iSFP-Kosten 2026: Preise, Rechenbeispiele & Vergleich
Ein individueller Sanierungsfahrplan (iSFP) kostet 2026 zwischen 650 und 8.000 Euro brutto, abhängig von Gebäudetyp, Region und Anbieter. Die BAFA-Förderung deckt die Hälfte des Honorars, gedeckelt bei 650 Euro für Ein- und Zweifamilienhäuser und 850 Euro für Wohngebäude ab drei Wohneinheiten. Wie stark der Preis je nach Baujahr, Wohnfläche, Region und Zusatzleistungen schwankt, zeigen die Rechenbeispiele und der Anbietervergleich in diesem Beitrag.
Das Wichtigste in Kürze
- Bundesweite Preisspanne 2026: 650 bis 8.000 Euro brutto je nach Gebäudetyp
- BAFA-Förderung: 50 % des Honorars, gedeckelt bei 650 Euro (EFH/ZFH) bzw. 850 Euro (ab 3 Wohneinheiten)
- Stundenätze der Energieberater:innen: 80 bis 150 Euro, in Ballungsräumen meist höher
- Thermografie als Zusatzleistung: 400 bis 600 Euro extra
- Blower-Door-Test als Zusatzleistung: 200 bis 700 Euro extra
- WEG-Zusatzbonus: 250 Euro einmalig bei Vorstellung in der Eigentümerversammlung
- Steuerliche Alternative: 50 % der Energieberaterkosten absetzbar nach § 35c EStG, exklusiv zur BAFA-Förderung
- Vor-Ort-Begehung ist laut BAFA-Förderrichtlinie verpflichtender Bestandteil des Honorars
Was kostet ein individueller Sanierungsfahrplan 2026 konkret?
Der Preis für einen individuellen Sanierungsfahrplan reicht 2026 von 650 Euro bei einfachen Einfamilienhäusern bis zu 8.000 Euro bei großen Mehrfamilienhäusern. Der Pillar-Artikel zum individuellen Sanierungsfahrplan nennt für Standardfälle bei Ein- und Zweifamilienhäusern eine Spanne von 1.350 bis 2.150 Euro. Die tatsächliche Marktbreite reicht weiter, wenn Sie schlanke Online-Angebote und große Mehrfamilienhäuser mit einbeziehen. Die folgende Tabelle staffelt die Honorare feiner nach Gebäudetyp.
| Gebäudetyp | Honorar-Spanne (brutto) | BAFA-Zuschuss (Deckel) | Typischer Eigenanteil |
|---|---|---|---|
| EFH/ZFH, einfache Struktur, ländlich | 650–1.100 € | bis 650 € | 300–650 € |
| EFH/ZFH, Standard, Stadtrand | 1.100–1.600 € | bis 650 € | 550–1.100 € |
| EFH/ZFH, Altbau/komplex, Ballungsraum | 1.600–2.150 € | bis 650 € | 1.100–1.500 € |
| MFH, 3–6 Wohneinheiten | 2.300–4.000 € | bis 850 € | 1.650–3.150 € |
| MFH, 7–12 Wohneinheiten | 3.500–5.000 € | bis 850 € | 2.650–4.150 € |
| MFH, ab 13 Wohneinheiten / große WEG | 5.000–8.000 € | bis 850 € (+250 € WEG-Bonus) | 3.900–6.900 € |
Der Fördersatz bleibt bei 50 Prozent für alle Gebäudetypen gleich. Nur der Höchstbetrag und das Honorar selbst steigen mit der Gebäudegröße.
Warum unterscheiden sich die Preise regional so stark?
Energieberater:innen in Ballungsräumen berechnen tendenziell höhere Honorare als Anbieter auf dem Land. Der Grund liegt im Stundensatz: Marktbeobachtungen von Vergleichsportalen zeigen Stundenätze zwischen 80 und 150 Euro, wobei Büros in Großstädten wegen höherer Betriebskosten am oberen Ende liegen. Gleichzeitig sparen Sie in der Stadt Anfahrtskosten, weil mehr Energieberater:innen in der Nähe verfügbar sind.
Auf dem Land kehrt sich dieser Effekt teilweise um. Die Stundenätze fallen niedriger aus, doch die Anfahrt zu abgelegenen Objekten schlägt sich oft als eigene Position im Angebot nieder. Bei wenigen dena-gelisteten Expert:innen in dünn besiedelten Regionen sinkt zudem der Wettbewerb, was Preise stabil hoch halten kann. Fragen Sie deshalb aktiv nach, ob Anfahrt und Vor-Ort-Termin bereits im Pauschalpreis enthalten sind, bevor Sie ein Angebot vergleichen.
Welche Faktoren treiben den iSFP-Preis am stärksten?
Gebäudealter, Wohnfläche, Anzahl der Vor-Ort-Termine und optionale Zusatzleistungen bestimmen den größten Teil der Preisunterschiede. Ein Altbau vor 1977 ohne bisherige Sanierung erfordert mehr Aufnahmezeit als ein teilsanierter Neubau, weil Bauteile wie Dach, Fassade und Kellerdecke einzeln bewertet werden müssen. Jeder zusätzliche Quadratmeter Wohnfläche erhöht die Zahl der zu erfassenden Räume und Bauteile.
Die Vor-Ort-Begehung ist nach der BAFA-Förderrichtlinie ein verpflichtender Bestandteil jeder geförderten Energieberatung. Bei größeren oder komplexeren Gebäuden braucht dieser Termin mehrere Stunden statt einer einzigen. Zwei Zusatzleistungen treiben den Preis zusätzlich nach oben, sind im Grundhonorar aber meist nicht enthalten:
- Thermografie: Eine Wärmebildaufnahme der Gebäudehülle kostet zusätzlich 400 bis 600 Euro.
- Blower-Door-Test: Die Luftdichtheitsmessung nach DIN 13829 kostet zusätzlich 200 bis 700 Euro.
Beide Leistungen liefern belastbare Messdaten statt reiner Schätzwerte. Sie lohnen sich vor allem, wenn Sie eine Dämmmaßnahme oder einen Heizungstausch besonders präzise planen wollen.
Was ist im iSFP-Honorar enthalten – und was kostet extra?
Im Grundhonorar enthalten sind die Vor-Ort-Begehung, die energetische Berechnung, die Maßnahmenpakete und die beiden iSFP-Dokumente „Mein Sanierungsfahrplan" und „Umsetzungshilfe für meine Maßnahmen". Diese Umsetzungshilfe ist gesetzlich vorgeschrieben und deshalb im Standardhonorar eingepreist, anders als oft angenommen. Ohne sie erkennt das BAFA den späteren iSFP-Bonus nicht an.
Nicht enthalten sind Leistungen, die über die reine Planung hinausgehen: detaillierte Fachplanung wie Wärmebrückennachweise, die Baubegleitung einzelner Gewerke, die Ausführungsplanung für Handwerksbetriebe und separate Förderanträge für jede einzelne Sanierungsmaßnahme. Bei Wohnungseigentümergemeinschaften kommt die Vorstellung der Ergebnisse in der Eigentümerversammlung hinzu – dafür zahlt das BAFA zwar einen Zuschuss von bis zu 250 Euro, das Honorar für den zusätzlichen Termin verhandeln Sie aber separat mit der beauftragten Person. Wie sich Energieberater-Honorare für Beratungsleistungen jenseits des iSFP zusammensetzen, erläutert der Beitrag zu Energieberater-Kosten.
Wie viel bleibt nach Förderung übrig? Vier Rechenbeispiele
Nach Abzug der BAFA-Förderung liegt der Eigenanteil eines iSFP meist zwischen 300 und 6.900 Euro, abhängig von Gebäudetyp und Honorar. Die folgenden vier Beispiele zeigen die Berechnung für unterschiedliche Gebäude.
Beispiel 1 – Einfamilienhaus, ländliche Region: Honorar 1.200 Euro. Die Förderung beträgt 50 Prozent, also 600 Euro, und bleibt unter dem 650-Euro-Deckel. Eigenanteil: 600 Euro.
Beispiel 2 – Altbau-Zweifamilienhaus, Ballungsraum: Honorar 1.800 Euro. 50 Prozent wären 900 Euro, gedeckelt greift aber die Höchstgrenze von 650 Euro. Eigenanteil: 1.150 Euro.
Beispiel 3 – Mehrfamilienhaus mit 6 Wohneinheiten, ohne WEG-Termin: Honorar 3.200 Euro. 50 Prozent wären 1.600 Euro, gedeckelt bei 850 Euro. Eigenanteil: 2.350 Euro.
Beispiel 4 – Mehrfamilienhaus mit 12 Wohneinheiten, mit Vorstellung in der Eigentümerversammlung: Honorar 4.500 Euro. Förderung: 850 Euro Deckel plus 250 Euro WEG-Bonus, zusammen 1.100 Euro. Eigenanteil: 3.400 Euro, verteilt auf alle Eigentümer:innen nach Miteigentumsanteil.
Die Beispiele zeigen: Der Deckel greift bei größeren Gebäuden fast immer. Ob sich ein höheres Honorar dennoch lohnt, hängt vom Umfang der Beratung und der geplanten Sanierung ab. Eine ausführliche Wirtschaftlichkeitsrechnung für Mehrfamilienhäuser liefert der Beitrag Individueller Sanierungsfahrplan im Mehrfamilienhaus.
Festpreis oder Stundensatz – worauf beim Angebotsvergleich achten?
In der Praxis bestimmen Festpreise den iSFP-Markt, obwohl theoretisch auch nach Stundensatz abgerechnet werden könnte. Ein Festpreisangebot schützt Sie vor Nachforderungen, wenn die Vor-Ort-Begehung länger dauert als geplant. Ein Stundensatz-Angebot kann günstiger sein, wenn Ihr Gebäude einfach strukturiert ist, birgt aber ein Kostenrisiko bei unerwartetem Mehraufwand.
Holen Sie mindestens zwei bis drei Angebote ein, bevor Sie sich entscheiden. Achten Sie dabei auf drei Punkte: erstens den vollständigen Leistungsumfang inklusive Umsetzungshilfe, zweitens die Frage, ob Anfahrt und Nachbereitung im Preis enthalten sind, und drittens die Erfahrung der Fachperson mit Ihrem konkreten Gebäudetyp. Ein Angebot ohne dena-Listung ist grundsätzlich nicht förderfähig, unabhängig vom Preis. Ob sich die Investition insgesamt rechnet, hängt stark von Ihren Sanierungsplänen ab – eine Einordnung dazu liefert der Beitrag Wann lohnt sich ein iSFP?
Ist der iSFP steuerlich absetzbar statt über die BAFA gefördert?
Ja, die Kosten für einen iSFP-Energieberater lassen sich alternativ zu 50 Prozent über § 35c Einkommensteuergesetz absetzen. Diese Steuerermäßigung für energetische Maßnahmen schließt Energieberatungskosten ausdrücklich mit ein. Der steuerliche Weg funktioniert aber nur, wenn Sie auf den BAFA-Zuschuss verzichten: Eine Doppelförderung derselben Kosten über Zuschuss und Steuerabzug ist ausgeschlossen.
Für die meisten Hausbesitzenden bleibt die BAFA-Förderung der einfachere Weg, weil der Zuschuss sofort im Verwendungsnachweis abgerechnet wird. Der Steuerweg kann sich lohnen, wenn Sie eine hohe Steuerlast im betreffenden Jahr haben und die Bearbeitungszeit beim BAFA umgehen möchten. Einen Überblick, welche weiteren Sanierungskosten sich steuerlich absetzen lassen, gibt der Beitrag Energetische Sanierung steuerlich optimieren. Die BAFA-Förderung selbst ist Teil der Bundesförderung für effiziente Gebäude – ein Überblick über das gesamte Programm steht im Beitrag BEG.
Häufige Fragen zu iSFP-Kosten 2026
Warum unterscheiden sich iSFP-Preise zwischen Anbietern so stark?
Der Preis hängt vom Leistungsumfang, dem Gebäudetyp und der Region ab. Online-Anbieter mit schlankem Prozess kosten oft weniger als lokale Energieberater:innen mit ausführlicher Vor-Ort-Beratung.
Lohnt sich ein besonders günstiger Online-iSFP?
Ein günstiger Online-iSFP kann ausreichen, wenn Ihr Gebäude einfach strukturiert ist. Bei Altbauten oder komplexen Sanierungsvorhaben lohnt sich meist eine ausführlichere, teurere Beratung mit persönlicher Vor-Ort-Begehung.
Was kostet ein iSFP mit Thermografie und Blower-Door-Test zusätzlich?
Thermografie kostet zusätzlich 400 bis 600 Euro, ein Blower-Door-Test 200 bis 700 Euro. Beide Leistungen sind im BAFA-Grundhonorar für den iSFP nicht enthalten.
Kann ich BAFA-Förderung und Steuerabzug für den iSFP kombinieren?
Nein. Dieselben Energieberaterkosten fördert entweder der BAFA-Zuschuss oder die Steuerermäßigung nach § 35c EStG. Eine Kombination für denselben Kostenanteil ist ausgeschlossen.
Wie vergleiche ich mehrere iSFP-Angebote am besten?
Vergleichen Sie den vollständigen Leistungsumfang, nicht nur den Endpreis. Prüfen Sie, ob Anfahrt, Umsetzungshilfe und Abschlussgespräch enthalten sind, und ob die Fachperson dena-gelistet ist.
Was passiert, wenn mein Eigenanteil höher ausfällt als erwartet?
Ein höherer Eigenanteil entsteht meist, wenn der BAFA-Deckel von 650 oder 850 Euro greift. Holen Sie vorab ein verbindliches Angebot ein, um den Eigenanteil vor Beauftragung zu kennen.
BAFA – Bundesförderung der Energieberatung für Wohngebäude (EBW), Förderhöhe und Vor-Ort-Begehungspflicht; BAFA – Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle, Informationen für Antragstellende ab 21.07.2026; Verbraucherzentrale – Individueller Sanierungsfahrplan (iSFP): Modernisieren mit Köpfchen; dena – Energieeffizienz-Expertenliste; Marktbeobachtung von Energieberatungs- und Vergleichsportalen zu Honoraren, Stundenätzen, Thermografie- und Blower-Door-Test-Kosten (Stand 2026); Gesetzestext § 35c Einkommensteuergesetz (Steuerermäßigung für energetische Maßnahmen an zu eigenen Wohnzwecken genutzten Gebäuden).


