Kohle-, Gas-Etagen- und Nachtstromspeicherheizungen nur, dass die alte Anlage funktionstüchtig ist. Andere Gas- sowie Biomasseheizungen müssen dagegen mindestens 20 Jahre alt sein. Eine 8 Jahre alte Ölheizung qualifiziert sich also ebenso wie eine 30 Jahre alte. Die alte Heizung muss fachgerecht demontiert und entsorgt werden.
Der Antrag muss vor dem Vorhabenbeginn bei der KfW eingehen. Die KfW schreibt: „Eine Förderung ist ausschließlich möglich, wenn mit dem Vorhaben noch nicht begonnen wurde.“ Den Liefer- und Leistungsvertrag dürfen Sie vorher schließen, wenn er eine aufschiebende oder auflösende Bedingung zur Förderzusage enthält.
Der Klimageschwindigkeitsbonus sinkt ab dem 01.02.2027 auf 12 Prozent und danach halbjährlich um weitere 4 Prozentpunkte. Für Anträge ab dem 01.08.2028 entfällt er. Antragsweg, Nachweise und alle Boni erklärt der Beitrag KfW-Förderung für Wärmepumpen.
Wie läuft die Umrüstung von Öl auf Wärmepumpe ab?
Die Umrüstung läuft in 6 Schritten ab: Heizlast berechnen, Angebote einholen, Förderung beantragen, Ölanlage zurückbauen, Wärmepumpe einbauen und Förderung abrechnen. Die Reihenfolge der Schritte 3 und 4 ist entscheidend, weil ein Baubeginn vor dem Antrag die Förderung kostet.
1. Ein Fachbetrieb oder Energieberater berechnet die Heizlast nach DIN EN 12831 und prüft die Heizkörper.
2. Sie holen mindestens 2 bis 3 vergleichbare Angebote mit allen Posten ein, inklusive Tank und Elektrik.
3. Fachbetrieb oder Energieeffizienz-Experte erstellen die Bestätigung zum Antrag (BzA), Sie stellen den Antrag im Kundenportal „Meine KfW“.
4. Ein AwSV-Fachbetrieb pumpt das Restöl ab, reinigt den Tank und baut Tank und Ölkessel aus.
5. Der Fachbetrieb montiert Außengerät, Speicher und Elektrik und führt den hydraulischen Abgleich durch.
6. Nach der Inbetriebnahme reichen Sie die Bestätigung nach Durchführung (BnD) mit Rechnungen bei der KfW ein.
Planen Sie den Ölkauf schon ab dem Entschluss zum Umstieg. Jeder Liter Restöl im Tank verursacht beim Abpumpen Aufwand. Der hydraulische Abgleich ist Fördervoraussetzung der KfW.
Lohnt sich der Umstieg von Öl auf Wärmepumpe finanziell?
Bei 2.500 Litern Heizöl im Jahr spart eine Wärmepumpe mit Wärmepumpentarif rund 2.700 Euro Energiekosten pro Jahr, gerechnet mit dem Heizölpreis vom 30.10.2026. Heizöl kostete an diesem Tag laut esyoil knapp 172 Euro je 100 Liter bei 3.000 Litern Abnahme. Das entspricht 17,2 Cent je Kilowattstunde.
| Position | Ölheizung | Wärmepumpe, WP-Tarif | Wärmepumpe, Haushaltsstrom |
|---|---|---|---|
| Energiebedarf | 2.500 l Heizöl | 5.882 kWh Strom | 5.882 kWh Strom |
| Preis | 172 € je 100 l | 24 ct/kWh + 140 € Grundpreis | 37,3 ct/kWh |
| Energiekosten pro Jahr | 4.300 € | 1.552 € | 2.194 € |
| Ersparnis pro Jahr | – | 2.748 € | 2.106 € |
Die Wärmepumpe braucht für 20.000 Kilowattstunden Nutzwärme bei JAZ 3,4 rund 5.900 Kilowattstunden Strom. Der Wärmepumpentarif kostet laut Verbraucherzentrale NRW im Schnitt 24 Cent je Kilowattstunde (02/2026). Haushaltsstrom kostete laut BDEW im Jahr 2026 durchschnittlich 37,3 Cent (10/2026).
Der Heizölpreis schwankt stark. Der Heizspiegel 2026 von co2online rechnet für ein Einfamilienhaus mit 130 Quadratmetern mit 2.745 Euro Heizkosten für Öl und 1.300 Euro für eine Wärmepumpe. Die Ersparnis liegt dort bei 1.445 Euro pro Jahr. Tanja Loitz, Geschäftsführerin von co2online, sagt: „Das Zeitalter günstiger fossiler Heizenergie ist spätestens seit der Energiekrise vor vier Jahren vorbei.“
Die Amortisationszeit hängt vom Vergleich ab. Bei 37.000 Euro Kosten und 46 Prozent Förderung bleiben 24.120 Euro Eigenanteil. Das rechnet sich nach 8,8 Jahren bei aktuellen Preisen und nach 16,7 Jahren im Heizspiegel-Szenario. Muss der Ölkessel ohnehin ersetzt werden, zählen nur die Mehrkosten gegenüber einem neuen Öl-Brennwertkessel für 8.700 bis 17.200 Euro (co2online, 04/2026). Mit dem Mittelwert von 12.950 Euro amortisieren sich die Mehrkosten nach 4,1 bis 7,7 Jahren. Ein neuer Brennwertkessel verbraucht allerdings weniger Öl als der alte, mit Nutzungsgrad 0,90 bis 0,95 steigt der untere Wert auf rund 5 Jahre.
Wartung, steigende CO2-Kosten, Zinsen und künftige Preisänderungen sind in dieser Rechnung nicht enthalten. Ihre eigenen Zahlen prüft der Wärmepumpen-Rechner für Amortisation und Kostenvergleich mit Öl.
Muss ich meine Ölheizung 2026 austauschen?
Nein, eine bestehende Ölheizung darf seit dem 29.07.2026 ohne Altersgrenze weiterlaufen. Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) hat das frühere Betriebsverbot für über 30 Jahre alte Konstanttemperaturkessel nach § 72 abgeschafft. Die 65-Prozent-Pflicht für erneuerbare Energien beim Heizungstausch ist ebenfalls entfallen.
Für neu eingebaute Öl- und Gasheizungen gilt stattdessen die Biotreppe nach § 43 GModG. Wer nach dem 29.07.2026 eine neue Ölheizung einbaut, muss einen steigenden Anteil klimaneutraler Brennstoffe wie Bioöl nutzen. Die Stufen liegen bei 10 Prozent ab 2029, 15 Prozent ab 2030, 30 Prozent ab 2035 und 60 Prozent ab 2040. Bestehende Ölheizungen sind davon nicht betroffen.
Das Kostenrisiko liegt beim CO2-Preis. Der Bundestag hat am 15.10.2026 beschlossen, dass der nationale CO2-Preis auch 2027 in einem Korridor von 55 bis 65 Euro pro Tonne liegt. Ab 2028 übernimmt der europäische Emissionshandel für Gebäude und Verkehr (EU-ETS 2) die Preisbildung. Heizöl verursacht rund 2,68 Kilogramm CO2 je Liter. Der CO2-Preis verteuert den Liter damit um rund 17,5 bis 20,7 Cent brutto. Bei 2.500 Litern sind das 439 bis 518 Euro pro Jahr.
Alle Regeln zu Bestandsanlagen, Biotreppe und Pflichten beim Eigentümerwechsel fasst der Beitrag Heizungsgesetz 2026 zusammen.
Ist ein Haus mit Ölheizung für eine Wärmepumpe geeignet?
Ein Haus mit Ölheizung eignet sich für eine Wärmepumpe, wenn die Heizkörper alle Räume mit höchstens 55 Grad Celsius Vorlauftemperatur warm bekommen. Diesen Wert setzt auch die BAFA für Niedertemperatur-Heizkörper an. Das Baujahr allein entscheidet nicht. Fraunhofer ISE fand in 4 Jahren Messung an 77 Wärmepumpen keinen Zusammenhang zwischen Baujahr und Effizienz.
Danny Günther, Teamleiter Wärmepumpen und Transformation Gebäudebestand bei Fraunhofer ISE, fasst zusammen: „Die Ergebnisse zeigen eindeutig, dass Wärmepumpen auch in älteren Gebäuden effizient betrieben werden können.“ Luft-Wasser-Wärmepumpen erreichten dort JAZ-Werte von 2,6 bis 4,9.
Testen Sie die Eignung schon mit der Ölheizung. Senken Sie an einem kalten Tag die Vorlauftemperatur schrittweise ab. Bleiben alle Räume warm, passen die Heizkörper. Im UBA-Praxisfall lief die Ölheizung in der letzten Heizsaison testweise problemlos mit 45 Grad. Nach dem Tausch von 2 Heizkörpern arbeitet die Wärmepumpe mit 40 statt früher 61 bis 70 Grad. Einzelne zu kleine Heizkörper tauschen Sie gegen größere Modelle. Welche Bauarten sich eignen, zeigt der Beitrag Heizkörper für Wärmepumpen.
Kann man die bestehende Ölheizung mit einer Wärmepumpe kombinieren?
Ja, eine Wärmepumpe lässt sich an eine bestehende Ölheizung anschließen, die dann nur noch an sehr kalten Tagen einspringt. Diese Kombination heißt Hybridheizung. Die Wärmepumpe deckt den Großteil des Jahres, der Ölkessel die Spitzenlast.
Gefördert wird bei dieser Lösung nur die Wärmepumpe. Der Klimageschwindigkeitsbonus setzt die fachgerechte Demontage der alten Heizung voraus. Bleibt der Ölkessel in Betrieb, fehlt diese Bedingung, und Selbstnutzende ohne Einkommensbonus erhalten 30 statt 46 Prozent. Lassen Sie den Fördersatz vor dem Antrag bestätigen. Die Biotreppe greift nicht, weil kein neuer Ölkessel eingebaut wird. Öltank, Wartung, Schornsteinfeger und CO2-Kosten für den Ölanteil bleiben allerdings bestehen.
Eine Hybridlösung passt zu Häusern mit sehr hoher Heizlast oder geplanter Sanierung in wenigen Jahren. Auslegung, Kosten und Varianten erklärt der Beitrag Hybridheizung.
Häufige Fragen zur Umrüstung von Ölheizung auf Wärmepumpe
Kann ich eine 18-kW- oder 21-kW-Ölheizung durch eine Wärmepumpe ersetzen?
Ja, eine 18-kW- oder 21-kW-Ölheizung lässt sich ersetzen, meist durch eine deutlich kleinere Wärmepumpe. Alte Ölkessel sind oft überdimensioniert. Ein voll ausgelasteter 21-kW-Kessel würde 4.725 bis 5.775 Liter Heizöl im Jahr verbrauchen, ein 18-kW-Kessel 4.050 bis 4.950 Liter. Verbraucht Ihr Haus 2.500 Liter, liegt die Heizlast eher bei 9 bis 11 Kilowatt. Rechnen Sie mit der Tabelle zum Ölverbrauch nach und lassen Sie die Heizlast berechnen.
Wie viel kWh sind 1 Liter Heizöl?
1 Liter Heizöl EL entspricht rund 10 Kilowattstunden Energie (Heizwert). Der Brennwert inklusive Kondensationswärme liegt bei rund 10,6 Kilowattstunden. Für Wärmepumpen-Vergleiche zählt der Heizwert multipliziert mit dem Nutzungsgrad des alten Kessels.
Welche Wärmepumpe brauche ich bei 3.000 Litern Heizöl?
Bei 3.000 Litern Heizöl pro Jahr liegt der Heizlast-Richtwert bei rund 11 bis 13 Kilowatt. Grundlage sind 24.000 Kilowattstunden Nutzwärme bei einem Kesselnutzungsgrad von 0,80. Die Wärmepumpe braucht dafür bei JAZ 3,4 rund 7.100 Kilowattstunden Strom im Jahr.
Wird die Öltank-Entsorgung 2026 gefördert?
Die Öltank-Entsorgung kann als Umfeldmaßnahme zu den förderfähigen Kosten der KfW-Heizungsförderung zählen, wenn sie Teil des geförderten Heizungstauschs ist. Eine Tankentsorgung ohne neue Heizung fördert die KfW nicht. Der Zuschuss steigt nur, solange die Gesamtkosten unter 28.000 Euro liegen. Lassen Sie die Förderfähigkeit vor dem Antrag bestätigen, weil die KfW den Tank auf ihrer Programmseite nicht ausdrücklich nennt.
Gilt der Klimageschwindigkeitsbonus auch für eine junge Ölheizung?
Ja, beim Ersatz einer funktionstüchtigen Ölheizung gilt der Klimageschwindigkeitsbonus unabhängig vom Alter der Anlage. Die 20-Jahre-Regel betrifft nur Gas- und Biomasseheizungen, Gas-Etagenheizungen ausgenommen. Voraussetzung sind Selbstnutzung und der fachgerechte Rückbau der Ölheizung.
Was gilt beim Umrüsten im Mehrfamilienhaus?
Im Mehrfamilienhaus steigen die förderfähigen Kosten mit jeder Wohneinheit: 28.000 Euro für die 1., je 15.000 Euro für die 2. bis 6. und je 8.000 Euro ab der 7. Wohneinheit. Ein Haus mit 4 Wohnungen kommt so auf 73.000 Euro förderfähige Kosten. Boni für Selbstnutzende gelten nur für deren eigene Wohnung.
KfW, Heizungsförderung für Privatpersonen – Wohngebäude (458), Konditionen seit 21.07.2026; KfW/BAFA, Infoblatt förderfähige Maßnahmen und Leistungen (BEG); Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, Auswertung von 160 Wärmepumpen-Angeboten (06/2025); Verbraucherzentrale NRW, Marktcheck Wärmepumpenstromtarife (02/2026); BDEW-Strompreisanalyse (10/2026); Fraunhofer ISE, Wärmepumpen im Bestand (2025); Umweltbundesamt, Umstieg von Ölheizung auf Wärmepumpe in Nordfriesland (2025); BürgerNetzwerkSolar Worms, Praxistipps zur Auslegung (04/2026); DIN 51603-1 Heizöl EL; DIN EN 12831; co2online, Ölheizung Kosten (24.04.2026), Gasheizung Kosten (21.05.2026), Heizspiegel 2026 (22.09.2026); esyoil, Heizölpreis (30.10.2026); ADAC, Wärmepumpe Kosten (Sommer 2026), CO2-Kosten Heizen (07/2026); Gebäudemodernisierungsgesetz §§ 43, 72; BAFA, Heizungsoptimierung (10/2026); Deutscher Bundestag, Brennstoffemissionshandelsgesetz (15.10.2026); Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen (AwSV); Stadt Regensburg, Merkblatt Stilllegung von Heizöltanks.


