Max Nestler
September 29, 2026
Lesezeit
12
Minuten
Wärmepumpe
Planungshilfen & Weiterführendes

Wärmepumpe Begriffe 2026: 22 Fachbegriffe verständlich erklärt

Wer eine Wärmepumpe plant, liest im Angebot Begriffe wie SCOP, Bivalenzpunkt oder § 14a EnWG. Dieses Glossar erklärt 22 Fachbegriffe in 4 Gruppen: Effizienz, Auslegung, Technik sowie Recht und Förderung. Zu jedem Begriff finden Sie einen typischen Wert und die Norm oder Quelle dahinter.

Inhaltsverzeichnis
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Das Wichtigste in Kürze

  • COP und SCOP sind Normwerte aus dem Prüfstand (EN 14511, EN 14825), nur die JAZ misst den realen Betrieb.
  • Fraunhofer-Feldtest (03.11.2025): JAZ Luft-Wasser im Mittel 3,4, Erdreich 4,3, Heizstab bei Luft-Wasser nur 1,3 % des Stromverbrauchs.
  • ηs ≈ SCOP ÷ 2,5 × 100; Effizienzklasse A+++ ab 175 % bei 35 °C.
  • Heizlast (kW) bestimmt die Gerätegröße, Wärmebedarf (kWh/a) die Stromrechnung.
  • Volumenstrom in l/h = kW × 860 ÷ Spreizung: 10 kW bei 5 K ≈ 1.720 l/h.
  • F-Gase-VO 2024/573: neue Monoblock- und Split-Luft-Wasser-Wärmepumpen bis 12 kW mit GWP ab 150 dürfen ab 2027 nicht mehr in Verkehr gebracht werden (Ausnahme: Sicherheitsanforderungen); BEG fördert ab 2028 nur natürliche Kältemittel.
  • KfW 458 seit 21.07.2026: 30 % Grundförderung, 16 % Klimageschwindigkeitsbonus für Selbstnutzende, max. 70 % (80 % bei niedrigem Einkommen), Schall 10 dB unter Grenzwert.
  • § 14a EnWG: Wärmepumpen ab 01.01.2024 dimmbar auf mind. 4,2 kW, dafür reduzierte Netzentgelte.

Welche Wärmepumpen-Begriffe sollten Sie 2026 kennen?

Zentrale Wärmepumpen-Begriffe sind JAZ, SCOP, Heizlast, Vorlauftemperatur und Bivalenzpunkt, weil sie Effizienz und Betriebskosten bestimmen. Die Tabelle nennt alle 22 Begriffe mit Kurzdefinition und typischem Wert. Stand: September 2026.

BegriffKurz erklärtTypischer Wert / Grenze
COPLeistungszahl an einem Prüfpunkt (EN 14511)Luft-Wasser A2/W35: meist 3 bis 5
SCOPSaisonaler Normwert über ein Klimaprofil (EN 14825)Datenblatt, gilt je Vorlauftemperatur, meist 35 °C oder 55 °C
JAZGemessene Wärme pro kWh Strom im JahrLuft-Wasser Ø 3,4, Erdreich Ø 4,3
ηs / EffizienzklasseJahreszeitbedingte Raumheizungs-EffizienzA+++ ab 175 % (35 °C)
HeizlastNötige Heizleistung am kältesten Auslegungstagin kW, raumweise nach DIN EN 12831-1
Norm-AußentemperaturAuslegungstemperatur des Standortsmeist −10 bis −16 °C
BivalenzpunktTemperatur, ab der ein 2. Erzeuger hilftoft um −5 °C
VorlauftemperaturTemperatur des Heizwassers zum HeizkreisFußbodenheizung ca. 30–35 °C
HeizkurveRegelkurve Außentemperatur → VorlaufSteilheit ca. 0,5 (FBH) bis 1,3 (Heizkörper)
SpreizungDifferenz Vorlauf minus Rücklaufmeist 5 bis 7 K
VolumenstromUmlaufende Wassermenge pro Stunde10 kW bei 5 K: ca. 1.720 l/h
TaktungHäufiges Ein- und AusschaltenZiel: 10–20 Minuten am Stück
Verdichter / InverterDrehzahlgeregelter KompressorTeillast bis 30–50 % der Nennleistung
Kältemittel / GWPArbeitsmittel und sein TreibhauspotenzialR290: GWP höchstens 3, R32: 675
Monoblock / SplitKältekreis außen oder geteiltSplit mit F-Gas: Kälteschein nötig
PufferspeicherWasserspeicher im Heizkreisbei Fußbodenheizung oft verzichtbar
AbtauungEnteisen des AußengerätsVereisung vor allem bei −2 bis +5 °C
KfW 458Zuschuss für den Heizungstausch30 % Grundförderung, max. 70 % (80 % bei niedrigem Einkommen)
GModGGebäudemodernisierungsgesetz, früher GEGgilt seit 29.07.2026
§ 14a EnWGSteuerbare VerbrauchseinrichtungDimmen auf mind. 4,2 kW
SG ReadyLabel für netzdienliche Steuerung4 Betriebszustände, neue Schnittstelle 1.1: 3
Hydraulischer AbgleichEinregeln der Wassermengen je RaumVerfahren B, Förderpflicht

Kurz eingeordnet: Die Tabelle trennt Normwerte von Messwerten. COP, SCOP und ηs stammen aus dem Prüfstand und eignen sich zum Gerätevergleich. Nur die JAZ zeigt, wie effizient Ihre Anlage im Haus tatsächlich läuft.

Welche Begriffe werden oft verwechselt?

Oft verwechselt werden COP und JAZ, SCOP und JAZ sowie Heizlast und Wärmebedarf. Sie klingen ähnlich, messen aber Verschiedenes.

BegriffspaarUnterschiedWofür Sie es brauchen
COP vs. JAZLaborprüfpunkt vs. gemessenes JahrGerätevergleich vs. Stromkosten
SCOP vs. JAZNormjahr vs. Ihr reales JahrGerätewahl vs. Erfolgskontrolle
Heizlast vs. WärmebedarfkW am kältesten Tag vs. kWh im JahrGerätegröße vs. Verbrauch
Bivalenzpunkt vs. Norm-AußentemperaturÜbergabepunkt vs. AuslegungsfallHeizstab-Anteil vs. Heizlast

Kurz eingeordnet: Ein SCOP enthält weder Ihre Hydraulik noch Ihr Nutzerverhalten. Die JAZ enthält beides.

Wie groß ist der Unterschied zwischen SCOP und JAZ in Euro?

Im 42watt-Rechenbeispiel ergibt eine JAZ von 3,4 rund 1.290 kWh Strom und rund 360 € mehr im Jahr, als ein SCOP von 4,5 erwarten lässt. Die Annahmen: Das Haus braucht 18.000 kWh Wärme im Jahr. Das Datenblatt nennt einen SCOP von 4,5 bei 35 °C. Der Strompreis liegt bei angenommenen 28 ct/kWh.

  • Rechnung mit SCOP 4,5: 18.000 ÷ 4,5 = 4.000 kWh Strom, rund 1.120 €
  • Rechnung mit JAZ 3,4 (Mittelwert Fraunhofer-Feldtest): 18.000 ÷ 3,4 = 5.294 kWh, rund 1.480 €
  • Rechnung mit JAZ 2,6 (schwächste Luft-Wasser-Anlage im Feldtest): 6.923 kWh, rund 1.940 €

Kalkulieren Sie Betriebskosten deshalb mit einer realistischen JAZ.

Was bedeuten COP, SCOP, JAZ und ηs?

COP, SCOP, JAZ und ηs sind 4 Effizienzkennzahlen, die sich im Zeitraum und in der Messmethode unterscheiden. Je höher der Wert, desto weniger Strom braucht die Wärmepumpe.

Was ist der COP?

Der COP (Coefficient of Performance) ist das Verhältnis von Heizleistung zu elektrischer Leistung an einem festen Prüfpunkt nach EN 14511. Die Angabe A2/W35 bedeutet 2 °C Außenluft und 35 °C Vorlauf. Luft-Wasser-Wärmepumpen erreichen dort laut Herstellerangaben meist Werte zwischen 3 und 5. Mehr zur Berechnung lesen Sie im Beitrag zum COP der Wärmepumpe.

Was ist der SCOP?

Der SCOP (Seasonal COP) ist ein saisonaler Normwert nach EN 14825, der viele Außentemperaturen eines Referenzklimas gewichtet. Die Norm kennt 3 Klimaprofile: wärmer, mittel und kälter. Der SCOP gilt immer für eine Vorlauftemperatur, meist 35 °C oder 55 °C.

Was ist die JAZ?

Die Jahresarbeitszahl (JAZ) ist die im Jahr gemessene Wärme geteilt durch den im Jahr verbrauchten Strom Ihrer Anlage. Im Feldtest des Fraunhofer ISE (77 Anlagen, 4 Jahre, veröffentlicht 03.11.2025) lag sie bei Luft-Wasser-Wärmepumpen im Mittel bei 3,4. Die Spanne reichte von 2,6 bis 4,9. Erdreich-Wärmepumpen erreichten im Mittel 4,3. Für die Förderung muss die JAZ rechnerisch nach VDI 4650 mindestens 3,0 betragen. Welche Werte realistisch sind, zeigt der Beitrag zur Jahresarbeitszahl.

Was bedeuten ηs und Effizienzklasse?

Die jahreszeitbedingte Raumheizungs-Energieeffizienz ηs (sprich: Eta s) rechnet den SCOP auf Primärenergie um und bestimmt die Effizienzklasse. Die Formel lautet vereinfacht: ηs = SCOP ÷ 2,5 × 100, abzüglich weniger Prozentpunkte für Regelung. Ein SCOP von 4,5 ergibt so rund 177 %. Die Klasse A+++ beginnt bei Niedertemperatur-Wärmepumpen bei 175 %, für 55 °C bei 150 % (Verordnung (EU) 811/2013).

Welche Begriffe zählen bei der Auslegung?

Bei der Auslegung zählen 8 Begriffe: Heizlast, Norm-Außentemperatur, Bivalenzpunkt, Vorlauftemperatur, Heizkurve, Spreizung, Volumenstrom und Taktung. Fehler an dieser Stelle senken die JAZ dauerhaft.

Was sind Heizlast und Norm-Außentemperatur?

Die Heizlast ist die Heizleistung in kW, die ein Gebäude bei Norm-Außentemperatur braucht, um alle Räume warm zu halten. Fachbetriebe berechnen sie raumweise nach DIN EN 12831-1 und DIN/TS 12831-1. Die Norm-Außentemperatur ist die Auslegungstemperatur des Standorts. Sie liegt in Deutschland meist zwischen etwa −10 und −16 °C. Den Wert für Ihre Postleitzahl liefert die Klimakarte des Bundesverbands Wärmepumpe. Details finden Sie im Beitrag zur Heizlastberechnung.

Was ist der Bivalenzpunkt?

Der Bivalenzpunkt ist die Außentemperatur, unter der die Wärmepumpe Unterstützung durch Heizstab oder Kessel braucht. Bei Luft-Wasser-Wärmepumpen mit Heizstab planen Fachbetriebe ihn oft um −5 °C. Im Fraunhofer-Feldtest entfielen bei Luft-Wasser-Wärmepumpen nur 1,3 % des Stromverbrauchs auf den Heizstab. Wie Sie den Punkt bestimmen, erklärt der Beitrag zum Bivalenzpunkt.

Wie hängen Vorlauftemperatur und Heizkurve zusammen?

Die Heizkurve legt fest, welche Vorlauftemperatur die Wärmepumpe bei welcher Außentemperatur liefert. Die Vorlauftemperatur ist die Temperatur des Heizwassers auf dem Weg zu den Heizflächen. Fußbodenheizungen kommen mit etwa 30 bis 35 °C aus. Hersteller nennen als Faustregel bis zu 2,5 % weniger Strom pro Grad niedrigerem Vorlauf. Richtwerte für die Steilheit liegen bei etwa 0,5 für Fußbodenheizung und 1,3 für Heizkörper. So stellen Sie die Heizkurve der Wärmepumpe ein.

Was sind Spreizung und Volumenstrom?

Die Spreizung ist die Differenz zwischen Vor- und Rücklauftemperatur, der Volumenstrom die Wassermenge, die pro Stunde durch den Heizkreis fließt. Wärmepumpen arbeiten meist mit 5 bis 7 K Spreizung. Beide Größen hängen fest zusammen: Volumenstrom in l/h = Heizleistung in kW × 860 ÷ Spreizung in K. Eine 10-kW-Anlage braucht bei 5 K rund 1.720 l/h, bei 7 K rund 1.230 l/h. Mehr dazu im Beitrag zum Volumenstrom.

Was bedeutet Taktung?

Taktung bedeutet, dass der Verdichter häufig ein- und ausschaltet, meist weil die Wärmepumpe zu groß ist oder die Heizkurve nicht passt. Eine feste Grenze für erlaubte Starts gibt es nicht. Der Bundesverband Wärmepumpe (BWP) empfiehlt Laufzeiten von etwa 10 bis 20 Minuten am Stück.

Welche technischen Begriffe stehen im Angebot?

Im Angebot stehen meist 5 technische Begriffe: Verdichter, Kältemittel, Bauart, Pufferspeicher und Abtauung. Die Kältemittelwahl entscheidet ab 2028 auch über die Förderung.

Was ist ein Inverter-Verdichter?

Ein Inverter-Verdichter ist ein drehzahlgeregelter Kompressor, der die Leistung stufenlos an den Wärmebedarf anpasst. Er hebt Druck und Temperatur des Kältemittels. Je nach Bauart sinkt die Leistung laut BWP auf 30 bis 50 % der Auslegungsleistung.

Was bedeuten Kältemittel, R290 und GWP?

Das Kältemittel transportiert die Wärme im Kreislauf, das GWP (Global Warming Potential) beschreibt seine Klimawirkung im Vergleich zu CO₂. Propan (R290) hat ein GWP von höchstens 3. R32 liegt bei 675, R410A bei 2.088. Die F-Gase-Verordnung (EU) 2024/573 verbietet ab 01.01.2027 das Inverkehrbringen neuer Monoblock- und Split-Luft-Wasser-Wärmepumpen bis 12 kW mit einem GWP ab 150, außer wenn Sicherheitsanforderungen am Aufstellort dies erfordern. Bereits vorher in Verkehr gebrachte Geräte dürfen weiter verkauft, installiert und betrieben werden. Ab 01.01.2028 fördert die BEG nur noch Wärmepumpen mit natürlichen Kältemitteln. Einen Überblick gibt der Beitrag zu natürlichen Kältemitteln.

Was unterscheidet Monoblock und Split?

Bei der Monoblock-Wärmepumpe sitzt der gesamte Kältekreis im Außengerät, bei der Split-Wärmepumpe ist er auf Außen- und Innengerät verteilt. Vom Monoblock führen nur Wasserleitungen ins Haus. Sie müssen gut gedämmt sein. Split-Geräte verbinden 2 Kältemittelleitungen. Arbeiten an Split-Geräten mit fluorierten Kältemitteln wie R32 erfordern einen Kälteschein nach Verordnung (EU) 2015/2067.

Wann braucht eine Wärmepumpe einen Pufferspeicher?

Ein Pufferspeicher ist nur nötig, wenn die Hydraulik den Mindestvolumenstrom oder die Abtauenergie nicht anders sichert. Bei Fußbodenheizungen übernimmt oft der Estrich diese Aufgabe. Bei Heizkörpern mit Thermostatventilen ist ein Puffer häufiger sinnvoll.

Was passiert bei der Abtauung?

Bei der Abtauung schmilzt die Wärmepumpe das Eis vom Verdampfer des Außengeräts, meist durch Umkehr des Kältekreises. Vereisung tritt laut EnergieSchweiz vor allem zwischen etwa −2 und +5 °C auf.

Welche Begriffe aus Recht und Förderung sind wichtig?

Wichtig sind 5 Begriffe: KfW 458, GModG, § 14a EnWG, SG Ready und hydraulischer Abgleich. Alle Angaben gelten mit Stand September 2026.

Was fördert die KfW 458?

Die KfW 458 fördert den Heizungstausch seit 21.07.2026 mit 30 % Grundförderung und Boni bis maximal 70 % der förderfähigen Kosten, bei einem zu versteuernden Haushaltseinkommen bis 30.000 € (40.000 € mit Familienzuschlag) bis 80 %. Der Klimageschwindigkeitsbonus beträgt 16 % und gilt nur für selbstnutzende Eigentümer, die eine alte fossile Heizung austauschen. Er sinkt ab 01.02.2027 halbjährlich um 4 Prozentpunkte. Der Einkommensbonus reicht bis 40 %. Förderfähig sind bis 28.000 € für die erste Wohneinheit, ab 01.02.2027 sinkt der Betrag halbjährlich um 750 € (Merkblatt gültig ab 24.09.2026). Außengeräte müssen 10 dB unter dem Schall-Grenzwert bleiben. Eine digitale Schnittstelle zur Steuerung nach § 14a EnWG ist bereits Pflicht. Ab 01.07.2027 muss sie bei neu eingebauten Wärmepumpen einem Format nach dem Code of Conduct for Energy Smart Appliances der EU-Kommission entsprechen, etwa EEBUS nach VDE-AR-E 2829-6.

Was ist das GModG?

Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) ist das umbenannte und geänderte Gebäudeenergiegesetz und gilt seit 29.07.2026. Die Pflicht zu 65 % erneuerbarer Wärme beim Heizungstausch ist entfallen. In Gebäuden ab 6 Wohneinheiten bleibt die Betriebsprüfung nach § 60a Pflicht für Wärmepumpen, die ab 2024 eingebaut wurden, ausgenommen Luft-Luft- und Warmwasser-Wärmepumpen. Sie ist nach einer vollständigen Heizperiode fällig, spätestens 2 Jahre nach Inbetriebnahme. Was sich sonst geändert hat, fasst der Beitrag GEG und GModG zusammen.

Was regelt § 14a EnWG?

§ 14a EnWG erlaubt Netzbetreibern, neue Wärmepumpen über 4,2 kW bei Netzengpässen auf mindestens 4,2 kW zu dimmen. Die Regel gilt für Anlagen ab 01.01.2024. Dafür sinken die Netzentgelte. Modul 1 bringt eine Pauschale von etwa 110 bis 190 € im Jahr. Modul 2 senkt den Arbeitspreis des Netzentgelts um 60 % und braucht einen eigenen Zähler. Modul 3 mit zeitvariablen Entgelten gibt es seit 01.04.2025.

Was bedeutet SG Ready?

SG Ready ist ein Label des BWP für Wärmepumpen, die sich über 4 Betriebszustände von außen steuern lassen. Zustand 1 sperrt das Gerät für höchstens 2 Stunden. Zustand 2 ist Normalbetrieb. Zustand 3 empfiehlt das Einschalten, etwa bei Solarstrom-Überschuss. Zustand 4 ist ein Einschaltbefehl. Seit 01.05.2025 gelten die Regularien in Version 3.1. Die neue Schnittstelle 1.1 streicht Zustand 4 und macht aus der Sperre eine Leistungsbegrenzung.

Was ist der hydraulische Abgleich?

Der hydraulische Abgleich stellt jeden Heizkreis so ein, dass jeder Raum genau die Wassermenge erhält, die er laut Heizlast braucht. Für die KfW 458 ist er Pflicht. In Gebäuden ab 6 Wohneinheiten verlangt ihn auch § 60c GModG. Anerkannt ist Verfahren B nach ZVSHK-Fachregel mit raumweiser Heizlastberechnung.

Häufige Fragen zu Wärmepumpen-Begriffen

Was ist eine gute JAZ für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe?

Eine JAZ ab 3,4 entspricht dem Mittelwert im Fraunhofer-Feldtest und ist für Bestandsgebäude ein guter Wert. Unter 3 lohnt sich ein Blick auf Heizkurve und Hydraulik.

Ist ein hoher SCOP eine Garantie für niedrige Stromkosten?

Nein, der SCOP ist ein Normwert und garantiert keine niedrigen Stromkosten. Die Kosten hängen von Vorlauf, Hydraulik und Einstellung ab, die erst die gemessene JAZ zeigt.

Darf ich 2026 noch eine Wärmepumpe mit R32 kaufen?

Ja, 2026 dürfen Wärmepumpen mit R32 noch neu in Verkehr gebracht, gekauft und betrieben werden. Ab 01.01.2027 dürfen neue Monoblock- und Split-Luft-Wasser-Geräte bis 12 kW mit einem GWP ab 150 grundsätzlich nicht mehr in Verkehr kommen, Ausnahmen gelten aus Sicherheitsgründen. Vorher in Verkehr gebrachte Geräte dürfen weiter verkauft und installiert werden, bestehende Anlagen laufen unbegrenzt weiter. Ab 01.01.2028 fördert die BEG nur Geräte mit natürlichem Kältemittel.

Wer berechnet die Heizlast?

Die Heizlast berechnen Fachbetriebe oder Energieberatende raumweise nach DIN EN 12831-1. Für die KfW-Förderung ist sie Grundlage des hydraulischen Abgleichs.

Quellen & Belege

Fraunhofer ISE (Presseinformation Feldtest Wärmepumpen im Bestand, 03.11.2025); DIN EN 14511 und DIN EN 14825 (Prüfnormen Wärmepumpen); Delegierte Verordnung (EU) Nr. 811/2013 (Energielabel Raumheizgeräte); DIN EN 12831-1 (09/2017) und DIN/TS 12831-1 (04/2020); Bundesverband Wärmepumpe (Klimakarte, Stand 28.01.2025; Expertenantworten Inverter 23.08.2023 und Taktung 25.06.2026; SG-Ready-Regularien 3.1); Verordnung (EU) 2024/573 (F-Gase-Verordnung) und BFS Kälte-Klima-Merkblatt 12/2024; KfW Merkblatt 458 (gültig ab 24.09.2026); dena Gebäudeforum (Förderung Wärmepumpen, Stand 09/2026); Gebäudemodernisierungsgesetz §§ 60a, 60c (Stand 29.07.2026); Bundesnetzagentur (Steuerbare Verbrauchseinrichtungen nach § 14a EnWG); EnergieSchweiz (Abtauung Luft-Wasser-Wärmepumpen, 11/2021); IKZ (Split-Wärmepumpe oder Monoblock).