Oberste Geschossdecke dämmen: Pflicht, Kosten, begehbar oder nicht
Den Dachboden zu dämmen heißt meist, die oberste Geschossdecke zu dämmen: die Decke zwischen dem letzten beheizten Geschoss und dem kalten Dachraum. Die Maßnahme kostet 20 bis 80 € pro m² und ist für viele Bestandshäuser nach § 35 Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) Pflicht. Dieser Ratgeber zeigt Kosten, Dämmdicken, Pflicht-Check, Ausführung und Förderung mit Stand November 2026.
Das Wichtigste in Kürze
- Kosten Fachbetrieb: 20–35 €/m² nicht begehbar, 40–80 €/m² begehbar, 25–50 €/m² Einblasdämmung (co2online 2025)
- Kosten 80 m²: 1.600–2.800 € nicht begehbar, 3.200–6.400 € begehbar; Eigenleistung 16–46 €/m² (Passivhaus-Studie 2024)
- Pflicht: § 35 GModG (früher § 47 GEG), U ≤ 0,24 W/(m²K) für Decken ohne Mindestwärmeschutz, Bußgeld bis 50.000 €
- Ausnahme: Häuser mit max. 2 Wohnungen, deren Eigentümer am 01.02.2002 selbst dort wohnte; nach 1. Eigentümerwechsel 2 Jahre Frist
- Dämmdicke Mineralwolle: 14 cm für U 0,24 (Pflicht), 25 cm für U 0,14 (Förderung); PUR 10 bzw. 17 cm
- Einsparung 80 m² (U 0,90 auf 0,24): 3.337 kWh Heizwärme/Jahr, rund 453 € mit Gas, Heizlast −1,35 kW (42watt-Rechnung)
- Förderung seit 21.07.2026: 15 % BAFA bei U ≤ 0,14; iSFP-Bonus erst ab 30.000 € je Antrag
- Steuerbonus § 35c EStG: 20 % über 3 Jahre (7/7/6 %), max. 40.000 € je Objekt, nicht mit BAFA kombinierbar
Was kostet es, die oberste Geschossdecke zu dämmen?
Die Dämmung der obersten Geschossdecke kostet durch einen Fachbetrieb 20 bis 35 € pro m² in nicht begehbarer und 40 bis 80 € pro m² in begehbarer Ausführung. Eine Einblasdämmung in eine Holzbalkendecke liegt bei 25 bis 50 € pro m². Diese Spannen nennt die gemeinnützige Beratungsgesellschaft co2online (Stand 04.09.2025). In Eigenleistung kosten Material und Zubehör 16 bis 46 € pro m².
| Variante | Typischer Dämmstoff | Fachbetrieb pro m² | Eigenleistung pro m² | 80 m² Fachbetrieb |
|---|---|---|---|---|
| Nicht begehbar, Matten oder Rollen | Mineralwolle, Holzfaser | 20–35 € | ca. 29 € (28 cm) | 1.600–2.800 € |
| Nicht begehbar, lose Zellulose | Zellulose | ca. 28 € | ca. 16 € (32 cm) | ca. 2.240 € |
| Begehbar, Platten mit Belag | EPS, PUR, Mineralwolle | 40–80 € | 34–46 € (12–26 cm) | 3.200–6.400 € |
| Begehbar, Leiterträger mit Zellulose | Zellulose | ca. 68 € | ca. 34 € (33 cm) | ca. 5.440 € |
| Einblasdämmung Holzbalkendecke | Zellulose, Mineralwolle-Granulat | 25–50 € | nur Fachbetrieb | 2.000–4.000 € |
| Schüttung zwischen Balken | Perlite | projektabhängig | 10 l Material je m² und cm | Bedarf 16 m³ bei 20 cm |
Die nicht begehbare Variante kostet für 80 m² Dachboden 1.600 bis 2.800 €, die begehbare 3.200 bis 6.400 €. Der Unterschied entsteht vor allem durch den Laufbelag aus OSB- oder Spanplatten und den höheren Arbeitsaufwand.
Die Werte für Eigenleistung und die Fachbetriebspreise für lose Zellulose und Leiterträger stammen aus einer Studie zur Selbstmontage, gefördert aus Mitteln des Landes Hessen (Krick/Seibert, Passivhaus Institut, März 2024). Für das Einblasen in eine Holzbalkendecke mit vorhandenem Hohlraum nannte die Deutsche Umwelthilfe (DUH) 15 bis 25 € pro m² (Factsheet, März 2022). Für Perlite-Schüttungen gibt es keine einheitliche Preisspanne. Hinzu kommen oft 300 bis 600 € für eine neue oder gedämmte Bodentreppe (DUH, 2022).
Wie dick muss die Dämmung für U 0,24 und U 0,14 sein?
Für den Pflichtwert von 0,24 W/(m²K) braucht Mineralwolle rund 14 cm, für den Förderwert von 0,14 W/(m²K) rund 25 cm. Der U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient) gibt an, wie viel Wärme pro m² und Grad Temperaturdifferenz durch ein Bauteil entweicht. Je kleiner die Wärmeleitfähigkeit λ (Lambda) eines Dämmstoffs, desto dünner darf die Schicht sein.
| Dämmstoff | λ in W/(mK) | Dicke für U 0,24 (Pflicht) | Dicke für U 0,14 (Förderung) |
|---|---|---|---|
| Mineralwolle | 0,035 | 14 cm | 25 cm |
| EPS (Styropor), weiß | 0,035 | 14 cm | 25 cm |
| EPS, grau | 0,032 | 13 cm | 22 cm |
| XPS | 0,035 | 14 cm | 25 cm |
| PUR/PIR-Hartschaum | 0,024 | 10 cm | 17 cm |
| Holzfaser | 0,040 | 16 cm | 28 cm |
| Zellulose | 0,040 | 16 cm | 28 cm |
| Perlite-Schüttung | 0,050 | 20 cm | 35 cm |
Die Tabelle beruht auf einer 42watt-Rechnung mit typischen Bemessungswerten und den Übergangswiderständen nach DIN EN ISO 6946. Die bestehende Decke ist nicht eingerechnet, das Ergebnis liegt also auf der sicheren Seite. Eine ungedämmte Decke mit einem U-Wert von 0,9 W/(m²K) wirkt wie rund 3,4 cm Mineralwolle. Zwischen Holzbalken erhöht der Holzanteil die nötige Dicke. Wie U-Werte und Dämmstärken für andere Bauteile zusammenhängen, zeigt der Ratgeber zum U-Wert und zur Dämmung in Deutschland.
Ist die Dämmung der obersten Geschossdecke Pflicht?
Ja, § 35 GModG verpflichtet Eigentümer, eine oberste Geschossdecke ohne Mindestwärmeschutz auf einen U-Wert von höchstens 0,24 W/(m²K) zu dämmen. Das GModG ist das frühere Gebäudeenergiegesetz (GEG). Es heißt seit dem 29.07.2026 so, die Pflicht stand zuvor wortgleich in § 47 GEG. Die Pflicht gilt für Wohngebäude und für Nichtwohngebäude, die mindestens 4 Monate im Jahr auf mindestens 19 °C beheizt werden.
Erfüllt die Decke den Mindestwärmeschutz nach DIN 4108-2 bereits, entfällt die Pflicht. Statt der Decke dürfen Sie auch das Dach darüber dämmen. Ist die Dämmdicke zwischen Balken technisch begrenzt, genügt die höchstmögliche Dicke. Dafür gilt ein λ-Wert von 0,035 W/(mK), bei Einblasdämmung und nachwachsenden Rohstoffen 0,045 W/(mK). Ein Verstoß kann nach § 108 GModG bis zu 50.000 € Bußgeld kosten. Der Betrag ist eine Obergrenze und setzt Vorsatz oder Leichtfertigkeit voraus. Den Rechtsrahmen insgesamt erklärt der Überblick zum Gebäudeenergiegesetz und GModG.
Wie prüfen Sie in 6 Schritten, ob die Pflicht für Ihr Haus gilt?
Die Pflicht greift, wenn unter der Decke beheizt wird, weder Decke noch Dach den Mindestwärmeschutz erfüllen und keine Ausnahme für Selbstnutzende gilt. Prüfen Sie die Fragen nach § 35 Abs. 1 bis 4 GModG nacheinander:
1. Liegen unter der Decke beheizte Räume? Wenn nein, besteht keine Pflicht.
2. Ist das Dach darüber auf höchstens 0,24 W/(m²K) gedämmt oder erfüllt es den Mindestwärmeschutz? Wenn ja, ist die Pflicht erfüllt.
3. Erfüllt die Decke selbst den Mindestwärmeschutz? Decken, die seit 1969 gebaut wurden, erfüllen ihn laut einer Auslegung des Deutschen Instituts für Bautechnik (DIBt) im Regelfall. Holzbalkendecken aller Baualtersklassen erfüllen ihn laut dem Fachportal energie-fachberater.de in der Regel ebenfalls.
4. Hat das Haus höchstens 2 Wohnungen, und bewohnte der Eigentümer am 01.02.2002 eine davon selbst? Wenn ja, ruht die Pflicht bis zum ersten Eigentümerwechsel danach.
5. Gab es diesen ersten Wechsel durch Kauf oder Erbe? Dann haben neue Eigentümer 2 Jahre Zeit. Ein Übergang am 15.11.2026 führt zur Frist bis 15.11.2028.
6. Bewohnen Sie ein Haus mit höchstens 2 Wohnungen selbst, und rechnet sich die Dämmung nicht in angemessener Frist? Dann entfällt die Pflicht nach § 35 Abs. 4.
Schritt 6 trifft bei einer ungedämmten Decke selten zu. Die Rechnung weiter unten zeigt eine Amortisation von 3,5 bis 6,2 Jahren für die nicht begehbare Variante. Ob Sie nach Kauf oder Erbe dämmen müssen, zeigt der Sanierungspflicht-Check nach Kauf oder Erbe.
Begehbar oder nicht begehbar: Welche Ausführung passt?
Eine nicht begehbare Dämmung genügt, wenn Sie den Dachboden nicht als Abstellfläche nutzen, eine begehbare brauchen Sie für Stauraum oder regelmäßige Wege. Die nicht begehbare Variante kostet etwa die Hälfte. Sie erlaubt zudem größere Dicken, weil kein tragender Belag die Höhe begrenzt.
Die Studie des Passivhaus Instituts empfiehlt die nicht begehbare Dämmung, wenn der Dachraum nicht als Lager dient (März 2024). Für Wege zum Schornstein oder zur Wartung von Leitungen reichen einzelne Laufstege aus Brettern, so die Verbraucherzentrale. Begehbare Systeme gibt es in 3 Bauarten:
- Verbundplatten: EPS- oder PUR-Platten mit aufkaschierter Holzwerkstoffplatte, schnell verlegt.
- Dämmung mit Laufbelag: druckfeste Platten oder Matten zwischen Lagerhölzern, darauf OSB- oder Spanplatten.
- Leiterträger mit Zellulose: schlanke Holzträger mit Belag, dazwischen eingeblasene Zellulose bis 33 cm.
Soll das Dachgeschoss später bewohnt werden, ist die Dämmung der Dachfläche die passende Wahl. Verfahren und Kosten dafür beschreibt der Ratgeber zur Dachdämmung.
Welche Dämmung eignet sich für den Dachboden?
Für den Dachboden eignen sich Mineralwolle, Zellulose, Holzfaser, EPS (Styropor) und PUR-Hartschaum, die Wahl richtet sich nach Begehbarkeit, Aufbauhöhe und Deckentyp. Mineralwolle ist nicht brennbar (je nach Produkt Baustoffklasse A1 oder A2) und als Rollenware einfach auszulegen. Zellulose aus Altpapier war in der Passivhaus-Studie die günstigste Variante in Eigenleistung, ist meist normal entflammbar (B2) und füllt Lücken fugenlos.
EPS und PUR kommen vor allem in begehbaren Verbundplatten zum Einsatz. PUR erreicht den Pflichtwert schon mit 10 cm, wenn die Aufbauhöhe knapp ist. Styropor auf dem Dachboden funktioniert gut auf Betondecken. Auf Holzbalkendecken braucht es darunter eine luftdichte, dampfbremsende Schicht. Holzfaser braucht bei λ 0,040 rund 14 % mehr Dicke als Mineralwolle. Die Wärmeleitfähigkeiten nennt die Thüringer Energie- und GreenTech-Agentur (ThEGA) mit 0,024 bis 0,065 W/(mK) je nach Stoff (Faktenblatt, März 2025).
Wie dämmen Sie eine Holzbalkendecke im Altbau?
Eine Holzbalkendecke dämmen Sie entweder durch Einblasen in den Hohlraum zwischen den Balken oder durch eine Dämmschicht oben auf den Dielen, jeweils mit luftdichter Ebene. Viele Altbaudecken haben zwischen den Balken einen Fehlboden mit Lehm- oder Schlackefüllung und darüber einen Hohlraum. Ein Fachbetrieb bläst Zellulose oder Mineralwolle-Granulat durch kleine Öffnungen in diesen Hohlraum.
Die Balkenhöhe begrenzt beim Einblasen die Dicke. Reicht sie nicht für 0,24 W/(m²K), erfüllt nach § 35 Abs. 2 die höchstmögliche Dicke die Pflicht. Für den Förderwert ergänzen Sie eine zweite Lage quer über den Balken. Bei einer Dämmschicht oben auf den Dielen gehört vorher eine Dampfbremsfolie auf die Holzbalkendecke, so das Fachportal energie-fachberater.de. Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz rät, bei fehlendem Deckenputz oder fehlender intakter Folie einen Feuchteschutz von unten zu prüfen (22.10.2024). Voraussetzungen und Ablauf des Verfahrens erklärt der Beitrag zur Einblasdämmung.
Was gilt bei einer Massivdecke aus Beton?
Eine Massivdecke aus Beton lässt sich am einfachsten dämmen, weil sie selbst weitgehend luftdicht ist. Laut dem Fachverlag Forum Verlag Herkert kann auf einer luftdichten Stahlbetondecke die Dampfbremse entfallen. Das Passivhaus Institut empfiehlt die Folie trotzdem, weil sie wenig kostet. Massivdecken vor Baujahr 1969 erfüllen den Mindestwärmeschutz nicht automatisch und fallen dann oft unter die Pflicht. Verlegen Sie Platten in 2 Lagen mit versetzten Stößen, damit keine kalte Luft die Dämmung unterströmt.
Wie läuft die Dämmung Schritt für Schritt ab?
Die Dämmung der obersten Geschossdecke läuft in 7 Schritten ab, und der wichtigste ist die luftdichte Ebene vor dem Dämmstoff. Die Studie des Passivhaus Instituts formuliert es so: „Entscheidend ist, die Decke und Anschlüsse zuvor luftdicht zu machen.“ (Krick/Seibert, März 2024). In Eigenleistung rechnen die Autoren mit 0,5 bis 1,5 Stunden Arbeit je m².
1. Bestand prüfen: Deckentyp, Feuchte, Leitungen und Schornstein erfassen, Fläche messen.
2. Fläche räumen: Boden reinigen, lose Teile und alte Installationen entfernen.
3. Luftdichte Ebene verlegen: Bahnen 10 cm überlappen, an Mauerwerk kleben, an Holz tackern und überkleben.
4. Anschlüsse abdichten: Rohre, Kabel und Lüftungsleitungen mit Manschetten oder Klebeband anschließen.
5. Bodenluke dämmen: Rahmen mit der luftdichten Ebene verkleben, Deckel mit Dämmplatten und Dichtung versehen.
6. Dämmung einbringen: Matten in 2 Lagen versetzt legen oder Zellulose gleichmäßig verteilen.
7. Belag oder Laufstege montieren: bei begehbarer Ausführung Platten verschrauben, ohne die luftdichte Ebene zu verletzen.
Tragen Sie bei Mineralwolle und Zellulose Handschuhe und eine FFP2-Maske, so die Anleitung des Passivhaus Instituts. Zellulose bringt laut Anleitung rund 0,3 kg je m² und Zentimeter auf die Decke. Bei 30 cm sind das 9 kg je m², eine Zusatzlast, die eine Fachperson bei schwachen Decken prüfen sollte.
Wie vermeiden Sie Schimmel nach der Dämmung der obersten Geschossdecke?
Schimmel nach der Dämmung entsteht vor allem durch warme, feuchte Raumluft, die durch Lecks in die Dämmung oder den kalten Dachraum strömt und dort kondensiert. Die Verbraucherzentrale nennt das gedämmte Bauteil nur dann sicher, wenn es luftdicht ist: „Sonst würde sich die Feuchte in der Baukonstruktion sammeln“ (Stand 28.09.2026). Dann drohen Schimmel- und Bauschäden.
Nach der Dämmung bleibt der Dachraum im Winter kälter als vorher. Feuchte Luft aus dem Wohnraum findet dort kältere Flächen, etwa die Unterseite der Dachdeckung. 4 Ursachen treten in der Praxis häufig auf:
- Fehlende luftdichte Ebene: Raumluft zieht durch Dielenfugen in die Dämmung.
- Undichte Bodenluke: Die Einschubtreppe wirkt wie ein offener Kamin.
- Offene Durchführungen: Rohre, Kabel und Abluftleitungen enden ohne Abdichtung.
- Abluft in den Dachraum: Bad- oder Küchenlüfter blasen feuchte Luft auf den Dachboden.
Halten Sie den Dachraum belüftet und führen Sie Abluftleitungen über Dach. Die Dampfbremse liegt immer auf der warmen Seite, also unter der Dämmung. Die Passivhaus-Studie stuft die Maßnahme bei luftdichter Ausführung als „bauphysikalisch besonders unkritisch“ ein (März 2024).
Wie viel Heizenergie spart die Dämmung der obersten Geschossdecke?
Bei 80 m² Decke spart die Dämmung von U 0,90 auf 0,24 W/(m²K) rund 3.340 kWh Heizwärme im Jahr, das sind mit Gasheizung etwa 450 €. Die Rechnung multipliziert U-Wert-Differenz, Fläche, Temperaturfaktor und Heizgradstunden. Heizgradstunden summieren die Temperaturdifferenz zwischen innen und außen über die Heizzeit.
Die 42watt-Rechnung im Detail:
- U-Wert-Differenz: 0,90 − 0,24 = 0,66 W/(m²K). Den Ausgangswert 0,90 nennt die DUH als Beispiel einer ungedämmten Decke (2022).
- Temperaturfaktor: 0,8 für eine Decke zum unbeheizten Dachraum nach DIN V 4108-6.
- Heizgradstunden: 79.000 Kh pro Jahr für Frankfurt am Main, wie in der Passivhaus-Studie (2024).
- Heizwärme: 0,66 × 80 m² × 0,8 × 79 kKh = 3.337 kWh pro Jahr.
- Gasheizung: bei 90 % Nutzungsgrad 3.708 kWh Gas, mal 12,23 ct/kWh (BDEW, Oktober 2026) ergibt 453 € pro Jahr.
- Wärmepumpe: bei einer Jahresarbeitszahl von 3,4 rund 980 kWh Strom, mal 24 ct/kWh ergibt 236 € pro Jahr.
Mit dem Förderwert 0,14 W/(m²K) steigt die Einsparung auf 3.843 kWh Heizwärme, also 522 € mit Gas. Die nicht begehbare Variante für 1.600 bis 2.800 € amortisiert sich bei Gas damit in 3,5 bis 6,2 Jahren. Eine begehbare Dämmung auf 0,14 W/(m²K) braucht nach 15 % Zuschuss 5,2 bis 10,4 Jahre. Laut co2online sinken die Heizkosten im Schnitt um rund 7 % (2025).
Welche Förderung gibt es für die Dämmung der obersten Geschossdecke?
Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) bezuschusst die Dämmung mit 15 %, wenn die Decke danach höchstens 0,14 W/(m²K) erreicht. Grundlage ist die Bundesförderung für effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen (BEG EM), Richtlinie in der Fassung vom 17.08.2026 mit Regeln seit dem 21.07.2026. Die Mindestinvestition liegt bei 300 € brutto. Den Antrag stellen Sie vor Beginn der Arbeiten.
Eine Energieeffizienz-Expertin oder ein Experte von der Liste der Deutschen Energie-Agentur (dena) begleitet den Antrag. Bei Eigenleistung fördert das BAFA nur die Materialkosten, die Fachperson bestätigt die Ausführung. Der Pflichtwert 0,24 W/(m²K) reicht für die Förderung nicht.
Der iSFP-Bonus von 5 Prozentpunkten hilft bei der Geschossdecke allein praktisch nie. Er setzt seit dem 21.07.2026 förderfähige Kosten von mindestens 30.000 € je Antrag voraus. Der Bonus gilt nur für den Kostenanteil über 30.000 €, der Höchstgrenze ohne Sanierungsfahrplan beim Einfamilienhaus. Bei 80 m² Decke entspräche die Schwelle 375 € je m². Sinnvoll wird der Bonus, wenn Sie die Decke mit Fassade oder Fenstern in einem Antrag bündeln. Was ein individueller Sanierungsfahrplan (iSFP) leistet, zeigt der Leitfaden zum iSFP und zur BAFA-Förderung.
| Förderweg | Satz | Beispiel 4.000 € Kosten | Voraussetzung |
|---|---|---|---|
| BAFA-Zuschuss BEG EM | 15 % | 600 € | U ≤ 0,14, Antrag vor Beginn, Expert:in |
| iSFP-Bonus | +5 Prozentpunkte | 0 € | mind. 30.000 € je Antrag |
| Steuerbonus § 35c EStG | 20 % über 3 Jahre | 800 € (280/280/240 €) | U ≤ 0,14, Selbstnutzung, Fachunternehmen |
Bei Ausführung durch einen Fachbetrieb bringt der Steuerbonus in diesem Beispiel 200 € mehr. Er verteilt sich auf 7 %, 7 % und 6 % in 3 Jahren und beträgt höchstens 40.000 € je Objekt. Das Haus muss bei Beginn älter als 10 Jahre sein. Eigenleistung zählt beim Steuerbonus nicht, auch nicht das selbst verbaute Material. Zuschuss und Steuerbonus schließen sich für dieselbe Maßnahme aus. Details zum Abzug erklärt der Beitrag Energetische Sanierung steuerlich absetzen. Kosten, Zuschuss und Amortisation für Ihr Haus berechnet der Sanierungskosten-Rechner für Dämmung und Förderung.
Sollten Sie die oberste Geschossdecke vor dem Einbau einer Wärmepumpe dämmen?
Ja, die Deckendämmung vor dem Wärmepumpen-Einbau senkt die Heizlast und erlaubt oft ein kleineres Gerät mit niedrigerer Vorlauftemperatur. Die Heizlast ist die Wärmeleistung, die ein Haus am kältesten Auslegungstag braucht. Bei 80 m² Decke sinkt sie durch die Dämmung von U 0,90 auf 0,24 W/(m²K) um rund 1,35 kW. Die Rechnung nimmt 20 °C innen und −12 °C außen an.
Dieselbe Dämmung spart mit Wärmepumpe weniger Euro als mit Gas, weil jede kWh Wärme weniger kostet. Die begehbare Variante amortisiert sich dann nach Zuschuss in 10 bis 20 Jahren. Lassen Sie die Heizlast daher nach der Dämmung berechnen, nicht davor. Eine ähnlich günstige Maßnahme ist die Dämmung der Kellerdecke.
Häufige Fragen zur Dämmung der obersten Geschossdecke
Kann ich den Dachboden selbst dämmen?
Ja, die Dämmung der obersten Geschossdecke gehört zu den Sanierungsmaßnahmen, die Hausbesitzende gut in Eigenleistung umsetzen können. Die Verbraucherzentrale hält das bei Betondecken mit handwerklichem Geschick für machbar. Bei alten Holzbalkendecken empfiehlt sie fachliche Beratung. Das BAFA fördert dann nur das Material.
Welche Dämmung ist trittfest und begehbar?
Trittfest sind Verbundplatten aus EPS oder PUR mit Holzwerkstoffbelag sowie druckfeste Dämmplatten unter OSB- oder Spanplatten. Sie kosten durch einen Fachbetrieb 40 bis 80 € pro m² (co2online, 2025).
Muss ich nach dem Hauskauf die oberste Geschossdecke dämmen?
Ja, wenn Ihr Kauf der erste Eigentümerwechsel seit dem 01.02.2002 in einem Haus mit höchstens 2 Wohnungen ist, der Vorbesitzer dort an diesem Tag selbst wohnte und die Decke den Mindestwärmeschutz nicht erfüllt. Sie haben dafür 2 Jahre ab dem Eigentumsübergang Zeit. Dasselbe gilt nach einem Erbe. War Ihr Kauf nicht der erste Wechsel seit 2002 oder wohnte der Vorbesitzer am 01.02.2002 nicht selbst im Haus, gilt die Pflicht in der Regel bereits. Ausgenommen sind nach § 35 Abs. 4 nur Selbstnutzende, bei denen sich die Dämmung nicht in angemessener Frist rechnet.
Kann ich Styropor auf den Dachboden legen?
Ja, Styropor (EPS) eignet sich für die oberste Geschossdecke, vor allem als Verbundplatte auf Betondecken. Für den Pflichtwert brauchen Sie rund 14 cm, für die Förderung rund 25 cm weißes EPS. Auf Holzbalkendecken gehört eine luftdichte, dampfbremsende Schicht darunter.
Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) §§ 35, 36, 108 und Anlage 7, Gesetz vom 23.07.2026, BGBl. 2026 I Nr. 226, gesetze-im-internet.de, Bundesministerium der Justiz; Richtlinie Bundesförderung für effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen (BEG EM), Fassung vom 17.08.2026, Bundesanzeiger; Ökozentrum NRW, Zusammenfassung BEG-Reform, 18.08.2026; Einkommensteuergesetz § 35c und BMF-Schreiben vom 21.08.2025; Energetische Sanierungsmaßnahmen-Verordnung (ESanMV); co2online, Dämmung der obersten Geschossdecke, 04.09.2025; Deutsche Umwelthilfe, Factsheet Dämmung der obersten Geschossdecke, März 2022; Krick/Seibert, DIY-Studie Dämmung der obersten Geschossdecke, Passivhaus Institut/Land Hessen, März 2024; Passivhaus Institut, DIY-Anleitung oberste Geschossdecke nicht begehbar; Verbraucherzentrale, Dach und oberste Geschossdecke, Stand 28.09.2026; Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, Energietipp oberste Geschossdecke, 22.10.2024; BauNetz Wissen, Nachrüstpflicht oberste Geschossdecke; DIN V 4108-6 und DIN EN ISO 6946; ThEGA, Faktenblatt Dämmstoffe, März 2025; BDEW-Gaspreisanalyse, Oktober 2026; Verbraucherzentrale NRW, Marktcheck Wärmepumpentarife, 20.02.2026.


