Erdwärmepumpe Kosten 2026: Bohrung, Kollektor, Gerät und Förderung
Eine Erdwärmepumpe kostet im Einfamilienhaus mit 10 kW Heizlast rund 25.000 bis 50.000 Euro mit Erdsonde und rund 22.000 bis 41.000 Euro mit Flächenkollektor. Die KfW fördert seit dem 21.07.2026 höchstens 28.000 Euro förderfähige Kosten, deshalb bleibt ein Teil der Bohrung oft ohne Zuschuss. Dieser Ratgeber rechnet Bohrmeter nach Heizlast, Förderung, Betriebskosten und die Amortisation gegenüber der Luftwärmepumpe offen vor.
Das Wichtigste in Kürze
- Gesamtkosten EFH 10 kW vor Förderung: 25.150–49.500 € mit Erdsonde, 21.650–41.000 € mit Flächenkollektor (ADAC-Bausteine 2026, 42watt-Rechnung)
- Bausteine: Sole-Wasser-Wärmepumpe 10.000–18.000 €, Installation 7.000–15.000 €, Sondenbohrung 8.000–16.000 €, Kollektor 3.000–10.000 € (ADAC, Sommer 2026)
- Bohrkosten: 50–100 € pro Meter; rund 15 Bohrmeter je kW Heizlast bei 50 W/m (VDI-4640-Richtwert, Fassung 2001) und 75 % Erdwärme-Anteil, 10 kW = 150 m
- KfW 458 seit 21.07.2026: 30 % Grundförderung, Boni bis 70 % (80 % bei niedrigem Einkommen), max. 28.000 € förderfähig, ab 01.02.2027 27.250 €
- Kein Erdwärme-Bonus mehr: Effizienzbonus seit 21.07.2026 entfallen; Sonde 37.325 € erhält bei 46 % dieselben 12.880 € wie ein Kollektor
- Stromkosten bei 18.000 kWh: Erdwärme 1.145 €/Jahr (JAZ 4,3), Luftwärme 1.411 €/Jahr (JAZ 3,4) mit Wärmepumpentarif 24 ct + 140 €
- Mehrkosten gegenüber Luftwärmepumpe: rund 12.900 €, Amortisation 35–48 Jahre mit WP-Tarif, 25–31 Jahre mit Haushaltsstrom 37,3 ct
- Lebensdauer: Erdsonde rund 50 Jahre, Sole-Wärmepumpe rund 20 Jahre (Prognos, 04/2026)
Was kostet eine Erdwärmepumpe?
Eine Erdwärmepumpe kostet im Bestands-Einfamilienhaus mit 10 kW Heizlast rund 25.000 bis 50.000 Euro mit Erdsonde und 22.000 bis 41.000 Euro mit Flächenkollektor, jeweils vor Förderung. Eine Erdwärmepumpe ist eine Sole-Wasser-Wärmepumpe. Sie nimmt Wärme über eine Erdsonde oder einen Kollektor aus dem Boden auf. Die Kosten bestehen aus 4 Bausteinen: Gerät, Installation, Erschließung der Wärmequelle und Nebenkosten.
| Baustein | Spanne 2026 | Grundlage |
|---|---|---|
| Sole-Wasser-Wärmepumpe (Gerät) | 10.000–18.000 € | ADAC, Sommer 2026 |
| Installation, Leitungen, Pumpen, Speicher | 7.000–15.000 € | ADAC, Sommer 2026 |
| Erdsonde: 150 Bohrmeter × 50–100 €/m | 7.500–15.000 € | VDI 4640, Anbieterpreise |
| Alternative Flächenkollektor: 300 m² × 15–25 €/m² | 4.500–7.500 € | Anbieterangabe, ADAC: 3.000–10.000 € |
| Genehmigung, Versicherung, Baustelle (Sonde) | 650–1.500 € | Vattenfall, Hörtkorn |
| Zusatzarbeiten im Altbau | 5.000–20.000 € | ADAC, nicht in der Summe |
Die Bohrmeter ergeben sich aus der Heizlast. Bei 10 kW Heizlast stammen im Auslegungspunkt rund 75 Prozent der Wärme aus dem Erdreich, also 7,5 kW. Die Richtlinie VDI 4640 Blatt 2 (Verein Deutscher Ingenieure, thermische Nutzung des Untergrunds) nannte in der Fassung von 2001 für normalen Festgesteinsuntergrund 50 Watt Entzugsleistung pro Meter Sonde. Die aktuelle Fassung von 2019 rechnet mit Werten nach Wärmeleitfähigkeit, Sondenzahl und Betriebsstunden, 50 Watt pro Meter ist aber als Richtwert verbreitet. 7.500 Watt geteilt durch 50 Watt pro Meter ergibt 150 Bohrmeter.
| Variante (10 kW, vor Förderung) | Untere Spanne | Mittelwert | Obere Spanne |
|---|---|---|---|
| Mit Erdsonde | 25.150 € | 37.325 € | 49.500 € |
| Mit Flächenkollektor | 21.650 € | 31.325 € | 41.000 € |
Kurz eingeordnet: Die Erdsonde kostet im Mittel rund 6.000 Euro mehr als der Flächenkollektor. Gerät und Installation sind in beiden Fällen gleich teuer. Den Unterschied macht allein die Erschließung. Der ADAC nennt für Wärmepumpen im Einfamilienhaus inklusive Installation insgesamt meist 20.000 bis 50.000 Euro, ohne eigenen Wert für Erdwärme. Alle Wärmepumpen-Typen im Kostenvergleich zeigt der Ratgeber Was kostet eine Wärmepumpe mit Einbau?.
Was kostet eine Erdwärmebohrung pro Meter?
Eine Erdwärmebohrung kostet nach Anbieterangaben 2026 meist 50 bis 100 Euro pro Meter, inklusive Sondeneinbau und Verfüllung. Der Energieversorger Vattenfall rechnet mit einer Faustformel von 100 Euro pro Meter. Hartes Gestein, enge Zufahrten und Bohrungen tiefer als 100 Meter verteuern den Meterpreis. Pro kW Heizlast brauchen Sie bei 50 Watt pro Meter rund 15 Bohrmeter. Ablauf, Risiken und Bohrfirmen-Auswahl erklärt der Ratgeber Erdwärme-Tiefenbohrung.
Wie viele Bohrmeter braucht Ihr Haus und was kosten sie?
Ein Bestandshaus braucht pro kW Heizlast 12,5 bis 19 Bohrmeter, je nach Untergrund zwischen 60 und 40 Watt pro Meter. Ein Haus mit 8 kW Heizlast kommt bei 50 Watt pro Meter auf 120 Meter. Bei 12 kW sind es 180 Meter. Die Tabelle zeigt Bohrmeter, Bohrkosten, Kollektorfläche und Gesamtkosten für 4 typische Heizlasten.
| Heizlast | Bohrmeter bei 40 / 50 / 60 W/m | Bohrung (50 W/m, 50–100 €/m) | Kollektorfläche (25 / 15 W/m²) | Gesamt mit Sonde |
|---|---|---|---|---|
| 6 kW | 113 / 90 / 75 m | 4.500–9.000 € | 180 / 300 m² | 22.150–43.500 € |
| 8 kW | 150 / 120 / 100 m | 6.000–12.000 € | 240 / 400 m² | 23.650–46.500 € |
| 10 kW | 188 / 150 / 125 m | 7.500–15.000 € | 300 / 500 m² | 25.150–49.500 € |
| 12 kW | 225 / 180 / 150 m | 9.000–18.000 € | 360 / 600 m² | 26.650–52.500 € |
Die Tabelle zeigt: Jedes eingesparte kW Heizlast spart rund 15 Bohrmeter und damit 750 bis 1.500 Euro. Ungünstiger Boden mit 40 Watt pro Meter verlängert die Bohrung um 25 Prozent gegenüber 50 Watt pro Meter. Die Kollektorfläche gilt für feuchten Lehm (25 W/m²) und trockenen Sand (15 W/m²).
Die Annahmen liegen offen: 75 Prozent Erdwärme-Anteil bei einer Leistungszahl von 4 im Auslegungspunkt, Gerät und Installation laut ADAC für alle Heizlasten mit derselben Spanne, 650 bis 1.500 Euro Nebenkosten bei der Sonde und 150 bis 500 Euro beim Kollektor. Vereinfachte Tabellenwerte nach VDI 4640 gelten nur für kleine Anlagen bis rund 30 kW, in der Fassung von 2001 zudem nur für Sonden von 40 bis 100 Metern. Die Auslegung im Einzelfall übernimmt ein Fachbetrieb nach den geologischen Daten Ihres Grundstücks.
Was kosten Erdsonde, Flächenkollektor, Erdwärmekorb und Grabenkollektor?
Die Erdsonde kostet in der Erschließung am meisten, der Flächenkollektor meist deutlich weniger, braucht dafür aber die 1,5- bis 3-fache Wohnfläche als Gartenfläche. Der ADAC nennt für die Sondenbohrung 8.000 bis 16.000 Euro und für Flächenkollektoren 3.000 bis 10.000 Euro (Sommer 2026). Der Flächenkollektor liegt in 1,2 bis 1,5 Meter Tiefe.
| Erschließung | Kosten | Platzbedarf | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Erdsonde | 8.000–16.000 € | 2 bis 3 Bohrpunkte | Anzeige, ggf. Erlaubnis |
| Flächenkollektor | 3.000–10.000 € | 1,5- bis 3-fache Wohnfläche | Fläche bleibt unbebaut |
| Erdwärmekorb | ab rund 5.000 € Material (3 Körbe) | 15–50 m² je Korb | Herstellerpreis netto, 2023 |
| Grabenkollektor | keine belastbaren Marktpreise | Graben entlang der Grundstücksgrenze | Angebot einholen |
Der Erdwärmekorb ist ein kegelförmiger Kollektor bis 4,5 Meter Tiefe. Der Grabenkollektor verlegt Rohre in einem schmalen Graben statt auf ganzer Fläche. Beide Varianten sparen Fläche gegenüber dem Flächenkollektor und kommen ohne Bohrung aus. Aufbau, Verlegung und Bodenwerte des klassischen Erdkollektors erklärt ein eigener Ratgeber.
Wie viel Förderung gibt es für eine Erdwärmepumpe?
Die KfW fördert eine Erdwärmepumpe seit dem 21.07.2026 mit 30 Prozent Grundförderung, mit Boni bis 70 Prozent, auf höchstens 28.000 Euro förderfähige Kosten für die erste Wohneinheit. Die Bohrung zählt als Erschließung der Wärmequelle zu den förderfähigen Kosten. Laut KfW-Infoblatt zu den förderfähigen Maßnahmen (Version 6.0, Stand 09/2022) zählen Erdsondenbohrungen einschließlich Probebohrungen und verschuldensunabhängiger Versicherung dazu.
Die Bausteine laut KfW-Merkblatt 458 (Stand 09/2026):
- Grundförderung: 30 Prozent für alle Antragstellenden, auch für Vermietende.
- Klimageschwindigkeitsbonus: 16 Prozent für Selbstnutzende beim Austausch einer funktionstüchtigen Öl-, Kohle-, Gasetagen- oder Nachtspeicherheizung oder einer mindestens 20 Jahre alten Gas- oder Biomasseheizung, ab 01.02.2027 noch 12 Prozent.
- Einkommensbonus: 40, 30 oder 10 Prozent bei bis zu 30.000, 40.000 oder 50.000 Euro zu versteuerndem Haushaltseinkommen, mit kindergeldberechtigtem Kind unter 18 jeweils 10.000 Euro mehr, nur für Selbstnutzende.
- Obergrenze: 70 Prozent, 80 Prozent nur bis 30.000 Euro zu versteuerndem Einkommen oder bis 40.000 Euro mit kindergeldberechtigtem Kind unter 18.
Einen eigenen Bonus für Erdwärme gibt es nicht mehr. Die KfW schreibt zur Reform: „Effizienzbonus und Emissionsminderungszuschlag entfallen.“ Manche Ratgeber nennen den früheren 5-Prozent-Bonus für Erdwärme trotzdem noch. Ihren genauen Zuschuss berechnen Sie mit dem KfW-Förderrechner für Wärmepumpen.
| Fördersatz (Sonde, 37.325 €) | Zuschuss | Eigenanteil | Effektive Quote |
|---|---|---|---|
| 30 % Grundförderung | 8.400 € | 28.925 € | 22,5 % |
| 46 % mit Klimabonus | 12.880 € | 24.445 € | 34,5 % |
| 70 % Obergrenze | 19.600 € | 17.725 € | 52,5 % |
| 80 % bei niedrigem Einkommen | 22.400 € | 14.925 € | 60,0 % |
Kurz eingeordnet: Der Deckel von 28.000 Euro schneidet im Beispiel 9.325 Euro ab. Die effektive Förderquote liegt deshalb 7,5 bis 20 Prozentpunkte unter dem nominalen Satz. Ab dem 01.02.2027 sinken die förderfähigen Kosten auf 27.250 Euro. Mit 30 Prozent Grundförderung und 12 Prozent Klimabonus ergeben sich dann 11.445 Euro statt 12.880 Euro. Maßgeblich ist das Datum der Antragstellung. Antrag, Bestätigung und Auszahlung beschreibt der Ratgeber KfW-Förderung für Wärmepumpen.
Warum bleibt die Bohrung oft ungefördert?
Die Bohrung bleibt oft ungefördert, weil Gerät und Installation allein schon nahe an den Kostendeckel von 28.000 Euro reichen. Im Mittelwert-Beispiel liegen 9.325 der 12.325 Euro für Bohrung und Nebenkosten über dem Deckel, die Mehrkosten gegenüber dem Flächenkollektor sogar komplett. Der Flächenkollektor mit 31.325 Euro erhält bei 46 Prozent ebenfalls 12.880 Euro Zuschuss, also genauso viel wie die Sonde.
Die Prognos-Kurzstudie zu geothermischen Wärmepumpen (17.04.2026) kommt für ein Einfamilienhaus zum gleichen Ergebnis. Sie weist für die Sonde 0 Prozent Förderung aus, obwohl sie noch mit 30.000 Euro Deckel und Effizienzbonus rechnet.
Was kostet der Betrieb einer Erdwärmepumpe?
Eine Erdwärmepumpe kostet im Bestandshaus mit 18.000 kWh Wärmebedarf rund 1.145 Euro Strom im Jahr, also 95 Euro im Monat. Grundlage sind eine Jahresarbeitszahl (JAZ) von 4,3 und ein Wärmepumpentarif. Die JAZ gibt an, wie viele kWh Wärme aus 1 kWh Strom entstehen.
| Szenario | JAZ | Strom pro Jahr | WP-Tarif pro Jahr | Haushaltsstrom pro Jahr |
|---|---|---|---|---|
| Erdwärmepumpe, Mittelwert | 4,3 | 4.186 kWh | 1.145 € | 1.561 € |
| Erdwärmepumpe, untere Spanne | 3,6 | 5.000 kWh | 1.340 € | 1.865 € |
| Erdwärmepumpe, obere Spanne | 5,4 | 3.333 kWh | 940 € | 1.243 € |
| Luftwärmepumpe, Mittelwert | 3,4 | 5.294 kWh | 1.411 € | 1.975 € |
Die JAZ-Werte stammen aus dem Feldtest des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE in Bestandsgebäuden (11/2025). Der Wärmepumpentarif kostet laut Marktcheck der Verbraucherzentrale NRW im Schnitt 24 Cent pro kWh plus 140 Euro Grundpreis im Jahr. Haushaltsstrom kostet laut BDEW 37,3 Cent pro kWh (10/2026). Mit Wärmepumpentarif sparen Sie gegenüber Haushaltsstrom rund 416 Euro im Jahr.
Hinzu kommt die Wartung. Eine Handwerkerumfrage von co2online kommt auf durchschnittlich 140 Euro im Jahr für eine Wärmepumpe (05/2026). Die Verbraucherzentrale nennt 150 bis 300 Euro. Ein Schornsteinfeger ist nicht nötig, weil eine Wärmepumpe nichts verbrennt.
Erdwärme oder Luftwärmepumpe: Wann amortisieren sich die Mehrkosten?
Die Mehrkosten einer Erdwärmepumpe von rund 12.900 Euro amortisieren sich im Beispielhaus erst nach 35 bis 48 Jahren mit Wärmepumpentarif. Die Erdwärmepumpe spart dort 1.108 kWh Strom und 266 Euro im Jahr. Das ist ein ehrliches Ergebnis, kein Argument gegen Erdwärme. Es zeigt, dass der Effizienzvorteil die Bohrung allein über Stromkosten selten schnell bezahlt.
Die Mehrkosten setzen sich so zusammen: 2.000 Euro höherer Gerätepreis laut ADAC-Spannen, 11.250 Euro für 150 Bohrmeter zu 75 Euro und 1.075 Euro Nebenkosten. Abgezogen sind 1.428 Euro für das Fundament des Außengeräts, das bei Erdwärme entfällt. Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz hat 160 Angebote für Luft-Wasser-Wärmepumpen ausgewertet: Sie kosteten im Schnitt 36.279 Euro (Stand 06/2025). „Die Spannbreite der Kosten ist enorm“, schreibt die Verbraucherzentrale. Weil schon dieses Angebot über 28.000 Euro liegt, erhalten die Mehrkosten der Erdwärme keinen zusätzlichen Zuschuss. Preise realer Angebote je kW zeigen die Marktdaten zu Wärmepumpen-Preisen.
| Wärmebedarf | Ersparnis WP-Tarif | Amortisation statisch / mit 2 % Preisanstieg | Ersparnis Haushaltsstrom | Amortisation statisch / mit 2 % |
|---|---|---|---|---|
| 15.000 kWh | 222 €/Jahr | 58 / 39 Jahre | 344 €/Jahr | 37 / 29 Jahre |
| 18.000 kWh | 266 €/Jahr | 48 / 35 Jahre | 413 €/Jahr | 31 / 25 Jahre |
| 25.000 kWh | 369 €/Jahr | 35 / 27 Jahre | 574 €/Jahr | 22 / 19 Jahre |
Kurz eingeordnet: Hoher Wärmebedarf und teurer Strom verkürzen die Amortisation deutlich. Bei einer JAZ von 5,0 gegenüber 3,0 spart die Erdwärmepumpe 576 Euro im Jahr, die Mehrkosten sind dann nach 22 Jahren eingespielt. Liegt die Erdwärmepumpe dagegen nur bei 3,6 und die Luftwärmepumpe bei 3,4, amortisiert sich die Bohrung praktisch nicht. Technik und Einsatzgrenzen beider Systeme vergleicht der Ratgeber Erdwärmepumpe.
Ändert die lange Lebensdauer der Erdsonde die Rechnung?
Die Erdsonde hält rund 50 Jahre und überdauert damit 2 Gerätegenerationen, das verbessert die Bilanz, gleicht sie über 40 Jahre aber nur mit Haushaltsstrom aus. Die Prognos-Studie setzt 50 Jahre für die Sonde, 20 Jahre für die Sole-Wärmepumpe und 18 Jahre für die Luftwärmepumpe an. Nach rund 20 Jahren tauschen Sie nur das Gerät, die Bohrung bleibt.
Über 40 Jahre mit 2 Geräten stehen im Beispiel 14.897 Euro Mehrkosten einer Ersparnis von 10.637 Euro mit Wärmepumpentarif gegenüber. Mit Haushaltsstrom sind es 16.532 Euro Ersparnis, also 1.635 Euro Vorteil. Preissteigerungen, Zinsen und ein früherer Tausch der Luftwärmepumpe sind darin nicht enthalten, Prognos rechnet für sie mit 18 statt 20 Jahren.
Die Prognos-Studie kommt über 20 Jahre auf 8 Prozent niedrigere Gesamtkosten für die Erdwärmepumpe. Ihr Fazit, dass deutlich geringere Betriebskosten die höheren Investitionen von Wärmepumpen kompensieren, bezieht sich vor allem auf den Vergleich mit der Gasheizung. Die Studie setzt für den Wärmeerzeuger der Luftwärmepumpe 33.018 Euro an, für die Sole-Wärmepumpe 30.480 Euro, also 2.538 Euro weniger. Diese Kostenannahme trägt ebenso zum Vorteil bei wie die kürzere Lebensdauer von 18 Jahren für die Luftwärmepumpe. Eine Übersicht aller Bauarten liefert der Ratgeber Wärmepumpen-Arten im Überblick.
Was kostet eine Erdwärmepumpe im Altbau?
Im Altbau kommen zu den Anlagenkosten oft 5.000 bis 20.000 Euro für Heizkörpertausch, hydraulischen Abgleich und neue Elektrik hinzu. Diese Spanne nennt der ADAC (Sommer 2026). Die Zusatzarbeiten fallen bei Erdwärme und Luftwärme gleichermaßen an.
Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz nennt Medianwerte aus realen Angeboten: 642 Euro je getauschtem Heizkörper und 1.098 Euro für den hydraulischen Abgleich. Der Abgleich ist Pflicht: „ohne umgesetzten hydraulischen Abgleich gibt es keine Förderung für die Wärmepumpe“. Im Fraunhofer-Feldtest erreichten erdgekoppelte Anlagen in Bestandsgebäuden trotzdem eine mittlere JAZ von 4,3. Wie Solekreis, Gerät und Vorlauftemperatur zusammenspielen, erklärt der Ratgeber zur Sole-Wasser-Wärmepumpe.
Welche Genehmigungen und Nebenkosten fallen an?
Eine Erdwärmesonde müssen Sie mindestens 1 Monat vor Bohrbeginn bei der zuständigen Wasserbehörde, meist der Unteren Wasserbehörde, anzeigen, bei mehr als 100 Metern zusätzlich 2 Wochen vorher bei der Bergbehörde. Das regeln § 49 Wasserhaushaltsgesetz (WHG) und § 127 Bundesberggesetz (BBergG). Eine wasserrechtliche Erlaubnis ist nötig, wenn die Bohrung die Grundwasserqualität nachteilig verändern kann.
Für Erdwärmebohrungen bis 400 Meter hat die Bergbehörde 4 Wochen Prüffrist. Äußert sie sich nicht, ist kein Betriebsplan nötig. Für Erdwärmekollektoren bis 4 Meter Tiefe außerhalb von Wasserschutzgebieten vermutet das WHG keine nachteilige Wirkung auf das Grundwasser, wenn die Anforderungen der Anlagenverordnung AwSV erfüllt sind und nicht viele Anlagen dicht beieinander liegen.
| Posten | Kosten oder Frist | Quelle |
|---|---|---|
| Genehmigung allgemein | 150–500 € | Vattenfall, 10/2026 |
| Erlaubnis Berlin, bis 30 kW | 350 €, Bearbeitung 3–4 Monate | Land Berlin |
| Bohrrisikoversicherung | ab rund 250 € | Versicherungsmakler Hörtkorn |
| Baustelleneinrichtung | 250–750 € | Vattenfall, 10/2026 |
Die Länder regeln Details unterschiedlich. Baden-Württemberg verlangt zertifizierte Bohrfirmen nach DVGW-Arbeitsblatt W 120-2. Bayern bietet bis 50 kW ein vereinfachtes Verfahren mit privatem Sachverständigen. In Nordrhein-Westfalen sind Sonden in Trinkwasserschutzzonen I und II unzulässig.
Wann lohnt sich eine Erdwärmepumpe?
Eine Erdwärmepumpe lohnt sich wirtschaftlich vor allem bei hohem Wärmebedarf, langer Nutzungsdauer und günstiger Bohrung. Prüfen Sie diese 6 Punkte:
- Wärmebedarf: Ihr Haus braucht 25.000 kWh oder mehr im Jahr, dann sinkt die Amortisation auf 19 bis 35 Jahre.
- Nutzungsdauer: Sie nutzen das Haus selbst über 2 Gerätegenerationen, also rund 40 Jahre.
- Untergrund: Die geologische Karte Ihres Landes zeigt 50 Watt pro Meter oder mehr.
- Bohrpreis: Ihr Angebot liegt bei 50 bis 75 Euro pro Meter statt 100 Euro.
- Grundstück: Sie haben unbebaute Gartenfläche für einen Kollektor und sparen damit die Bohrung.
- Kühlung: Sie wollen im Sommer passiv über die Sole kühlen, ohne laufenden Verdichter.
Treffen höchstens 2 Punkte zu, ist nach den Beispielrechnungen oben meist die Luftwärmepumpe die günstigere Wahl.
Wie senken Sie die Kosten einer Erdwärmepumpe?
Die Kosten einer Erdwärmepumpe senken Sie am stärksten über eine niedrige Heizlast, einen günstigen Meterpreis und die richtige Förderung. 5 Hebel zeigen die Größenordnung:
- Heizlast senken: Jedes kW weniger spart rund 15 Bohrmeter und 750 bis 1.500 Euro.
- Angebote vergleichen: Vergleichen Sie Preis je Meter, Mehrmeter-Regel und Entsorgung des Bohrguts.
- Kollektor prüfen: Ein Flächenkollektor spart im Mittel rund 6.000 Euro gegenüber der Sonde.
- Förderung sichern: Stellen Sie den Antrag vor dem 01.02.2027, solange 28.000 Euro förderfähig sind.
- Tarif wählen: Ein Wärmepumpentarif spart rund 416 Euro im Jahr gegenüber Haushaltsstrom.
Häufige Fragen zu Kosten der Erdwärmepumpe
Was kostet eine Erdwärmepumpe für ein Einfamilienhaus?
Eine Erdwärmepumpe kostet für ein Einfamilienhaus mit 10 kW Heizlast im Mittel rund 37.000 Euro mit Erdsonde und 31.000 Euro mit Flächenkollektor. Nach 46 Prozent Förderung bleiben rund 24.400 beziehungsweise 18.400 Euro Eigenanteil.
Was kostet eine Sole-Wasser-Wärmepumpe ohne Bohrung?
Das Gerät einer Sole-Wasser-Wärmepumpe kostet laut ADAC 10.000 bis 18.000 Euro, die Installation weitere 7.000 bis 15.000 Euro. Die Erschließung über Sonde oder Kollektor kommt hinzu.
Ist eine Erdwärmepumpe im Betrieb günstiger als eine Luftwärmepumpe?
Ja, eine Erdwärmepumpe verbraucht im Bestand rund 21 Prozent weniger Strom als eine Luftwärmepumpe. Bei 18.000 kWh Wärmebedarf sind das 1.108 kWh und 266 Euro im Jahr mit Wärmepumpentarif.
Gibt es einen Förderbonus speziell für Erdwärme?
Nein, seit dem 21.07.2026 gibt es keinen eigenen Bonus für Erdwärme mehr. Der frühere Effizienzbonus von 5 Prozent ist entfallen. Erdwärme- und Luftwärmepumpen erhalten dieselben Fördersätze.
Wie lange dauert die Amortisation einer Erdwärmepumpe?
Die Mehrkosten gegenüber einer Luftwärmepumpe amortisieren sich im Beispielhaus nach 25 bis 48 Jahren, je nach Strompreis und Preisanstieg. Bei 25.000 kWh Wärmebedarf sind es 19 bis 35 Jahre.
ADAC (Wärmepumpe: Funktion, Kosten, Förderung, Stand 21.07.2026); KfW, Merkblatt Zuschuss Nr. 458 (Stand 09/2026); KfW, Pressemitteilung zur Heizungsförderung (08.07.2026); KfW, Infoblatt förderfähige Maßnahmen und Leistungen BEG (Version 6.0, Stand 09/2022); Fraunhofer ISE, Feldtest Wärmepumpen im Bestand (11/2025); BDEW-Strompreisanalyse (Oktober 2026); Verbraucherzentrale NRW, Marktcheck Wärmepumpen-Stromtarife (02/2026); Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, Auswertung von 160 Wärmepumpen-Angeboten (06/2025); Prognos AG, Kurzstudie geothermische Wärmepumpen (17.04.2026); VDI 4640 Blatt 2, Thermische Nutzung des Untergrunds (Fassungen 09/2001 und 06/2019); Mands, TGA Fachplaner 8/2004; Wasserhaushaltsgesetz § 49; Bundesberggesetz § 127; Land Berlin, Erlaubnis für Erdwärmeanlagen; DVGW-Arbeitsblatt W 120-2; co2online, Heizungswartung (05/2026); Verbraucherzentrale, Kosten einer Wärmepumpe (04/2026); Vattenfall, Erdwärmepumpe (16.10.2026); Dr. Friedrich E. Hörtkorn GmbH, Bohrlochversicherung.


